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	<title>Global Voices auf Deutsch &#187; Brasilien</title>
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	<description>Die Welt spricht zu dir. Hörst du ihr zu?</description>
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		<title>Brasilien: Wurde der Stromausfall durch Hacker oder UFOs verursacht?</title>
		<link>http://de.globalvoicesonline.org/2009/11/16/brasilien-wurde-der-stromausfall-durch-hacker-oder-ufos-verursacht/</link>
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		<pubDate>Mon, 16 Nov 2009 10:55:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans H. Knauf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelle Meldungen]]></category>
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		<description><![CDATA[Es gibt sehr viele Verschwörungstheorien über den 2009 Blackout in Brasilien: vom Präsidenten, seiner möglichen Nachfolgerin, bis hin zu UFOs und Hackern wurden alle von verschiedenen Blogs beschuldigt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<em>Geschrieben von<a href="http://globalvoicesonline.org/author/paulagoes/">Paula Góes</a>  &middot; Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/hansknauf/'>Hans H. Knauf</a> &middot;  <a href='http://globalvoicesonline.org/2009/11/14/brazil-was-the-blackout-caused-by-hackers-or-ufos/'>engl. Originalartikel</a></em> 
<br /><p>Das heißeste Thema in der brasilianischen Blogosphäre war diese Woche<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/2009_Brazil_and_Paraguay_blackout"> der schlimmste Stromausfall</a> in der Geschichte Brasiliens, bei welchem letzten Dienstag 18 der 26 brasilianischen Staaten und ungefähr 60 Millionen Menschen im Dunkeln saßen. Nachdem Transmissions-Probleme den <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Itaipu">Itaipu</a>-Staudamm lahmlegten, gab es in den meisten brasilianischen Städten für über fünf Stunden keinen Strom. Der Itaipu-Staudamm, das weltweit zweitgrößte Wasserkraftwerk, an der Grenze mit Paraguay gelegen, wurde zum ersten Mal in seiner 25-jährigen Geschichte, stillgelegt. Teile von Paraguay waren ebenfalls betroffen.</p>
<p>Unter den vielen Berichten über &#8220;was-ich-tat-als-das-Licht-ausging&#8221; gab es verschiedene Verschwörungstheorien: Von einem Blog zum anderen wechselte die Schuld für den Stromausfall, der bis zu einem Fünftel der Bevölkerung ohne Strom lies, von Präsident Lula zu Dilma Rousseff, seiner Kandidatin für die nächsten Präsidentschaftswahlen, und von UFOs zu Hackern.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 435px"><img src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/11/9061.jpg" alt="Von Sonic Downloads" width="425" height="473" /><p class="wp-caption-text">Von Sonic Downloads</p></div>
<p>Die Behörden haben einen schweren Sturm für den Absturz einer Stromleitung, die dann auf zwei weitere stürzte, verantwortlich gemacht, die letztendlich die Schließung des Wasserwerkes und einen Dominoeffekt verursachte, der durch das ganze Land ging.<a href="http://arautodofuturo.wordpress.com/2009/11/11/o-que-realmente-pode-ter-causado-o-apagao/"> Arauto do Futuro</a> [pt] wendet sich gegen die offizielle Erklärung über <a href="http://oglobo.globo.com/pais/mat/2009/11/11/chance-de-blecaute-ter-sido-provocado-por-raio-minima-diz-inpe-914707392.asp">die Berichte des National Institute for Space Research </a>[pt] die behaupten, dass das Risiko, ein Blitz würde in irgendwelche Einrichtungen einschlagen, minimal wäre. Er deutet an, dass wirtschaftliche Interessen Itaipu stillgelegt haben könnten.</p>
<blockquote><p>Não seriam estes ‘apagões‘ a desculpa perfeita para acelerar a construção de PCHs ou as transposições de rios no Brasil? Contribuindo para o ‘programa de aceleração’ da destruição da natureza e da beleza cênica em diversos locais que ainda restam preservados nesse país?</p></blockquote>
<div class="translation">Kann dieser &#8220;Blackout&#8221; die perfekte Ausrede dafür sein, den Bau von kleinen Wasserkraftwerken oder den Flusstransport in Brasilien zu beschleunigen? Kann das zum &#8220;Programm zur Beschleunigung&#8221; der Zerstörung der natürlichen, landschaftlichen Schönheit, die an vielen Stellen in diesem Land erhalten geblieben ist, beitragen?</div>
<p>Zufall oder nicht, Dilma Rousseff, die Labour-Partei-Kandidatin für die Präsidentschaftswahlen in 2010, sagte vor ein paar Wochen in einem Interview, dass in Brasilien kein Risiko für einen weiteren Blackout bestünde, wobei sie vor allem auf den <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/1999_Southern_Brazil_blackout">südlichen brasilianischen Blackout von 1999</a> verwies.</p>
<p>Für <a href="http://franciscoschieber.blogspot.com/2009/11/quatro-em-um.html">Francisco Schieber</a> [pt], lieferte die Regierung nur faule Ausreden:</p>
<blockquote><p>Apagão é rotina no Brasil. Uma média de um a cada seis anos, desde 1985. Bom, qual a diferença deste pros demais? Comecemos falando que este se deu no governo de um presidente que afirmou categoricamente que em seu governo jamais aconteceria algo de ruim (e até de bom, se olharmos com um pouco mais de cuidado suas declarações) que aconteceu no governo anterior. “Pois nunca antes na história destepaiz” aconteceu um apagão com proporções tão convincentes. Não restaram dúvidas: tivemos mais de três horas para concluirmos que realmente foi um apagão (ou blecaute, se preferirem). “Nunca antes na história destepaiz” um apagão foi tão mal justificado. E por que foi tão mal justificado? “Porque nunca entes na história destepaiz” o governo ficou tão desarmado com o que aconteceu, ou seja, nem eles sabem.</p></blockquote>
<div class="translation">Stromausfälle sind in Brasilien Routine. Seit 1985 hat sich durchschnittlich alle sechs Jahre einer ereignet. Nun, was ist hier der Unterschied? Beginnen wir damit, dass dies während der Regierung eines Präsidenten eintrat, der kategorisch erklärte, dass die schlimmen Dinge, die in der vorherigen Regierung geschahen, in seiner Amtszeit nie wiederholt würden (und die guten Dinge auch nicht, wenn wir seine Aussagen etwas genauer betrachten). &#8220;Niemals zuvor in der Geschichte dieses Landes&#8221; war ein Blackout in einem solchen überzeugenden Ausmaß eingetreten. Es besteht kein Zweifel: Wir hatten mehr als drei Stunden für die Feststellung, dass es sich wirklich um einen &#8220;apagão&#8221; (oder Blackout, wenn sie so wollen), handelt. &#8220;Nie zuvor in der Geschichte dieses Landes&#8221; wurde ein Blackout so schlecht gerechtfertigt. Und warum wurde das so schlecht gerechtfertigt? &#8220;Nie zuvor in der Geschichte dieses Landes&#8221; war die Regierung so überwältigt mit dem, was geschehen war, dass selbst sie nicht weiter wussten.</div>
<p>Auf der anderen Seite verdächtigt <a href="http://edu.guim.blog.uol.com.br/arch2009-11-08_2009-11-14.html#2009_11-11_04_49_07-3429108-0">Eduardo Guimarães</a> [pt] politische Kräfte und Sabotage. Er fragt sich, ob es möglich sei, dass einigen Sektoren der Presse der Ausfall vorher bekannt war, da die meisten Medien auf die Berichterstattung darüber vorbereitet waren:</p>
<blockquote><p>Fiquei impressionado com a eficiência da imprensa. Às três da manhã, quando a energia elétrica retornou, havia montes de matérias nos portais de internet sobre um “apagão” que se abateu sobre vários Estados do Sul e do Sudeste no fim da noite de ontem. E os jornais todos saem hoje com matérias amplas sobre o assunto.<br />
Detalhe: a falta de luz começou depois das 22 horas, muito próximo do fechamento das edições do principais jornais do país, que mostraram-se incrivelmente mobilizados para coberturas tão emergenciais. Pareceu até haver um esquema de “cobertura” muito bem montado.<br />
O termo “apagão”, que foi o que vi no G1 e no UOL, deverá ser generalizado e explorado à farta pela mídia. Ela tentará vincular um episódio isolado e desencadeado por causa desconhecida ao racionamento de energia que ocorreu no fim do governo Fernando Henrique Cardoso devido a falta de investimentos em geração de energia naquela época.<br />
A exploração de um episódio isolado, porém, terá vida curta… Mas será que terá mesmo? E se o episódio não for isolado e outros apagões misteriosos voltarem a ocorrer?</p></blockquote>
<div class="translation">Ich war mit der Effizienz der Medien beeindruckt. Um 3 Uhr morgens, als es wieder Strom gab, gab es auf den Internet-Portalen viele Nachrichten über den Stromausfall, der letzte Nacht mehrere südöstliche und südliche Staaten traf. Und alle Zeitungen kamen heute mit umfangreichen Berichten zu diesem Thema heraus.</p>
<p>Detail: Der Stromausfall begann nach 10 Uhr abends, sehr Nahe zum Schluss der Frühausgaben der Massenmedien, die nahezu unglaublich gut für diese Notfall Berichterstattung mobilisiert erschienen. Es schien sogar ein sehr gut zusammengestelltes &#8220;Abdeckungs&#8221; Bereich zu geben.<br />
Der Begriff &#8220;apagão&#8221; [eine abwertende Bezeichnung für Blackout], den ich auf G1 und UOL sah, sollte verallgemeinert und von der Presse voll ausgenutzt werden. Sie versuchen damit eine einzelne Episode, die aus unbekannten Gründen zur Rationierung der Elektrizität führte, was sich zum Ende der Amtszeit des (früheren Präsidenten] Fernando Henrique Cardoso aus Investitionsmangel in die Stromerzeugung erwies, zu verbinden.<br />
Die Ausbeutung einer einzelnen Episode wird jedoch nur von kurzer Dauer sein &#8230; aber wird sie das wirklich? Und was passiert, wenn diese Episode nicht ein Einzelfall war und weitere mysteriöse Stromausfälle auftreten?</p></div>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><img src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/11/42099655.jpg" alt="São Paulo, twitpic von @douglasmiguel" width="600" height="800" /><p class="wp-caption-text">São Paulo, twitpic von @douglasmiguel</p></div>
<p>Einige Leute glauben, die Unterbrechung der Stromversorgung wurde von außerirdischen Besuchern verursacht. Allen UFO-Gemeinden ist bekannt: befindet sich ein &#8216;Unidentified Flying Object&#39; in der Nähe eines Stromnetzes, dann lösen die elektromagnetischen Wirkungen des UFOs Störungen aus. <a href="http://colunistas.ig.com.br/area51/2009/11/13/leitor-envia-relato-de-ovni-sobre-sp-na-noite-do-apagao/">Mario Barros</a> [pt] veröffentlicht ein Bild und diesen Bericht eines Lesers, der behauptet, in der Nacht des Stromausfalls eine fliegende Untertasse an São Paulos Himmel gesehen zu haben:</p>
<blockquote><p>Por alguns segundos, enquanto ainda estava perto, pude ver claramente que se tratava de um objeto escuro, negro, de forma retangular, com 4 luzes brancas de brilho constante em cada ponta e 2 luzes vermelhas que piscavam de maneira diferente uma da outra na parte de baixo. Tentei filmar o objeto com o celular, mas não consegui captar nada. Não faço idéia de que altura estava, mas estava bastante baixo. Não havia som algum e me pareceu ser menor e mais rápido que um avião comercial. A medida que foi se afastando não consegui mais ver a parte sólida e escura do objeto, somente suas luzes vermelhas que piscavam e as brancas estáticas. O objeto surgiu a leste dirigia-se rumo a oeste e o observei até que ele desapareceu no horizonte. Tudo isso durou cerca de 1 minuto e meio.</p></blockquote>
<div class="translation">Für ein paar Sekunden konnte ich deutlich sehen, dass es ein dunkles Objekt, schwarz, und rechteckig war, mit vier weißen Lichtern von gleichbleibender Helligkeit an jedem Ende und zwei rot blinkenden Lichtern, die unterschiedlich voneinander am Boden blinkten. Ich versuchte, das Objekt mit meinem Handy zu filmen, konnte aber leider nichts aufnehmen. Ich habe keine Ahnung, in welcher Höhe es war, aber es schien sehr niedrig zu fliegen. Es war nichts zu hören und es schien kleiner und schneller als ein Verkehrsflugzeug zu sein. Als es sich entfernte, konnte ich die festen und dunklen Teile des Objekts nicht mehr sehen, nur die roten blinkenden und statischen weisen Lichter. Das Objekt erschien im Osten und bewegte sich nach Westen und ich beobachtete es, bis es in der Ferne verschwand. All dies dauerte etwa 1 1/2 Minuten.</div>
<p>Für andere war der Stromausfall das Werk von Hackern. Zufällig, wenige Tage vor dem Ausfall, beschuldigte ein <a href="http://www.cbsnews.com/stories/2009/11/06/60minutes/main5555565.shtml?tag=contentMain;contentBody">Bericht des CBS Nachrichtenmagazins &#8216;60 Minuten&#39; Hacker</a> das Kontrollsystem anvisiert zu haben, und durch den Blackout in 2005 und 2007 Millionen Menschen in Brasilien, das unter Stromknappheit und Rationierung litt, getroffen zu haben. Das schürte erneut die Behauptung, dass Hacker hinter dem Ausfall stecken. Könnte das möglich sein? Ein 23-jähriger Hacker, <a href="http://blog.hacknroll.com/2009/11/12/a-verdade-sobre-o-apagao/">Maycon Maia Vitali</a> [pt] hält es für machbar. Er hat auf seinem Blog die Sicherheitslücken auf der Webseite einer der Behörden, zuständig für die Energieübertragung, genannt:</p>
<blockquote><p>Ou seja, além de ter encontrado uma falha de SQL Injection, já descobri de cara que o sistema funciona rodando um banco de dados IBM Informix.  A partir deste passo ficaria extremamente fácil para qualquer pessoa com conhecimento intermediário de SQL Injection invadir o Operador Nacional do Sistema Elétrico.<br />
É interessante ressaltar que não tenho qualquer ligação com o ocorrido no dia 11 de novembro de 2009, e que irei parar a divulgação neste ponto para não comprometer mais ainda o funcionamento do sistema (odeio escuro). Não estou afirmando que o ocorrido foi causado por um ataque hacker, porém se tivesse sido, é importante deixar bem visível que o mesmo aconteceria sem qualquer dificuldade.<br />
Espero que este post abra os olhos do governo, para que não possamos sofrer danos maiores em situações mais críticas.</p></blockquote>
<div class="translation">Abgesehen von einem Fehler in der SQL Injektion fand ich sofort heraus, dass das System mit einer IBM Informix Datenbank arbeitet. Von da an wäre es für jeden, der einige Kenntnisse über SQL Injektion hat, ein leichtes in das Netzwerk des Betreibers, der staatlichen Elektrizitätsgesellschaft, einzudringen.</p>
<p>Ich möchte betonen, dass ich keine Verbindung mit dem habe, was am 11. November 2009 geschah und ich werde aufhören jetzt weitere Informationen zu veröffentlichen, um den Betrieb des Systems nicht weiter preiszugeben (ich hasse Verdunklung). Ich sage nicht, dass der Vorfall durch einen Hacker-Angriff verursacht wurde, aber es ist wichtig, deutlich zu machen, dass dies ohne Probleme gemacht werden kann.<br />
Ich hoffe, dieser Beitrag der Regierung die Augen öffnet, sodass wir in kritischen Situationen keinen größeren Schäden ausgesetzt sein werden.</p></div>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><img src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/11/42099139.jpg" alt="São Paulo, twitpic von @douglasmiguel" width="600" height="450" /><p class="wp-caption-text">São Paulo, twitpic von @douglasmiguel</p></div>
<p>Natürlich hat ein Stromausfall dieser Dimension den brasilianischen Sinn für Humor angefacht. <a href="http://www.fayerwayer.com.br/2009/11/os-5-melhores-tweets-do-apagao-fw-top-5/">Fabiano Fayerwayer</a> hat viele der Witze gesammelt, die bei Twitter die Runde machten, und die viele Leute während des Blackouts unterhielten und für sie eine &#8220;große informale Berichterstattung über das, was in vielen Teilen des Landes vor sich geht&#8221; war:</p>
<blockquote><p>Os engraçadinhos de plantão voaram em cima, e as piadinhas sobre Itaipu não param de aparecer. Tanto que resolvemos fazer uma pausa na nossa programação para trazer para vocês os 5 melhores tweets do apagão até agora! Confiram:</p>
<p>1. Alguem brincou lá em Itaipu e disse: “o último que sair apaga a luz”. O estagiário acreditou…<br />
2. Estão dizendo que o Google comprouItaipu. Agora energia elétrica, só com convite…<br />
3. Apagão: Muito mais econômico que horário de verão!<br />
4. A Madona nem liga pro apagão! Elá tá com Jesus Luz!<br />
5. Segundo meus cálculos, as maternidades vão estar lotadas em Agosto de 2010!!</p></blockquote>
<div class="translation">Der freche Kerl trat mit Non-Stop-Witzen über Itaipu auf. Also beschlossen wir, unser Programm zu unterbrechen, um Ihnen die bisher besten 5 Tweets über den Blackout zu bringen! Sehen Sie sich diese an:</p>
<p>1.  Jemand in Itaipu witzelte, &#8220;der Letzte, der rausgeht, soll bitte das Licht ausmachen!&#8221; Der Lehrling glaubte es &#8230;<br />
2. Sie sagten, Google habe Itaipu gekauft. Nun gibt es Strom nur auf Einladung &#8230;<br />
3. Blackout: viel wirtschaftlicher als die Umstellung auf Sommerzeit! &#8230;<br />
4.  Madonna macht der Blackout überhaupt nichts aus! Sie ist ja mit Jesus Luz zusammen! [Der Nachname von Madonnas brasilianischen Freundes ist das portugiesische Wort für ‘Licht’. Das Paar war in der Nacht des Stromausfalls in Rio.]<br />
5. Nach meinen Berechnungen werden die Entbindungsstationen der Krankenhäuser im August 2010 überlastet sein!</p></div>
<p style="text-align: center;"><img src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/11/apagao.jpg" alt="" /><br />
Blackout T-Shirts in zwei Versionen: &#8220;Blackout! Ich war dort / Blackout! Ich habe getwittert!&#8221;<br />
Vom Blog &#8216;Objetos de Desejo&#39;.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>BRASILIEN: RIOS DROGEN-KRIEG AUS DEM BLICKWINKEL DER SLUMBEWOHNER</title>
		<link>http://de.globalvoicesonline.org/2009/11/03/brasilien-rios-drogen-krieg-aus-dem-blickwinkel-der-slumbewohner/</link>
		<comments>http://de.globalvoicesonline.org/2009/11/03/brasilien-rios-drogen-krieg-aus-dem-blickwinkel-der-slumbewohner/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 03 Nov 2009 01:17:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans H. Knauf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In dieser Post lesen wir etwas über die Ansichten der Bürger-Reporter des Viva Favela Projektes über die durch Drogen verursachten Gewalttätigkeiten, die sich in Rio de Janeiros Slums ereigneten, und die sie von ihrer Haustür aus beobachteten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<em>Geschrieben von<a href="http://globalvoicesonline.org/author/diego-casaes/">Diego Casaes</a>  &middot; Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/hansknauf/'>Hans H. Knauf</a> &middot;  <a href='http://globalvoicesonline.org/2009/11/01/brazil-a-view-from-slum-dwellers-on-rios-drugs-war/'>engl. Originalartikel</a></em> 
<br /><p>In der letzten Woche wurden Bilder über den Krieg zwischen Drogenhändlern und Dealern in Rio de Janeiro in der ganzen Welt verbreitet. Zusammenstöße zwischen den Banden aus den Hügeln von Morro São João und Morro dos Macacos am 17. Oktober verängstigten die Bevölkerung. Es half nichts, dass Hunderte von Staatspolizisten zur Unterdrückung der rivalisierenden Gänge eingesetzt wurden: Der Kampf zwischen den Drogenhändlern und der Polizei resultierte in einem abgeschossenen Polizei-Hubschrauber, bei dem drei Polizisten getötet und das Leben von weiteren 30 Personen, darunter mutmaßliche Gang-Mitglieder und Zuschauer, vernichtet wurden.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><img src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/10/36736952.jpg" alt="Hubschrauber Explosion. Foto von Taiane Oliveira bei Twitpic." width="600" height="450" /><p class="wp-caption-text">Hubschrauber Explosion. Foto von Taiane Oliveira bei Twitpic.</p></div>
<p>Der <em><a href="http://inblogs.com.br/censurado/">Censurado</a></em> [pt] Blog kritisierte die Einstellung des Gouverneurs zu dieser Krise, nachdem sie hörten,<a href="http://inblogs.com.br/censurado/politicanacional/carnaval-fora-de-epoca-no-rio-de-janeiro-chove-bala-rio-2016-socorro-ja"> dass die Polizei von der Invasion überhaupt nichts gewusst haben sollte</a>.</p>
<blockquote><p>Vocês viram as cenas na televisão este fim de semana? Helicóptero caindo, policial morrendo queimado, inocente metralhado nas ruas e traficante invadindo a favela do outro em plena luz do dia, uma verdadeira cena de filme de guerra. Dizem no Rio que até o serviço secreto israelense sabia que um morro atacaria o outro, mas mesmo assim o governador Sérgio Cabral diz que a policia carioca não sabia de nada? Acho que ele anda passando muito tempo com o Lula. Só isso explica essa ‘ignorância&#39; sobre o tema.</p></blockquote>
<div class="translation">Hast du letztes Wochenende die Bilder im Fernsehen gesehen? Ein Hubschrauber fällt herunter, Polizisten brennen, unschuldige Leute werden auf der Straße erschossen und (Drogen) Schieber dringen bei hellem Tageslicht in die Slums anderer Dealer ein; eine Szene wie aus einem Kriegsfilm. Die Leute in Rio sagen, dass sogar der israelische Geheimdienst wusste, dass die Dealer aus einem Slum die anderen angreifen würden, trotzdem sagt der Gouverneur Sérgio Cabral, die Carioca Polizei hätten davon nichts gewusst? Ich glaube er verbringt zu viel Zeit mit (dem brasilianischen Präsidenten) Lula. Das ist die einzige Entschuldigung für seine “Ahnungslosigkeit” über diesen Vorfall.</div>
<p>Bloggerin <em><a href="http://anamvc.blogspot.com/">Ana Maria</a></em> [pt] meint, dass das Abschießen eines Hubschraubers nicht so einfach sei, ein Hinweis darauf, dass dies gerade der Anfang sein könnte. Sie <a href="http://anamvc.blogspot.com/2009/10/desespero-do-trafico.html">sagt</a> [pt]:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;">Mas os senhores do tráfico, donos dos morros cariocas possuem não apenas as armas capazes disso, possuem indivíduos capazes de manuseá-las e causar um desastre como o do sábado. Isso vai ficar marcado para sempre na memória da PM e do cidadão de bem, morador do estado do Rio de Janeiro. Se eles podem fazer isso com um helicóptero da polícia tripulado por homens treinados, que dão a vida pela segurança pública, o que podem fazer com o cidadão comum? Não vou “tapar o sol com peneira”. As coisas podem piorar.</p></blockquote>
<div class="translation" style="text-align: left;">Nicht nur die Drogen-Barone sondern auch die Besitzer der Carioca-Slums haben Gewehre und sind durchaus in der Lage etwas zu unternehmen. Außerdem haben sie ausgebildete Leute,  die eine Katastrophe wie die vom letzten Samstag ebenfalls veranstalten können.<br />
Dieser Tag wird für immer im Gedächtnis der Polizei und der normalen Bürger, der Einwohner des Staates Rio de Janeiro, haften bleiben.<br />
Wenn sie das mit einem Polizei-Hubschrauber machen können, der mit ausgebildeten Männern besetzt ist, die für die öffentliche Sicherheit mit ihrem Leben bezahlt haben, was können sie wohl dem Durchschnittsbürger antun?<br />
Ich werde nicht “die Sonne mit einem Sieb verdecken”.<br />
Es kann noch schlimmer werden.</div>
<p><strong>Bericht eines Bewohners über den Drogen-Krieg</strong></p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 410px"><img src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/10/Macacos-010.jpg" alt="Eine Frau mit einem Kind geht unbeeindruckt an einer Polizei-Streife in Morro dos Macacos vorbei." width="400" height="300" /></p>
<p><p class="wp-caption-text">Eine Frau mit einem Kind geht unbeeindruckt an einer Polizei-Streife in Morro dos Macacos vorbei.</p></div>
<p>Das Bürger-Medien-Projekt <em><a href="http://www.vivafavela.com.br/">Viva Favela</a></em> [pt] gibt die <a href="http://www.vivafavela.com.br/publique/cgi/cgilua.exe/sys/start.htm?infoid=46399&amp;sid=87">Augenzeugenberichte dieses Konflikts</a> einiger Anwohner wieder. Die Bürger-Reporter - die alle an den Grenzen der Kreuzfeuer leben - haben Berichte der Slumbewohner und Fotos, die an dem Tag, als der Drogenkrieg in Rio de Janeiro ausbrach, gesammelt und aufgenommen.<br />
Die von <em>Viva Favel</em>a als Erstes gehörte Person war Hugo Mattos, der in der in den Slum führenden Straße wohnt, in welchem sich die Ereignisse abgespielt haben (Morro dos Macacos). Er sagte die Schieber benutzten hochkalibrige Waffen und fügte hinzu, dass eine allgemeine Angst bestünde, sollte die Polizei die von den Dealern besetzten Gebiete zurücknehmen wollen, und es dadurch zu einer sehr gewaltsamen Reaktion von der Gruppe, die Morro dos Macacos kontrolliert, kommen würde.</p>
<blockquote><p>O tiroteio começou por volta das duas da manhã e só terminou às oito horas, quando a policia chegou. Muita gente teve que dormir fora de casa nesse dia.<br />
As pessoas dizem que ninguém deve sair de casa depois das 10 horas, porque algo pode acontecer.</p></blockquote>
<div class="translation">Das Schießen begann ungefähr um 2 Uhr morgens und hörte erst gegen 8 Uhr auf, als die Polizei eintraf. Viele Leute mussten diese Nacht außerhalb ihrer Wohnung verbringen. Die Leute sagten niemand dürfe seine Wohnung nach 10 Uhr abends verlassen, weil etwas passieren könnte.</div>
<p>Gemäß <em>Viva Favela</em> treffen laufend ähnliche Informationen von wehrlosen Bewohnern aus der Nachbarschaft ein. Am Abend vom Dienstag den 20. Oktober gingen die Bewohner von Morro São João auf die Straße, weil sie Angst vor einer möglichen Vergeltungs-Invasion hatten, einer Gefahr, die von dem General-Chef der Polizei-Corporation, Oberst Mário Sérgio Duarte als unbegründet eingestuft wurde. Trotzdem hatte die Angst in der Bevölkerung zugenommen. Eine andere Bewohnerin von Morro dos Macacos, Karen Carolina Nascimento, sagte aus, dass die Schießereien zwischen den Dealern und der Polizei bereits seit zwei Monaten stattfinden. Sie befürchtet einen neuen Konflikt:</p>
<blockquote><p>Já era praticamente uma rotina, mas no último sábado foi diferente. O confronto aconteceu por causa de uma tentativa de invasão e não foi a primeira vez que os traficantes do Morro São João tentam. O comentário que se escuta no morro é que a facção rival deu uma ordem para tomar o Morro dos Macacos até dezembro e que esses bandidos tiveram ajuda de policiais para tentar invadir.<br />
O policiamento não está reforçado e os moradores estão muito apreensivos com medo de uma outra invasão. Eu trabalho no pé do Morro São João e vou para a minha casa andando. Ontem só havia um único carro com dois policiais dentro parado em uma esquina. Em cima do morro não existe policiamento nenhum. Uma vez ou outra um carro blindado sobe e faz uma ronda. Estamos com muito medo porque com certeza a facção rival vai tentar tomar novamente.</p></blockquote>
<div class="translation">(Der Bandenkrieg) war praktisch Routine, aber an diesem Samstag war es anders. Es kam zum Kampf, weil die Dealer von Morro São João versuchten Morro dos Macacos zu besetzen, und das war nicht der erste Versuch. In den Slums wird darüber geredet, dass die rivalisierende Gruppe einen Befehl erhalten hätte, Morro dos Macacos bis zum Dezember zu besetzen und dass diese Dealer von Polizei-Offizieren unterstützt werden.<br />
Die Polizeistreifen sind nicht verstärkt worden und die Bewohner sind sehr besorgt, sie befürchten eine neue Invasion. Ich arbeite am Fuße von Morro São João und laufe nach Hause. Gestern parkte da nur ein Wagen mit zwei Polizisten an der Ecke. Im Slum gibt es keine Polizeistreifen. Alle Jubeljahre kommt einmal ein Kampfwagen hier durch und patrouilliert das Gebiet. Wir haben so viel Angst, weil wir sicher sind, dass die rivalisierende Gruppe dieses Gebiet übernehmen wird.</div>
<p><em><a href="http://www.vivafavela.com.br/publique/cgi/cgilua.exe/sys/start.htm?infoid=46400&amp;sid=87">Viva Favela</a></em> [pt] gibt auch die Meinung von <em>Wagner da Silva de Barros</em> wider, einem 29 jährigen Bewohner der Vila Pinheiro im Complexo da Maré, der sagt, dass die Auswirkungen des Konfliktes in Morros dos Macacos aufgrund des abgeschossenen Hubschraubers bis jetzt nur bis hierher gereicht hätten und fügte hinzu, dieser Krieg würde sich auf viele andere Gemeinden ausdehnen:</p>
<blockquote><p>A queda do helicóptero e a morte dos três policiais chocou parte da população, mas na Maré, durante cinco meses, nós vivemos um confronto entre facções que matou muita gente, inclusive moradores que nada tinham a ver com o tráfico, e não teve nem metade da divulgação que esse tiroteio dos Macacos está tendo.<br />
Esses tiroteios reforçam de que na favela só existe bandido e violência, mas o que muitas pessoas ignoram é que trabalhadores morrem durante os conflitos e são logo identificados como traficantes pela polícia.</p></blockquote>
<div class="translation">Der Abschuss des Hubschraubers und der Tod von drei Polizisten haben einen Teil der Slumbewohner schockiert, aber in Maré (ein Slum) leben wir seit fünf Monaten in einem Konflikt zwischen Gruppen, der mehr Menschen getötet hat, inklusive von Anwohnern, die mit dem Drogenhandel nichts zu tun hatten, und das hatte noch nicht einmal die Hälfte des Interesses bei den Medien erregt, wie die Schießereien in Morro dos Macacos.<br />
Diese Schießereien verstärken die Tatsache, dass es in den Favelas nur Banditen und Gewalt gibt. Was viele Leute jedoch nicht wissen, ist, dass Arbeiter bei diesen Konflikten sterben und dann von der Polizei schnell als Dealer identifiziert werden.</div>
<p>Gemäß <em><a href="http://www.vivafavela.com.br/publique/cgi/cgilua.exe/sys/start.htm?infoid=46400&amp;sid=87">Viva Favela</a></em> [pt] wurden, im Falle von Morro dos Macacos, drei erschossene, unschuldige junge Männer in die Liste der getöteten Banditen aufgenommen. Der Sicherheitsminister, José Mariano Beltrame, entschuldigte sich bei den Familien von Marcelo Costa Gomes, 26, Leonardo Fernandes Paulino, 27, und Francisco Haílton Vieira Silva, 24. Zur Zeit der Invasion kamen die drei Männer von einer Party und gingen nach Hause zurück. Ein vierter Mann, Kellner Francisco Alaílton Vieira da Silva, 22, wurde von Anwohnern gerettet, befindet sich aber auf der Intensivstation im Krankenhaus. Seine Freundin ist im 3. Monat schwanger.</p>
<p>Walter Mesquista von <em>Viva Favela</em> zeigt <a href="http://www.vivafavela.com.br/publique/cgi/cgilua.exe/sys/start.htm?infoid=46399&amp;sid=87">Fotos von den Kämpfen</a>, aufgenommen von dem Fotografen <em>Guillermo Planel</em>, an dem Tag, den die Leute jetzt als den Tag des “Drogen-Krieg” bezeichnen.</p>
<p><img class="aligncenter" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/10/Macacos-001.jpg" alt="" width="400" height="300" /></p>
<p><img class="aligncenter" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/10/Macacos-002.jpg" alt="" width="400" height="300" /></p>
<p><img class="aligncenter" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/10/Macacos-003.jpg" alt="" width="400" height="300" /></p>
<p><img class="aligncenter" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/10/Macacos-004.jpg" alt="" width="400" height="300" /></p>
<p><img class="aligncenter" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/10/Macacos-005.jpg" alt="" width="400" height="300" /></p>
<p><img class="aligncenter" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/10/Macacos-006.jpg" alt="" width="400" height="300" /></p>
<p><img class="aligncenter" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/10/Macacos-007.jpg" alt="" width="400" height="300" /></p>
<p><img class="aligncenter" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/10/Macacos-008.jpg" alt="" width="400" height="300" /></p>
<p><img class="aligncenter" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/10/Macacos-009.jpg" alt="" width="400" height="300" /></p>
<p><img class="aligncenter" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/10/macacos011_trat.jpg" alt="" width="400" height="300" /></p>
<p><img class="aligncenter" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/10/macacos012_trat.jpg" alt="" width="400" height="300" /></p>
<p><img class="aligncenter" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/10/macacos013_trat.jpg" alt="" width="400" height="300" /></p>
<p>Jedes Jahr gibt es im gesamten Staat von Rio mit einer Einwohnerzahl von ca. 14 Millionen, ungefähr 6.000 Ermordungen. In fünf Slums wurde seit einem Jahr von der Polizei eine ‘Befriedungs’ Operation mit permanenten Streifen vorgenommen. Durch ihre zunehmende Präsenz in den Slums zwingt die Polizei die Gangs aber über andere Gebiete zu kämpfen.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/10/viva_favela_logoweb-300x136.jpg" alt="" /></p>
<p><em><a href="http://www.vivafavela.com.br/publique/cgi/cgilua.exe/sys/start.htm?infoid=40489&amp;sid=74">Viva Faleva</a> ist ein Bürger-Medien-Projekt, das mit besonderen Bloggern zusammenarbeitet, die in den Barackenstädten von Rio de Janeiro leben. Das Projekt steht unter der Leitung von <a href="http://twitter.com/rodrigonogueira">Rodrigo Nogueira</a>. Bei ihrem <a href="http://twitter.com/vivafavela">offiziellen Twitter Konto</a> [pt] und ihrer Orkut <a href="http://www.orkut.com.br/Main#Community?cmm=33684890">Gemeinde</a> [pt] können Sie mehr erfahren.</em></p>
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		<title>Schwangerschaft und Gefängnis: Gesundheit und Rechte der Frauen hinter Gittern</title>
		<link>http://de.globalvoicesonline.org/2009/10/28/schwangerschaft-und-gefangnis-gesundheit-und-rechte-der-frauen-hinter-gittern/</link>
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		<pubDate>Wed, 28 Oct 2009 04:20:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans H. Knauf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Menschenrechte für schwangere Frauen sind weltweit immer noch umkämpft und es scheint, dass dabei schwangere Frauen in Gefängnissen sehr oft übersehen werden. Welche Schritte wurden unternommen um sicher zu stellen, dass sie auch menschlich behandelt werden, in Bezug auf das Leben, das sie tragen?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<em>Geschrieben von<a href="http://globalvoicesonline.org/author/juliana-rincon-parra/">Juliana Rincón Parra</a>  &middot; Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/hansknauf/'>Hans H. Knauf</a> &middot;  <a href='http://globalvoicesonline.org/2009/10/24/pregnancy-and-prisons-womens-health-and-rights-behind-bars/'>engl. Originalartikel</a></em> 
<br /><p><img class="alignleft" title="Das Bild, welches diese Post illustriert, stammt aus “17. November” von daquella manera." src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/10/2044749780_4ade9e2e3f.jpg" alt="" width="500" height="375" /></p>
<p><strong>Verdienen alle schwangere Frauen gleiche menschliche Rechte oder haben schwangere Frauen im Gefängnis diese Rechte verloren?</strong></p>
<p>Denkt man darüber nach, so tauchen immer ein paar Fragen auf, ob eine Frau, die für irgendwelche Kriminalitäten verurteilt worden ist, ein Recht darauf hat ein Leben zu führen und ihr Kind aufzuziehen:</p>
<p>⁃	Wie fühlen sie sich hinter Gittern, wenn sie schwanger sind und ein Kind erwarten?<br />
⁃	Sollte es Vorrechte geben, wenn es auch andere Frauen außerhalb der Vollzugsanstalt<br />
gibt, die keine medizinische Hilfe erhalten?<br />
⁃	Sollte Schwangerschaft alle andere legalen Bedingungen außer Kraft setzen, um die Menschenrechte einer schwangeren Frau zu wahren?</p>
<p><strong>USA: In Wehen liegende Frauen nicht mehr fesseln.</strong><br />
Können Sie sich eine Frau bei der Geburt eines Kindes vorstellen, mit den Händen in Handschellen und die Füße an die Bettpfosten gekettet?<a href="http://www.rhrealitycheck.org/user/malika-sadaa-saar"> Malika Saada Saar</a>, Gründer und Direktor von <a href="http://www.rebeccaproject.org/">Rebecca Project for Human Rights</a> erzählt uns von dieser Praxis, die es in den Vereinigten Staaten immer noch gibt, wo Frauen, die im Gefängnis sitzen, routinemäßig während der Wehen und Geburt angekettet werden, eine allgemeine Vorgehensweise in einigen Vollzugsanstalten, obgleich dies für die Gesundheit der Mutter und des Kindes gefährlich ist. Es folgt ein <a href="http://www.youtube.com/watch?v=CWj1uHdxnt8">Video Interview</a>, das in dem gleichen Artikel für<em> RH Reality Check </em>erschienen ist, eine online Gemeinschaft über sexuelle und reproduktive Rechte, die Informationen und Analysen für reproduktive Gesundheit gibt:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="430" height="264" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/CWj1uHdxnt8&amp;hl=es&amp;fs=1&amp;color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="430" height="264" src="http://www.youtube.com/v/CWj1uHdxnt8&amp;hl=es&amp;fs=1&amp;color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><strong>Was geschieht mit dem Kind der Insassin nach der Geburt?</strong></p>
<p>Jedes Land hat unterschiedliche Vorschriften über Kinder im Gefängnis. In Argentinien zum Beispiel, gemäß <em>Ajintem</em>, einem Informations-Portal für Migrations-Informationen, wurde letztes Jahr <a href="http://portal.ajintem.com/archivo/80-argentina-prision-domiciliaria-para-embarazadas-y-madres.html">ein Gesetz erlassen</a>, das vorschreibt, schwangere Frauen, Frauen mit Kindern unter 5 Jahren und solche mit behinderten Kindern dürfen ihre Gefängnisstrafe unter Hausarrest ableisten. Dieses Gesetz hilft nicht nur der Mutter, die während ihrer Schwangerschaft im Gefängnis nicht die richtige Pflege erhält, sondern auch dem Kind, dass entweder in einer unsicheren Umgebung, beraubt jeder Freiheit und unzureichender Gesundheitskontrolle und Nahrung, aufwachsen würde, oder von seiner Mutter getrennt aufgezogen würde, was wieder eine ganz andere Serie von Problemen aufwerfen würde. Die Richter sollen jedoch dem Geist dieses Gesetzes folgen und diese Erlaubnis nur jenen Frauen gewähren, die nicht in brutale Verbrechen verwickelt sind, damit der Rest der Zivilbevölkerung Schwangerschaft nichts als eine Freikarte für einen Gefängnisaufenthalt ansieht.</p>
<p>In den Kanarischen Inseln, gemäß dem ‘Prisiones y Penas’  Blog, der über Fragen in Bezug auf  Gefängnisse und Zuchthäuser schreibt, dürfen die Frauen <a href="http://prisionesypenas.blogspot.com/2009/09/detenidas-con-hijos-en-carceles.html">ihre Kinder bis zum Alter von 3 Jahren</a> in ihren Zellen behalten, aber in Begleitung anderer Insassen, welches nicht gerade das beste Umfeld ist. Schwangeren Frauen oder Frauen mit Kindern unter 3 Jahren wird deshalb beim Eintritt in das Gefängnis gesagt, dass es für das Kind nicht gut ist, hinter Gittern aufzuwachsen, und ihnen wird die Möglichkeit angeboten, das Kind an Familienmitglieder abzugeben. In <a href="http://www.reuters.com/article/worldNews/idUSTRE5085ZV20090109">Peru</a> und <a href="http://russiatoday.com/Top_News/2009-07-27/russia-s-prison-born-children-marked-for-life.html">Russland</a> wird genauso gehandelt. In den Vereinigten Staaten gibt es nur zwei Vollzugsanstalten, die das erlauben, eine in New York und die andere in Nebraska. Darüber berichtet die <a href="http://www.amnestyusa.org/women/custody/toomuchtime/pt_02/e_moms.html">berühmte Fotografin Jane Evelyn Atwood</a> in ihrer dreiteiligen Foto-Dokumentation ‘<a href="http://www.amnestyusa.org/women/custody/toomuchtime/"><em>Amnesty International</em>, called Too Much Time</a>’, in der sie über Ihre Besuche von Dutzenden von Gefängnissen in der ganzen Welt berichtet und das Leben der Insassen dokumentiert.</p>
<p>Warum verbietet das Strafvollzugsystem in den USA den Frauen ihre Babies zu behalten? Atwood erklärt, dass dies aufgrund der Geisel-Gefahr nicht erlaubt ist. In dem<a href="http://prisonphotography.wordpress.com/2009/10/07/women-behind-bars-jane-evelyn-atwoods-too-much-time/"> Gefängnis-Fotografie Blog</a> wird diese Behauptung aufgegriffen:</p>
<blockquote><p>Kinder werden in dem meisten US-Gefängnissen nicht aufgenommen. Als Grund wird die Sicherheits-Bedrohung genannt: Ein Kind in einem Gefängnis sei ein ständiges, verletzbares Ziel für Leben und Geiselnahme. Diese Behauptung erscheint etwas fingiert, wenn man die Strafvollzugsysteme in anderen Ländern in Erwägung zieht.</p></blockquote>
<p>Die Atwood Dokumentation auf der Webseite von <em>Amnesty International</em> hat einen Abschnitt über die Geburt in Ketten, wie in <a href="http://www.amnestyusa.org/women/custody/toomuchtime/pt_02/f_vanbab.html">Vanessas Baby</a> erzählt wird, und einen anderen über Gefängnissysteme und <a href="http://www.amnestyusa.org/women/custody/toomuchtime/pt_02/e_moms.html">Mutterschaft</a>, mit Fotos von Frauen, bei denen die Fotografin aus ihren Essays über ihre Erfahrungen bei dem Besuch von Gefängnissen und ihre Fotografien vorliest.</p>
<p><strong>Schwangerschaft zum Verhandeln?</strong><br />
Warum sind die Rechte von schwangeren Frauen im Gefängnis so umstritten? In <em>‘Russia Today’</em>, einer Radiosendung, wird <a href="http://russiatoday.com/Top_News/2009-07-27/russia-s-prison-born-children-marked-for-life.html">dieses Thema</a> bei der Diskussion über Kinder behandelt, die in dem russischen Strafvollzugsystem geboren und aufgezogen werden.</p>
<blockquote><p>Skeptiker glauben einige Mütter werden absichtlich schwanger, nur um ein einfacheres Leben im Gefängnis zu haben: Krankenhaus-Aufenthalt, viel Zeit mit ihrem Kind - ist alles viel besser, als in einer steinernen Zelle zu sitzen, behaupten sie.</p></blockquote>
<p>Und es gibt Frauen, die glauben, Schwangerschaft ist die einzige Möglichkeit einer Verurteilung zu entgehen. Das war der Fall im letzten Juni, als eine Engländerin in Laos für Drogenschmuggel eingekerkert und zu Tode verurteilt worden war, im Gefängnis schwanger wurde und damit der Hinrichtung entkam, weil die Regierung in Laos eine schwangere Frau nicht hinrichtet. Es wurde <a href="http://www.dailyexpress.co.uk/posts/view/105278/No-firing-squad-for-girl-who-fell-pregnant-in-jail">behauptet</a>, gemäß dem ‘<em>Daily Express</em>’, einer englischen Tageszeitung, dass sie künstlich befruchtet wurde “um einen milderen Urteilsspruch zu erreichen”.</p>
<p><strong>Mit eigenen Worten: Frauen erzählen von ihren Kindern und dem Gefängnisleben</strong><br />
Geraldin Rodríguez, eine Argentinierin, die ihre Zeit in einem Gefängnis von Ecuador für Drogenschmuggel verbringt, erzählt <a href="http://marcosbrugiati.blogspot.com/2009/07/carcel-de-mujeres.html">Marcos Brugiati</a>, dem Autor der mit Kunst verbundenen online Publikation<a href="http://www.indexarte.com.ar/noticias/562/las-rejas-de-la-carcel-el-arte-de-la-espera.htm"> <em>Plastica-Argentina</em></a>, ihre Geschichte über Schauspielerei und Aufführungen im Gefängnis, über schwanger werden und ihr Kind im Gefängnis zur Welt zu bringen. Es wurde ihr erlaubt, ihr Kind bei sich zu behalten, doch entschied sie sich dafür, dass das Kind frei aufwachsen sollte:</p>
<blockquote><p>“Decidí que salga para vivir, tenía miedo que sufra de grande los traumas que hoy tengo. Se lo llevó al año mi hermano quien se hice cargo con su esposa”.</p></blockquote>
<div class="translation">Ich entschied mich, er sollte mich verlassen um leben zu können. Ich befürchtete, er würde unter den gleichen Traumas leiden, die ich heute habe. Nach einem Jahr nahm mein Bruder ihn mit und zieht ihn zusammen mit seiner Frau auf.</div>
<p>Juvinete ist in einem <a href="http://www.nortecastilla.es/20080908/vida/quedarse-embarazada-prision-irresponsable-20080908.html">spanischen Gefängnis</a> und war schwanger, als sie wegen Drogendelikten eingesperrt wurde. Sie erzählte der spanischen Zeitung <a href="http://www.nortecastilla.es/20080908/vida/quedarse-embarazada-prision-irresponsable-20080908.html"><em>NorteCastilla</em></a> ihre Geschichte. Drei Jahre, nachdem sie ihr Baby im Gefängnis zur Welt gebracht hatte, musste das Kind sie verlassen und wurde an eine Pflegefamilie übergeben. Juvinete sieht ihre Tochter alle 15 Tage und jeden zweiten Monat erhält sie 2 Wochen Urlaub um mit ihr zusammen zu sein. Alles sieht jedoch nicht so rosig aus: es besteht die Möglichkeit, dass Juvinete in ihr heimatliches Brasilien deportiert wird und sie befürchtet die Folgen, die das für ihr Kind haben könnte. Sie hat einen Rat für jede Frau, die im Gefängnis schwanger werden will:</p>
<blockquote><p>-Intento convencerlas para que no se queden en estado dentro porque ver a un niño privado de libertad es muy duro, es irresponsable. Ellos no tienen que pagar nuestros errores.</p></blockquote>
<div class="translation">Ich versuche sie davon zu überzeugen nicht schwanger zu werden, solange sie drinnen sind, denn zusehen zu müssen, wie ein Kind seiner Freiheit beraubt wird, ist sehr schwer, es ist unverantwortlich. Sie sollten nicht für unsere Fehler zahlen müssen.</div>
<p>In <em>‘<a href="http://www.womenandprison.org/motherhood/kebby-warner.html">Woman and Prison</a>’</em> (Frauen und Gefängnis), eine Webseite, welche die Erfahrungen der Frauen im Strafvollzugsystem sichtbar machen will, spricht <a href="http://www.womenandprison.org/motherhood/kebby-warner.html">Kebby Warner über ihre eigene Schwangerschaft</a> in einem Gefängnis in den Vereinigten Staaten und wie sie während ihrer Schwangerschaft, den Wehen und danach behandelt wurde, als ihr das Kind weggenommen wurde. Hier ist ein Auszug, wo sie über den Geburtsvorgang schreibt:</p>
<blockquote><p>Während der Wehen darf niemand in den Entbindungssaal. Meine Familie wusste noch nicht einmal, dass ich in den Wehen lag oder sie hatte, bis nachdem ich das Krankenhaus verließ. In diesen drei Tagen blieben einige der Wächterinnen im Zimmer, aber wenn die Krankenschwester sie darum bat, draußen zu sitzen, folgten sie meistens dieser Bitte. Ich habe Schauergeschichten gehört in denen Frauen an das Entbindungsbett gekettet wurden. Ich bin so dankbar, dass ich diese Erfahrung nicht machen musste. Die meisten Krankenschwestern behandelten mich wie einen Menschen, nicht wie eine Gefangene.</p></blockquote>
<p>In <a href="http://www.womenandprison.org/motherhood/index.html">Women and Prison</a> können Sie weitere Zeugenberichte lesen, sowie über das Aufwachsen mit Eltern im Gefängnis und die verschiedenen Auswirkungen, die eingekerkerte Frauen auf ihre Kinder haben.<br />
So, was denken Sie? Auf der ganzen Welt gibt es schwangere Frauen, die keine Gesundheitspflege irgendwelcher Art erhalten. Ist es richtig, dass speziellen Anstrengungen zugunsten von Frauen in Gefängnissen gemacht werden? Gibt es einen Unterschied zwischen den Frauen, die eine Strafe in einer Strafanstalt absitzen, und denen die draußen sind? Sollen sie unterschiedlich behandelt werden?</p>
<p>Das Bild, welches diese Post illustriert, stammt aus “17. November” von <a href="http://www.flickr.com/photos/daquellamanera/2044749780/">daquella manera.</a></p>
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		<title>Brasilien: Kampf gegen moderne Sklaverei</title>
		<link>http://de.globalvoicesonline.org/2009/08/07/brasilien-kampf-gegen-moderne-sklaverei/</link>
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		<pubDate>Fri, 07 Aug 2009 15:11:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tina Seidenberger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
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		<description><![CDATA[Moderne Sklaverei in den nördlichen und nördöstlichen Staaten Brasiliens ist ein bekanntes Problem. Ist Sklavenarbeit in São Paulo jedoch eine Anomalie? Die Blogosphäre diskutiert und kommt zu dem Schluss: Es gibt noch viel aufzudecken. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<em>Geschrieben von<a href="http://globalvoicesonline.org/author/deborah-goldemberg/">Deborah Goldemberg</a>  &middot; Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/tina-seidenberger/'>Tina Seidenberger</a> &middot;  <a href='http://globalvoicesonline.org/2009/08/04/brazil-fighting-contemporary-slavery/'>engl. Originalartikel</a></em> 
<br /><div class="wp-caption alignright" style="width: 206px"><img title="Zuckerrohrerntehelfer in Brasilien" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/07/3536401084_8871a4c8631-196x300.jpg" alt="Zuckerrohrerntehelfer in Brasilien. Foto: Ricardo Funari" width="196" height="300" /><p class="wp-caption-text">Zuckerrohrerntehelfer in Brasilien. Foto: Ricardo Funari</p></div>
<p>Sklavenarbeit ist in Brasilien ein Relikt aus Zeiten der Sklaverei, vor allem in den nördlichen und nordöstlichen Staaten. Das ist eine allgemein bekannte Tatsache. Als letztes Land der Erde wurde 1888 die Sklaverei abgeschafft, zeitweilige Sklaverei aufgrund von Schulden und Zwangsarbeit gibt es jedoch weiterhin, was regelmäßig durch die Regierung in isolierten Regionen bekämpft wird, in denen das Rechtsystem einer demografischen Herausforderung gegenübersteht.</p>
<p>Jedes Mal wenn es jedoch zu einem dieser Zwischenfälle im Staat São Paulo, besonders im Großraum São Paulo, kommt, erscheint dies auf der Titelseite der großen brasilianischen Zeitungen. Dies geschah letzte Woche, als die Arbeitsaufsicht aus São Paulo zusammen mit der Staatsanwaltschaft für Arbeit in Mogi Guaçu Municipality (SP) 20 Menschen aus der Sklaverei befreite (zwei davon minderjährig, erst 17 Jahre alt). <a href="http://colunistas.ig.com.br/sakamoto/2009/07/27/escola-vira-alojamento-de-escravos-em-sao-paulo/"><em>Sakamoto&#39;s Blog</em></a> [pt], das sich auf Neuigkeiten im Bereich Sklavenarbeit spezialisiert und Partner der mit einem Preis ausgezeichneten Website <a href="http://www.reporterbrasil.com.br/"><em>Reporter Brasil</em></a> [pt] ist, berichtete über den Vorfall und betonte dabei die Ironie, dass jugendliche Sklaven in einer verlassenen Schule des Staats untergebracht waren.</p>
<blockquote><p>OK, isso já aconteceu outras centenas de vezes no Brasil, infelizmente. O absurdo da vez foi que o empregador alojou o pessoal em uma escola pública desativada, com fiação elétrica exposta e esgoto correndo a céu aberto. Mesmo depositando o pessoal nessas condições, disse que cobraria aluguel pela hospedagem.<br />
A prefeitura havia feito um contrato com Pimenta para que ele usasse a casa dos fundos da escola em troca de manutenção do local. A escola Fazenda Graminha foi cedida pelo Estado para o município há nove anos. Agora, o contrato será cancelado e a prefeitura estuda entrar com um processo contra o empregador. O prédio foi lacrado e a secretaria fará um estudo sobre a possibilidade de reativar a escola. Incrível! Discute-se a “possibilidade”…</p></blockquote>
<div class="translation">Ok, das ist in Brasilien leider schon hundertmal passiert. Das Absurde an diesem Fall ist, dass der Arbeitgeber die Sklaven in einer verlassenen Schule untergebracht hatte, in der elektrische Drähte offen herumhingen und es offene, kaputten Abwasserleitungen gab. Trotz des schlechten Zustands, habe er Miete für die Unterbringung verlangt.<br />
Die Stadtverwaltung hatte einen Vertrag zwischen Pimenta und ihm über die Nutzung des Gebäudes hinter der Schule der Gemeinde zustande gebracht. Als Gegenleistung sollte er das Gebäude instand halten. Die Graminha Farm School wurde der Gemeinde vor neun Jahren vom Staat überschrieben. Der Vertrag wird nun gekündigt und die Stadtverwaltung prüft eine Klage gegen den Arbeitgeber. Das Gebäude wurde abgesperrt und das Sekretariat wird eine Studie über eine mögliche Wiedereröffnung der Schule durchführen. Unglaublich! Sie diskutieren immer noch über die „Möglichkeit“…</div>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img title="Einheimische Zuckerrohrerntehelfer in Brasilien" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/07/3542029863_36a3d14e8f-300x195.jpg" alt="Zuckerrohrerntehelfer essen mitten auf der Plantage unter sengender Sonne zu Mittag. Mahlzeiten gibt es ohne Besteck, kein Schutz vor den Elementen. Foto: Ricardo Funari" width="300" height="195" /><p class="wp-caption-text">Zuckerrohrerntehelfer essen mitten auf der Plantage unter sengender Sonne zu Mittag. Mahlzeiten gibt es ohne Besteck, kein Schutz vor den Elementen. Foto: Ricardo Funari</p></div>
<p>Der Fall von Sklavenarbeit in São Paulo erinnert an die in der Vergangenheit geführte Diskussionen des Problems durch den unabhängigen Journalisten und Intellektuellen aus dem Staat Pará, <a href="http://www.lucioflaviopinto.com.br/"><em>Lucio Flávio Costa</em></a>: <a href="http://www.acessa.com/gramsci/?id=820&amp;page=visualizar">Ist Sklavenarbeit eine amazonische Anomalie?</a> [pt]</p>
<blockquote><p>Desde 2003, 192 pessoas foram autuadas pelo Ministério do Trabalho e Emprego por submeter seus empregados a regime de trabalho análogo à escravidão. Mais de dois terços dessas empresas (147) atuam na Amazônia Legal. O campeão nacional do trabalho escravo é o Pará, com quase um quarto de todas as atuações, 52. As duas colocações seguintes nesse nefando ranking são ocupadas por Estados amazônicos: Tocantins (43) e Maranhão (32).<br />
O que leva à concentração dos casos de exploração de mão-de-obra não é uma anomalia amazônica, mas o fato de a região constituir a área de expansão da fronteira econômica do Brasil. Há o pressuposto tácito (ou tático) de que o pioneiro não traz necessariamente consigo a contemporaneidade.</p></blockquote>
<div class="translation">Seit 2003 zeigte das Arbeitsministerium 192 Personen an, die ihre Angestellten unter sklavenähnlichen Zuständen zur Arbeit zwangen. Mehr als zwei Drittel dieser Unternehmen (147) sind in der Region „Amazônia Legal“ tätig. Der landesweite „Champion“ der Sklavenarbeit ist mit fast einem Viertel der Anzeigen (52) der Staat Pará. Die nächsten beiden Plätze dieser berüchtigten Rangliste gehen ebenfalls and Amazonas-Staaten: Tocantins (43) und Maranhão (32).<br />
Was zu der hohen Konzentration an Ausbeutung von Arbeitern führt, ist keine amazonische Anomalie, sondern die Tatsache, dass es sich bei der Region um ein Gebiet der Ausdehnung der wirtschaftlichen Grenze Brasiliens handelt. Es gibt die stillschweigende Annahme, dass ein Pionier nicht notwendigerweise moderne Gewohnheiten mit sich bringt.</div>
<p>Was Lucio Flávio Pinto meint, ist, dass trotz der erhöhten Anzahl Vorfälle in Zusammenhang mit Sklavenarbeit in den Grenzstaaten, aufgrund günstiger Bedingungen (neben geografischen, ihm zufolge auch die Abwesenheit von modernen Gepflogenheiten, moderner Justiz, Bildung etc.), wird sie von Vertretern aus der Wirtschaft, Landwirten und Geschäftsleuten aus allen Teilen Brasiliens genutzt und immer mit Vertretern vor Ort koordiniert. Sozusagen: „die Umstände machen den Dieb“ (ein beliebtes brasilianisches Sprichwort) und durch viele Umstände, die die Ausbeutung von Arbeitern begünstigen, bestätigt sich erneut das brasilianische Erbe der Sklaverei. Außerhalb der Grenzen tragen andere Faktoren zum Auftreten des Phänomens bei, z.B.: schlechter Verwaltungsapparat vor Ort, seltene Kontrollen, schwache Gewerkschaften, Wanderarbeiter, eine verletzlichere und falsch informierte Bevölkerung.</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 208px"><img title="Zuckerrohrerntehelfer in Brasilien" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/07/3542031027_8b9e478032-1-198x300.jpg" alt="Zuckerrohrerntehelfer in der Unterkunft: kein Trinkwasser, keine Betten, kein elektrisches Licht, keine Küche und Toiletten. Foto von Ricardo Funari." width="198" height="300" /><p class="wp-caption-text">Zuckerrohrerntehelfer in der Unterkunft: kein Trinkwasser, keine Betten, kein elektrisches Licht, keine Küche und Toiletten. Foto von Ricardo Funari.</p></div>
<p>Der Fall Mogi-Guaçu ist kein Einzelfall und brazilianische Blogger berichten regelmäßig über Fälle von Sklaverei in São Paulo und das sowohl in ländlichen als auch städtischen Gebieten. Dieses Jahr veröffentlichte das Blog <a href="http://anjoseguerreiros.blogspot.com/2009/07/policia-flagra-trabalho-escravo-e.html"><em>Anjos e Guerreiros</em></a> [pt] einen Artikel über einen unglaublichen Fall von Sklaven- und Kinderarbeit auf einer Zitronenplantage in der Gemeinde Cabreúva, die 70 Kilometer von São Paulo Stadt entfernt liegt.<br />
 </p>
<blockquote><p>Uma denúncia levou a polícia até a fazenda. Um lavrador estava na propriedade há quatro meses e conta que não recebeu nenhum pagamento. Os responsáveis pela contratação devem responder por exploração de trabalho infantil.<br />
- Às vezes o povo dá um pouco de comida. Tem vez que nós não comemos, não almoçamos e nem jantamos.<br />
Os funcionários contaram para os policiais que havia crianças trabalhando na colheita de limão. O Conselho Tutelar foi chamado e flagrou seis menores trabalhando no local. Um deles, um menino de 12 anos.<br />
- Não tem luvas nem tinha equipamento, nem água. Eu ganho R$ 2 reais - diz o menino.<br />
Uma adolescente conta que os patrões pediram para todos fugirem assim que ficaram sabendo que a polícia ia chegar.<br />
- Nós dissemos que não fugiríamos - afirmou</p></blockquote>
<div class="translation">Die Polizei kam wegen einer Beschwerde auf die Plantage. Ein Landarbeiter war vier Monate lang auf dem Anwesen beschäftigt, ohne je seinen Lohn erhalten zu haben. Diejenigen, über die er angestellt worden sei, seien auch für die Ausbeutung von Kindern als Arbeiter verantwortlich.<br />
- Manchmal geben Sie uns eine Kleinigkeit zu essen. Manchmal essen wir garnichts, bekommen kein Mittag- oder Abendessen.<br />
Die Arbeiter erzählten der Polizei, dass Kinder bei der Zitronenernte mitarbeiteten.<br />
Das Conselho Tutelar (Anm. d. Übers.: brasilianisches Jugendamt) wurde gerufen und fand sechs Minderjährige vor, die auf der Plantage arbeiteten. Einer davon war ein 12-jähriger Junge.<br />
- Es gibt keine Handschuhe und keine Ausrüstung, nicht einmal Wasser. Ich verdiene 2 Real, sagte der Junge [ca. 1 $].<br />
Ein Heranwachsender erzählt, dass die Arbeitgeber ihnen auftrug wegzulaufen, sobald sie hörten, dass die Polizei im Anmarsch war.<br />
- Er erklärte: Wir sagten ihnen, wir würden nicht weglaufen.</div>
<p>In São Paulo Stadt, im Herzen des Stadtgebiets, nimmt das Autreten von Sklavenarbeit andere Formen an, auf die das <a href="http://verdefato.blogspot.com/2009/06/trabalho-escravo-urbano-bolivianos.html"><em>Blog Verdefato</em></a> [pt] aufmerksam macht:</p>
<blockquote><p>O trabalho escravo urbano é menor se comparado ao do meio rural. A Polícia Federal, as Delegacias Regionais do Trabalho, o Ministério Público do Trabalho e o Ministério Público Federal já agem sobre o problema. Vale lembrar que a escravidão urbana é de outra natureza, com características próprias…O principal caso de escravidão urbana no Brasil é a dos imigrantes ilegais latino-americanos - com maior incidência para os bolivianos - nas oficinas de costura da região metropolitana de São Paulo. A solução passa pela regularização da situação desses imigrantes e a descriminalização de seu trabalho no Brasil.</p></blockquote>
<div class="translation">Sklavenarbeit in der Stadt ist seltener als auf dem Land. Die Bundespolizei, die regionalen Arbeitsabordnungen, das öffentliche Arbeitsministerium und das öffentliche Bundesministerium gehen bereits gegen das Problem vor. Man darf nicht vergessen, dass Sklaverei in der Stadt anders aussieht, sie weist bestimmte Merkmale auf…der Hauptfall von städtischer Sklaverei in Brasilien bildet der von illegalen lateinamerikanischen Migranten – vor allem Bolivianer – in den Nähstuben im Stadtgebiet von São Paulo. Die Lösung hängt von der Regularisierung dieser Immigranten ab und der Entkriminalisierung ihrer Arbeit in Brasilien.</div>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><img title="Moderne Sklaverei, Amazonas-Regenwald, Brasilien. Tuere-Plantage; Staat: Pará" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/07/3542686688_8808ba583c-300x200.jpg" alt="Ein durch eine Kapuze unkenntlich gemachter Informant, dem die Flucht von dem Anwesen gelungen ist (im Hintergrund) zeigt der Bundespolizei eine Stelle, wo Arbeiter gefangen gehalten werden. Foto: Ricardo Funari" width="300" height="200" /><p class="wp-caption-text">Ein durch eine Kapuze unkenntlich gemachter Informant, dem die Flucht von dem Anwesen gelungen ist (im Hintergrund), zeigt der Bundespolizei eine Stelle, wo Arbeiter gefangen gehalten werden. Foto: Ricardo Funari</p></div>
<p>Dasselbe Blog berichtet über den Fall eines bolivianischen Einwanderers, <a href="http://globalvoicesonline.org/2009/07/18/brazil-amnesty-for-illegal-immigrants-sparks-hope-and-controversy/">einer von vielen, die unter diesen Bedingungen arbeiten</a>:</p>
<blockquote><p>Sentada há mais de 16 horas diante da máquina de costura, a mãe de Ramón tem pressa. Maria Diaz costura uma peça de roupa atrás da outra, intensamente. Ela tem uma agenda para cumprir. Só pára quando precisa comer ou ir ao banheiro. A mãe do pequeno Ramón é uma mulher exausta.</p>
<p>Desde que chegou ao Brasil, em 2003, trabalha do amanhecer até tarde da noite. Não tem carteira assinada, equipamento de proteção, assistência médica. Ela não existe nos registros de imigração. Oficialmente, o governo brasileiro não sabe de sua presença. Tampouco sua saída da Bolívia, em 2003, foi registrada pelo governo daquele país. Maria foi trazida para São Paulo por intermediários conhecidos como “coiotes”, que ganham dinheiro contrabandeando gente de um país para outro. Em São Paulo, pelo menos 100 mil bolivianos estão nessa situação.</p></blockquote>
<div class="translation">Nach mehr als 16 Stunden an der Nähmaschine hat es Ramóns Mutter eilig. Maria Diaz näht ein Stück Stoff nach dem anderen, in intensiver Arbeit. Sie hat ein Akkord-Ziel zu erreichen. Sie hört nur auf, um etwas zu essen oder auf die Toilette zu gehen. Die Mutter des kleinen Ramón ist eine erschöpfte Frau.<br />
Seit Sie im Jahr 2003 nach Brasilien kam, arbeitete sie von früh bis spät. Sie besitzt keine Arbeitserlaubnis, Schutzkleidung oder medizinische Absicherung. Sie existiert nicht im Einwanderungsregister.</div>
<p>Die brasilianische Regierung weiß offiziell nichts von ihrer Anwesenheit. Ihre Ausreise aus Bolivien im Jahr 2003 wurde ebenfalls nicht festgehalten. Maria wurde von Mittelsmännern nach São Paulo gebracht, den so genannten „Koyoten“, die durch Menschenschmuggel über Landesgrenzen Geld verdienen. In São Paulo leben mindestens 100.000 Bolivianer unter diesen Bedinungen.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><img title="Moderne Sklaverei am Amazonas - Ausstellung einer Arbeitserlaubnis" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/07/3535359233_7dd72258b1-300x199.jpg" alt="Ein Mann, der in einem Gebäude gefangen gehalten und dort gefunden wurde, rasiert sich, bevor er für die erste Arbeitserlaubnis seines Lebens fotografiert wird. Foto von Ricardo Funari." width="300" height="199" /><p class="wp-caption-text">Ein Mann, der in einem Gebäude gefangen gehalten und dort gefunden wurde, rasiert sich, bevor er für die erste Arbeitserlaubnis seines Lebens fotografiert wird. Foto von Ricardo Funari.</p></div>
<p>Noch immer in São Paulo, geht es in einem Artikel von Soziologe und Mitglieder der Gemeindeversammlung, Floriano Pesaro, auf dem <a href="http://coisasdesp.blogspot.com/2009/07/nao-ao-trabalho-infantil.html"><em>Blog Coisas de São Paulo</em></a> [pt] um Straßenkinder, die von ihren Eltern zur Arbeit gezwungen werden. Hier geht es um einen doppelten Übergriff: Kinderarbeit und Sklavenarbeit:</p>
<blockquote><p>O trabalho infantil nas ruas, no comércio e até dentro de casa resiste no Brasil urbano e rural. Manifesta-se em suas piores formas, com práticas análogas ao trabalho escravo: exploração sexual comercial, venda e tráfico de crianças para trabalho ou exploração sexual, uso de crianças no comércio de drogas. Estas práticas envolvem atividades criminosas que são ilícitas e que levam crianças e adolescentes à morte. Na cidade de São Paulo, de acordo com pesquisa da FIPE, de 2007, são pouco mais de mil crianças em trabalho infantil somente nas ruas.</p></blockquote>
<div class="translation">Kinderarbeit auf der Straße, in Läden und sogar in Haushalten hält sich hartnäckig im ländlichen und städtischen Brasilien. Sie zeigt sich in ihrer schlimmsten Form, mit Praktiken, die der Sklavenarbeit entsprechen: kommerzielle sexuelle Ausbeutung, Kinderhandel und -verkauf oder sexuelle Ausbeutung und die Ausnutzung von Kindern beim Dealen mit Drogen. Diese Praktiken beinhalten verbotene kriminelle Aktivitäten, die Kinder und Jugendliche in den Tod führen. In der Stadt São Paulo gab es 2007 laut einer FIPE-Studie über 1.000 Kinder, die allein auf der Straße Kinderarbeit nachgingen.</div>
<p>Während ich diesen Artikel für Global Voices Online schrieb, fragte ich mich, ob durch die weltweite Verbreitung solch schlechter Nachrichten nicht das Image Brasiliens im Ausland leiden würde, aber das sehr interessante Blog von <a href="http://edsonrodrigues.wordpress.com/2009/03/27/trabalho-escravo-uma-triste-realidade-no-brasil/"><em>Edson Rodrigues</em></a> [pt], half mir dabei, doch darüber zu berichten. Er stellt eine Liste von 15 Wahrheiten und Lügen über Sklavenarbeit in Brasilien auf. In einem der Punkte geht es um die internationale Verbreitung von praktizierter Sklavenarbeit und deren Schaden für das Land:</p>
<blockquote><p>12) Mentira: A divulgação internacional prejudica o comércio exterior e vai trazer prejuízo ao país. Verdade:<br />
Isso é uma falácia. Não erradicar o trabalho escravo é que prejudica a imagem do Brasil no exterior. As ameaças de restrições comerciais serão levadas a cabo se o país não fizer nada para resolver o problema. Que usamos trabalho escravo, isso é público e notório…A agricultura é fundamental para o desenvolvimento do país. Por isso mesmo, ele deve estar na linha de frente do combate ao trabalho escravo, identificando e isolando os empresários que agem criminalmente. Dessa forma, impede-se que uma atividade econômica inteira venha a ser prejudicada pelo comportamento de alguns poucos.</p></blockquote>
<div class="translation">12) Lüge: Die internationale Verbreitung von Nachrichten schadet dem Handel und dem Land. Wahrheit: Das ist ein Trugschluss. Die Nicht-Ausmerzung von Sklavenarbeit ist, was dem Image Brasiliens im Ausland schadet. Es drohen wirtschaftliche Sanktionen, sollten das Land nicht auf die Lösung des Problems hinarbeiten. Es gibt bei uns Sklavenarbeit, das ist allgemein bekannt… Landwirtschaft ist grundlegend wichtig für die Entwicklung unseres Landes. Aus genau diesem Grund sollte der Kampf gegen Sklaverei ganz oben auf der Liste stehen und kriminelle Geschäftsleute identifiziert und ausgegrenzt werden. So wird garantiert, dass die gesamte wirtschaftliche Aktivität unter dem Verhalten Einzelner leidet.</div>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><img title="Moderne Sklaverei am Amazonas - Ausstellung von Arbeitserlaubnissen im Wald" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/07/3535380017_a328cec61d-300x193.jpg" alt="Ausstellung von Arbeitserlaubnissen im Wald. Foto von Ricardo Funari." width="300" height="193" /><p class="wp-caption-text">Ausstellung von Arbeitserlaubnissen im Wald. Foto von Ricardo Funari.</p></div>
<p>Ich schließe mich seinen Worten an und schließe diesen Artikel mit dem sicheren Gefühl, dass Sklavenarbeit ein pauschalisiertes Relikt aus Zeiten ist, als Sklaverei in Brasilien noch legal war, und dass es eine Anomalie wäre, diese Phänomen nicht offen zu bekämpfen.</p>
<p>—</p>
<p>Die Fotos in diesem Artikel wurden freundlicherweise von dem Fotojournalisten <a href="http://www.flickr.com/photos/28488531@N08/"><em>Ricardo Funari</em></a> aus Rio de Janeiro zur Verfügung gestellt, der an der Produktion und Verbreitung von Bildern arbeitet, die Probleme gesellschaftlicher Ungerechtigkeit im Land dokumentieren und ansprechen. Danach zu urteilen, was ihm im Laufe seiner Arbeit begegnet ist, „bilden Schulden den Hauptmechanismus der Sklaverei in Brasilien - die körperliche Festsetzung von Arbeitern auf Anwesen bis zur Begleichung von Schulden, die oft durch Betrug entstanden sind und durch genau ihre Arbeitsbedingungen hervorgerufen wurden. Arbeiter aus Gebieten, die von einer Rezession oder Dürre betroffen sind, werden so in mündliche Verträge gelockt und danach auf Lastwagen verladen, mit denen sie tausende Kilometer weit transportiert werden, um dort unter gefährlichen Bedingungen zu arbeiten. Bei ihrer Ankunft werden die attraktiven Löhne, die ihnen versprochen wurden, gesenkt und dann ganz gestrichen, um die Kosten für Transport, Nahrungsmittel und sogar Werkzeuge zu decken. Arbeiter erhalten oft kein Bargeld. Die Zeit vergeht und die Schulden der Arbeiter werden größer und größer, so dass sie keine Möglichkeit haben, zu gehen.“ Sein Fotosatz <a href="http://www.flickr.com/photos/28488531@N08/sets/72157618168573569/">„Moderne Sklaverei in Brasilien“</a> ist auf seinem Flickr-Account zu sehen.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><img title="Moderne Sklaverei am Amazonas - Freiheit und Bezahlung" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/07/3536197068_125232e972-300x199.jpg" alt="Ein zahnloser Arbeiter lacht laut, als er eine vollkommen legale Lohnzahlung erhält. Foto von Ricardo Funari." width="300" height="199" /><p class="wp-caption-text">Ein zahnloser Arbeiter lacht laut, als er eine vollkommen legale Lohnzahlung erhält. Foto von Ricardo Funari.</p></div>
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		<title>Weltgesundheit: Bedrohung durch Schweinegrippe wächst weltweit</title>
		<link>http://de.globalvoicesonline.org/2009/04/27/weltgesundheit-bedrohung-durch-schweinegrippe-wachst-weltweit/</link>
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		<pubDate>Mon, 27 Apr 2009 19:51:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tina Seidenberger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es gibt auch in sieben weiteren Ländern bestätigte Fälle bzw. Verdachtsfälle auf Schweinegrippe, die Anfang des Monats in Mexiko auftrat. Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) heißt es, es handle sich bei diesem Ausbruch um einen "öffentlichen Gesundheitsnotfall von internationaler Tragweite".]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<em>Geschrieben von<a href="http://globalvoicesonline.org/author/juhie-bhatia/">Juhie Bhatia</a>  &middot; Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/tina-seidenberger/'>Tina Seidenberger</a> &middot;  <a href='http://globalvoicesonline.org/2009/04/27/global-health-swine-flu-threat-spreads-worldwide/'>engl. Originalartikel</a></em> 
<br /><p><img class="alignright" title="Schutz vor Schweinegrippe" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/04/3474744375_fca198e5ff_m.jpg" alt="" width="240" height="159" />Es gibt auch in sieben weiteren Ländern bestätigte Fälle bzw. Verdachtsfälle auf Schweinegrippe, die Anfang des Monats in <a href="http://globalvoicesonline.org/2009/04/25/mexico-concern-over-swine-flu-outbreak/">Mexiko</a> auftrat. Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) <a href="http://www.who.int/mediacentre/news/statements/2009/h1n1_20090425/en/index.html">heißt es</a>, es handle sich bei diesem Ausbruch um einen &#8220;öffentlichen Gesundheitsnotfall von internationaler Tragweite&#8221;.</p>
<p>Bei der <a href="http://www.cdc.gov/swineflu/">Schweinegrippe</a>, die auch als Schweineinfluenza A oder H1N1 bekannt ist, handelt es sich um eine Erkrankung der Atemwege bei Schweinen, die hauptsächlich durch Husten und Niesen von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. In Mexiko gibt es über <a href="http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5gGSyeznluvlTTO6A31IITVNX52FA">100 Todesfälle</a>, die möglicherweise mit der Schweinegrippe in Zusammenhang stehen, und mehr als 1.600 Menschen sind an dem Virus erkrankt oder es besteht der Verdacht auf eine Erkrankung durch das Virus. In den USA und Kanada wurden Fälle von Schweinegrippe bereits <a href="http://www.google.com/hostednews/ap/article/ALeqM5hZVkRqV2uZVim0TRk5R1ZBfovTCAD97QESOO1">bestätigt</a>, während es in Neuseeland, Spanien, Frankreich, Israel und Brasilien Verdachtsfälle gibt. Liz Borkowski, die auf <em>The Pump Handle</em> bloggt, <a href="http://thepumphandle.wordpress.com/2009/04/26/swine-flu-outbreak/">erläutert</a>, warum die Verbreitung der Schweinegrippe mit Sorge gesehen wird:</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Schweinegrippe ist recht verbreitet, wobei sie normalerweise nur von Schweinen auf Menschen übertragen wird. Dieser neue Stamm scheint von Mensch zu Mensch übertragbar zu sein und es erkranken auch junge, ansonsten gesunde Erwachsene daran. Das bedeutet, dass das Virus eine landesweite Epidemie verursachen könnte. Es ist also angebracht, dass in Mexiko Schulen bis zum 6. Mai geschlossen wurden und öffentliche Großversammlungen, auch Gottesdienste, verboten wurden.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die amerikanischen Gesundheitsbehörden erklärten am 26. April einen öffenlichen Gesundheitsnotstand, nachdem 20 Fälle von Schweinegrippe in den Staaten Kalifornien, Kansas, New York, Ohio und Texas bestätigt worden waren. Die meisten dieser Fälle waren jedoch <a href="http://www.who.int/csr/don/2009_04_26/en/index.html">leicht</a> und es wurde über keine Todesfälle berichtet. In Kanada wurden ebenfalls sechs leichte Fälle von Schweinegrippe in den Provinzen Nova Scotia und British Columbia <a href="http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=20601087&amp;sid=awMeiF_SLkGs&amp;refer=home">bestätigt</a>.</p>
<p>Die Neuigkeiten über die Schweinegrippe verbreiten sich schnell im Internet, da viele nach Antworten suchen und ihre Meinung zu der Krankheit kundtun. &#8220;Swine Flu&#8221; und &#8220;#swineflu&#8221; sind zurzeit die <a href="http://search.twitter.com/">Top-Themen</a> auf Twitter und es wurden einige <a href="http://maps.google.com/maps/ms?ie=UTF8&amp;hl=en&amp;t=p&amp;msa=0&amp;msid=106484775090296685271.0004681a37b713f6b5950&amp;ll=32.639375,-110.390625&amp;spn=59.906843,114.257813&amp;z=4]">Google-Maps</a> eingerichtet, auf denen Ausbrüche verzeichnet werden. Auf der ganzen Welt unterhalten sich Blogger über die Schweinegrippe.</p>
<p>Daniel Hernandez, der auf <em>Intersections</em> bloggt, <a href="http://danielhernandez.typepad.com/daniel_hernandez/2009/04/in-mexico-city-the-infection-is-fear.html">beschreibt</a> diese Szene in Mexico City:</p>
<blockquote><p>&#8220;Während die Oberen der WHO am Samstag eine Notfallversammlung in Genf einberiefen, gaben Soldaten in Mexico City an Kreuzungen, Metro-Stationen und auf Plätzen Gesichtsmasken aus. Ein Militär im Tarnanzug gab mir eine Maske, als ich die Metrostation Bellas Artes betrat, aber sie fiel auseinander, noch bevor ich in den Zug einstieg. Im Zug beäugten sich die Fahrgäste argwöhnisch und vermieden jeden Kontakt mit Fremden.&#8221;</p></blockquote>
<p>Matthew Yglesias, der für Center for American Progress Action Fund bloggt, <a href="http://yglesias.thinkprogress.org/archives/2009/04/swine-flu.php">äußert sich besorgt</a> darüber, wie diejenigen in den USA mit der Krankheit umgehen werden, die über keine Krankenversicherung verfügen:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich habe zu diesem Thema nichts zu sagen, was über die Tatsache hinausgeht, dass es schön wäre, in einem Land zu leben, in dem, wenn man aufgrund einer Virus-Infektion ernsthaft erkrankt, der Zugang zu wirksamen medizinischen Heilmitteln nicht vom Wohlstand, Einkommen oder Beschäftigungsstatus abhinge.&#8221;</p></blockquote>
<p>Jim McVeagh, der von Neuseeland aus auf <em>MacDoctor</em> bloggt, denkt, dass in seinem Land und weltweit mehr getan werden muss, um die Ausbreitung des Virus einzuschränken. In Neuseeland besteht bei <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/americas/8019882.stm">13 Studenten</a>, die vor Kurzem in Mexiko waren, der Verdacht auf die Krankheit. McVeagh <a href="http://www.macdoctor.co.nz/?p=2061">sagt</a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;Angesichts der massiven Über-Reaktion im Fall der Vogelgrippe, hätte man dieses Mal auf eine lebhaftere Reaktion als einer reinen Überwachung hoffen können. Ich hätte angenommen, dass zumindest eine Isolation der Fälle durchgeführt sowie Reisebeschränkungen nach Mexiko verhängt werden würden, bis neue Daten vorlägen. Da die CDC [die amerikanischen Zentren für Krankheitsüberwachung und -vorbeugung] nun landsam aufwachen - wahrscheinlich eine Woche zu spät - und die WHO weiterhin Däumchen dreht, erscheint die halbherzige Reaktion Neuseelands im Vergleich schon fast forsch.</p>
<p>Während es sich hierbei um einen weiteren Reinfall handeln könnte, wäre es schön, wenn die Gesundheitsbehörden dies lieber im Nachhinein bekannt geben könnten, als ganz offensichtlich im Vorhinein mit unvollständigen Informationen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Viele Länder führen <a href="http://www.google.com/hostednews/ap/article/ALeqM5hZVkRqV2uZVim0TRk5R1ZBfovTCAD97QESOO1">Sicherheitsmaßnahmen</a> ein, um die Ausbreitung der Schweinegrippe zu verhindern. So werden z. B. an einigen Flughäfen Reisende aus Mexiko auf Grippesymptome untersucht. China und Russland planen, jeden, der Syptome zeigt, unter Quarantäne zu stellen. Vijay Sadasivam bloggt auf <em>scan man</em> und <a href="http://www.catscanman.net/blog/2009/04/swine-flu/">sagt</a>, dass in Indien keinerlei Präventionsmaßnahmen ergriffen wurden, während boinky auf <em>Finestkind Clinic and fish market</em> eine auf den Philippinen durchgeführte Maßnahme <a href="http://fkclinic.blogspot.com/2009/04/swine-flu.html">beschreibt</a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Philippinen werden die Einfuhr von Schweinefleisch aus den USA und Mexiko stoppen, um die Verbreitung einzudämmen&#8230;das ist deshalb lustig, weil die Grippe von Mensch zu Mensch übertragen wird und unsere eigenen Schweine mit dem Ebola-Reston-Virus infiziert sind&#8230;<br />
aber natürlich ist Festtagsstimmung und bisher hört man nichts von Quarantäne für Menschen, wie es bei SARS der Fall war&#8230;&#8221;</p></blockquote>
<p>Viele Blogger zeigen auf, dass, obwohl die Gefahr ernst genommen werden und man sich vorbereiten sollte, es im Moment keinen Grund zur Panik gibt. In einem Artikel auf <em>Utah Preppers</em> <a href="http://www.utahpreppers.com/2009/04/pandemic-preparedness/">heißt es</a> z. B.:</p>
<blockquote><p>&#8220;Einige schnelle Anti-Panik-Bemerkungen&#8230;</p>
<li>Die Schweinegrippe wird NICHT über Nahrungsmittel übertragen. Der Verzehr von Schweinefleisch ist NICHT mit Risiko behaftet.</li>
<li>Dies ist NICHT das erste Mal, dass die &#8220;Schweinegrippe&#8221; auf Menschen übertragen wurde. Das geschah schon ein paarmal zuvor, ohne dass es in eine weltweite Epidemie ausgeartet wäre.</li>
<li>Diese Art von Schweinegrippe ist, wie jede Art von Grippe, ein Virus und wird hauptsächlich durch Husten und Niesen von Mensch zu Mensch übertragen.</li>
<li>Das ist nur eine Grippe! Wichtig ist jetzt, sich NICHT ANZUSTECKEN.&#8221;</li>
</blockquote>
<p>Die WHO empfiehlt derzeit keine Reise- oder Handelsbeschränkungen und sagt, dass vor der Anhebung der <a href="http://www.who.int/csr/disease/avian_influenza/phase/en/index.html">weltweiten Emidemiewarnstufe</a>, die sich zurzeit auf Stufe drei von sechs Stufen befindet, mehr Informationen über das Virus gesammelt werden müssen.<br />
<em>Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/sarihuella/3474744375/">Schutz vor der Schweinegrippe</a> von <a href="http://www.flickr.com/photos/sarihuella/">Sarihuella</a> auf Flickr.</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Brasilien: Justizentscheidungen - eine wachsende Bedrohung für die Online-Freiheit</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Apr 2009 08:52:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tina Seidenberger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika]]></category>
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		<description><![CDATA[Wenn es um Freiheit im Internet geht, ist Brasilien laut einem Sonderbericht von Freedom House ein freies Land. Blogger sehen sich jedoch zunehmen mit richterlichen Entscheidungen konfrontiert, die zur Zensur von Inhalten führen und Strafverfolgung wegen Verleumdung und übler Nachrede nach sich ziehen können. Fast monatlich gibt es Neuigkeiten über geschlossene Blogs, Blogger, die ihre Artikel löschen müssen oder haufenweise Drohungen erhalten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<em>Geschrieben von<a href="http://globalvoicesonline.org/author/paulagoes/">Paula Goés</a>  &middot; Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/tina-seidenberger/'>Tina Seidenberger</a> &middot;  <a href='http://globalvoicesonline.org/2009/04/22/brazil-judicial-decisions-a-growing-threat-to-online-freedom/'>engl. Originalartikel</a></em> 
<br /><p>Wenn es um Freiheit im Internet geht, ist Brasilien laut einem Sonderbericht von Freedom House ein freies Land. <a href="http://www.freedomhouse.org/template.cfm?page=384&amp;key=205&amp;parent=19&amp;report=79">Es erreichte 26 von 100 möglichen Punkten</a> (je niedriger die Punktanzahl, desto mehr Freiheit), was zeigt, dass es im Allgemeinen eine offene Zugangsumgebung mit wenig Hindernissen durch die Regierung bietet (5 von 25 Punkten), es wenig inhaltliche Kontrolle gibt (8 von 35 Punkten bezüglich inhaltlichen Beschränkungen) und die Rechte von Einzelusern selten verletzt werden (13 von 40 Punkten).</p>
<p>Das Hauptproblem in Brasilien, und laut der Ergebnisse eine wachsende Bedrohung, sind die richterlichen Entscheidungen zugunsten inhaltlicher Zensur. Ebenso wie in Großbritannien und der Türkei werden in dem Land Userrechte häufig durch die Androhung von Strafverfolgung wegen Verleumdung und übler Nachrede verletzt. Im Bericht &#8220;<a href="http://www.freedomhouse.org/template.cfm?page=383&amp;report=79&amp;group=19">Freedom on the Net: A Global Assessment of Internet and Digital Media</a>&#8221; (dt. Freiheit im Netz: Eine globale Einschätzung des Internets und digitaler Medien) heißt es: &#8220;Die Freiheit im Internet wird zunehmend durch gesetzliche Schikanen, undurchsichtige Filterverfahren und wachsende Überwachung untergraben.&#8221; Im selben Bericht werden folgende statistischen Daten in Bezug auf das digitale Brasilien veröffentlicht:</p>
<blockquote><p>Brasilien in Zahlen<br />
Bevölkerung: 194 Millionen<br />
Internetuser/Penetration 2006: 32 Millionen/17 %<br />
Internetuser/Penetration 2008: 68 Millionen/35 %<br />
Handy-Nutzer/Penetration 2006: 100 Millionen<br />
Handy-Nutzer/Penetration 2008: 151 Millionen<br />
Pressefreiheit (2008) Punkte/Status: 42/teilweise frei<br />
Digital Opportunity Index (2006) Ranking: 65 von 181<br />
BNE pro Kopf (PPP): 9.400 $<br />
Web-2.0-Anwendungen geblockt: Ja<br />
Systematische Filterung von politischen Inhalten: Nein<br />
Blogger/Online-Journalisten verhaftet: Nein</p></blockquote>
<p>Der Bericht &#8220;<a href="http://www.freedomhouse.org/template.cfm?page=383&amp;report=79&amp;group=19">Freedom on the Net: A Global Assessment of Internet and Digital Media</a>&#8221; untersuchte 15 Länder auf neu entstehende, von Regierungen übernommene Taktiken zur Steuerung der Benutzung von Internet und Handys. Dies schließt die Überwachung, Regulierung und Zensur von Blog-, Website- und SMS-Inhalten ein.</p>
<p><strong>Die Gefahr wächst</strong></p>
<p>Obwohl freie Meinungsäußerung in der Verfassung verankert ist, werden sehr viele Ansprüche gegen Blogger geltend gemacht und Verwaltungsklagen eingereicht; auffällig oft sind es von Politikern eingereichte Klagen. Der Blogger, der zuletzt einem dieser Politiker zum Opfer viel, ist Juvêncio de Arruda vom sehr beliebten Blog <a href="http://quintaemenda.blogspot.com/">Quinta Emenda</a> [pt]. Er musste <a href="http://quintaemenda.blogspot.com/2009/04/juiza-ordena-retirada-de-posts.html">einige Artikel</a> [pt] auf Wunsch eines früheren Parlamentsabgeordneten des <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Par%C3%A1">Staates Para</a>, Luiz Afonso Sefer, löschen, gegen den ein parlamentarisches Untersuchungsverfahren wegen Pädophilie läuft.</p>
<p>Nach der <a href="http://www.tjpa.jus.br/consultasProcessuais/1grau/gerarRelatorio.do?cdcomarca=1&amp;cdprocesso=200910419040">Entscheidung</a> des Richters Teresinha Nunes Moura darf der Blogger weder auf seinem Blog noch in anderen Medien Sätze verfassen, die in Verbindung mit dem betroffenen Politiker stehen könnten. Hätte sich Arruda dem Urteil nicht gebeugt, hätte ihm eine tägliche Strafe von 1.000 Real (ca. 457,89 $) gedroht. Andere Blogger weisen darauf hin, dass Blogs tatsächlich eine wichtige Rolle dabei gespielt hätten, Licht in die Anschuldigungen zu bringen, die zu einer Untersuchung durch den Staat in Richtung Pädophelie erst geführt hätten, und sehen dies als neuesten Beweis für Zensur in Brasilien.</p>
<p><a href="http://hiroshibogea.blogspot.com/2009/04/tesoura-volta-cena_13.html">Hiroshi Bogéa</a> [pt] betont, dass der Blogger lediglich öffentliche Informationen kommentierte und täglich über die Ermittlungen berichtete. Er sagt, diese Klage zeige, dass die Behörden nicht glücklich über die Tatsache seien, dass Menschen freien Zugang zu Informationen haben:</p>
<blockquote><p>Mais uma razão pra se aceitar a máxima que circula em Belém dando conta de que a força da família Seffer é capaz de tudo.</p></blockquote>
<div class="translation">Es ist ein weiterer Grund den Gerüchten zu glauben, die in <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Bel%C3%A9m">Belém</a> die Runde machen und nach denen es heißt, dass die Familie Seffer alles machen kann [was sie will].</div>
<p><a href="http://uruatapera.blogspot.com/2009/04/pela-justica-e-cidadania.html"><em>Franssinete Florenzano</em></a> [pt], die die Ermittlungen genau verfolgt, kann nicht glauben, wie schnell der Blogger verurteilt wurde, wenn man bedenkt, dass die brasilianische Justiz für ihr langsames Handeln berüchtigt ist. Die Klage wurde abends an einem Feiertag eingereicht und die Vorladung lag bereits am folgenden Werktag vor. Sie betont, dass die Justiz den Blogger sehr schnell bestrafte, der die Informationen verbreitet hatte, wohingegen sich der Beschuldigte in den Ermittlungen auf freiem Fuß befindet:</p>
<blockquote><p>Tal celeridade seria louvável se tratasse, por exemplo, de proteger uma criancinha estuprada anos a fio, explorada como mão-de-obra escrava, privada de viver em família, excluída do convívio saudável com outras de sua idade, aniquilada em seus sonhos infantis, destruída em sua integridade física, psicológica e moral.</p></blockquote>
<div class="translation">Diese Geschwindigkeit wäre angebracht gewesen, um z. B. das Kind, das jahrelang vergewaltigt wurde, zu schützen, das zur Sklavenarbeit gezwungen wurde, kein Familienleben hatte, von einem gesunden Leben mit Gleichaltrigen ausgeschlossen war, dessen Kindheitsträume zerstört, dessen körperliche, psychologische und moralische Integrität zerstört wurde.</div>
<p><a href="http://xipaia.wordpress.com/2009/04/13/censura/"><em>Lafayette</em></a> wünschte, die brasilianische Justiz wäre immer so schnell:</p>
<blockquote><p>REZO, TODOS OS DIAS, SANTOS OU NÃO, PARA QUE A JUSTIÇA FUNCIONE ASSIM <span style="text-decoration: underline;">PARA TODOS</span>, POBRES OU RICOS !!!</p></blockquote>
<div class="translation">I bete jeden Tag, dass die Justiz, egal ob an Feiertage oder nicht, <span style="text-decoration: underline;">für jeden</span> so gut arbeitet, für die Armen und für die Reichen!</div>
<p>Dem gleichen Gedanken folgt ein Blogger auf <a href="http://blogdocjk.blogspot.com/2009/04/sed-lex.html">Blog do CJK</a> [pt]. Er sagt, er wäre nicht überrascht, wenn die Ermittlungen auf Pädophilie ergebnislos verliefen:</p>
<blockquote><p>Não se duvide, ao final de todo este processo, o único condenado pela Justiça pode ser o blogueiro.</p></blockquote>
<div class="translation">Man sollte nicht überrascht sein, wenn am Ende der Ermittlungen der Blogger der Einzige von der Justiz Verurteilte sein wird.</div>
<p><a href="http://zecarlosdopv.blogspot.com/2009/04/blog-censurado.html"><em>José Carlos Lima</em></a> [pt] stellt die wichtige Rolle heraus, die Blogger im Staat Pará gespielt hätten:</p>
<blockquote><p>Muita coisa que hoje virou notícia no Pará, incluindo a CPI da Pedofilia, rodou primeiro no mundo dos blogueiros, cujo símbolo de todos nós é o Quinta e seu condutor Juvêncio Arruda. Nosso desagravo e solidariedade.</p></blockquote>
<div class="translation">Viele Probleme, die in Pará Schlagzeilen machten, u. a. die Ermittlungen wegen Pädophilie, tauchten zuerst in der Blogosphäre auf, allen voran Quinta und sein Blogger Juvêncio. Wir sprechen ihnen unser Beileid aus und sie haben unsere Solidarität.</div>
<p><a href="http://prof.alan.blog.uol.com.br/arch2009-04-12_2009-04-18.html#2009_04-13_17_07_18-5100940-0"><em>Alan Souza</em></a> [pt] bestätigt, dass diese Art, Blogger zum Schweigen zu bringen, zu einem wachsenden Trend wird:</p>
<blockquote><p>A moda infelizmente se alastra. O objetivo dos políticos é impedir que todos conheçam seus malfeitos. Por isso tentam censurar a livre opinião dos blogueiros…</p></blockquote>
<div class="translation">Leider verbreitet sich dieser Trend. Das Ziel dieser Politiker ist es, dafür zu sorgen, dass die Leute nichts von ihren Verbrechen erfahren. Deshalb versuchen sie, die freie Meinungsäußerung von Bloggern zu zensieren&#8230;</div>
<p><strong>Der Trend nimmt zu</strong></p>
<p>Fast jeden Monat gibt es Nachrichten darüber, dass Blogs geschlossen werden, Blogger Artikel löschen müssen oder ihnen häufig gedroht wird. Im Oktober letzten Jahres wurde die <a href="http://flit-paralisante.blogspot.com/2008/11/venham-enterrar-seus-mortos-dia.html">Löschung des Blog</a> eines Polizisten, bis dahin eine fantastische Quelle über Nachrichten rund um die Polizei, aus bisher ungeklärten Gründen angeordnet. <a href="http://www.rodrigovianna.com.br/plenos-poderes/justica-tira-do-ar-blog-que-criticava-serra">Rodrigo Viana</a> zufolge hatte der Gouverneur von São Paulo, José Serra, etwas mit dieser Entscheidung zu tun:</p>
<blockquote><p>Mas, qual a justificativa para tirar o “blog” do ar?<br />
Cometeu crime? É proibido delegado escrever na internet?</p>
<p>O mais estranho é que na sexta-feira ainda, poucas horas depois do despacho do juiz, gente da Secretaria de Segurança Pública de São Paulo ligou para as redações “avisando”: olha o blog do delegado saiu do ar.</p>
<p>Por que tanta diligência, tanta pressa em dar a notícia? Esse é papel de Secretaria de Segurança?<br />
A decisão do juiz foi dada sob encomenda para o governo Serra? Por isso, a secretaria estava comemorando?</p></blockquote>
<div class="translation">Wodurch wurde aber die Schließung des &#8220;Blogs&#8221; gerechtfertigt?<br />
Hat er ein Verbrechen begangen? Darf ein Polizeichef nichts im Internet veröffentlichen?<br />
Das Seltsamste ist, dass sogar am Freitag, nur Stunden nach der gerichtlichen Anordnung, Mitglieder des Kabinetts für öffentliche Sicherheit von São Paulo bei den Nachrichtenagenturen anriefen und sie &#8220;informierten&#8221;: Seht, die Seite des Polizeichefs wurde geschlossen.</p>
<p>Warum haben sie es so eilig, die Neuigkeiten zu verbreiten? Ist das die Rolle des Sicherheitskabinetts?<br />
War die Entscheidung des Richters von der Regierung Serras angeordnet worden? Und deshalb wurde im Kabinett gefeiert?</p></div>
<p>Polizeichef Roberto Conde Guerra gab nicht auf und schrieb <a href="http://flitparalisante.wordpress.com/">auf einem neuen Blog weiter, das von einer anderen Platform</a> [pt] aus betrieben wird, wodurch er der Strafverfolgung entging. In den meisten Fällen haben die betroffenen Blogger jedoch nicht die finanziellen Mittel für die Gerichtskosten und entscheiden sich dazu, einfach nicht mehr zu bloggen. <a href="http://www.memedecarbono.com.br/2009/01/03/a-invisibilidade-corrompe/">Meme de Carbono</a> [pt] analysiert die Fälle einiger Blogger, die den Preis dafür zahlten, dass sie sich online über Dienste beschwerten, für die sie bezahlt hatten und mit denen sie nicht zufrieden waren: Offensichtlich ist es nach brasilianischem Recht so, dass Kunden, die sich online beschweren, sogar dann, wenn alles auf tatsächlichen Fakten beruht, die Namen nennen und sich beklagen, auf Schmerzensgeld, Verleumdung und übler Nachrede verklagt werden können. Er sagt, das trage alles nur zur Straffreiheit bei:</p>
<blockquote><p>A justiça está sendo usada como um manto de invisibilidade que protege maus profissionais assim como o Um Anel de Tolkien protegia e corrompia quem o usasse: a invisibilidade corrompe mais do que o poder.</p>
<p>Todo ser humano deve ter direito de reclamar quando se sentir mal atendido, deve ter o direito de alertar os outros (e não só os amigos) de riscos que eles correm. (…)</p>
<p>A mídia tradicional tem recursos e advogados para defender seus direitos, mas os cidadãos ficam acuados sem possibilidade de defesa caso não disponham de recursos o que, infelizmente, é comum. O caso do post reproduzido a seguir é justamente esse: a blogueira perdeu pois não podia pagar os custos para recorrer contra a decisão em primeira instância.</p></blockquote>
<div class="translation">Die Justiz wird als Tarnkappe benutzt, die schlechte Fachleute schützt, genauso wie Tolkiens Ring den Träger schützte und verdarb: Die Unsichtbarkeit verdirbt mehr als die Macht.<br />
Jeder Mensch sollte das Recht haben, sich über schlechte Leistungen zu beschweren. Jeder sollte das Recht haben, andere (und nicht nur ihre Freunde) vor Risiken zu warnen. (&#8230;)</p>
<p>Die traditionellen Medien haben die Mittel und Anwälte, um ihre Rechte zu verteidigen, aber Bürger werden in eine Ecke getrieben und sind nicht in der Lage, sich zu verteidigen, wenn sie keine Mittel haben, was - leider - der Regelfall ist. Der Fall des unten wiedergegebenen Artikels entspricht genau dem: Die Bloggerin verlor, weil sie die Kosten für eine Berufung gegen die Entscheidung der ersten Instanz nicht aufbringen konnte.</p></div>
<p>Auf der anderen Seite können sie sich dem Gericht stellen und beweisen, dass sie nichts Falsches getan haben. In Rio Grande do Sul musste das Blog A Nova Corja <a href="http://www.novacorja.org/?p=4240">Teile eines Artikels löschen</a> und die Blogger dahinter werden nun zum zweiten Mal in einem Jahr wegen eines Artikel, der im <a href="http://www.novacorja.org/?p=3876">Juni 2008</a> veröffentlich worden war, verklagt. Beim ersten Mal <a href="http://www.novacorja.org/?p=4409">gewannen sie</a>, weil die Klage wegen Geringfügigkeit abgewiesen worden war. Es erwartete sie nun ein Verfahren wegen weiterer Klagen, bei denen es um denselben Artikel geht:</p>
<blockquote><p>As pessoas precisam aprender, de uma vez por todas, que entrar na Justiça não é forma de ganhar a vida. Hoje em dia, qualquer coisa é “dano moral, calúnia, difamação”. Parem com isso. Considerem trabalhar.</p></blockquote>
<div class="translation">Die Leute müssen ein für allemal lernen, dass das Einreichen einer Klage keine Möglichkeit zum Verdienen des täglichen Brots ist. Heutzutage ist alles &#8220;Schmerzensgeld, Verleumdung, üble Nachrede&#8221;. Schluss damit. Sucht euch Arbeit.</div>
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		</item>
		<item>
		<title>Weltweit: Licht aus für eine zukunftsfähige Welt</title>
		<link>http://de.globalvoicesonline.org/2009/04/06/weltweit-licht-aus-fur-eine-zukunftsfahige-welt/</link>
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		<pubDate>Mon, 06 Apr 2009 20:16:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tina Seidenberger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Amerika]]></category>
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		<description><![CDATA[Am Samstag, den 29. März, haben viele Menschen überall auf der Welt von 20.30 bis 21.30 Uhr Ortszeit ihre Lichter als symbolischen Akt für den Umweltschutz ausgeschaltet. Lesen Sie, wie die Stunde der Erde von denen, die zugesehen haben, aufgenommen wurde. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<em>Geschrieben von<a href="http://globalvoicesonline.org/author/paulagoes/">Paula Góes</a>  &middot; Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/tina-seidenberger/'>Tina Seidenberger</a> &middot;  <a href='http://globalvoicesonline.org/2009/04/04/global-switching-off-the-lights-for-a-sustainable-world/'>engl. Originalartikel</a></em> 
<br /><p>Die Strahler von denen Brasiliens berühmtestes Wahrzeichen, die Christusstatue auf dem Corcovado, angestrahlt wird, wurden ausgeschaltet und die Figur blickte letzten Samstag auf ein sehr viel dunkleres Rio de Janeiro herab. Etwa 100 andere brasilianische Städte schalteten von 20.30 bis 21.30 Uhr ebenfalls die Lichter während der <a href="http://www.earthhour.org/home/">Stunde der Erde</a> aus. Dies ist das erste Mal, dass sich das Land an der weltweiten Bewegung beteiligte und sich so für eine zukunftsfähigere Welt einsetzte.</p>
<p><img class="aligncenter" title="Rio" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/03/6951622-3c2.jpg" alt="" width="750" height="498" /></p>
<p><strong>Foto von <a href="http://www.divshare.com/download/6951622-3c2">Americo Verme/WWS Brasilien</a></strong></p>
<p>Genauso wie <a href="http://globalvoicesonline.org/2009/04/03/brunei-joins-earth-hour-for-the-first-time/">Brunei</a> und viele andere Länder beteiligte sich auch Brasilien an der Stunde der Erde zum ersten Mal. Die Reaktionen reichten von optimistischen und unterstützenden bis zu kritischen und zynischen Artikeln. Guilherme Nascimento Valadares vom Blog <a href="http://papodehomem.com.br/dissecando-a-hora-do-planeta/"><em>Papo de Homem</em></a> [pt] beobachtete einige Zeit lang die Reaktionen auf Twitter und zählte über 8.000 Posts, die zwischen Samstag, den 29. März, um 20.45 Uhr und Sonntag, den 30. März, um 6.00 Uhr mit entsprechenden Tags gekennzeichtet waren. Er schlussfolgert:</p>
<blockquote><p>Fato peculiar. O mais críticos eram justamente os mais conectados, jovens, hypes, espertos. Me corrijam se estiver errado, mas tenho uma forte impressão de que o retrato da juventude produtiva brasileira de hoje - estou falando da turma que saiu da faculdade e já faz o seu $$$ - é um tremendo bundão, cético, hedonista, indolente, inseguro, maria-vai-com-as-outras.</p></blockquote>
<div class="translation">Eine seltsame Tatsache: Die meiste Kritik kam direkt von engagiertesten, überdrehtesten und intelligentesten Jugendlichen. Bitte lasst mich wissen, wenn ich falschliege, aber ich habe den Eindruck, dass dies ein Spiegelbild der heutigen brasilianischen aktiven Jugend ist – ich sprechen von denjenigen, die die Uni abgeschlossen haben, Ihre $$$ verdient haben – die gigantische Arschlöcher, skeptisch, hedonistisch, faul, unsicher sind und Herdenverhalten zeigen.</div>
<p>Von denen, die die Lichter ausgeschaltet haben, <a href="http://www.flickr.com/photos/earthhour_global/">haben viele Flickr-User Bilder gemacht</a>, um sich die Zeit zu vertreiben. Unten eine Auswahl an Fotos, die unter Creative-Commons-Lizenz von Brasilien, Indien, Malasyia, Australien, Singapur und Chile aus hochgeladen wurden:</p>
<p><img class="aligncenter" title="3393393277_dda7b4949e" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/03/3393393277_dda7b4949e.jpg" alt="" width="500" height="334" /></p>
<p><strong>Foto von <a href="http://www.flickr.com/photos/alexbolt/">Alexandre E Silva&#39;s</a> - Brasilien</strong></p>
<blockquote><p>“Transmitindo a Hora do Planeta ao vivo pelo Ustream.”</p></blockquote>
<div class="translation">“Live-Streaming der Stunde der Erde über Ustream”</div>
<p><img class="aligncenter" title="3393791445_7552075b13" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/04/3393791445_7552075b13.jpg" alt="" width="500" height="356" /></p>
<p>Die Stunde der Erde in Bangalore, Indien - Foto von <a href="http://www.flickr.com/photos/earthhour_global/3393791445/">Earth Hour Global</a>. Für einen Blogger vor Ort, der uns daran erinnert, dass das Land täglich unter chronischem Stromausfall leidet, ist die Stunde der Erde ein Symbol der Dummheit. <a href="http://kishorekumar62.wordpress.com/2009/03/28/a-symbol-of-foolishness/">View of My World</a> sagt:</p>
<blockquote><p>Bangalore und große Teile Indiens haben der Stunde der Erde/dem Tag der Erde/der Nacht der Erde nun seit vielen Jahren zugesehen. Sogar heute Morgen gab es in meinem Haushalb von 9 bis 11 Uhr keinen Strom.</p></blockquote>
<p><img class="aligncenter" title="3393294153_642a764c6c" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/03/3393294153_642a764c6c.jpg" alt="" width="500" height="375" /></p>
<p><strong>Foto von <a href="http://www.flickr.com/photos/danipontes/3393294153/">Dani Pontes</a>, Brasilien</strong></p>
<blockquote><p>“Nós participamos!!<br />
E aproveitamos pra namorar a luz de velas!! rs”</p></blockquote>
<div class="translation">“Wir waren dabei! Und haben die Chance genutzt, und im Kerzenschein zu küssen und zu drücken.”</div>
<p><img class="aligncenter" title="3392817669_9908bb91a4" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/03/3392817669_9908bb91a4.jpg" alt="" width="500" height="375" /></p>
<p><strong>Foto von <a href="http://www.flickr.com/photos/lucianojoaquim/3392817669/">Luciano Joaquim</a>, Brasilien</strong></p>
<p><img class="aligncenter" title="3394914218_8e7293aa17" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/04/3394914218_8e7293aa17.jpg" alt="" width="500" height="375" /></p>
<p><strong>Gebt der Erde eine Chance… Foto von <a href="http://www.flickr.com/photos/cw_ye/">CW Ye</a>- Malaysia</strong></p>
<p><img class="aligncenter" title="3396708164_1ae14ddd63" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/04/3396708164_1ae14ddd63.jpg" alt="" width="500" height="333" /></p>
<p><strong>Foto von <a href="http://www.flickr.com/photos/maxymiliano/">Max y Miliano</a>, Chile</strong></p>
<p><img class="aligncenter" title="3410280101_c5841fde97" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/04/3410280101_c5841fde97.jpg" alt="" width="500" height="333" /></p>
<p><strong>Foto von <a href="http://www.flickr.com/photos/mondayne/">Mondayne</a>. Sydney, Australien.</strong></p>
<blockquote><p>Die Stunde der Erde war in Sydney sowohl enttäuschend als auch sinnlos. Sie haben nicht einmal die Lichter des Opernhauses oder der Brücke richtig ausgeschaltet… nur wenige Strahler waren ausgeschaltet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie viel Strom gespart haben.</p></blockquote>
<p><img class="aligncenter" title="3406157063_b99c59121e" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/04/3406157063_b99c59121e.jpg" alt="" width="500" height="352" /></p>
<p><strong>Ein Selbstportrait von <a href="http://www.flickr.com/photos/hsien-ku/">Hsien-Ku</a>, Australien.</strong></p>
<p><img class="aligncenter" title="3403226377_f12480b0c6" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/04/3403226377_f12480b0c6.jpg" alt="" width="500" height="323" /></p>
<p><strong>Foto von <a href="http://www.flickr.com/photos/nathanhayag/">Nathan Hayag</a>, Singapur</strong></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Überblick globale Rezession: Überlebenstipps und geschäftliche Chancen</title>
		<link>http://de.globalvoicesonline.org/2009/03/30/uberblick-globale-rezession-uberlebenstipps-und-geschaftliche-chancen/</link>
		<comments>http://de.globalvoicesonline.org/2009/03/30/uberblick-globale-rezession-uberlebenstipps-und-geschaftliche-chancen/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 30 Mar 2009 20:28:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tina Seidenberger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Jeder versucht mit aller Kraft, die weltweite Wirtschaftskrise zu meistern. Blogger bieten ihren Lesern Überlebenstipps. Weltweit passen sich Unternehmen an. Einige profitieren sogar von der Krise. Ich berichte in diesem Artikel über zahlreiche Beispiele von Einzelpersonen und Unternehmen, die ihr Bestes tun, um die Rezession zu bewältigen. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<em>Geschrieben von<a href="http://globalvoicesonline.org/author/mong/">Mong Palatino</a>  &middot; Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/tina-seidenberger/'>Tina Seidenberger</a> &middot;  <a href='http://globalvoicesonline.org/2009/03/27/global-recession-survey-survival-tips-and-business-opportunities/'>engl. Originalartikel</a></em> 
<br /><p>Der <a href="http://globalvoicesonline.org/2009/03/13/global-recession-and-its-discontents/">Abschwung der Weltwirtschaft</a> verbreitet täglich überall Trübsinn und Verzweiflung. Der menschliche Geist lässt sich jedoch nicht so einfach besiegen. Viele versuchen mit aller Kraft, die Krise zu meistern. Blogger bieten ihren Lesern Überlebenstipps. Weltweit passen sich Unternehmen an. Sie übernehmen neue Strategien; einige profitieren sogar von der Krise. Ich möchte in diesem Artikel zahlreiche Beispiele von Einzelpersonen und Unternehmen nennen, die ihr Bestes tun, um die Rezession zu bewältigen.</p>
<p><strong>Überleben in der Rezession</strong></p>
<p>Frank Coelho de Alcantara aus Brasilien glaubt, dass in Krisenzeiten <a href="http://www.depijama.com/trecos/com-criatividade-voce-consegue-inovar-ate-velas/">einige weinen, während andere Taschentücher verkaufen</a>. Er rät allen, mit Innovation durch die Krise zu kommen:</p>
<blockquote><p>Inove. Melhore o que já existe e venda. A crise só existe para os que choram e compram lenços.</p></blockquote>
<div class="translation">Seid innovativ. Verbessert, was es schon gibt und verkauft es den Leuten. Die Krise existiert nur für diejenigen, die weinen und Taschentücher kaufen.</div>
<p>Evandro Sudré, ein anderer brasilianischer Blogger, betont die Notwendigkeit, &#8220;<a href="http://ufnet.blogspot.com/2009/02/7-dicas-pra-encarar-crise.html">einen Speicher für innere Stärke und Ideen</a>&#8221; für harte Zeiten anzulegen:</p>
<blockquote><p>Problemas e adversidades fazem parte da vida diária, mas quando a crise nos atinge, é bom ter alguma reserva de força interior e resolução. De fato ter algum tipo de reserva na mente, da qual possamos formar um plano básico de ação e defesa com a qual possamos lidar com a situação. Você é a pessoa mais qualificada para ajudar nesta situação.</p></blockquote>
<div class="translation">Probleme und Missgeschicke sind Teil unseres täglichen Lebens, wenn uns aber eine Krise trifft, ist es gut, einen Speicher an innerer Stärke und Ideen zu besitzen. Es ist in der Tat von Vorteil, ein Reservoir jeglicher Art im Kopf zu haben, aus dem man einen grundlegenden Schlacht- und Schutzplan formen kann, um mit der Situation umgehen zu können. Du allen bist die beste Person, dir in einer solchen Situationen weiterzuhelfen.</div>
<p>Es gibt aber auch diejenigen, die von Geldproblemen überwältigt werden, so dass die für sie denkbare einzige Lösung der Suizid ist. In Gujarat, Indien, gab es beispielsweise mehr als <a href="http://globalvoicesonline.org/2009/03/21/india-gujarat-diamond-workers-suicide-in-the-face-of-crisis/">70 Suizidfälle</a>, die im Zusammenhang mit Diamantenschleifern, die ihre Arbeit verloren hatten, standen.</p>
<p>Andere haben beschlossen zu kämpfen. Investoren (hauptsächlich in Antigua), die ihr Geld nach der Anklage des US-Milliardärs Allen Stanford wegen Investmentbetrugs verloren hatten, taten sich zusammen und bildeten eine Vereinigung, um ihr Vermögen wiederzuerlangen. Die &#8220;<a href="http://www.stanfordvictimscoalition.com/">Stanford Victims Coalition</a>&#8221; (Vereinigung der Stanford-Opfer) veröffentlichten Folgendes auf ihrer Website:</p>
<blockquote><p>Die Stanford Victims Coalition ist eine internationale Interessenvertretung für die Wiedererlangung von Milliarden von Dollars, die den tausenden unschuldigen Menschen gehören, die vom mutmaßlichen Betrugsfall der Stanford Financial Group und Stanford International Bank in Antigua betroffen sind. Die SVC steht keiner politischen Gruppierung nahe und es gibt keine Mitgliedsbeiträge für Opfer, die sich uns anschließen.</p></blockquote>
<p>In Brunei kritisieren Blogger bankrotte Einzelpersonen, die Überschussbeträge aus <a href="http://globalvoicesonline.org/2009/02/09/brunei-who-deserves-the-undistributed-zakat-funds/">Zakat-Kollekten</a> beziehen wollten. Bei der Zahlung des Zakat, eine der Säulen des Islams, geht es darum, einen Teil seines Reichtums für Bedürftige abzutreten. Zur Überraschung vieler, versuchten Leute in Brunei mit hohen Kreditkartenrechnungen, Krediten für Autos und privaten Darlehen, an Beträge aus dem Zakat heranzukommen.</p>
<p>Die Rezession wirkt sich bei vielen auf die körperliche und geistige Gesundheit aus. In Singapur sind <a href="http://www.uptoyoulor.com/2009/03/economic-recession-leads-to.html">Fitness- und Yoga-Studios überfüllt</a>, da viele die durch die wirtschaftliche Lage verursachten Verspannungen loswerden wollen; und diejenigen, denen betriebsbedingt gekündigt wurde, verbringen nun mehr Zeit mit Sport. <a href="http://globalvoicesonline.org/2008/10/30/recession-hits-singapore/">Singapur</a> war das erste asiatische Land, das letztes Jahr von der Rezession getroffen wurde.</p>
<p><em>Homesickhome</em>, ein Arbeiter in Katar, entdeckte, dass die Finanzkrise eine <a href="http://homesickhome.wordpress.com/2009/03/17/my-own-version-of-financial-crisis/">Lösung bei Shoppingsucht</a> sein kann.</p>
<p><a href="http://capital.bg/show.php?storyid=685129">Kapital</a>, eine in Bulgarien wöchentlich erscheinende Zeitung, fragte seine Leser, auf welche Weise sie von der Krise betroffen seien. Simeon Djankov <a href="http://crisistalk.worldbank.org/2009/03/has-the-crisis-affected-you-how-.html">fasst</a> die Ergebnisse des offenen Formums zusammen.</p>
<blockquote><p>Ich habe die Antworten bis zum heutigen Datum gelesen und einige zu erwartende und nicht zu erwartende Dinge gefunden.</p>
<p>Die Mieten gingen nach oben, da sich nur wenige Hypotheken leisten können; einige kleine Unternehmen sagten, ihre größeren Konkurrenten hätte solche Probleme, dass sie nun bessere Chancen hätten; es wird kein Fernsehen mehr geschaut (weil die Nachrichten so düster sind); kleinere gesellschaftliche Kluft - die Neureichen sind jetzt nur noch neu; mehr Zeit zum Lesen; mehr Interesse am Rest der Welt. Mein persönlicher Favorit: Wirtschaft wird als interessanter empfunden.</p></blockquote>
<p><strong>Anpassung der Unternehmen</strong></p>
<p>Welche Anpassungsmaßnahmen wurden als Antwort auf die Krise vom Unternehmenssektor ergriffen?</p>
<p>Anstatt die Anzahl der Arbeiter zu reduzieren, verkürzen einige Unternehmen auf den Philippinen die <a href="http://www.bworldonline.com/BW030509/content.php?id=002">Arbeitsstunden pro Woche</a>. Wegen niedrigerer Belegung ihrer Gebäude, verringern einige Vermieter in Manila die <a href="http://www.gmanews.tv/story/152275/Office-rentals-to-go-down-until-June-property-consultant-says">Preise für Büroräume</a>. Ein japanisches Unternehmen in Südkorea verwendete seine Ersparnisse und über die Jahre aufgelaufenen Gewinne für die Absicherung seiner Mitarbeiter.</p>
<p>Chefs von Unternehmen in Fiji haben die Regierung erfolgreich dazu gezwungen, die <a href="http://globalvoicesonline.org/2009/02/19/fiji-minimum-wage-increase-postponed/">Anhebung des Mindestlohns zu verschieben</a>, die den Arbeitern des Landes versprochen worden war. Sie warnten vor mehr Entlassungen und Betriebsschließungen durch die Anhebung. Das sind schlechte Nachrichten für die Arbeiter.</p>
<p>Roshni Mahtani, Gründer und Redakteur von <a href="http://sg.theasianparent.com/home.php">www.theasianparent.com</a>, schlägt kleinen Unternehmen folgende <a href="http://sgentrepreneurs.com/commentary/2009/03/09/10-cost-cutting-measures-%E2%80%93-theasianparentcom-way/">Sparmaßnahmen</a> vor:</p>
<blockquote><p>1. Büroräume verkleinern. Monatliche Ersparnis: 1.500 $</p>
<p>2. Umsteigen auf Open Source. Einmalige Einsparung:<br />
4.000 $. Monatliche Einsparung: 100 $<br />
3. Skype! Monatliche Einsparung: zwischen 100 $ und<br />
150 $<br />
4. Praktikanten. Monatliche Einsparung: 500 $<br />
5. Virtuelle Meetings. Monatliche Einsparung: 100 $<br />
6. Größenvorteile. Monatliche Einsparung: 300 $<br />
7. Incentives. Monatliche Einsparung: zwischen 750 $ und 1.000 $ pro Verkaufsmitarbeiter.<br />
8. Partnerschaften. Monatliche Einsparung: 100 $-150 $<br />
9. Rette die Bäume (und Geld). Monatliche Einsparung:<br />
200 $<br />
10. Social-Media-Marketing. Einmalige Einsparung: 2.600 $</p>
<p>Monatliche Einsparungen insgesamt: zwischen 4.500 $ und 5.000 $ pro Monat<br />
Einmalige Einsparungen insgesamt: 6.600 $</p></blockquote>
<p>Michel Monteiro aus Brasilien schreibt über die von der Einzelhandelskette Ponto Frio gestarteten <a href="http://vitrinepop.blogspot.com/2009/02/criatividade-em-tempos-de-crise.html">Aktion</a>: Kunden, die in dem Laden einkaufen, sind nun bis zur Höhe ihrer getätigten Einkäufe kostenlos versichert, sollten sie arbeitslos werden.</p>
<blockquote><p>O interessante é que essa ação tem como enfoque a atual crise economica, e em seu anuncio busca tirar o temor que existe nas pessoas de comprar e não poder pegar, o que gera queda nas vendas. Assim, o consumidor poderá voltar a comprar, e fazer o dinheiro movimentar a economia.</p>
<p>Mais do que uma inteligente proposta de marketing, a ação é um serviço ao país, pois - de forma inteligente -, faz a economia nacional girar capital, e consequentemente manter níveis de venda, empregos, etc.</p></blockquote>
<div class="translation">Das Interessante ist, dass diese Vorgehensweise sich auf die Wirtschaftskrise konzentriert, und diese Werbeanzeige zielt darauf ab, den Leuten die Angst zu nehmen, wenn es darum geht, Dinge zu kaufen und nicht bezahlen zu können, was zu einem Rückgang der Verkaufszahlen führt. So könnten die Konsumenten wieder kaufen, was zu einem Geldumlauf in der Wirtschaft führt.</p>
<p>Die Vorgehensweise ist mehr als eine klevere Marketingidee, sie dient auch dem Land, weil - sehr intelligent - es den Geldumlauf in der nationalen Wirtschaft steigert, und folglich Verkäufe, Jobs etc. auf hohem Niveau hält.</p></div>
<div class="wp-caption alignnone" style="width: 255px"><img title="Russland" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/03/russia.jpg" alt="Russlands " width="245" height="309" /><p class="wp-caption-text">Russlands “Toilettenpapier für die Finanzkrise”. Auf dem Etikett heißt es: Was muss getan werden? Vom Blog Notes on Moscow</p></div>
<p><strong>Chancen für Unternehmen</strong></p>
<p>Es gibt Unternehmen, die auch trotz der Krise Gewinne machen. Einige profitieren sogar von der Krise.</p>
<p>In <a href="http://globalvoicesonline.org/2009/03/10/japan-making-money-thanks-to-the-economic-crisis/">Japan</a> zählen folgende zu den heute profitablen Unternehmen: <a href="http://ueki.biz/414.html">kleine und mittelständische Betriebe</a>, die Teile von Rohstoffen verarbeiten und verkaufen, Fastfood-Ketten, <a href="http://business.nikkeibp.co.jp/article/manage/20090129/184281/?P=1">e-Commerce</a>-Dienstleister, <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Pachinko">Pachinko</a>-Branche (Spielekonsolen).</p>
<p>Chikara Ueki aus Japan lässt uns an einem Gespräch mit einem Unternehmer teilhaben, indem es darum ging, die <a href="http://globalvoicesonline.org/2009/03/10/japan-making-money-thanks-to-the-economic-crisis/">Krise in eine Chance umzuwandeln</a>:</p>
<blockquote><p>１００年に一度と言われている経済危機、考え方を変えると１００年に一度のチャンスかもしれない。不況業種も含め、全ての産業に言えることかもしれません。</p>
<p>ただ、事例の通り何もしなくてもチャンスは生まれるのではなく、コツコツとやってきたご褒美だと思います。</p></blockquote>
<div class="translation">Durch eine Änderung der Perspektive kann diese Krise, die es angeblich nur einmal in hundert Jahren gibt, als Chance gesehen werden, die man nur einmal in hundert Jahren bekommt. Dies gilt für alle Branchen, auch für die, die jetzt in großen Schwierigkeiten stecken.</p>
<p>Wie dieser Fall zeigt, kommt sie jedoch nicht von ungefähr. Sie ist die Belohnung für ständige Anstrengungen über einen langen Zeitraum hinweg.</p></div>
<p>Philippine Airlines fliegt in vielen Ländern häufiger Ziele an, was der Blogger Caswell Whiteside damit <a href="http://caswellwhiteside.wordpress.com/2009/03/19/forgotten-in-the-shuffle/">interpretiert</a>, dass mehr und mehr entlassene philippinische Wanderarbeiter jetzt heimkehren.</p>
<blockquote><p>Seit Kurzem fliegt Philippine Airlines täglich nach Kanada und in die USA, wogegen dies vorher in einigen Fällen nur viermal pro Woche der Fall war und vom Flugziel abhing. PAL hat das öffentlich natürlich mit &#8220;neuem und besserem Service&#8221; hochgespielt, während es in Wirklichkeit darum geht, sich der Anzahl philippinischer Arbeiter anzupassen, die von ihren Arbeitgebern in vielen Ländern der Welt, hauptsächlich in Japan und den USA, entlassen worden waren und nun heimkehren.</p></blockquote>
<p>Teil des <a href="http://nationmultimedia.com/2009/03/19/business/business_30098297.php">thailändischen Anstoßplans</a> ist die Verteilung von Schecks in Höhe von 55 US-Dollar an jeden Geringverdiener. Die Leistungsempfänger können mit den Schecks bei McDonald&#39;s, KFC, Pizza Hut und 18 anderen großen Unternehmen im Land einkaufen. Bei KFC erhalten Leistungsempfänger sogar <a href="http://www.irrawaddy.org/article.php?art_id=15369">20 Hühnchenstücke gratis</a>, wenn sie Ihren Scheck gegen Coupons der Verkaufsstelle eintauschen.</p>
<p><em>Every Woman’s Blog</em> stimmt einem Kondomhersteller zu, der einen <a href="http://www.everywomansblog.com/people-buy-condoms-recessions">Anstieg der Kondomverkaufszahlen</a> in der Rezession beobachtet, da Schwangerschaften vermieden werden sollen.</p>
<blockquote><p>Ich glaube hierin liegt sehr viel Wahrheit und Logik. In schwierigen und ungewissen Zeiten wollen die Menschen unvorbereitet keine weiteren Familienmitglieder, was zu zusätzlichen finanziellen Lasten führt.</p></blockquote>
<p>Douglas Muir erwartet einen <a href="http://fistfulofeuros.net/afoe/economics-and-demography/a-goodbad-time-to-stop-having-babies/">steilen Abfall der Geburtenraten</a> weltweit, vor allem in osteuropäischen Ländern.</p>
<p><strong>Back to Basics</strong></p>
<p>Aufgrund der Rezession lernen einige die grundlegenden Gesetze des Geschäftslebens, wie die Bereitstellung von erstklassigem Service gegenüber den Kunden, zu schätzen. Ein <a href="http://livroseafins.com/2008/05/12/prefeitura-pipoqueiro-pipoca/">brasilianischer Popcorn-Vekäufer</a> hat Beachtung für seine kreative Geschäftsideen gefunden. Er hat bereits viele <a href="http://www.ricardocoelhoconsult.com.br/responsabilidade.php">Vorlesungen zum Thema Unternehmertum</a> gehalten.</p>
<p>Die <a href="http://globalvoicesonline.org/2009/02/22/japan-agriculture-the-latest-trend-among-celebrities/">Landwirtschaft</a> wird unter japanischen Jugendlichen und Prominenten wieder populär und viele Menschen suchen nach einer wirtschaftliche Tätigkeit, die auf stabileren Fundamenten aufbaut als der Finanzsektor. Kamiyama Yasuharu bemerkt, dass der <a href="http://8ada.com/kamiyama/archive/2009/02/post-1.html">Boom der Landwirtschaft</a> heute zu einem interessanten Schlüsselwort in der japanischen Gesellschaft geworden ist.</p>
<p><a href="http://ki-media.blogspot.com/2009/03/cambodia-tries-alternative-products-to.html">Kambodscha</a> unterstreicht sein Vertrauen in die Landwirtschaft, um ein Wachsen der Wirtschaft herbeizuführen. Ein <a href="http://rspas.anu.edu.au/rmap/newmandala/2009/01/28/laos-too-poor-to-get-any-poorer/">laotischer Ökonom</a> glaubt, dass Laos durch den &#8220;landwirtschaftsbasierten, unabhängigen Charakter&#8221; der Wirtschaft des Landes von der globalen Finanzkrise verschont bleiben wird. Der Ökonom fügt hinzu:</p>
<blockquote><p>Menschen in Industriestaaten leben in der Angst vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes, weil sie kein Gemüse anbauen und keine Tiere züchten können wie die Menschen in Laos.</p></blockquote>
<p>In Jamaika haben die Chefs von 21 privatwirtschaftlichen Unternehmen einen Kooperationsvertrag geschlossen, um die Auswirkungen der sich verschlechternden globalen Wirtschaftsbedingungen auszugleichen. Sie haben erneut gelernt, wie viel die Bildung eines <a href="http://www.jamaicaobserver.com/news/html/20090308T200000-0500_147282_OBS_LEADERSHIP_BY_EXAMPLE.asp">&#8220;gesellschaftlichen Partnerschaftsdialogs&#8221;</a> zwischen Regierung, Opposition, Arbeitnehmerschaft, Unternehmen und Zivilbevölkerung wert ist.</p>
<p><em>Das Vorschaubild stammt von der Flickr-Seite von <a href="http://www.flickr.com/photos/suburbanslice/3103078097/in/set-72157611066659335">suburbanslice</a>. Der portugiesische Text wurde von GV-Redakteurin <a href="http://globalvoicesonline.org/author/paulagoes/">Paula</a> übersetzt. Den japanischen Text übersetzte GV-Redakteurin <a href="http://globalvoicesonline.org/author/scilla-alecci/">Scilla</a>.</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Brasilien: Gedanken über unsere eigenen Gasa-Streifen</title>
		<link>http://de.globalvoicesonline.org/2009/01/18/brasilien-gedanken-uber-unsere-eigenen-gasa-streifen/</link>
		<comments>http://de.globalvoicesonline.org/2009/01/18/brasilien-gedanken-uber-unsere-eigenen-gasa-streifen/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 18 Jan 2009 19:56:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Ruopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
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		<description><![CDATA[Geschrieben vonPaula Góes  &#183; Übersetzt von Martin Ruopp &#183;  engl. Originalartikel 

Text des Graffitis:

ICH WURDE GEBOREN, WEIL SIE MICH LIEBTEN
ICH STARB, WEIL SIE MICH HASSTEN&#8230;
zum Gedenken an
RENAN
GABRIEL
FELIPE
MARCELÃO
THIAGO
Ruhet in Frieden

aus Morro de Samba (Hügel des Samba) in Rio de Janeiro - „Berühmt-berüchtigt für seinen Drogenschmuggel und seine Gewalt, ist Morro de Samba bekannt als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<em>Geschrieben von<a href="http://globalvoicesonline.org/author/paulagoes/">Paula Góes</a>  &middot; Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/martin-ruopp/'>Martin Ruopp</a> &middot;  <a href='http://globalvoicesonline.org/2009/01/11/brazil-reflecting-on-our-very-own-gaza-strips/'>engl. Originalartikel</a></em> 
<br /><p><img class="aligncenter size-full wp-image-55216" title="27491733_8ae3c0a8f5" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/01/27491733_8ae3c0a8f5.jpg" /></p>
<p><strong>Text des Graffitis:</strong></p>
<blockquote>
<p><strong>ICH WURDE GEBOREN, WEIL SIE MICH LIEBTEN<br />
ICH STARB, WEIL SIE MICH HASSTEN&#8230;<br />
zum Gedenken an<br />
RENAN<br />
GABRIEL<br />
FELIPE<br />
MARCELÃO<br />
THIAGO<br />
Ruhet in Frieden</strong></p>
</blockquote>
<p><strong>aus Morro de Samba (Hügel des Samba) in Rio de Janeiro - „Berühmt-berüchtigt für seinen Drogenschmuggel und seine Gewalt, ist <em>Morro de Samba</em> bekannt als eine der gefährlichsten Gemeinden in unserer Region“, Foto von <a href="http://www.flickr.com/photos/beija-flor/">carf</a> unter einer Creative-Commons-Lizenz</strong></p>
<p>Wie der Rest der Welt verfolgen die brasilianischen Blogger genau die Entwicklung des <a href="http://globalvoicesonline.org/specialcoverage/2008-gaza-strip-bombings/">israelisch-palästinensischen Konflikts</a> [en]. Die Meinungen gehen auseinander, aber der Konflikt hat trotz allem die Blogger dazu gebracht, über eines nachzudenken: manch einer spürt, dass die Geschehnisse in Gaza eine Parallele haben in den täglichen Kriegen in den Elendsquartieren quer durchs Land - genannt die eigenen Gazastreifen Brasiliens - wo  [die Gewalt] jeden Tag <a href="http://globalvoicesonline.org/2008/12/13/brazil-brazilian-police-literally-gets-away-with-murder/">viele unschuldige Leben</a> [en] fordert. <a href="http://diplo.uol.com.br/2009-01,a2752">Sérgio Vaz</a> [pt] erklärt:</p>
<blockquote><p>Aqui no Brasil, na Baixa do Sapateiro, faixa de gaza baiana, menino Matheus morreu com um tiro de Fuzil quando saía de casa para comprar pão, no mesmo momento em que a polícia invadia sua favela.<br />
Mera coincidência, ou são sempre os mesmos que sangram nas calçadas, quer seja na faixa de Gaza brasileira ou na Faixa de Gaza Palestina? Será que a sede de sangue nunca cessa?<br />
A Periferia debaixo de tiros, a Palestina debaixo de bombas. Será que deus foi passar o réveillon em Copacabana?</p>
</blockquote>
<div class="translation">Hier in Brasilien, in Baixa dos Sapateiros, dem Gazastreifen von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bahia">Bahia</a> starb ein Junge namens Mattheus durch einen Gewehrschuss, als er aus dem Haus ging um Brot zu kaufen in dem Moment in dem die Polizei in die Favela einmarschierte, in der er lebte.<br />
Ist es nur Zufall, oder sind es immer die gleichen [unschuldigen Menschen], die auf dem Pflaster sterben, sei es im brasilianischen Gazastreifen oder im palästinensischen Gaza? Kann es sein, dass der Blutdurst nie endet?<br />
Die Vorstädte unter Feuer, Palästina unter Bombenteppichen. Kann es sein, das Gott das Neujahrsfest an der Copacabana verbracht hat?</div>
<p>Als er die schockierenden Bilder des Konflikts im Internet sah, musste <a href="http://famintopordeus.blogspot.com/2009/01/israel-vs-hamas-gaza.html">Anderson Vieira</a> [pt] unwillkürlich an die Tage denken, als er regelmäßig in eine der Favelas von Rio de Janeiro kam, wo es nach seinen Worten normal war, dass stark bewaffnete Drogendealer Seite an Seite gingen mit Kindern, schwangeren Frauen und alten Menschen. Immer wieder würde die Polizei dort einen verheerenden Auftritt veranstalten:</p>
<blockquote><p>Acontece que não foram poucas as vezes que em incursões da polícia em morros e favelas cariocas, na troca de tiros, no fogo cruzado, pessoas inocentes acabavam sendo atingidas pelas famosas balas perdidas, que de perdidas não têm absolutamente nada.<br />
A situação da Faixa de Gaza é de certa forma parecida com a das favelas e morros cariocas. Ali em meio aos terroristas do Hamas há crianças, mulheres, homens, cidadãos palestinos inocentes e desprotegidos. À semelhança dos traficantes que se escondem em barracos e casas de moradores a fim de fugir da polícia, os terroristas do Hamas também se valem dessa estratégia no mínimo covarde e se infiltram em casas de inocentes.</p>
</blockquote>
<div class="translation">Es ist so, dass es nicht selten vorkam, das beim Einfall der Polizei in die Favelas von Rio de Janeiro, im Schusswechsel, im Kreuzfeuer, am Ende unschuldige  Menschen von den berühmten Irrläufern getroffen wurden, die in keinster Weise irrlaufen.<br />
Die Situation im Gazastreifen ist gewissermaßen ähnlich wie in den Favelas in Rio. Dort inmitten der Terroristen der Hamas gibt es Kinder, Frauen und Männer, unschuldige und schutzlose palästinensische Bürger. Ähnlich wie die Dealer sich in den Hütten und Häusern verstecken um vor der Polizei zu flüchten, bedienen sich die Terroristen der Hamas dieser zumindest feigen Strategie und schleichen sich in die Häuser Unschuldiger ein.</div>
<p><a href="http://crazyseawolf.blogspot.com/2009/01/terroristas-traficantes-gaza-rio.html">Aparecido José do Rosário</a> [pt] stimmt damit überein und fügt hinzu, dass in diesen Fällen, der Zweck die Mittel heilige:</p>
<blockquote><p>Mas voltando a questão sobre o que Israel deve fazer contra esses ataques, e faço um paralelo com o problema dos morros no Rio de Janeiro. Desculpem-me mas sou um tanto radical nesse sentido. Tenho a minha opinião de que a polícia e/ou exército deve atacar os morros a todo custo. Aqueles que nada tem a ver com os traficantes, que são inocentes devem sair de lá e deixar que as forças militares façam o serviço completo, agora, aqueles que protegem tais traficantes, são cúmplices e tão criminosos quanto eles, e portanto que sofram as conseqüências. Estarei eu sendo insensível?</p>
</blockquote>
<div class="translation">Um auf die Frage zurückzukommen, was Israel gegen diese Angriffe unternehmen solle, ziehe ich eine Parallele mit dem Problem der Hügel in Rio de Janeiro. Entschuldigen Sie mich, ich bin ein bisschen radikal in dieser Hinsicht. Ich bin der Meinung, das die Polizei oder das Militär die Hügel um jeden Preis angreifen muss. Wer nichts mit den Dealern zu tun hat, wer unschuldig ist, sollte von dort verschwinden und die Streitkräfte ganze Arbeit leisten lassen, wer aber die Kriminellen schützt, ist Komplize und daher selbst kriminell, und muss deshalb die Konsequenzen tragen. Bin ich vielleicht unsensibel?</div>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/affotojornalismo/1972068766/"><img class="aligncenter size-full wp-image-55215" title="1972068766_c4d9f05464" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/01/1972068766_c4d9f05464.jpg" /></a></p>
<p><strong>&#8220;27.07.2005 - Die Polizei findet drei verbrannte Leichen in Inhaúma. Die Opfer wurden vermutlich getötet als sie in die Favela kamen um ein von Drogendealern gestohlenes Fahrzeug aus der Favela do Alemão abzuholen.&#8221; Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/affotojornalismo/">Andréa Farias</a>, verwendet unter einer Creative-Commons-Lizenz.</strong></p>
<p><a href="http://blogdasoninha.folha.blog.uol.com.br/arch2008-12-28_2009-01-03.html#2008_12-28_00_58_38-10366234-0">Sonia Fancine</a> [pt], eine junge aufsteigende Politikerin aus São Paulo, sagt, der Hamas die Schuld für den Tod von Zivilisten zu geben sei genau was die brasilianische Polizei mache, wenn sie Todesopfer rechtfertige, indem sie vorgebe die Bevölkerung zu schützen, und „wenn ein Kind durch einen Irrläufer stirbt, dann ist das nur ein unerwünschter Nebeneffekt einer erfolgreichen Aktion“:</p>
<blockquote><p>As mortes &#8220;acidentais&#8221; freqüentemente são justificadas como decorrentes de &#8220;autos de resistência&#8221; (aquelas trocas de tiros que, curiosamente, só deixam marcas de um dos lados) ou como sendo de &#8221; pessoas ligadas ao tráfico&#8221; (aí fica fácil - se mora na favela, é ligado ao tráfico, pronto). Então ficamos assim: as crianças palestinas e das favelas do Rio morreram porque tiveram a idéia de jerico de estar em um lugar cheio de terroristas/ traficantes. E ainda foram botar o corpo bem na frente dos mísseis/ fuzis&#8230; Foi mal aê. Mas da próxima vez, as vítimas que tomem mais cuidado, pô!</p>
</blockquote>
<div class="translation">Die „zufälligen“ Tode werden oft gerechtfertigt als Folge von „Widersetzen“ (diese Schießereien, die, seltsamerweise, nur auf einer Seite Spuren hinterlassen) oder von „Personen mit Bezug zum Drogenhandel“ (das ist dann einfach - wer in einer Favela lebt, hat Bezug zum Drogenhandel und fertig). So ist das also: die Kinder aus Palästina und die der Favelas von Rio sterben, weil sie auf die dumme Idee kommen, sich an einem Ort voller Terroristen / Dealer aufzuhalten, Und dazuhin bringen sie ihren Körper noch genau vor die Raketen / Gewehre&#8230; Tut uns leid. Aber das nächste Mal möchten die Opfer doch besser aufpassen, nicht wahr!</div>
<p>In einem Kommentar zu dem oben zitierten Post, fühlt sich ein Leser namens <a href="http://navblog.uol.com.br/comment.html?postFileName=2008_12-28_00_58_38-10366234-0&amp;idBlog=1246860">Fernando</a> [pt] machtlos angesichts beider Konflikte:</p>
<blockquote><p>E como acabar com tudo isso? Seja no Rio ou lá em Gaza é a mesma coisa: desrespeito ao comum - incompreensão do diferente! E como eu posso ajudar para acabar com tudo isso?</p>
</blockquote>
<div class="translation">Und wie setzt man all dem ein Ende? Sei es in Rio oder dort in Gaza, es ist dasselbe: eine Missachtung des Gemeinsamen, ein Unverständnis der Unterschiede! Und wie kann ich helfen, das alles zu einem Ende zu bringen?</div>
<p><a href="http://albertoprass.blogspot.com/2008/12/israel-um-lugar-ridculo.html">Alberto Ricardo Präss</a> [pt] findet, das Brasilien mit dem Boykott israelischer Waren helfen solle, und erinnert sich an die Situation als er dort im Jahr 1985 sechs Monate lang lebte. Er schließt mit den Worten, dass Brasilien nicht weit entfernt davon sei:</p>
<blockquote><p>Não é de se espantar que homens bombas surjam sem parar naquelas bandas. É muito evidente que pessoas acuadas tendem a ter reações radicais para sobreviver. Mais ou menos como os moradores das favelas do Rio, que reagem por estar sem muita saída.</p>
</blockquote>
<div class="translation">Es nimmt nicht Wunder, dass in diesen Streifen ständig Bombenattentäter auftauchen. Es ist ganz offensichtlich, dass bedrängte Menschen zu radikalen Reaktionen tendieren um zu überleben. Mehr oder weniger wie die Bewohner der Favelas in Rio, die darauf reagieren, dass sie kaum einen Ausweg haben.</div>
<p>Andererseits meint <a href="http://blogdomrx.blogspot.com/2008/12/israel-prova-da-existncia-de-deus.html">Mr X</a> [pt], ein Unterstützer Israels, dass der israelisch-palästinensische Konflikt nicht <a href="http://globalvoicesonline.org/2009/01/09/from-kivu-to-gaza-how-the-media-choose-the-conflicts-they-cover/">so viel Aufmerksamkeit der Medien</a> [en] oder öffentliches Aufsehen verdient hat, im Vergleich zu anderen Konflikten auf der Welt, darunter dem in Brasilien:</p>
<blockquote><p>Mata muito menos do que qualquer conflito na África hoje em dia, menos do que a cólera no Zimbabwe, menos até do que os tiroteios nas favelas do Rio de Janeiro.</p>
</blockquote>
<div class="translation">Er tötet viel weniger als jeder Konflikt im heutigen Afrika, weniger als die Cholera in Simbabwe, weniger noch als die Schießereien in den Favelas von Rio de Janeiro.</div>
<p><a href="http://taniacelidonio.blogspot.com/2009/01/travei.html">Tania Celidonio</a> [pt] sagt, dass sie schockiert ist von den täglichen Berichten über die Gewalt im Nahen Osten, aber dass die Gewalt in Rio de Janeiro zum Klischee geworden sei:</p>
<blockquote><p>Motorista da ONU assassinado, trinta civis palestinos mortos num abrigo, fim da ajuda humanitária&#8230;. Juro que travei. E ainda por cima, aqui na faixa tupiniquim do Rio de Janeiro, os tiros não esperaram passar a primeira semana de 2009. Os morros da Babilônia e Chapéu Mangueira foram sacudidos por várias saraivadas. Nós, do asfalto, ficamos torcendo para que nada de muito ruim aconteça por lá. O pior são as centenas de trabalhadores que voltam para suas casas, no cair da noite, e são recebidos por esse ambiente de terror que já virou rotina nos morros da cidade.</p>
</blockquote>
<div class="translation">Ein Fahrer der UNO ermordet, dreißig tote palästinensische Zivilisten in einem Schutzraum, die humanitäre Hilfe wird beendet&#8230; Ich schwöre, ich bin zusammengesackt. Und obendrein hier im <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Tupiniquim"><em>Tupiniquim</em></a>-Streifen [en] in Rio de Janeiro, warteten die Schüsse nicht bis zum Ende der ersten Woche von 2009. Die Hügel von Babilônia und Chapéu Mangueira wurden erschüttert durch allerhand Schießereien. Wir vom Asphalt [„vom Asphalt“ ist ein Slangwort für „aus den Favelas“] bitten und beten, dass hier nichts  Schlechtes passiert. Das Schlimmste wäre, dass hunderte von Arbeitern in der Abenddämmerung in ihre Häuser zurückkehren und empfangen werden von diesem Umfeld des Terrors, das schon zur Routine geworden ist auf den Hügeln der Stadt.</div>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-55189" title="israeli2" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/01/israeli2.jpg" /></p>
<p><strong>„Alter Knabe, ist das die richtige Zeit um in Bonsucesso herumzulaufen?“ – Der <a href="http://blogdobonitao.blogspot.com/2009/01/no-segundo-dia-de-ofensiva-terrestre.html">Blog do Bonitão&#39;s charge</a> [pt] verlegt den israelisch-palästinensischen Konflikt in einen Bezirk Rio de Janeiros, der von Favelas umgeben ist und von extremer Gewalt erschüttert wird.</strong></p>
<p>In <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pernambuco">Pernambuco</a> hat der Mordzähler des <a href="http://www.pebodycount.com.br/post/postUnico.php?post=1005">PEBodyCount</a>-Blogs [pt], der tägliche Statistiken zur Kriminalitätsrate liefert, in den 11 ersten Tagen des neuen Jahres 81 Morde allein in diesem Staat gezählt. Der Blog zählte 4525 Morde im Jahr 2008, 4592 im Jahr 2007 und 4638 im Jahr 2006. Die Zahl nimmt ab, aber:</p>
<blockquote><p>&#8220;Raciocinar que 78 pessoas a menos (pelas contas do Governo, pelas nossas, foram 67) perderam a vida não quer dizer que foram salvos 78 seres humanos. Continuamos tendo mais de 4.500 assassinatos. É um patamar que coloca nosso estado entre os locais mais violentos do mundo. São poucos os países que tem tantos crimes de morte por ano. A mudança tão apregoada precisa começar de verdade.&#8221;</p>
</blockquote>
<div class="translation">„Zu denken, dass 78 Menschen weniger (nach der Zählung der Regierung, nach unserer waren es 67) ihr Leben verloren, ist etwas anderes, als das 78 Menschenleben gerettet wurden. Wir haben weiterhin mehr als 4500 Morde. Unter dem Strich katapultiert das unseren Staat unter die gewalttätigsten Gegenden der Welt. Der so viel verkündete Wandel muss wirklich beginnen.“</div>
<div class="contributors">Geschrieben in Zusammenarbeit mit <a href="http://globalvoicesonline.org/author/deborah-goldemberg/">Deborah Icamiaba</a> [en].</div>
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		<title>Brasilien: Chemikalie tötet 80 Tonnen Fische in Rio de Janeiro</title>
		<link>http://de.globalvoicesonline.org/2008/12/10/brasilien-chemikalie-totet-80-tonnen-fische-in-rio-de-janeiro/</link>
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		<pubDate>Wed, 10 Dec 2008 14:21:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Ruopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelle Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
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		<description><![CDATA[Geschrieben vonPaula Góes  &#183; Übersetzt von Martin Ruopp &#183;  engl. Originalartikel 
Während die Aufmerksamkeit der meisten Brasilianer den tragischen Fluten in Santa Catarina galt, kam eine weitere Umweltkatastrophe über das Land, dieses Mal im Bundesstaat Rio de Janeiro. Am 18. November lief das tödliche Pestizid Endosulfan in den Pirapetinga, einen Nebenfluss des Paraíba [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<em>Geschrieben von<a href="http://globalvoicesonline.org/author/paulagoes/">Paula Góes</a>  &middot; Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/martin-ruopp/'>Martin Ruopp</a> &middot;  <a href='http://globalvoicesonline.org/2008/12/09/brazil-deadly-chemical-leak-kills-80-ton-fish-in-rio-de-janeiro/'>engl. Originalartikel</a></em> 
<br /><p>Während die Aufmerksamkeit der meisten Brasilianer den tragischen <a href="http://globalvoicesonline.org/2008/11/30/brazil-under-flood-bloggers-form-solidarity-networks/">Fluten in Santa Catarina</a> galt, kam eine weitere Umweltkatastrophe über das Land, dieses Mal im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rio_de_Janeiro_(Bundesstaat)">Bundesstaat Rio de Janeiro</a>. Am 18. November lief das tödliche Pestizid <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Endosulfan">Endosulfan</a> in den Pirapetinga, einen Nebenfluss des <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Para%C3%ADba_do_Sul">Paraíba do Sul</a> [<a href="http://pt.wikipedia.org/wiki/Imagem:Bacia_leste.jpg">Karte</a>] und tötete tausende Fische - über 80 Tonnen - in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Resende_(Brasilien)">Resende</a> und anderen Nachbarstädten. Der Vorfall unterbrach auch die Wasserversorgung für 7 Städte des Gebiets. Die Tragödie verschlimmerte sich noch, da sie sich während der Brutzeit vieler Arten ereignete, von denen manche von der Ausrottung gefährdet sind. <a href="http://blogdasibucs.blogspot.com/2008/11/desastre-ecolgico.html">Cintia Sibucs</a> [pt] sagt, sie sei traurig, außer [toten] Fischen auch tote <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Capybara">Wasserschweine</a> und sogar Vögel zu sehen:</p>
<blockquote><p>Pela quantidade de peixes e animais mortos, pode-se dizer que será necessário uns dez anos ou mais para que toda essa vida volte ao que era antes. O produto químico Endosulfan, usado na fabricação de inseticidas, é usado pela empresa que fica em Resende. O acidente gerou ainda mais transtornos pois o serviço de água e esgoto suspendeu a captação de água por uns dias, deixando a população em alerta.<br />
Agora, depois de tanta tristeza de ver milhares de peixes e capivaras mortas, o que resta é recolher o que restou. Desde sábado (22/11) as prefeituras de Volta Redonda e Barra Mansa estão num trabalho ininterrupto de recolhimento dos peixes, que já estava causando forte mau cheiro.</p>
</blockquote>
<div class="translation">
Nach der Menge an toten Fischen und Tieren läßt sich abschätzen, dass es zehn Jahre oder mehr dauern wird, bis all das Leben wieder zurückkehren wird, wie es früher war. Die Chemikalie Endosulfan, die für die Herstellung von Insektiziden benutzt wird, wird gebraucht von der Fabrik in Resende. Der Unfall hat für noch mehr Unruhe gesorgt, da die Zu- und Abwasserdienste die Wassergewinnung einige Tage lang angehalten haben, was die Bevölkerung alarmiert hat.<br/><br />
Nach soviel Trauer über tausende von toten Fischen und Wasserschweinen bleibt uns nun, einzusammeln, was übrigbleibt. Seit Samstag dem 22.11. sammeln die Stadverwaltungen von Volta Redonda und Barra Mansa pausenlos Fische, die schon einen üblen Geruch verbreiten.</div>
<p><img class="size-full wp-image-53755" title="dsc09408" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2008/12/dsc09408.jpg" alt="" /></p>
<p>Ein totes Wasserschwein von <a href="http://robertomoraes.blogspot.com/2008/11/capivara-e-tartaruga-tambm-vtimas-da.html">Roberto Morais&#39;</a> Blog</p>
<p>Das Leck wurde entdeckt nach einer Untersuchung der Umweltbehörde von Rio de Janeiro, die von einem Massenfischsterben in den Flüssen Pirapetinga und Paraiba do Sul alarmiert wurde. Die Firma Servatis in Resende, die für die Düngerfabrik verantwortlich ist, gestand zu, dass 1500 Liter Endosulfan ausgeflossen seien und gab an, dass dies durch <a href="http://www.portalmax.com.br/servatis/ver_noticias.php?id=48">menschliches Versagen beim Anschließen eines Tanklastwagen</a> [pt] verursacht worden sei. In einem Post mit dem Titel &#8220;Kein Risiko außer dem Tod&#8221; hinterfragt <a href="http://urgente.blogspot.com/2008/11/alm-da-morte-nenhum-risco.html">Vitor Menezes</a> [pt] die Stellungnahme der Firma, die kaum einen Tag nach dem Unfall behauptete, die Situation sei unter Kontrolle:</p>
<blockquote><p>A empresa Servatis, responsável pelo vazamento do pesticida endosulfan no rio Paraíba do Sul, afirmou <a href="http://www.portalmax.com.br/servatis/ver_noticias.php?id=31">aqui</a> em seu site que, de acordo com a sua gerência de meio ambiente, a concentração do produto no rio havia caído a zero e não havia &#8220;mais risco à fauna&#8221;. Os peixes do <a href="http://urgente.blogspot.com/2008/11/vida-agoniza-no-paraba.html">post abaixo</a> não devem ter recebido o recado.</p>
</blockquote>
<div class="translation">Die Firma Servatis, verantwortlich für das Auslaufen des Pestizids Endosulfan in den Fluss Paraíba do Sul, bestätigte <a href="http://www.portalmax.com.br/servatis/ver_noticias.php?id=31">hier</a> [pt] auf ihrer Website, dass nach Auskunft ihres Umweltmanagements, die Konzentration der Chemikalie im Fluss auf null gefallen sei und es „kein Risiko mehr für die Fauna“ gäbe. Die Fische <a href="http://urgente.blogspot.com/2008/11/vida-agoniza-no-paraba.html">im folgenden Post</a> haben diese Nachricht wohl nicht erhalten.</p>
</div>
<p><img class="size-full wp-image-53756" title="dsc09113-2" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2008/12/dsc09113-2.jpg" alt="" /></p>
<p>Tote Fische, fotografiert von Ricardo Terra, Lehrer für Umweltingenieurwesen, von <a href="http://robertomoraes.blogspot.com/2008/11/sem-palavras.html">Roberto Morais&#39;</a> Blog</p>
<p>Wie später entdeckt wurde, waren mehr als die von Servatis genannten 1500 Liter des Insektizids Endosulfan ausgelaufen. Das Produkt war bei der Entladung eines Tanklasters mit 30000 Liter Kapazität ausgelaufen, aber nur 12000 Liter  vermischt mit Regenwasser konnten in den Auffangbecken der Firma zurückgewonnen werden. Servatis gab später zu, das mindestens 8000 Liter ausgelaufen seien - im Gegensatz zu dem, was es eine Woche vorher hatte verlautbaren lassen. Rechtsanwalt und Umweltschützer <a href="http://luizfelipemunizdesouza.zip.net/arch2008-11-16_2008-11-30.html#2008_11-27_20_07_57-117598288-0">Luiz Felipe Muniz de Souza</a> [pt] kommentiert die Konsequenzen für die Menschen vor Ort:</p>
<blockquote><p>Várias comunidades pesqueiras afetadas estão impedidas de trabalhar e nem sabem ao certo quando poderão retornar, pois a ação do inseticida, mesmo tão distante do ponto em que foi despejado pelos criminosos, e mesmo estando tão diluído – devido ao volume do próprio Rio Paraíba do Sul e devido ao volume d’água das intensas chuvas regionais –, continua provocando mortandade de peixes em toda a foz do Paraíba do Sul, e nas praias do município de São João da Barra e de São Francisco do Itabapoana. Os criminosos ambientais, que inicialmente se omitiram e mentiram sobre a quantidade do produto arremessado no rio, depois admitiram que foi uma quantidade 10 vezes maior do que a declarada, diante de tantos peixes mortos!</p>
</blockquote>
<div class="translation">Mehrere betroffene Fischergemeinden wurden am Arbeiten gehindert, und sie wissen nicht, wann sie ihre Tätigkeit wieder aufnehmen können, da die Wirkung des Insektizids selbst weit entfernt von dem Punkt, wo es von den Kriminellen ausgekippt wurde, und selbst so verdünnt - durch die Wassermassen des Paraíba do Sul und durch die Massen von Regen in der Gegend - weiterhin den Tod von Fischen an der ganzen Paraíba-do-Sul-Mündung und an den Küsten von São João da Barra und von São Francisco do Itabapoana verursacht. Die Umweltkriminellen, die zuerst nichts getan und über die Menge der in den Fuß gekippten Chemikalien gelogen hatten, gaben zu, dass es eine zehn Mal größere Menge als angegeben war, angesichts so vieler toter Fische!</div>
<p><img class="size-full wp-image-53758" title="dsc09219" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2008/12/dsc09219.jpg" alt="" /></p>
<p><span style="font-weight: bold;">Photo from <a href="http://robertomoraes.blogspot.com/">Blog do Roberto Morais</a></span></p>
<p>Servatis erhielt eine Strafe von 33 Millionen R$  (ungefähr 10 Millionen €), <a href="http://www.portalmax.com.br/servatis/ver_noticias.php?id=39">wogegen das Unternehmen Widerspruch eingelegt hat</a> [pt], und eine 20-tägige Betriebsperre. Der Betrieb wurde am heutigen 9. Dezember wieder in allen Abteilungen aufgenommen, mit Ausnahme der Endosulfanproduktion. <a href="http://biotribo.blogspot.com/2008/12/servatis-volta-operar-nesta-tera-feira.html">BIOTRIBO</a> [pt] reagiert auf die Nachrichten:</p>
<blockquote><p>Mais uma vez o poder público zomba de nós! Sem que nada tenha sido feito para minimizar os danos ao Rio Paraíba a empresa “Servatis volta a operar nesta terça-feira” (&#8230;) Em menos de um mês, desde o acidente ambiental, a auditoria realizada por empresa privada solicitada pela SEA foi rapidamente concluída, e sem que houvesse tempo hábil para a realização de uma segunda auditoria ou para que se analisasse a fundo o conteúdo do documento - medidas que poderiam dar mais garantias sobre os processos e ajustes da empresa para a segurança da população - a Servatis abre!</p>
</blockquote>
<div class="translation">Ein Mal mehr treibt die Staatsmacht mit uns ihre Späße! Ohne irgend etwas zu tun, um den Schaden am Paraíba zu verringern wird die Firma „Servatis ihren Betrieb diesen Dienstag wieder aufnehmen“ (&#8230;) Noch nicht einmal einen Monat nach dem Umweltunfall wurde der Audit einer Privatfirma im Auftrag der Umweltbehörde SEA rasch abgeschlossen, ohne dass Zeit für einen zweiten Audit oder eine gründlichere Analyse des Dokuments geblieben wäre - Maßnahmen, die mehr Sicherheit für die Prozesse und Einstellungen des Unternehmens hätten garantieren können - Servatis macht auf!</div>
<p><img class="size-full wp-image-53757 aligncenter" title="dsc09421" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2008/12/dsc09421.jpg" alt="" /></p>
<p>Eine tote Schildkröte, von <a href="http://robertomoraes.blogspot.com/2008/11/ainda-en-guandu-mais-consequncias-da.html">Roberto Morais&#39;</a> Blog</p>
<p>Der Blog <em><a href="http://atrolha.blogspot.com/2008/11/ainda-sobre-o-rio-paraba-lei-os.html">A TroLhA</a></em> [pt] drückt die Gefühle aus, dass die brasilianische Umweltgesetzgebung mit zweierlei Maß mist:</p>
<blockquote><p>O aparato de fiscalização ambiental quando se trata da persecução das medidas de controle e defeso de espécies (alías, necessárias), tem se mostrado eficiente em coibir as infrações cometidas por pescadores e populações que dependem dessa atividade, e que geralmente, ocupam os andares mais baixos da nossa pirâmide social&#8230; Por outro lado, quando se trata de estender essa eficiência aos empresários e industriais, que exploram atividades econômicas que trazem sérios riscos ao ecossistema no qual estão inseridos, nossos órgãos ambientais são de uma leniência e ineficácia vergonhosa&#8230; Direito a propriedade e a livre iniciativa não podem se sobrepor ao direito a vida&#8230;Bom, pelo menos não deveriam&#8230;</p>
</blockquote>
<div class="translation">Der Apparat der Umweltpatrouillen hat - soweit es um (leider notwendige) Maßnahmen zur Kontrolle und Schutz von [bedrohten] Arten geht - sich darin als effizient erwiesen, Vergehen zu verhindern von Fischern und von Menschen, die von dieser Tätigkeit abhängig sind, und die im Allgemeinen die untersten Schichten unserer Gesellschaftspyramide bevölkern&#8230; Auf der anderen Seite, wenn es darum geht, diese Effizienz auf die Unternehmer und Industriellen auszudehnen, die Geschäften nachgehen, die ernsthafte Risiken für die Ökosysteme nach sich ziehen in die sie eingefügt werden, sind unsere Umwelt-Behörden von einer schändlichen Milde und Ineffizienz&#8230; Das Recht auf Eigentum und freies Unternehmertum kann dem Recht auf Leben nicht übergeordnet sein&#8230; Gut, mindestens sollte es das nicht&#8230;</div>
<p><a href="http://ruicamejo.blogspot.com/2008/11/empresa-que-derramou-inseticida-no-rio.html">Rui Camejo</a> [pt] erinnert uns daran, dass dies nicht das erste Mal war, dass Servatis die Umwelt geschädigt hat. Nach Auskunft des Bloggers, war genau diese Firma vor ungefähr drei Jahren verantwortlich für das Auslaufen des Insektizids <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dimethoat">Dimethoat</a>. Der Blogger <a href="http://norrivalduarte.blogspot.com/2008/11/empresa-que-derramou-inseticida-no-rio.html">Norival Duarte</a> gibt diesen Post wieder und kommentiert weiter:</p>
<blockquote><p>E essa denúncia não deve se limitar a essa fronteira, à foz desse afluente: deve ser estendida a toda a bacia hidrográfica desse que é, seguramente, um dos mais importantes rios do Brasil, dada a sua relevância nos aspectos sociais e econômicos de toda a região que ela tão generosamente abraça.</p>
</blockquote>
<div class="translation">Und diese Anklage sollte nicht auf diese Grenze beschränkt sein, auf die Mündung des Nebenflusses: sie sollte auf das ganze Flussgebiet ausgedehnt werden, einem der wichtigsten für Brasilien, da es so wichtig in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht ist für die ganze Region, die es so großzügig umarmt.</div>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-53761" title="dsc09216" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2008/12/dsc09216.jpg" alt="" /><img class="alignnone size-full wp-image-53760" title="dsc09299-2" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2008/12/dsc09299-2.jpg" alt="" /><img class="alignnone size-full wp-image-53762" title="dsc09265" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2008/12/dsc09265.jpg" alt="" /><img class="alignnone size-full wp-image-53763" title="pb260117" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2008/12/pb260117.jpg" alt="" /></p>
<p><strong>Fotos vom <a href="http://robertomoraes.blogspot.com/">Blog von Roberto Morais</a></strong></p>
<p>Der Fluss Paraíba do Sul, der durch die Vereinigung der Flüsse Paraibuna und Paraitinga entsteht, beginnt in der Serra da Bocaina im Bundesstaat São Paulo und läuft 1120 km bis zur Mündung in Atafona [bei São João da Barra] im Norden des Bundesstaats Rio de Janeiro. Das Einzugsgebiet des Paraíba do Sul erstreckt sich über drei Bundesstaaten São Paulo, Minas Gerais und Rio de Janeiro und wird mit ungefähr 57000 km² als eines der drei flächengrößten Fluß-Einzugsgebiete angesehen.</p>
<p>Endosulfan, dass in vielen Ländern der Welt verboten ist, wird häufig verwendet, um eine Vielzahl von Insekten und Milben unter Kontrolle zu halten. In Europa ist sein Gebrauch verboten und die <a href="http://www.ejfoundation.org/page246.html">Environmental Justice Foundation</a> führt eine Kampagne, die die Leute dazu bewegen soll, Druck auf ihre nationalen Regierungen auszuüben, Endosulfan zu verbieten und diese Chemikalie auf die Liste der Stockholmer Konvention zu setzen [<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stockholmer_Konvention">Wikipedia</a> und <a href="http://www.pops.int/">Website der Stockholmer Konvention</a> ].</p>
<p><img class="size-full wp-image-53764" title="acidente" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2008/12/acidente.jpg" alt="" /></p>
<p><strong>Photo vom Blog von <a href="http://robertomoraes.blogspot.com/2008/11/ainda-en-guandu-mais-consequncias-da.html">Roberto Morais</a></strong></p>
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