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Pakistan reagiert auf islamfeindlichen Film

Alle Links in diesem Artikel führen, sofern nicht anders gekennzeichnet, zu englischsprachigen Webseiten.
Nach den gewaltätigen Protesten [de] in Ägypten und Libyen, bei denen ein US-amerikanischer Botschafter ums Leben kam, haben Botschaften in den bevölkerungsreichen muslimischen Nationen strenge Sicherheitsmaßnahmen vorgenommen, um weiteren Schaden zu vermeiden. Die Unruhen begannen als ein 13-minütiges Video eines anti-islamischen Filmes auf einer Social-Media-Website veröffentlicht wurde.

In der ägyptischen Stadt Kairo brach Gewalt aus und verbreitete sich schnell bis in die libysche Stadt Benghazi, eine Kettenreaktion in den mittleren Osten und andere südasiatische Staaten auslösend. Im Libanon sah man seinen Anteil an den Unruhen nachdem Prostestierende KFC- und Hardees-Restaurants in Tripoli in Brand gesteckt hatten. Die deutschen und  britischen Botschaften im Sudan wurden ebenso attackiert während auch eine amerikanische Schule in Tunesien angegriffen wurde.

In der Nähe nahmen nahezu 10.000 Demonstranten die Straßen der Hauptstadt Bangladeschs, Dhaka, ein und verbrannten auf dem Weg die amerikanische und israelische Flagge. Muslime im benachbarten Indien attackierten ebenfalls die US-amerikanische Botschaft und bewarfen das Gebäude mit Steinen.

Pakistan reagiert

Infolge dieser Proteste, verschärften diplomatische Behörden die Sicherheitsvorkehrungen in Pakistan. Die US-Botschaft verstärkte ihre Sicherheitsmaßnahmen gegen mögliche Bedrohungen.

Ein Protestmarsch von Majlis Wahdatul Muslameen startete vom G-5 Imam Bargah in Islamabad und marschierte am Freitag, dem 14. September 2012, zur US-Botschaft. Strenge Sicherheitsmaßnahmen hielten die Dinge unter Kontrolle. Eine öffentliche Entschuldigung für den Film fordernd, verlangten die Protestierenden auch die unmittelbare Entfernung aus den Sozialen Netzwerken.

In Lahore, strömten hunderte Protestierende nach den Gebeten am Freitag auf die Straßen und verbrannten amerikanische Flaggen. Hafiz Saeed, der Anführer einer verbotenen militanten Organisation Jamaat ud Dawa nahm ebenfalls an der Protestaktion teil und bezeichnete es als eine Verschwörung der Vereinigten Staaten.

Karachi, der finanzielle Knotenpunkt Pakistans, der sich noch immer von dem tragischen Fabrikbrand erholt, bei dem hunderte Arbeiter getötet wurden, war ebenfalls Standort von Kundgebungen, die von Jamaat-e-Islami organisiert worden waren. Die Mitglieder der Protestgruppen forderten ein Verbot des Films und drohten mit dem Angriff auf die US-Botschaft in Islamabad sollte die Regierung sie ignorieren.

Aktivisten von Jamat-e-Islami protestieren gegen den islamfeindlichen Film, der in den USA erschienen ist. Karachi, Pakistan. Foto von Owais Aslam Ali. Copyright Demotix (14/9/2012)

Aktivisten von Jamat-e-Islami protestieren gegen den islamfeindlichen Film, der in den USA erschienen ist. Karachi, Pakistan. Foto von Owais Aslam Ali. Copyright Demotix (14/9/2012)

2006, nachdem eine dänische Zeitung Cartoons des Propheten Mohammed gedruckt hatte die weitläufig Kontroversen ausgelöst hatten, kamen nahezu 70.000 Menschen auf die Straßen von Peshawar und lösten landesweites Chaos aus. Eine mächtige Explosion ereignete sich in der Nähe der dänischen Botschaft in Islamabad bei der sechs Menschen getötet und Dutzende verletzt worden waren.

Wütend, aber friedlich

Die Proteste zu diesem Anlass waren, obwohl wütend, friedlich und es gab keine Berichte über vorsätzliche Gewaltakte.

@CMShehbaz: Friedliche Demonstrationen und Märsche wurden gegen den anti-islamischen Film heute in ganz Pak abgehalten.

Etliche Menschen teilten ihre Betroffenheit über die angespannte Situation auf Twitter::

‏@TahaSSiddiqui: US-Flaggen-Verbrennungszeremonie in, 500 Meter von der Diplomaten-Enklave entfernt, wo die US-Botschaft sitzt.

@Ali_Abbas_Zaidi: minderjähriger Junge mit Waffen, Poster sagen:”Wer hat meinen Propheten blamiert?”. Der Prophet würde wollen, dass du dir stattdessen einen Stift nimmst.

@HaroonRiaz: Wie einfach es für so ziemlich jeden, der in einem westlichen Land lebt, ist in muslimischen Ländern Unruhen auszulösen. Ich finde es faszinierend.

‏@Zoya_Altaf: Sieht nach #Protesten im ganzen Land aus… #pakistan

@Manticore73: Ich hatte heute Industriemacht-Gerede von der hiesigen Moschee erwartet - doch nichts. Wie ist das anderswo?

@ImtiazTyabAJE: Nur so 20-30 tatsächlich Protestierende. Der Rest scheinen neugierige Nach-dem-Gebet-Schaulustige zu sein. #pakistan

@akkhan81: Islamophobe bringen erfolgreich Islamhass-Videos in Debatten über Redefreiheit ein, und Muslime scheinen diesen Test nicht zu bestehen.

Während die Gewalt in muslimischen Ländern andauert, hat Google in Libyen und Ägypten den Zugang zu dem unbeliebten Video bis auf weiteres beschränkt. Google-Sprecher sagten:

Laut der Bedingungen von YouTube ist Hassrede gegen Individuen gerichtet, nicht gegen Gruppen. Da das Video sich über den Islam, aber nicht die Muslime lustig macht, ist es in den meisten Ländern weiterhin zu sehen. [...] Jedoch haben wir wegen der sehr schwierigen Situation in Libyen und Ägypten den Zugang in beiden Ländern bis auf weiteres beschränkt

Dies war eine bisher einmalige Maßnahme seitens Google, Jillian York berichtet die Details dazu bei Global Voices Advocacy.

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