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Artikel vom Kurzmeldungen

Bodenverschmutzung: Die Opfer von Chinas Umweltkrise

Eine außergewöhnlich tiefgehende Recherche zum Problem der Bodenverschmutzung [en] in China wurde von ChinaFile veröffentlicht. Es ist der erste Teil einer dreiteiligen, investigativen Serie, die gemeinsam von chinadialogue [zh/en] und Yale Environment 360 [en] erstellt und durch das Pulitzer Center on Crisis Reporting [en] unterstützt wird.

Erfinder aus Kamerun stellt Tablet zur Erfassung von Herzerkankungen vor

Arthur Zang at the rolex awards via his Facebook page.

Arthur Zang bei der Verleihung der Rolex-Awards. Bild von seiner Facebookseite.

Arthur Zang ist ein Erfinder aus Kamerun, der sich auf Informationstechnologien und Gesundheit spezialisiert hat. Er und sein Team haben das Cardiopad [fr] geschaffen, ein Gerät, das ein Elektrokardiogramm (EKG), ein Röntgengerät und einen digitalen Monitor umfasst. Das Tablet ist mit der SIM-Karte eines regulären Mobiltelefons verbunden, so dass die Aufzeichnung des EKG aus jedem Winkel des Landes an ein Fachzentrum übermittelt werden kann, von wo aus Kardiologen eine Diagnose stellen und Medikamente verordnen können.

Arthur Zang wurde auf camerpost.com von Beaugas-Orain Djoyum interviewt [fr], nachdem er 2014 den begehrten “Rolex-Award [en] für Unternehmenswettbewerb” gewonnen hatte. In dem Interview beschreibt er seine Vision für die Gesundheitsindustrie und Innovation im Bereich Gesundheitsvorsorge in Afrika:

Dans notre stratégie de déploiement, nous travaillons énormément et étroitement avec les médecins. C’est sur cette relation avec les professionnels de la santé que nous basons notre développement et le succès de nos appareils. Nous sommes proches d’eux. Nous comprenons leurs problèmes et c’est en fonction de leurs besoins que nous concevons des solutions aux problèmes de leurs patients. La vulgarisation du Cardiopad dépend surtout du degré avec lequel celui-ci pourra répondre aux attentes des médecins 

 

In unserer Entwicklungsstrategie arbeiten wir hart daran, eine enge Verbindung zu Medizinern zu schaffen. Die Entwicklung und der Erfolg unserer Produkte baut auf unserem ausgeprägten Verständnis für die Gesundheitsexperten vor Ort. Wir sind ihnen sehr nah und schätzen die Beziehungen mit ihnen. Wir verstehen ihre Probleme anhand der Bedürfnisse, die sie mit uns teilen und sind daher in der Lage, Lösungen für ihre Patienten zu entwickeln. Eine weitere Verbreitung des Cardiopad wird vor allem von dem Grad abhängen, in dem es den Erwartungen der Mediziner vor Ort entspricht.

Gender ist nicht das gleiche wie Geschlecht: #CPMX5 inklusive

#CPMX5Incluyente

Foto von Twitternutzerin ‏@Valeriaggaona.

Bei einer kürzlich veranstalteten Campusparty im mexikanischen Jalisco wurde ein breites Themenspektrum diskutiert. Dabei ging es nicht immer um die Dinge, die normalerweise bei diesen Treffen debattiert werden. Claudia Calvin [Global Voices Bericht auf Englisch], Gründerin der Bloggerplattform Mujeres Construyendo, hat für Animal Político einige ihrer Schlussfolgerungen aufgeschrieben und darauf aufmerksam gemacht, dass Sexismus und die sexuelle Objektivierung von Frauen die Basis für die gegen sie ausgeübte Gewalt legen.

Sie erläutert:

En primer lugar, las características que las sociedades atribuyen a cada sexo son construidas social y culturalmente y, además, van configurando un sistema de relaciones de poder. Esto implica que en cada cultura y contexto se asume que hombres y mujeres deban desempeñar funciones sociales específicas

An erster Stelle: Die Charakteristiken, die von der Gesellschaft dem jeweiligen Geschlecht zugeordnet werden, sind sozial und kulturell geprägt und erzeugen ein systematisches Machtverhältnis. Das bedeutet, dass es sowohl in jeder Kultur als auch in jedem sozialen Kontext akzeptiert ist, dass Männer und Frauen spezifischen sozialen Rollenbildern entsprechen müssen. 

Anschließend präsentiert sie einen Überblick über Ungleichheiten, Kluften und Geschlechterbarrieren bei Begebenheiten, wie einer Campus-Party und den Ecosystemen der Informations- und Kommunikationstechnologie: 

Hay más hombres que mujeres en todos los niveles de toma de decisiones y en el universo del desarrollo de software y contenidos sucede lo mismo. En el mundo de la computación, según datos de The Atlantic, solamente el 25% de los puestos son ocupados por mujeres. A nivel de CIOs (Chief Information Officers) en el listado de 250 empresas de la lista de Fortune, solamente el 20% ocupa ese cargo. Por ellos los nombres de Sheryl Sandberg, Marissa Mayer y Blanca Treviño son tan importantes. Son, literalmente, gotas de agua en el desierto.

Auf jeder Entscheidungsebene gibt es mehr Männer als Frauen, so wie es auch im Bereich Software und Content-Entwicklung der Fall ist. The Atlantic zufolge sind in der Computerbranche bloß 25 Prozent aller Stellen von Frauen besetzt. Bei CIO (Chief Information Officers) sind in der entsprechenden Fortune-Liste von 250 Unternehmen nur 20 Prozent Frauen, die diese Position innehaben. Deshalb sind Namen wie Sheryl Sandberg, Marissa Mayer und Blanca Treviño so wichtig. Sie sind buchstäblich wie ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Wer mehr über internationale Beziehungen, Politik, Gender und ICT erfahren möchte, folgt Claudia Calvin auf Twitter [es].

Foto aus dem All: Raketenbeschuss auf Gaza

Aus dem Weltraum beobachtet der Astronaut Alexander Gerst, wie Gaza in Flammen aufgeht. Er twittert:

Mein bislang traurigstes Foto. Von der ISS können wir die Explosionen erkennen und die Raketen sehen, die über Gaza abgeschossen werden.

Dieses Bild wurde bereits mehr als 33.000 mal retweetet.

Zeitstrahl israelischer Luftangriffe auf Gaza 2014

Screenshot der Seite "Israelische Luftangriffe auf Gaza 2014" der Plattform CrowdVoice

Screenshot der Seite “Israelische Luftangriffe auf Gaza 2014” der Plattform CrowdVoice

CrowdVoice, ein Dienst, der von den jeweiligen Nutzern betrieben wird, erstellt Dossiers von Protesten rund um die Welt. Die Chronik der israelischen Luftangriffe auf Gaza 2014 findet sich hier. Zu den Ereignissen können Informationen, Bilder und Videos abgerufen werden sowie die Quellen zu den Angaben.

Unter unserem deutschsprachigen Dossier “Angriffe auf Gaza 2014” finden sich weitere Beiträge zum Hintergrund der israelischen Offensive, zur internationalen Berichterstattung und zu weltweiten Solidaritätskundgebungen.

China: Mah-Jongg-Schlappe gegen Japan

Mah-Jongg stammt aus China und ist dort ein Breitensport. Die Tatsache, dass Chinas Nationalteam in Frankreich die fünften offenen Mah-Jongg-Meisterschaften verloren und bei insgesamt 51 teilnehmenden Teams bloß einen 37. Platz belegte, hat das Land schockiert. Das Schlimmste daran war, dass der Einzeltitel an einen Konkurrenten aus Japan ging. Nanfang.com hat einen Bericht der New Beijing Daily über die Gründe dieser Schlappe ins Englische übersetzt

Natürlich: Die Brotnuss der Maya

Alle Links in diesem Artikel führen, soweit nicht anders ersichtlich, zu deutschsprachigen Webseiten.

In dem guatemalischen Departamento von Petén bieten die aus der Region stammenden Frauen Naturprodukte auf ihrem Wochenmarkt an, die mit der Frucht des Brotnussbaums zubereitet worden sind, einem weithin bekannten Naturheilmittel. Die Präsidentin der Produktionsgenossenschaft, Benedicta Galicia Ramírez, erläutert dem spanischsprachigen Onlinemagazin Prensa Libre, die Frauen “sammeln die Samen auf und trocknen sie, anschließend werden sie geröstet und zu Mehl vermahlen”. Die Brotnuss der Maya fördert das Wachstum von Kindern, weil ihr Nährwert höher ist als der von Mais, Bohnen, Maniok und Kochbananen.

Diese Frucht wächst in vielen zentralamerikanischen Ländern, von Mexiko bis Peru, und erfreut sich wegen ihres hohen Nutzens als Heilmittel und Nährstoff großer Beliebtheit:

Video: Hier stellen wir das Projekt “Selva Viva” vor, von einer Gruppe von Frauen, die Lebensmittel aus der Brotnuss der Maya produzieren. 

Hier wird gezeigt, wie der Samen der Maya-Nuss behandelt werden muss.

Bermuda: Wer ist der Mörder?

Zwei bermudanische Blogger [en] stellen interessante Fragen über das Blutbad auf den Straßen des Landes und gehen sogar soweit, die Anzahl der Verkehrstoten als “Mord” zu bezeichnen. Da Verkehrsunfälle oft auf Alkoholkonsum zurückzuführen seien, fragen sie:

And if it’s murder by alcohol, who’s the murderer?
Is it all of us, in as much as a culture is all too often enabling of alcohol abuse and driving under the influence? Is it the alcohol companies who advertise and glamorize alcohol consumption? [...] Is it our parliamentarians who have not introduced better laws or provided the legislative structure for better approaches to alcohol and driving under the influence?

Wenn der Mord durch Alkohol verursacht wurde, wer ist dann der Mörder?
Sind es wir alle, da es oft eine Kultur ist, die Alkoholmissbrauch und das Fahren unter Alkoholeinfluss ermöglicht? Sind es die Alkohol produzierenden Unternehmen, die für Alkoholkonsum werben und ihn verherrlichen? [...] Sind es unsere Parlamentarier, die keine wirksamen Gesetze einführen oder eine gesetzgebende Struktur schaffen, die bessere Ansätze bezüglich Alkohol und Fahren unter Alkoholeinfluss anbieten?

China: Inhaftierung eines Nachrichtenmoderators stimmt nachdenklich

Alle Links in diesem Artikel führen zu englischsprachigen Webseiten.

Die Verhaftung des CCTV Nachrichtenmoderators Rui Chenggang hing mit seinen Beziehungen zu dem PR-Unternehmen Edelman zusammen, das in China eine Tochtergesellschaft unterhält. Silicon Hutong nutzt diese Gelegenheit, um sich Gedanken über die chinesische Public-Relations-Branche zu machen:

Two issues prevent widespread improvement in PR industry ethics in China. First is a persistent exclusivist belief that because this is China, things are done the Chinese way, and always will be. Operating ethically is seen as naive at best, and culturally imperialist at worst (“how dare you impose your values on us!”)

The second issue is fear. PR executives and their agencies believe that if they don’t take advantage of every opportunity, however morally ambiguous, they will lose revenue and clients to competitors who lack – or opportunistically ignore – their moral compasses.

Zwei Punkte verhindern eine spürbar positive Entwicklung der ethischen Grundlagen für Chinas PR-Branche. Als erstes ist der sich harnäckig haltende Ausschließlichkeitsanspruch zu nennen: “Wir sind hier in China, wir erledigen die Dinge auf unsere Art und so wird es immer bleiben.” Ethisches Handeln wird bestenfalls als naiv betrachtet und im schlimmsten Fall gilt es als kultureller Imperialismus (“Wage nicht, uns deine Werte aufzuzwingen!”).

Als zweites muss Furcht beim Namen genannt werden. PR-Verantwortliche und deren Agenturen sind der festen Überzeugung, sie würden Umsätze und Kunden an die Konkurrenz verlieren, wenn sie nicht jede sich bietende Gelegenheit für ein gutes Geschäft – selbst wenn es moralisch irgendwie zweifelhaft erscheinen mag –  mitnehmen. Dabei wird opportunistisch davon ausgegangen, dass es der Konkurrent ist, dem der moralische Kompass abhanden gekommen sei.

Palästinenser mögen Journalisten

Marcelino Torrecilla N. hat eine auf Spanisch geschriebene Serie von Blogbeiträgen begonnen: Geschichten aus Gaza. Die erste Folge dieses in den Vereinigten Arabischen Emiraten lebenden Kolumbianers ist von El Tiempo in Bogotá veröffentlicht worden und erzählt die Geschichte zweier Journalisten in Abu Dhabi, die für das englischsprachige Nachrichtenportal Gulf News arbeiten.

Am Golf kann das Fotografieren durchaus als Herausforderung bezeichnet werden. Besonders dann, wenn Frauen abgelichtet werden sollen. Aber Palästinenser sind daran gewöhnt, fotografiert zu werden. Die Palästinenser wissen, dass die Medien ihre Freunde sind. Torrecilla übersetzt :

In Gaza it is very different. With one of the highest concentrations of media in the world, the people of Gaza are used to being photographed. Not only this, but they welcome the eyes of the world. The Palestinians don't have an army to fight with. They have the rocks they throw at Israeli soldiers and they have their tears.

In Gaza ist alles anders. Die Mediendichte ist dort eine der höchsten weltweit und deshalb sind die Menschen in Gaza an das fotografiert werden gewöhnt. Nicht nur das, sie begrüßen die Aufmerksamkeit der Welt. Palästinenser haben keine Armee, mit der sie kämpfen könnten. Sie haben Steine, mit denen sie nach israelischen Soldaten werfen und sie haben ihre Tränen.

Wer Spanisch spricht und von einem Augenzeugen mehr über den Gaza-Streifen erfahren möchte, sollte Marcelino Torrecilla bei Twitter folgen.

Dieser Beitrag gehört zum elften #LunesDeBlogsGV (Montagblogs auf Global Voices) am 14. Juli 2014.

FOTO: Menschenmenge vor einem Spirituosenladen in Kairo

Ein Foto, das eine Menschenmenge vor den beliebten Kairoer Spirituosenladen zeigt, macht online die Runde. Tom Gara hat es auf Twitter mit seinen über 27.900 Followern geteilt:

Foto von FB von den Szenen bei Drinkies, einem beliebten Kairoer Spirituosenladen, nun da der Ramadan vorüber ist.

Ägypten, das im Gegensatz zu anderen muslimischen Ländern eine liberale Alkoholpolitik verfolgt, verbietet den Verkauf von Alkohol an Muslime im Fastenmonat Ramadan, der gestern zu Ende ging. Das erklärt die Szene des Tweets von Gara.

Fotografie als Mittel, die Verbindung zur Onlinewelt zu unterbrechen

fotografo

Foto von Justin Jensen via Flickr. CC BY 2.0.

Andrea Collazo aus Barcelona schreibt für den Blog Profesora de Informática [Informatikdozentin] einen Beitrag über das Fotografieren mittels eines Mobiltelefons, während sie zugleich die Zeit genießt, offline zu sein. Sie notiert ihre Beobachtungen:

Resolución: para obtener las mejores fotos, asegúrate de que la cámara tenga señalado en sus opciones el tamaño mayor, es decir la mayor resolución. Las imágenes pesarán más y ocuparán más memoria pero así tendrás las fotos en la mejor resolución que tu Smartphone tenga.

Trata de no usar el flash: el flash hace que las fotos sean menos naturales y que los objetos y figuras aparezcan más planas.

Evita el Zoom: El zoom hace que tus imágenes se pixelen. Mejor acercarte o tomar la foto con la distancia real, luego podrás editar la foto y obtener lo que deseabas.

Busca un apoyo: para evitar que la fotografía salga borrosa por el movimiento, sobre todo si es un momento en que no hay mucha luz.
[..]
Investiga los modos de la cámara: los modos de tu smartphone te ayudarán a sacar la mejor foto según la situación.

Auflösung: Für bessere Bilder sollte man sicherstellen, dass das größte Bildformat eingestellt ist, also die höchste Auflösung. Die Bilder brauchen dann zwar mehr Speicherplatz, aber man bekommt Bilder mit der besten Auflösung, die das Smartphone zu bieten hat.

Blitzlicht vermeiden: Blitzlicht lässt Bilder weniger natürlich aussehen, Objekte erscheinen flacher.

Zoom vermeiden: Zoom verpixelt das Bild. Es ist besser, näher an das Objekt heranzugehen oder die aktuelle Distanz beizubehalten und bei der digitalen Nachbearbeitung den Ausschnitt herauszuarbeiten, den man haben möchte. 

Man sollte ein Stativ benutzen. Dadurch wird vermieden, dass das Bild durch die Bewegung unscharf wird, besonders wenn zum Zeitpunkt der Aufnahme ungünstige Lichtverhältnisse herrschen.

[...] Entdecke die verschiedenen Kameramodi: Der Kameramodus des Smartphones hilft dabei, die bestmöglichen Bilder zu machen, in Abhängigkeit von der jeweiligen Situation.

Für Aktualisierungen mit weiteren Ratschlägen sei Collazos Twitterprofil empfohlen.

Dieser Beitrag ist Teil der neunten Ausgabe von #LunesDeBlogsGV (Montagsblogs auf GV) vom 30. Juni 2014.

Südafrika: Was es heißt, jung, schwarz und queer zu sein

Leila Dee Dougan teilt [en] folgendes Musikvideo aus dem aktuellen Album eines südafrikanischen Künstlers:

Umlilo (previously profiled on Africa is a Country here) continues to push societal boundaries, crushing the norms of sexuality and gender roles with ‘Magic Man’, a track from his latest album, which will be released in July 2014. Watch the making of the music video and hear his thoughts on circus troops, being an outcast and how his music has become his freedom.

Umlilo (wurde hier bei Africa is a Country bereits vorgestellt) sprengt weiter gesellschaftliche Grenzen und erschüttert mit “Magic Man” die Normen der Sexualität und Geschlechterrollen. “Magic Man” ist ein Stück aus seinem aktuellen Album, das im Juli 2014 herauskommt. Seht, wie das Video produziert worden ist und hört euch seine Gedanken über Zirkuskünstler, über das Dasein von Außenseitern und darüber an, wie die Musik ihm Freiheit verschafft hat. 

Mosul: Islamischer Staat zerstört Moschee des Propheten Jona

Alle Links in diesem Artikel führen, wenn nicht anders ersichtlich, zu englischsprachigen Webseiten.

Die Organisation Islamischer Staat (vormals Islamischer Staat im Irak und in der Levante) hatte im vergangenen Monat die zweitgrößte Stadt des Iraks, Mosul, eingenommen sowie andere Gebiete im Westirak [Global Voices-Bericht auf Deutsch]. Sie verwüstet weiterhin religiöse Heiligtümer und schiitische Moscheen.

Über Twitter verbreitet der Iraker Hayder al-Khoei, ein Associate Fellow von Chatham House in London, ein Video, das die Zerstörung der Moschee des Propheten Jona in Mosul zeigt:

ISIS [Islamischer Staat] zerstört die Moschee des Propheten Jona, eine der ältesten historischen Kultstätten in Mosul.

Das Video, das über soziale Medien seine Runde macht, wurde von Murtada Al-Yusuf bei Youtube hochgeladen.

Die Terrororganisation sunnitischer Extremisten hält die Heiligenverehrung für Apostasie und schiitische Muslime für Häretiker.

Die britische Tageszeitung Daily Mail veröffentlichte kürzlich diesen Bericht, der Fotos und Videos aus sozialen Medien enthält, die die Zerstörung von nicht weniger als zehn historischen Stätten und schiitischen Moscheen in dem Gebiet zeigen, über das der Islamische Staat Kontrolle hat.

Sri Lanka plant, 1.500 Flüchtlinge nach Pakistan und Afghanistan abzuschieben

A Christian man stands inside his destroyed house in Gojra town. Image by Muhammad Tahir. Copyright Demotix (4/8/2009)

Ein Mann in seinem zerstörten Haus in Gojra, Pakistan. Foto von Muhammad Tahir. Copyright Demotix (4/8/2009)

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Aus Angst vor Verfolgung in Pakistan haben Mitglieder der Glaubensgemeinschaft Ahmadiyya und Christen in Sri Lanka Zuflucht gesucht. Die Mehrheit dieser Flüchtlinge halten sich in Lagern in Boossa und Mirihana auf, leben von Zuteilungen, die die Regierung zur Verfügung stellt und haben keine Arbeitserlaubnis.

Medienberichten zufolge bereitet die Regierung von Sri Lanka die Abschiebung von 1.450 pakistanischen und 50 afghanischen Flüchtlingen vor, die offensichtlich in ländliche Gebiete Sri Lankas geflohen sind. Mehr als 1.400 der betroffenen Flüchtlinge sind bei der Flüchtlingsbehörde der Vereinten Nationen in Colombo, Sri Lanka als Asylsuchende registriert.

Human Rights Watch fordert die Regierung von Sri Lanka dazu auf, diese Minderheiten nicht kurzerhand abuzschieben. Unterdessen hat Pakistan diese Flüchtlinge bereits abgelehnt und damit erwartet sie eine unsichere Zukunft, wenn sie abgeschoben werden.

Der Blog W3Lanka meint dazu:

The practice of deporting them is very unethical. They can be economic migrants per se the claim of the Pakistan government. What if they are actually threatened people?

Die Praxis der Abschiebung ist in höchstem Maße unehtisch. Sie seien alle ausnahmslos Wirtschaftsmigranten, so die Regierung Pakistans. Was, wenn sie tatsächlich bedroht sind?

Sexualkundeunterricht auf Indisch

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Der indische Humorist Sourav Pant und seine Comedians der East Indian Comedy haben bei YouTube ein Video hochgeladen, in dem sie sich darüber lustig machen, wie ein von der Regierung autorisierter Sexualkundeunterricht in Indien ablaufen würde. Das Video hat sich rasend schnell verbreitet, innerhalb von drei Tagen wurde es mehr als eine Million mal aufgerufen. 

Das Video verspottet einen erst wenige Wochen alten Vorschlag des Gesundheitsministers Harsh Vardhan, wonach sexuelle Aufklärung in Indiens Schulen nichts zu suchen habe (später behauptete er, seine Bemerkung sei aus dem Zusammenhang gerissen worden). Außerdem parodiert das Video, wie sehr sich Lehrer davor scheuen, dieses Thema in ihren Schulklassen zu diskutieren.

“Sexualkunde in Indien” ist in den sozialen Medien zu einem der beliebtesten Gesprächsthemen geworden. Santosh Kumar schrieb an die Facebook-Pinnwand der East Indian Comedy: “Als ich in der Schule war, ist es mir genauso ergangen!”

Einige wie Sravan Kumar mögen das Video nicht: “Ihr dürft nicht vergessen, Indien gab der Welt die Verse des Verlangens, das Kamasutra.”

Hongkong: Warnung vor Rassismus

Evan Fowler hat eine Geschichte [en] über einen Konflikt erzählt, den seine Freunde in einer U-Bahn erlebten. Er verglich diesen Vorfall mit einer “Sydney-Version” [en], in der eine chinesischstämmige Frau als “Fidschi” bezeichnet worden ist und er sich an der Gleichgültigkiet Hongkonger Passagiere störte:

I believe the incident that my friend experienced was not only an unfortunate rarity, but also one that deserves to illicit a level of condemnation Hong Kong people rightly expected and did see in Australia. I also believe that our condemnation should be focused not only on the superficial racism of the remarks, but on the underlying racial-nationalism of the position.

Ich denke, dass der Vorfall, den meine Freunde erlebt haben, nicht bloß eine unglückselige Ausnahme war, sondern auch inakzeptabel ist und in einem Maße verurteilt werden muss, wie es die Menschen aus Hongkong zu Recht erwartet und in Australien gesehen hatten. Ich bin auch der Meinung, dass unsere Empörung sich nicht allein auf den vordergründigen Rassismus der Bemerkungen konzentrieren sollte, sondern vor allem auf die im Hintergrund mitschwingende rassistisch-nationalistische Haltung des Angreifers.

Kamerun: “SMS-Drucker“ ermöglicht frühe Diagnose von HIV bei Neugeborenen

Die französischsprachige Internetseite “Afrique IT News” gibt folgende Nachricht bekannt:

Armé d’un appareil nommé “SMS printer“, la Fondation Clinton et l’opérateur de télécommunication MTN ont établi un partenariat pour lutter contre le diagnostic tardif de l’infection au VIH chez les nouveaux nés. Comprenant une mini-imprinante, ce dispositif mobile sera installé par la Fondation Clinton dans 682 centres de prélèvements à travers le pays. Pour sa part la MTN devrait mettre son réseau, ainsi que ses équipements à disposition, pour un meilleur déploiement du service dans les régions trop éloignées qui semblent être les plus touchées. Les nouveau-nés pourront subir des tests pour le VIH dans divers hôpitaux avec l’impression immédiate des résultats en envoyant des tests via la technologie SMS à deux laboratoires spécialisés du pays.

Ausgestattet mit dem “SMS-Drucker“ hat die Clinton Foundation zusammen mit dem Telekommunikationsunternehmen MTN ein Produkt etabliert, mit dessen Hilfe eine späte Diagnose von HIV bei Neugeborenen verhindert werden soll. Zusammen mit dem Mini-Drucker innerhalb des Apparats, werden die Geräte von der Fondation Clinton in 682 Neugeborenen-Stationen im ganzen Land verteilt. Die MTN dürfte die dazu notwendigen Telekommunikationsnetze und Ausrüstung zur Verfügung stellen, um unter anderem für eine möglichst ausgeglichene Verteilung auch in entlegenen Gegenden zu sorgen.
So können Neugeborene in vielen Krankenhäusern HIV-Tests unterzogen werden und dank der neuen Technologie und zwei spezialisierter Laboratorien sofort über eine Ansteckung informiert werden.

Erinnern: Kubas Architekt Mario Coyula

Blogger trauern um den prominenten kubanischen Architekten Mario Coyula, der im Alter von 79 Jahren an Krebs verstorben ist. Auf der Webseite Havanna Times wird an ihn erinnert [en]:

He was one of the most prominent professionals in the field and a strong advocate of Cuban heritage and urban settings. Coyula denounced publicly on more than one occasion thoughtless initiatives approved by the government, which have affected and destroyed the landscape of the island.

Er war einer der bekanntesten Experten in diesem Bereich und ein engagierter Verfechter kubanischer Denkmäler und des städtischen Milieus Kubas. Coyula hat zu mehreren Gelegenheiten öffentlich die unbedachten Initiativen der Regierung kritisiert, die der Landschaft der Insel geschadet und sie zerstört haben.

“Mir begegnen immer mehr Zombies”

Es geht darum, uns ein wenig zum Nachdenken zu bringen, oder wenigstens zum Schmunzeln. Dies ist eine Geschichte aus dem Blog “Se hace camino al andar” [Wege entstehen im Gehen], das von Andres Mayorquin aus Merida in Mexiko geführt wird. Er erklärt [es] uns, warum heute so viele Leute aussehen wie Zombies

Seres humanos profundamente insatisfechos con lo que han sido, con lo que son y con lo que parece, serán, pero intentando a toda costa aparentar que todo va bien. Pero les ves los ojos y estos no brillan. Platicas con ellos y se quejan de todo. Miras su facebook y sólo lees dramas, personales o ajenos. Convives de cerca y notas cómo se dedican a perjudicar al prójimo, o por lo menos a ignorarlo. Más preocupados por tener que por ser y estar. Seres sin conciencia de lo que son.
Muchos hemos olvidado, por el diario trajín, por el exceso de información que nos rodea, por la llegada de un estímulo externo tras otro, qué es lo que le da sentido a nuestra vida. Tenemos memoria pero no tenemos historia; contamos con recuerdos y anécdotas, pero desconocemos el hilo conductor que los une e integra; vemos un árbol, y otro y otro más, pero somos incapaces de darnos cuenta del bosque en el que estamos.

Menschliche Wesen, unzufrieden mit dem, wie sie waren, mit dem, wie sie sind und unzufrieden damit, wonach es aussieht. Ja, so sind sie, aber sie geben sich jede Mühe den Eindruck zu erwecken, als ginge es ihnen ausgesprochen gut. Schaut man ihnen jedoch in die Augen, dann sieht man, dass sie nicht glänzen. Man spricht sie an und dann beschweren sie sich über alles Mögliche und mehr. Man schaut sich ihre Facebookprofile an und auch dort nichts als Schauspiel, das persönliche oder das der Anderen. Man lebt unmittelbar neben ihnen und begreift schnell, wie sehr sie sich anstrengen, ihre Mitmenschen zu beeindrucken oder sie zumindest zu ignorieren. Ihnen ist es wichtiger zu haben als zu sein. Ihnen ist nicht bewusst, wer sie sind.
Viele von uns bemerken durch ihren Alltag gar nicht mehr die enorme Informationsflut, die ständig auf uns einströmt, einen äußeren Anreiz nach dem anderen mit sich bringt und unserem Leben einen Sinn zu geben versucht. Wir haben eine Erinnerung, jedoch keine Vergangenheit. Wir haben Erinnerungen und Profile, aber wir ignorieren den roten Faden der Geschichte, der alles zusammenhält und alles umfasst. Wir sehen einen Baum und noch einen und noch einen, aber den Wald, der uns umgibt, den wissen wir überhaupt nicht mehr zu schätzen.

Weitere interessante Geschichten sind auf seinem persönlichen Blog [es] oder in seinem Twitterprofil [es] zu finden.

Dieser Beitrag ist Teil der zehnten Ausgabe der #LunesDeBlogsGV (Montagblogs auf Global Voices) vom 7. Juli 2014.