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Bolivien: Haben “Quipus”-Laptops ihre Chance verpasst?

Quipus

Eine Abbildung von Quipus. Foto: Phil Dokas via Flickr (CC BY-NC-SA 2.0).

Kürzlich gab die bolivianische Regierung ein neues Programm bekannt, um Oberschülern, die ihre Abschlussklasse erfolgreich absolvieren, einen neuen Laptop zu verschaffen. Diese Computer mit dem Namen “Quipus” werden in der Stadt El Alto zusammengebaut. Der Begriff “Quipu” [de] bezeichnet einen von den südamerikanischen Indios verwendeten Informationsspeicher, der auf einer Knotenschrift basiert.

Der Blogger und Softwareentwickler Fernando Balderrama begrüßt diese Initiative und sieht den Nutzen insbesondere darin, weiten Teilen der Bevölkerung Zugang zur Informationstechnologie zu ermöglichen. In seinem Blog untersucht er den komparativen Kostenvorteil [de] der selbst montierten Computer zu denen, die man im Fachhandel erhalten kann. Es hat ihn jedoch verwirrt, dass die neuen Laptops mit einer proprietären Software vorinstalliert [pt] sind. Er schreibt: 

Supuestamente el Gobierno promueve el uso de software libre, y buscan que Bolivia tenga soberanía tecnológica en base al software libre. Pero parece que esto es solamente en palabras, ya que los hechos dicen otra cosa. Las laptops quipus ensambladas en Bolivia vienen con Windows, el cual además de ser software privativo, encarece el costo final por el pago de licencias que deben hacer a Microsoft.

Angeblich fördert die Regierung die Nutzung kostenfreier Software und möchte durch frei zugängliche Software nach technologischer Unabhängigkeit streben. Allerdings scheint das ein bloßes Lippenbekenntnis zu sein, weil ihr tatsächliches Handeln eine ganz andere Botschaft vermittelt. Die in Bolivien zusammengebauten Laptops kommen mit Windows, also nicht nur mit einem proprietären Betriebssystem, sondern mit einer vergleichsweise teuren Gesamtlösung, wenn man die an Windows zu zahlenden Lizenzgebühren einrechnet. 

In den Kommentaren zu diesem Blogbeitrag schrieb Sergio Bowles, Vorsitzender der Geschäftsführung von Quipus, jedoch, dass diese Laptops entweder mit Windows oder auch mit Linux gestartet werden könnten. Einige andere Kommentare lassen Zweifel erkennen und weisen das Argument zurück, Schüler müssten Windows beherrschen, weil der größte Teil der Geschäftswelt und des akademischen Lebens sich nach wie vor auf dieses Betriebssystem stützt. 

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