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Artikel vom Kurzmeldungen

Google Art Project zeigt ab jetzt Streetart aus der Ukraine

Street-art des ukrainischen Kollektivs Dobrye Ludi. Foto von respublicafest.com.

Streetart des ukrainischen Kollektivs Dobrye Ludi. Foto von respublicafest.com.

Ukrainische Graffitis und Streetart, bis dato allein Einheimischen und in den Straßen ukrainischer Städte flanierenden Touristen vorbehalten, ist jetzt auch für Internetnutzer aus der ganzen Welt zugänglich. Google Art Project, eine umfangreiche Online-Sammlung von Kunstwerken unterschiedlichster Genres und Epochen, kuratiert vom Google Cultural Institute, zeigt ab jetzt eine Sammlung ukrainischer Streetart.

Art by M-97.

Art by M-97.

Streetart war zum ersten Mal im Juni 2014 bei Google Art Project zu sehen, heute zeigt die Webseite mehr als 10.000 hochauflösende Streetart-Werke von 86 Künstlerkollektiven aus 34 Ländern. Die neu hinzugefügten Ukrainischen Werke stammen von Teilnehmern des “Respublica“, einem internationalen Streetart-Festival, und steuern zu einer umfangreichen Sammlung von Bildern bei, die bei dem Versuch, Graffiti und Wandmalereien vor ihrem Verschwinden zu archivieren, festgehalten wurden.

Стріт-арт перетворює вулиці міст у відкриті галереї. На жаль, ця форма мистецтва є дуже ефемерною – вона може існувати сьогодні, а вже завтра зникне назавжди. За допомогою Google Art Project ми намагаємось зберегти вуличні шедеври та зробити їх доступними для всіх.

Streetart verwandelt Straßen in offene Galerien. Leider ist diese Art von Kunst eher kurzlebig – was heute noch ist, kann schon morgen für immer verschwunden sein. Mit dem Google Art Project versuchen wir, die Meisterwerke von der Straße zu erhalten und sie allen zugänglich zu machen.

Art by Kislow.

Kunst von Kislow.

Mehr als 200 Akademiker unterzeichnen Erklärung zur Unterstützung eines Anti-Junta Professors in Thailand

Somsak Jeamteerasakul. Photo from Prachatai website.

Somsak Jeamteerasakul. Das Foto stammt von der Prachatai Website.

Mehr als 200 Akademiker aus aller Welt unterzeichneten eine Erklärung, in dem sie dem Historiker und Professor-Kollegen Dr. Somsak Jeamteerasakul ihre Unterstützung zusichern. Dieser wurde vor kurzem von der Thammasat Universität entlassen. Der thailändische Wissenschaftler, der seit über zwei Jahrzehnten unterrichtet hatte, ist ein Kritiker des Junta Regimes, das im Mai 2014 die Macht ergriffen hat.

Das Dokument rief die Thammasat Universität und weitere Institutionen höherer Bildung eindringlich auf, die akademische Freiheit und die der Meinungsäußerung aufrecht zu erhalten:

To think differently is not a crime. If one cannot do so within the walls of the university, spaces of learning and the pursuit of truth, then the space to do so outside those walls will dwindle as well.

Anders zu denken ist kein Verbrechen. Wenn dies in den Räumen einer Universität oder anderen Instituten der Bildung und Wahrheitsfindung nicht mehr möglich ist, dann wird auch der Freiraum außerhalb dieser Räume schwinden.

Argentinien schafft ein Register für Dolmetscher indigener Sprachen

Enia Pilagá de la provincia de Formosa - Imagen de Laura Schneider

Angehörige der Ethnie Pilagá in der Provinz Formosa, Argentinien – Foto von Laura Schneider

Nach dem Fall der Quetchua-sprachigen Bolivianerin Reina Maraz, die in Argentinien für drei Jahre inhaftiert war, ohne zu wissen warum, hat der Gerichtshof der Provinz Buenos Aires dem Aufbau eines Registers für Dolmetscher indigener Sprachen zugestimmt. 

Laut einer Studie des Nationalen Instituts für indigene Angelegenheiten (INAI) aus dem Jahr 2004/2005, die sich auf die Daten der Zusatzbefragung von indigenen Völkern stützt, wird die Existenz von 38 indigenen Völkern in Argentinien anerkannt:

Los pueblos con mayor población a nivel nacional en orden descendente son: el pueblo Mapuche con 113.680, el pueblo Kolla con 70.505 y el pueblo Toba con 69.452 habitantes. En cuanto a los de menor población, se encuentran los pueblos Quechua con 561, los Chulupí con 553, los Sanavirón con 528, los Tapiete con 484 y por último, el pueblo Maimará con 178 habitantes.

Argentiniens größte indigene Bevölkerungsgruppen in absteigender Reihenfolge sind: das Volk der Mapuche mit 113.680 Angehörigen, das Volk der Kolla mit 70.505 und das Volk der Toba mit 69.452 Angehörigen. Zu den kleinsten Bevölkerungsgruppen gehören: Quechua mit 561 Angehörigen, Chulupí mit 553, Sanavirón mit 528, Tapiete mit 484 und schließlich das Volk der Maimará mit 178 Angehörigen.

In Peru gibt es bereits ein ähnliches Register, das Register der Dolmetscher für indigene und originäre Sprachen, und in Bolivien gibt es das „Allgemeine Gesetz für Sprachpolitik und für die sprachlichen Rechte der indigenen Völker“, dessen Ziele folgende sind:

1. Reconocer, proteger, promover, difundir, desarrollar y regular los derechos lingüísticos individuales y colectivos de los habitantes del Estado Plurinacional de Bolivia.

2. Generar políticas públicas y obligaciones institucionales para su implementación, en el marco de la Constitución Política del Estado, convenios internacionales y disposiciones legales en vigencia.

3. Recuperar, vitalizar, revitalizar y desarrollar los idiomas oficiales en riesgo de extinción, estableciendo acciones para su uso en todas las instancias del Estado Plurinacional de Bolivia.

1. Anerkennung, Schutz, Förderung, Verbreitung, Entwicklung sowie die Regulierung individueller und kollektiver linguistischer Rechte der Bürger des Plurinationalen Staates von Bolivien.

2. Die Umsetzung erfolgt durch öffentliche Politikarbeit und institutionelle Rahmenbedingungen, die innerhalb der staatliche Verfassung, internationaler Konventionen und der geltenden rechtlichen Bestimmungen geschaffen werden.

3. Wiedererlangung, Belebung, Neubelebung und Förderung der offiziell vom Aussterben bedrohten Amtssprachen, sowie die Einführung von Maßnahmen um ihren Gebrauch in allen Instanzen des Plurinationalen Staates von Bolivien zu gewährleisten.

Als ugandischer Abgeordneter lässt es sich gut leben

Die Bloggerin Prudence erklärt, dass es eine sehr lukrative Angelegenheit ist, Teil der ugandischen Legislative zu sein:

Freunde, als ugandischer Abgeordneter lässt es sich gut leben.

Du musst dich nur mit ein paar Päckchen Salz, ein paar Stücken Seife, ein bisschen Zucker und ein paar Spenden für die örtliche Kirchengemeinde ins “August House” einkaufen. Aber pass auf, dass du das richtige Diplom in der Tasche hast, denn wenn dich dein politischer Gegner nicht für ausreichend qualifiziert hält, ist das ein Grund zum Rausschmiss.

In diesem Job verdienst du jeden Monat haufenweise Geld, egal, ob du Parlamentssitzungen besuchst oder ob du dich auf deiner Farm um dein Vieh kümmerst, du reist ins Ausland mit großzügigen Spesensätzen, du kannst dich in Sitzungen zurückhalten, Solitär auf deinem iPad spielen oder ein Nickerchen machen – entspann dich, niemand wird dich dafür verantwortlich machen.

Video: Indigener Stamm am Amazonas protestiert gegen Bau eines Staudamms

Alle Links führen, soweit nicht anders ersichtlich, zu portugiesischsprachigen Webseiten.

Angehörige der ethnischen Gruppe der Munduruku kämpfen gegen den Bau des Staudammes São Luiz do Tapajós im brasilianischen Staat Pará. Der Bau dieses Dammes würde bedeuten, dass 700,000 km² ihres Heimatlandes geflutet werden.

Die brasilianische Bundesregierung plant bis zu fünf Dämme im Fluss Tapajós River anzulegen, wo Dutzende indigener Gemeinschaften ihren Lebensraum haben. Zusammen mit dem Damm São Luiz do Tapajós war auch der Baubeginn des Jatobá Dammes für 2015 vorgesehen. Soziale und umwelttechnische Hindernisse haben den Beginn jedoch bis mindestens 2020 verschoben. Beide Staudämme würden zusammen insgesamt 7 Milliarden US Dollar kosten.

Die Munduruku sagen, sie seien nicht zu dem Projekt befragt worden. Schon seit Jahren üben die Munduruku der Sawré Maybu Gemeinschaft, die durch den Bau des São Luiz do Tapajós Dammes direkt betroffen wären, Druck auf die Bundesregierung aus, ihr Land abzugrenzen. Eine solche Abgrenzung würde bei der Fortsetzung des Staudammprojektes ein rechtliches Hindernis darstellen.

Die Filmschaffende Nayana Fernandez hat einen Dokumentarfilm über dieses Thema produziert.

UPDATE 09/12/2014: Gemeinsam mit weiteren Organisationen hat Nayana Fernandez eine Crowdfunding Kampagne gestartet. Ziel dieser Kampagne ist es, den Munduruku zu helfen Druck auf die Regierung auszuüben, damit diese den Lebensraum des Stammes demarkiert. Auch sollen beide Organisationen öffentlich aktiv werden- es soll eine Webseite erstellt und übersetzt werden – und der Dokumentarfilm wird in der Sprache der indigenen Gemeinschaft vertont (die Mehrheit der Mundurku spricht kein Portugiesisch). Unterstützer/-innen können auch spenden, beginnend bei US$10. 

Wie Mumbais Schulkinder große Ideen über Technologie und Innovation haben

Alle Links in diesem Artikel führen, soweit nicht anders ersichtlich, zu englischsprachigen Webseiten

A screen grab of the video (click the photo to watch)

Ein Screenshot des Videos der Organisation Atma.

Der Autor @sutarcv arbeitet als Kommunikationskoordinator mit Atma.

Vor kurzem haben Kinder einer örtlichen Schule in Mumbai ihre Meinung über Innovationen, Technologie, Umwelt und Geld in einem von Atma erstellten Videofilm geäußert. Atma ist eine gemeinnützige, pädagogische Organisation und hat die Mission Initiativen zur Hilfe von unterprivilegierten Kinder von Indien zu unterstützen.

Dieses Video ermöglicht es, einen Einblick in die Gedanken der Kinder von örtlichen Gemeindeschulen zu gewinnen. Viele von sind schwierigen Bedingungen ausgesetzt, wie z.B. das Aufwachsen in einer schlechten Nachbarschaft oder das Zusammenleben mit einem alkoholsüchtigen Elternteil.

Ein Mädchen berichtet zum Beispiel in dem Video, dass sie eine neue Technologie erfinden möchte, die es den Menschen ermöglicht auf Wunsch zu fliegen. Ein anderes möchte eine Geldbörse entdecken, in der das Geld nie ein Ende findet. Was neue Technologien betrifft hat es den Anschein, dass die Kinder der Schule sehr begeistert sind. Sie kennen die Nachrichtendienste WhatsApp, Email und Google. Allerdings erfährt man durch die Gespräche mit den Kindern auch, dass ihr Zugang zum Internet beschränkt ist.

Inish Merchant kommentierte in dem folgenden Video den Facebookeintrag von Atma: 

Ich wünschte die Regierung begänne, IT-Unterricht als Teils ihres Lehrplans zu geben.

Die faszinierendsten Antworten bekam ich auf eine hypothetische Frage: Was würden sie machen, wenn sie sehr viel Geld hätten? Manche sagten, sie würden für ihre Eltern sparen, andere antworteten, sie würden es spenden oder Menschen mit Behinderungen helfen. Ein paar sagten auch, sie würden zuerst etwas für sich erschaffen und dann etwas für andere machen.

Prateek U Keshari, Kommunikationsexperte von Make A Difference (Mach einen Unterschied), einer gemeinnützigen Organisation, die mit Straßen – und Waisenkindern arbeitet, schrieb:

Das ist wunderbar! Wenn bloß mehr Erwachsene durch die Augen eines Kindes nach Möglichkeiten von Ideen suchen würde! 

Aids-Aktivistin in Honduras aus den Händen von Entführern befreit

Keren Jemima Dunaway González,  eine Teenagerin, die sich in Honduras im Kampf gegen Aids engagiert und am Dienstag in der Stadt San Pedro Sula entführt worden war, ist wieder frei.

Drei bisher noch nicht identifizierte Männer packten die 18-jährige Keren und ihre Mutter in der Nähe des Büros der Stiftung Llantos, Valor y Esfuerzo (Llaves), die HIV-infizierte Kinder unterstützt. González, die Leiterin der Stiftung, konnte befreit werden. Keren wurde jedoch zunächst weiter gefangen gehalten.

Die Polizei gab an, die Entführer hätten Lösegeld gefordert. Als ihre Mutter ihnen aber versicherte, dass die Familie kein Geld habe, hätten die Entführer sie freigelassen.

San Pedro Sula gehört zu den gefährlichsten Städten der Welt mit der höchsten Mordrate der Welt. Im Jahr 2014 kamen auf 100.000 Einwohner 187 Morde.

Film: Ein Transgender-Mädchen aus Uganda kämpft für ihr Recht auf Liebe

“Rough Studios”, ein kleines schwedisches Produktionsunternehmen, hat die erste Folge einer Dokumentationsserie über Transgender in Uganda veröffentlicht.

We enter the life of Cleopatra Kambugu, a Ugandan transgender girl who was forced to flee to Kenya after being “outed” as homosexual in one of Uganda's major tabloids. It is a story about love, hate and being transgender, in one of the worlds most homophobic places.

Our goal with this film has always been to make a difference. Whether it is to change peoples hearts, their perception of a transgender person or the prejudice people have towards the LGBT community.
Uganda is a country which for long have been criticized for the discriminations against the LGBTI community.

Wir betreten das Leben der Cleopatra Kambugu, ein ugandisches transgender Mädchen, welches gezwungen war nach Kenya zu flüchten, nachdem sie in einer der großen Boulevardzeitungen als Homosexuelle “geoutet” wurde. Es ist eine Geschichte über Liebe, Hass und Transgender, an einem der homosexuellenfeindlichsten Orte weltweit.

Unser Ziel mit diesem Film war immer, eine Differenzierung zu schaffen. Ob es das Ändern der Einstellungen der Menschen ist, oder ihre Wahrnehmung einer Transgenderperson oder Vorurteile, die Menschen gegenüber der LGBT Community haben. Uganda ist ein Land, welches für die Diskriminierung der LGBT Community lange kritisiert wurde.

“Rassismus ist kein Problem in Lateinamerika” — Ernsthaft?

Alle Links führen zu Websites auf Englisch 

Enrique Krauze beschreibt in einem in der New York Times veröffentlichten Artikel, dass Lateinamerika weniger anfällig für Rassismus ist:

[...] European-style racism — which not only mistreats and discriminates but also persecutes and, in the very worst cases, tries to exterminate others because of their ethnicity — has been the exception and not the rule in modern Latin America.

[...] In Europa werden Menschen aufgrund ihrer Herkunft nicht nur schlecht behandelt und diskriminiert, sondern auch schikaniert und, im schlimmsten Fall, umgebracht. Diese Art von Rassismus ist im modernen Lateinamerika die Ausnahme und nicht die Regel.

Der Artikel veranlasste den Blogger Julio Ricardo Varela die Richtigkeit von Krauses Aussage in Frage zu stellen, wofür er einen Artikel für Latino Rebels verfasste:

At the beginning of the piece, Krauze starts with FIFA’s “Say No To Racism” campaign,”a message” that “was particularly directed toward the soccer stadiums of Europe, where there have been many instances of racial taunting and physical aggression by hostile fans against African and other black players.” Just a few sentences later, Krauze is quick to let us know that such racism doesn’t occur in the Americas: “the stadiums of Latin America have for the most part been free of this phenomenon, despite the fervent nationalism and fanaticism of the fans.” I am guessing that neither Krauze nor his Times editor did some actual fact-checking because in just five minutes, I was able to locate several examples of racism in Latin American stadiums.

Zu Beginn des Artikels nimmt Krauze zur “Say No To Racism”-Kampagne der FIFA Stellung, die “insbesondere für die Fußballstadien Europas gedacht ist, wo es zu zahlreichen Zwischenfällen rassistisch orientierter Beleidigungen oder physischer Gewalt durch feindliche Fans gegen afrikanische oder andere schwarze Spieler kam”. Wenige Sätze später erklärt Krauze, dass es diese Art von Rassismus in Lateinamerika nicht gäbe: “In lateinamerikanischen Stadien ist dieses Phänomen kaum zu beobachten, abgesehen vom leidenschaftlichen Nationalismus und Patriotismus der Fans.” Ich nehme an, dass weder Krauze noch sein Redakteur bei der Times eine tatsächliche Faktenüberprüfung gemacht haben, da ich in nur fünf Minuten Recherche mehrere Beispiele für Rassismus in lateinamerikanischen Stadien finden konnte.

Nachdem Varela darauf hinweist, dass “Lateinamerika erst durch den “europäischen Rassismus”, zu dem wurde, was es heute ist”, fährt er fort:

When we as Latin Americans admit the truth and confront it head on, only then can real change occur. In the meantime, the literal whitewashing of Latin American history needs to be monitored and when it appears in mass media, we must all do our best to quickly call out this ignorant attitude. The only way to transform society is to ensure that we don’t allow certain opinions to become the standard. We can do better, and we will. One tweet at a time.

Veränderung hat erst dann eine Chance, wenn wir Lateinamerikaner der Wahrheit ins Auge blicken und uns direkt mit ihr auseinandersetzen. Bis dahin muss die unverhohlene Übertünchung lateinamerikanischer Geschichte genau beobachtet werden. Sollte sie in den Massenmedien auftauchen, müssen wir alles daran setzen, dieser ignoranten Einstellung entgegenzuwirken. Nur wenn verhindert wird, dass gewisse Meinungen zum allgemeinen Standard werden, können wir ein Umdenken in unserer Gesellschaft erwirken. Wir können vieles besser machen, und das werden wir auch. Einen Tweet nach dem anderen.

Ein Nobelpreis für die Malalas der Welt

Malala Yousafzai. Imagen del usuario  Jabiz Raisdana de Flickr (CC BY-NC 2.0).

Malala Yousafzai. Bild des Users Jabiz Raisdana auf Flickr (CC BY-NC 2.0).

Der Blog MujeresMundi ist ein Info-Aktivismus-Projekt der Peruanerin Xaviera Medina, deren Engagement ganz der “Gender-Gleichberechtigung als Entwicklungfaktor” gilt.

In ihrem neusten Blogeintrag bezieht sie sich auf den Friedensnobelpreis, der an die pakistanische Aktivistin Malala Yousafzai für Bildung verliehen wurde und schreibt, dass:

[...] merece nuestra atención, el saber que Malala no es un caso aislado. La educación no es un derecho inherente a las niñas en muchos países, y día a día, cientos de Malalas son amenazadas por asistir a la escuela.

[...]

El Nobel 2014 debe recordarnos a todos nosotros que Malala Yousafzai no es un caso anecdótico, sino una realidad diaria de cientos de miles de jóvenes y niños en todo el mundo.

[...] es unsere Aufmerksamkeit verdient, zu wissen, dass Malala kein Einzelfall ist. Bildung ist kein gegebenes Recht für Mädchen vieler Länder und Tag für Tag werden hunderte Malalas bedroht, weil sie eine Schule besuchen. 

[...]

Der Nobelpreis 2014 sollte uns daran erinnern, dass Malala Yousafzai kein anekdotenhafter Fall ist, sondern eine tägliche Realität von hundertausenden Jugendlichen und Kindern auf der ganzen Welt.

Deutschland: Gleichberechtigung im Jahr 2015

In sozialen Netzwerken empören sich Frauen über Erklärvideos einer Versicherung, in denen die Rolle der Frau wohl eher den 1950er-Jahren entspricht, als dem Jahr 2015. Birte Vogel schreibt in ihrem Blog Thea – Frauen in Sprache, Medien und Gesellschaft:

Die Rolle der Frau in den Augen der Alten Leipziger ist die der passiven Mutter und Tochter, des Mädchens, das selbst nicht Skateboard fährt, sondern den Jungen anhimmelt und ihn fotografiert, der gut situierten Ehefrau, die keinen Job hat und deshalb den lieben langen Tag am Gartenzaun stehen und tratschen kann, die keine Ahnung hat von Versicherungen, die sich gerne vom altväterlichen Gatten aufklären und belehren lässt und aus Sorge vor einer Scheidung gleich zurück an den Herd rennt, um dem Herrn etwas zu kochen. Eine Frau, die vollkommen abhängig ist vom Mann – wenn der sich scheiden lässt, bleibt ihr gar nichts mehr. Ganz klar: 50er Jahre.

Sigi Lieb twittert unter dem Hashtag #aufgewacht:

#aufgewacht im Jahr 2015. Selten dummes Werbevideo stellt Frauen als dümmlich dienend und passiv dar: http://t.co/9xAjhi6P8t

— Sigi Lieb (@gespraechswert) March 15, 2015

Südkorea: Ein Spiel verspottet das Verhalten der Vizepräsidentin von Korean Air

Für ihr arrogantes Verhalten auf einem Auslandsflug hat die Vizepräsidentin der Fluggesellschaft Korean Air für zahlreiche lokale und internationale Schlagzeilen gesorgt.

Sie beschuldigte willkürlich das Bordpersonal Macadamia-Nüsse “falsch” serviert zu haben und bestellte sogar das Flugzeug zurück zum Gate, um das Bordpersonal aus dem Flugzeug zu entfernen.

Kein Wunder, dass diese sensationelle Geschichte zu einem der Trend-Themen in den sozialen Medien wurde.

Unter den zahlreichen Internet-Witzen, Parodie-Fotos und sogar einer Karikatur von japanischen Benutzern, stach eines besonders heraus: ein  Spiel, das über das Flugzeug Nuss Fiasko spottet.

Ein koreanischer Web-Entwickler, Tai-hwan Ha (@duecordda) hat ein einfaches Spiel namens “Bordpersonals Magnat” [ko] entwickelt.

Wie auch immer man spielt, man bekommt das gleiche Ergebnis wie das Bordpersonal, wird beschimpft und hört den Satz “Du! Raus aus dem Flugzeug!” – die Worte, die die Vizepräsidentin angeblich zum Bordpersonal gesagt hat.

Image the 'Crew Members' Tycoon', Image tweeted by the maker of the game

Das Bild ‘Magnat des Bordpersonals', Bild getwittert von dem Macher des Spiels

Die nigrische Jugend gibt sich nach Boko-Haram-Angriffen in Bosso und Diffa kämpferisch

Niger youth

Junge Männer in Niger – CC-BY-2.0

Zum ersten Mal hat Boko Haram einen Angriff auf nigrisches Staatsgebiet verübt. Die nigrische Jugend will sich das nicht gefallen lassen.
Boko Haram hat Bosso und Diffa, zwei Städte im Südosten Nigers an der nigerianischen Grenze, angegriffen, wurde aber von der nigrischen und der tschadischen Armee abgewehrt. Etwa 100 Boko-Haram-Kämpfer wurden bei dem Zusammenstoß getötet, einige Stunden später jagte sich aber ein Selbstmordattentäter in Diffa in die Luft und tötete fünf Zivilisten. Die nigrische Jugend reagierte sofort auf die Angriffe. Highschool-Schüler aus Niamey, Nigers Hauptstadt, kamen zusammen, um die Angriffe auf ihr Land zu verurteilen und in Hausa ihre Unterstützung für die an der Grenze kämpfenden Truppen auszudrücken:

 

100 Instagram Fotos, durch die Sie sich direkt in Nigeria verlieben werden

Ich bin mir sicher, dass Sie schon von Nigeria gehört haben. Boko Haram, richtig? Blutbad und Massenmord. Aber ich bezweifle, dass Sie diese Geschichte Nigerias kennen – das Wunderwerk der Natur.

Oluwakemi Ojo betreut “100 Instagram Photos That Will Make You Fall In Love With Nigeria“. Sie schreibt über ihr Projekt: 

Nigeria is one African country that everyone raves about, a very beautiful nation and it is when you visit the country that you will really appreciate its beauty. From its captivating cities, towns and villages, amazing attractions, stunning hotels and resorts, endless restaurants and clubs, unique cuisine, arts and culture; Nigeria has a lot to offer. 

Nigeria ist das afrikanische Land, von dem jeder schwärmt. Eine Schönheit, die man erst wirklich würdigen kann, nachdem man Nigeria besucht hat. Von fesselnden Städten und Dörfern, erstaunlichen Attraktionen und umwerfenden Hotels und Resorts, bis zu unendlichen Restaurants und Clubs sowie einzigartiger Küche, Kunst und Kultur; Nigeria hat vieles zu bieten. 

Wie können wir im Alltag unseren CO2-Fußabdruck verringern?

Rut Abrain hat sich auf ihrem Blog Esturirafi Gedanken darüber gemacht, dass einer der Hauptgründe für den Klimawandel der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid (CO2) ist. Sie schreibt, dass CO2 nicht nur von der Industrie, Autos und Flugzeugen produziert wird, sondern tagtäglich von jedem von uns. Damit wir eine Vorstellung bekommen von den Auswirkungen unseres täglichen Lebens auf die CO2-Produktion, können wir unseren Einfluss beim BUND berechnen lassen.

Überrascht? Wahrscheinlich schon! Jeder von uns ist zu einem gewissen Teil für den Klimawandel verantwortlich; das bedeutet aber auch, dass jeder von uns die Möglichkeit hat, mit kleinen Schritten etwas dagegen zu unternehmen. Rut gibt uns Ratschläge, um uns zu helfen, unseren CO2-Ausstoß zu verringern:

[...] – Reducir, reutilizar y reciclar. Esto tienes que aplicarlo en todas las facetas de tu vida: evita productos con un empaquetado excesivo, compra productos de segunda mano, separa los residuos de manera adecuada para su posterior reciclaje.

[...] – Reduzieren, wiederverwenden und recyclen. Das sollten wir in allen Situationen unseres Alltags berücksichtigen: Produkte ohne unnötige Verpackung kaufen, Second-Hand kaufen, den Müll richtig trennen.

Weiter gibt sie uns Tipps, um unseren “CO2-Fußabdruck” zu verkleinern:

- Ahorra energía, tanto electricidad, como gas natural, butano o gasoil.
- Compra productos locales.
- Camina, utiliza el transporte público, la bicicleta.
- Utiliza menos papel.

- Verschwendet keine Energie – spart Strom, Gas, Benzin oder Diesel.
- Kauft Bevorzugt regionale Produkte.
- Geht zu Fuß, fahrt Fahrrad oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.
- Nutzt weniger Papier.

Rut endet mit einem Zitat von Eduardo Galeano, welches großartig zu den kleinen Dingen passt, die jeder von uns gegen den Klimawandel unternehmen kann:

Mucha gente pequeña en lugares pequeños, haciendo cosas pequeñas, pueden cambiar el mundo.

Viele kleinen Menschen an vielen kleinen Orten können viele kleine Dinge tun, um das Gesicht der Welt zu verändern.

 Rut ist auf Twitter unter @esturirafi zu finden.

Dokumentation der Kämpfe der Papuaner in Indonesien

Papua Voices ist eine Videointeressensvertretung, die die Kämpfe der Einwohner in der indonesischen Provinz West Papua dokumentiert. West Papua kämpft dafür, ein unabhängiger Staat zu werden, allerdings wird über diesen Konflikt in Indonesien nicht viel in den Medien berichtet.

papuan_voices

Der Unterschied zwischen ISIS und Al Nusra Front

Der Satirist Karl Sharro zieht einen krassen Vergleich zwischen zwei Al-Kaida Ablegern, die in Syrien gegeneinander kämpfen: die berüchtigte ISIS und die Nusra Front. Er twittert:

Man hat das Gefühl, dass die Hauptdifferenz zwischen ISIS und Nusra schriftbasiert ist.pic.twitter.com/ETq95PlIqx

— Karl Sharro (@KarlreMarks) November 28, 2014

Beide Terroristenorganisationen verwenden auf ihren Flaggen das islamische Gebet “Es gibt keinen Gott außer Allah und Muhammed ist Allahs Gesandter” in einer unterschiedlichen Schrift.

Zwei Berichte über die Kindheit der Kouachi-Brüder auf der Website Reporterre

Ein Exklusiv-Artikel von Eloïse Lebourg auf der dem Thema Umweltschutz gewidmeten Website Reporterre hat ein sehr starkes Echo in allen französischsprachigen sozialen Netzwerken ausgelöst. Dies liegt vor allem an dem Titel, “Die elende Kindheit der Kouachi-Brüder“, der bei vielen Anstoß erregt hat. Gleichzeitig empfinden die Leser den Bericht zweier ehrenamtlicher Betreuerinnen der Kouachi-Brüder und die Beschreibung, wie ein Viertel von Paris ohne soziale Durchmischung in den radikalen Islam abdriftete, als erhellend.

Evelyne, chrétienne qui pense qu’il faut savoir rire de tout, savait que doucement l’islam gagnait dans le quartier. « Je voyais de plus en plus de femmes porter le voile, puis avoir des propos de moins en moins laïcs. » Marise acquiesce : « Au début, dans les années 90, un des pratiquants de la mosquée de la rue de Tanger faisait partie du Conseil de Quartier. On l’aimait beaucoup, il était très laïc, très ouvert. Nous faisions nos réunions dans la mosquée. Je trouvais cela formidable. Puis notre ami, un jour nous a dit qu’il quittait la mosquée, qu’il ne se retrouvait plus dans les paroles de l’imam. Dès lors, la porte de la mosquée nous est restée à jamais fermée, et nous voyions le changement dans le comportement. Les salafistes ont petit à petit pris possession des lieux, jusqu’à l’arrestation de la cellule des Buttes Chaumont. »

Marise pense que l’intégrisme ne peut prendre racine que sur ce genre de terreau fertile où la précarité et l’abandon ont pris la place normalement nécessaire de l’intégration. « Mais je suis optimiste, depuis l’avènement de la mixité sociale, les choses vont mieux.”

Die Christin Evelyne, die es wichtig findet, über alles lachen zu können, wusste, dass der Islam im Viertel immer mehr an Boden gewann. “Ich sah immer mehr Frauen mit Kopftuch und was sie sagten, passte immer weniger zum Laizismus.” Marise stimmt zu: “Am Anfang, in den 90er Jahren, hatten wir einen Gläubigen aus der Moschee in der Rue de Tanger im Quartiersrat. Wir mochten ihn sehr, er hatte sehr laizistische Ideen, war sehr offen. Wir hielten unsere Versammlungen in der Moschee ab, ich fand das super. Dann hat uns unser Freund eines Tages gesagt, er werde die Moschee verlassen, weil er sich in dem, was der Iman sagte, nicht mehr wiederfinde. Von da an blieb uns die Tür der Moschee für immer verschlossen und wir bemerkten, wie sich das Verhalten änderte. Die Salafisten ergriffen nach und nach Besitz von der Gegend – bis zur Festnahme der Mitglieder der Buttes-Chaumont-Zelle”.

Marise ist der Meinung, dass Integralismus nur dann Wurzeln schlagen kann, wenn er auf einen fruchtbaren Boden wie diesen fällt, wo Prekarität und Vernachlässigung den so wichtigen Platz der Integration eingenommen haben. “Ich bin dennoch optimistisch; seitdem soziale Durchmischung praktiziert wird, hat sich die Situation verbessert.”

Den gesamten Artikel auf Französisch auf Reporterre lesen

Kunst und Bildung in Suriname

In einem Artikel des Srananart's Blog betrachtet Carmen Dragman den Wert von Kunst in der Bildung und weist in selbigem darauf hin, dass das derzeitige karibische Bildungsmodell die Rolle der Kunst als Ausdrucksform und als kreatives Lerninstrument übersieht und den Schülern dadurch eine Entfaltungsmöglichkeit verwehrt wird. Dragman bezieht sich hierbei auf das Buch Erziehung durch Kunst des englischen Kunstkritikers Sir Herbert Read. Sie sagt:

Lehrer und politische Entscheidungsträger wissen oftmals, dass Kunsterziehung wichtig ist für jeden einzelnen, haben aber bisher noch nicht realisiert, wie wichtig dieses Fach tatsächlich ist. Diese Unterrichtsstunden werden hauptsächlich als ‘Entspannung’ angesehen, aber nicht als Förderungsmöglichkeit. Erst recht nicht in der Prüfungsphase…

Dragman glaubt an das Konzept des Learning by Doing, beispielsweise durch Bewegung, Spiele oder Modellernen. Sie gibt verschiedene Beispiele aus ihrer eigenen Lehrerfahrung, die den Erfolg dieses Ansatzes bestätigen. Sie erklärt:

Wird ausdrucksgestützte Bildung richtig gelehrt, wird die kognitive, sozio-emotionale, sensitive, motorische, affektive und kreative Entwicklung des Kindes angeregt. Deshalb ist es sehr wichtig, dass dieses Fach nicht nachteilig behandelt wird, sondern eine gleichwertige Stellung neben anderen Unterrichtsfächern erhält.

Der Kampf gegen Mangelernährung in Ruanda mithilfe von Musik

Ruandas bekannteste Musiker King James, Miss Jojo, Riderman, Tom Close und Urban Boyz haben sich mit einem auf Youtube veröffentlichten Musikvideo dem Kampf gegen die Mangelernährung in Ruanda angeschlossen. Das Video ist auch mit Swahili Untertiteln verfügbar.