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Artikel vom Kurzmeldungen

Mexiko im Labyrinth seiner Einsamkeit

15,000 people marched in downtown Mexico City against the disappearance of 43 students from Ayotzinapa. Photo taken on 8 October 2014 by Enrique Perez Huerta. Copyright: Demotix

Demonstration in Mexico City für die 43 vermissten Studenten aus Ayotzinapa. Foto von Enrique Perez Huerta. 8. Oktober 2014. Copyright Demotix.

Seit Beginn seiner Amtszeit Ende 2012 steht Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto für ein Land auf dem Weg nach vorn. Mit Unterstützung der Opposition konnte die Regierung Strukturreformen durchführen. Das Verschwinden von 43 Studenten im Bundesstaat Guerrero rückte jedoch die Sicherheitskrise des Landes wieder ins Licht der Öffentlichkeit und führte dazu, dass die Strategie der Regierung und die Haltung der internationalen Gemeinschaft gegenüber Menschenrechtsverletzungen in Frage gestellt wird.

Miguel Guevara, Mitglied von Global Voices, schrieb in seinem Beitrag für den Blog des Harvard Kennedy School Review mit dem Titel Mexikos Einsamkeit: Unser Kampf gegen Drogen ist noch lange nicht vorbei:

Today, high-ranking US officials have not voiced concerns over the deteriorating events in Mexico since September 26th. The US response to human rights violations around the globe – including the recent events in Iguala – should be unambiguous and consistent. Silence is tantamount to complicity.

Heute haben hochrangige US-Politiker nicht ihre Sorge über die schlimmen Ereignisse seit dem 26. September kundgetan. Die Antwort der USA auf Menschenrechtsverletzungen in aller Welt – dazu gehören auch die aktuellen Ereignisse in Iguala – sollte eindeutig und einheitlich sein. Schweigen ist gleichbedeutend mit Komplizenschaft.

Weibliche Genitalverstümmelung: Eine Praktik, die noch immer ausgeführt wird, aber einen Rückgang verzeichnet

Die französischsprachige Webseite Au Féminin kommentiert den letzten UNICEF-Bericht zu Genitalverstümmelungen bei Frauen:

Ein neuer Bericht von Unicef über die Genitalverstümmelungen, die Frauen weltweit betreffen, erklärt die Evolution dieses Phänomens, das vor allem auf dem afrikanischen Kontinent verheerende Konsequenzen hat. Die Untersuchungen wurden in 29 Ländern im Mittleren Osten und Afrika durchgeführt. Gleich am Anfang zeigt der Bericht auf, dass die Zahlen der durchgeführten Exstirpationen in den letzten dreißig Jahren rückläufig sind.

Laurent Duvillier, Verantwortlicher für die Kommunikation des UNICEF-Lokalbüros für West- und Zentralafrika, äußert sich dazu auf der Webseite SantéAZ: “In den vergangenen dreißig Jahren wurde beobachtet, dass die Zahlen der Genitalverstümmelungen weltweit zurückgehen. Es gibt Länder, in denen sich diese Praktiken um mehr als die Hälfte reduziert haben, wie in Burkina Faso, Nigeria und Liberia.”

In der Mehrzahl dieser betroffenen Länder liegt die Wahrscheinlichkeit, diese Verstümmelungen erleiden zu müssen, für Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren dreimal niedriger als noch bei ihren Müttern.

Problemlösungen von Unicef

Obwohl es diesen großen Fortschritt gibt sowie Gesetze, die diese Bräuche verbieten, existiert für noch 30 Millionen Mädchen weltweit das Risiko einer Genitalverstümmelung. In Somalia zum Beispiel sind 98 Prozent der Frauen zwischen 15 und 49 Jahren genitalverstümmelt worden. Um dieser “Geißel” entgegenzuwirken, empfiehlt Unicef, die kulturellen Traditionen zu verstehen und sie zu erkennen, anstatt sich mit dem Grundgedanken, „jeder“ akzeptiere und befürworte diese Praktiken, zu begnügen. In der Tat zeigen die Untersuchungen, dass die Mehrheit der afrikanischen Frauen und Mädchen generell gegen die Genitalverstümmelung ist. Gleichzeitig stellen sich auch immer mehr Männer gegen diese Praktiken.
 
Laurent Duvillier: “Die Gruppenzugehörigkeit spielt eine so wichtige Rolle, dass Mütter ihre Töchter ungeachtet aller Risiken genitalverstümmeln. Für immer mehr Männer und Jungen ist es kein Hindernis mehr, ein Mädchen zu heiraten, das nicht beschnitten [genitalverstümmelt] worden ist; doch die Frauen wissen dies nicht und unterziehen sich weiterhin den Genitalverstümmelung.”
 

Beschreibung von Schmerzen in Krankenhäusern ohne indige Sprachdienste

Mexiko

Bild auf flickr von Nutzer Buen Rumbo (CC BY-NC-SA 2.0)

Ohne medizinische Fachkräfte, die indigene Sprachen fließend sprechen, und ohne ordentliche Übersetzungsdienste in mexikanischen Krankenhäusern besteht die Gefahr, dass Patienten nicht in der Lage sind, hinreichend zu beschreiben, woran sie leiden, schreibt Yásnaya Aguilar in ihrem regelmäßigen Blog für EstePaís. Sie liefert Beispiele wie die Mixe Sprache es ihr ermöglicht, ihre Schmerzen genauer einer Krankenschwester oder einem Doktor zu beschreben, die die gleiche Sprache sprechen und wie eine Übersetzung ins Spanische immer noch etwas beschränkend sein kann. Sie schreibt:

En mixe por ejemplo tengo un conjunto de palabras distinto para nombrar el dolor físico: pëjkp, jäjp, pä’mp, we’tsp… Apenas hallo equivalentes para alguna en español. Las diferencias todavía son más grandes y hay momentos en los que sólo puedo describir un dolor en español o sólo alcanzo a nombrarlo en mixe. Hablar ambas lenguas me permite tener a mi servicio un inventario más nutrido de palabras para describir mi dolor, aunque en general, cuando algo me duele mucho, el mixe toma el control de mis pensamientos.

Zum Beispiel stehen mir in Mixe eine Anzahl von unterschiedlichen Wörtern zur Verfügung, um körperliche Schmerzen zu beschreiben: pëjkp, jäjp, pä’mp, we’tsp. Ich finde kaum entsprechenden Wörter in Spanisch. Diese Unterschiede sind sehr groß und manchmal kann ich den Schmerz nur in Spanisch beschreiben und manchmal nur in Mixe. In der Lage zu sein, beide Sprachen zu sprechen, ermöglicht es mir, ein reicheres Repertoire an Wörtern zu haben, um meine Schmerzen zu beschreiben, aber in der Regel, wenn etwas mir starke Schmerzen verursacht, dann beherrscht die Mixe Sprache meine Gedanken.

Das universellen Recht auf medizinische Versorgung kann nicht gewährleistet werden, wenn die Mehrheit der Krankenhäuser keine Mediziner haben, die indigene Sprachen sprechen, weil Übersetzung ihre Grenzen hat und Übersetzer nicht das gleiche Wissen über den menschlichen Körper haben. Sie fügt hinzu, dass dies möglicherweise zu Missdiagnosen führen könnte und ohne diese Sprachdienste “es keine Möglichkeit gibt, Brücken des Mitgefühls zu bauen und tatsächlich zu verstehen, dass dein “es tut weh” dasselbe sein könnte wie meines”.

Sri Lankas langsamer Fortschritt bei der Umsetzung der LLRC-Empfehlungen

Die Kommission “Erkenntnisse und Versöhnung” (Lessons Learnt and Reconciliation Commission (LLRC)) war eine Untersuchungskommission, welche die Fakten und Umstände untersucht hat, die zum Bürgerkrieg in Sri Lanka geführt haben. Nach einer 18-monatigen Untersuchung hat die Kommission ihre Berichte am 15.November 2011, vor nun fast drei Jahren, an den Präsidenten von Sri Lanka, Mahinda Rajapaksa ausgehändigt. Die Website für Bürgerjournalismus in Sri Lanka “Groundviews” hat nun eine Infographik des Think Tanks “Center For Policy Alternatives” veröffentlicht, die den langsamen Fortschritt in der Umsetzung der LLRC Empfehlungen zeigt.

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It is noteworthy how Minister Mahinda Samarasinghe in March 2013 claimed that 99% of the LLRC Action Plan had been implemented, with President Rajapaksa claiming in May 2014 that only 30% had been implemented. These discrepancies highlight the lack of clarity across the GoSL [Government of Sri Lanka] on reconciliation efforts.

Es is wichtig hinzuzufügen, dass Minister Mahinda Samarasinghe im März 2013 behauptete, dass 99 Prozent des LLRC-Aktionsplanes umgesetzt wurde, während Präsident Rajapaska im Mai 2014 aussagte, dass nur 30 Prozent bisher umgesetzt wurden. Diese Diskrepanzen unterstreichen die fehlende Klarheit in der Regierung von Sri Lanka beim Thema Versöhnungsbestrebungen.

Reiseduo besucht Mazedonien für drei Monate

Das “Reiseduo” Jürgen Horn aus Deutschland und Mike Powell aus den Vereinigten Staaten bereisen die Welt, indem sie ein Land auswählen und dort für drei Monate, oder etwa 91 Tage, bleiben. Während ihres dreimonatigen Aufenthaltes versuchen die zwei Globetrotter das Leben in ihrem neuen Aufenthaltsort besser kennenzulernen als gewöhnliche Touristen und berichten über ihre Erfahrungen in einem Blog. Sie planen auch irgendwann E-Books zu diesem Thema zu verfassen.

Horn und Powell haben Länder auf verschiedenen Kontinenten besucht, von Japan bis Yucatan, von Idaho bis Island und Istanbul, mit Sri Lanka und vielen anderen Orten dazwischen. Im Moment bereisen sie Mazedonien und schreiben mittels Multimedia-Notizen über die kultur-, geschichts- und naturverbundenen Städte und Dörfer des kleinen südosteuropäischen Landes. Die Reise des Duos kann mithilfe von Social Media und ihrem Blog verfolgt werden

Silberfiligranarbeit mit Ohrids Marta Pejoskat

Togolesische Blogger machen sich über Präsidenten wegen überzogenem Plakat lustig

Ganz klar wollte jemand es allgemein bekannt machen, dass er für die Großzügigkeit des togolesischen Präsidenten Faure Gnassingbé dankbar war. In dieser Woche wurde in Lomé (Togo) ein riesiges Plakat errichtet, das die Maßnahme des Präsidenten lobte, Mittagessen für Schulkinder anzubieten. Das Plakat unten lautet auf Französisch: “Danke Papa Faure für das Mittagessen für Kinder in der Schule“. Togolesische Bürger waren überrascht von der Botschaft und ihrem Überschwang. Auf Twittermachten sie sich über das Plakat lustig und schufen den Hashtag #merciPapaFaure (Danke Papa Faure).

Okay, wie wäre es mit etwas Spaß mit dem Hashtag #merciPapaFaure?

Das Foto wurde auf Twitter weit verbreitet. Adzima liefert einige Hintergrundinformationen zum Stand der Dinge für togolesische Kinder in der Schule.

Digitale Rekonstruktion der Angkor Wat Tempel in Kambodscha

Der Smithsonian Channel hat auf Youtube ein Video veröffentlicht, das eine mit 3D-Bildtechnik erstellte digitale Rekonstruktion von Angkor Wat in Kambodscha zeigt. Angkor Wat (Tempelanlage) ist ein beliebtes Ziel für Touristen in Kambodscha. Es war die Hauptstadt des Khmer-Reichs im 12. Jahrhundert. Die Anlage ist auch ein wichtiges religiöses Monument, ein UNESCO-Weltkuturerbe und eine der wichtigsten archäologischen Stätten in Südostasien.

Handel mit menschlichen Nieren in China

Ein aktuelles Gerichtsverfahren in der Provinz Jianxi enthüllte eine Insidergeschichte über Handel mit menschlichen Nieren in China. Charles Liu der englischsprachigen Nanfang.com untersuchte den örtlichen Enthüllungsbericht über den Betrieb dieses Untergrundgeschäfts.

… a 21 year-old man looking to prove to his family that he was financially independent. After learning from a QQ contact that he could earn RMB 25,000 for selling a kidney he decided to go to Nanchang.

… ein 21 Jahre alter Mann, der seiner Familie beweisen will, dass er finanziell unabhängig ist. Nachdem er von einem QQ-Kontakt erfuhr, dass er 25.000 Yuan (3.000 Euro) beim Verkauf einer Niere verdienen könne, beschloss er nach Nanchang zu gehen.

Journalisten wegen angeblicher Verunglimpfung eines Ministers in Madagaskar verhaftet

Zwei Journalisten der Tageszeitung Madagascar Matin wurden festgenommen und ins Gefängnis von Antanimora gebracht, das sich in Antananarivo, der Hauptstadt von Madagaskar, befindet. Heute morgen, am 23. Juli, wurden beide zur Kommission von Fiadanana für eine Anhörung vorgeladen. Solo Rajaonson, ein weiterer ortsansässiger Journalist, schrieb auf Facebook folgende Neuigkeiten auf Madagassisch:

Fahalalahan'ny fanaovan-gazety: ireo mpiara-miasa aminay, ny Talen'ny Famoahana ny gazety Madagascar Matin, Jean Luc Rahaga sy ny Tonian'ny fanoratana, Didier Ramanoelina dia nampidirana an-tranomaizina any Antanimora. Noho ny fitarainana momba ny fanalam-baraka ny Minisi-pirenena iray. Fiovàna sy fialàna amin'ny taloha hoy ianao?

Betreffs der neuesten Nachrichten zur Pressefreiheit in Madagaskar: Unsere Kollegen, der Produktionsmanager der Zeitung Madagascar Matin, Jean-Luc Rahaga, und sein Chefredakteur Didier Ramanoelina wurden im Gefängnis Antanimora in Antananarivo verhaftet. Das ist das Ergebnis einer Beschwerde der Verunglimpfung von Rivo Rakotovao, dem Minister für Transport und Industrie. Das ist wohl kaum ein Losbrechen von unserer jüngsten dunklen Vergangenheit?

 

Unersetzlich: Die persönliche Beziehung zwischen Lehrer und Schülern

Unter der Rubrik Bildungsbeziehungen teilt Luis María Llena León in dem Blog No hay mejor maestra que la vida [es] [Es gibt keinen besseren Lehrer als das Leben] seine Erfahrungen mit den Schülern eines spanischen Gymnasiums mit. Hier ist nun die Schlussfolgerung aus dem Gedankenaustausch zwischen einem Schüler und einem Kellner. Das Gespräch fand an dem Ort statt, wo das Ende des Schuljahres gefeiert worden ist:

No puedo añadir mucho más a las enseñanzas de aquel amable camarero. La educación se basa en una relación interpersonal; cuando esa relación fluye con facilidad y generosidad, la educación es más sencilla y fructífera; cuando hay dificultad en la relación, la hay en la educación. Mantengo una buena relación de amistad con algunos de los que fueron mis educadores y la mantengo, también, con algunos de quienes han sido mis alumnos a lo largo de todos estos años; todas enriquecen mi vida.

Den Einsichten des netten Kellners kann ich eigentlich nicht mehr besonders viel hinzufügen. Zwischenmenschliche Beziehungen sind die Basis jeder Bildung. Wenn sie leicht und großzügig vermittelt wird, ist Bildung einfacher und produktiver. Aber wenn die Beziehungen schwierig sind, ist Bildung problematisch. Zu einem meiner Lehrer bewahre ich ein gutes freundschaftliches Verhältnis und genauso halte ich es über die ganzen Jahre hinweg mit einigen von meinen Schülern. Sie alle bereichern mein Leben.

Lehrern kann es helfen, Luis María zu kontaktieren und seinen Tweets unter @luismariallena zu folgen.

Dieser Beitrag gehört zum neunten #LunesDeBlogsGV (Montagblogs bei Global Voices) vom 16. Juni 2014.

Ebola raubt den Afrikanern ihre kulturellen und menschlichen Werte

Der Sozialanthropologe und Soziologe Ginny Moony erklärt, warum der Ebola-Ausbruch den Westafrikanern ihre Menschlichkeit nimmt:

Die Art und Weise in der sich Westafrikaner um ihre Kranken und Verstorbenen kümmern, unterscheidet sich angeblich deutlich vom Rest der Welt. Dies ist alles andere als wahr. Auf der ganzen Welt ist das Wesentliche bei der Pflege von Kranken gleich: Das Berühren Kranker oder toter Verwandter ist ein natürliches Phänomen. Überall werden die Verstorbenen gereinigt und sorgsam aufgebahrt, um den Angehörigen die Möglichkeit zu geben sich zu verabschieden. In den Niederlanden können wir unseren verstorbenen Angehörigen bis zu vier Tage in unserem Wohnzimmer aufbahren. Und der physische Kontakt mit dem Verstorbenen findet so lange statt, bis der Sarg geschlossen und zu Erde gelassen oder in den Ofen des Krematoriums geschoben wird.

Im Fall der von Ebola betroffenen Länder ist das normale menschliche Verhalten von der Weltgesundheitsorganisation und anderen Experten als eine “altmodische und nicht erstrebenswerte Praxis” bezeichnet worden. Niemand hinterfragt, ob es nun angebracht ist, Menschen zu verbieten sich um Angehörige zu kümmern und die Trauerphase zu bestimmen. Die Lösung um Neuansteckungen mit Ebola zu verhindern scheint eindeutig: Unter keinen Umständen die Personen berühren. Empathischere Lösungen, zum Beispiel die Bereitstellung von Schutzkleidung für Familienangehörige, um eine Beerdigung der Angehörigen zu ermöglichen, werden nicht in Erwägung gezogen. Die Bevölkerung wird in die Ecke getrieben: Wenn sie nicht kooperieren, werden sie ins Gefängnis gehen. Diese harten Maßnahmen entfremden die Bevölkerung umso mehr von den Behörden. Ebola ist eine Strafe. Nicht für die internationale Gemeinschaft, nicht für die Politiker, nicht für die Elite, sondern nur für die armen Massen. Die Menschen sind alleine. Verlassen. Große Summen an Geld kommen an und erste Verbesserungen sind sichtbar und dennoch scheint die Epidemie Tag für Tag stärker und unbezwingbarer zu werden…. 

Liberia: Gefahr für Pressefreiheit beim Kampf gegen Ebola

The body of a victim of Ebola virus is seen covered with a sheet at the back of a truck in Monrovia, Liberia -Public Domain

Die Leiche eines Ebola-Opfers zugedeckt auf einem Lastwagen in Monrovia, Liberia – Öffentliche Domäne

Die Gewerkschaft für Journalismus und Presse ist besorgt über die Bedrohung der Informationsfreiheit als Ergebnis des Vorgehens der Regierung gegen den Ebola-Virus. Die Gewerkschaft verfasste einen Brief an den Justizminister um seine Aufmerksamkeit auf die gegenwärtigen Herausforderungen der Journalisten zu lenken. Hier ist ein Auszug des Briefes:

The Press Union of Liberia’s attention is specifically drawn to several circumstances that do not only restrain journalists in their obligation to seek out and share useful news and information with the public, but significantly threaten even media participation in the global fight against Ebola. By all accounts, the media space in Liberia has been a significant partner in the fight to strengthen awareness in our society about the impact and challenges of the epidemic. Notwithstanding the loss of revenue due to the emergency nature of the epidemic and the effect on general life, the media has remained committed to this fight. Unfortunately, several actions against media by government actors, especially during these times, have simply given room to growing skepticism about the disease, and further exacerbating the denials within the community. We think this is unfair and improper.
Die Aufmerksamkeit der Pressevereinigung liegt besonders bei einigen Vorfällen, die nicht nur die Journalisten in ihrer Verantwortung wichtige Informationen zu erfahren und öffentlich zu verbreiten einschränken, sondern auch signifikant die Beiteiligung der Medien am globalen Kampf gegen Ebola gefährden. Allen Berichten nach waren die Medien ein starker Partner um das Bewusstsein in unserer Gesellschaft über den Einfluss und die Herausforderungen der Epidemie zu stärken. Ungeachtet der verlorenen Einnahmen aufgrund der Notfallsituation und den Einfluss auf das generelle Leben, blieben die Medien stets engagiert in ihrem Kampf. Unglücklicherweise wurden einige Vorfälle bekannt, in denen die Medien durch Mitarbeiter der Regierung behindert wurden und so eine wachsende Skepsis über die Krankheit und die Ablehnung der Bürger ausgelöst wird . Wir denken, dass dies unfair und unangebracht ist.

Industrielle Umweltverschmutzung tötet hunderte Wildvögel in der Inneren Mongolei

Mehr als 500 Wasservögel wurden in der Seenlandschaft der Inneren Mongolei in diesem Sommer infolge der Wasserverschmutzung tot aufgefunden. Lokale Hirten berichten, dass das giftige Wasser von nahe gelegenen Fabriken in einem Ökoindustriegebiet kam. Annie Lee von China Hush schrieb einen Fotobericht über die Situation.

Unternehmertum eines Mädchen aus Bangladesch verhindert Zwangsehe

Raad Rahman aus Bangladesch erzählt auf seinem Blog die Geschichte von einem Mädchen aus einer ländlichen Gegend in Bangladesch. Sie konnte einer Zwangsehe als Kind nur entkommen, nachdem sie einen kleinen Lebensmittelladen eröffnete, der durch einen kleinen Kredit einer lokalen Nicht­regierungs­organisation ermöglicht wurde. Eigentlich sollte sie mit einem Nachbarssohn verheiratet werden, da ihre Familie sie nicht mehr finanzell unterstützen konnte.

Ein dringender Aufruf zum Schutz und zur Erhaltung der tibetischen Sprache

Khenpo Tsultrim Lodoe ist ein einflussreicher buddhistischer Lehrer am Buddhistischen Lehrinstitut Larung Gar in Tibet. Sein am 4. Juli 2014 auf einer offiziellen Unterrichtswebsite für tibetische Mittelschulen geposteter Artikel, der die Beziehung zwischen Sprache und Identität anspricht, verlangt den Schutz der tibetischen Sprache. High Peaks Pure Earth übersetzte die nachdenklich stimmende Arbeit.

 

Der Weg zum Glücklichsein in der Demokratie

Der aus Bhutan, dem Land des Bruttonationalglücks, stammende Blogger Passang Tshering zeigt den Besuchern seiner englischsprachigen Webseite, wie sie in der Demokratie den Weg zum Glücklichsein finden können. Er vergleicht Demokratie mit einer Ehe und teilt die Menschen in drei Gruppen ein und zwar in Liebestrunkene, Hasserfüllte und verantwortungsvolle Bürger.

The Lovers are the ones who swear by one party, and regardless of how good or bad the decision the party makes they will not move an inch into disagreement. They are like a obsessive husband who could go and hug his wife after she has thrown a hot pan on his face.

Contrary to that The Haters are the ones who turn blind eyes to all the good things a party does and suddenly becomes so loud when they see a flaw. They are like an angry husband who would slap his wife even when she gifts him a bouquet of flowers.

If we have more of these two groups of people then democracy is at risk. They could fail a country. Therefore we must strive to be and saw the seed of The Concerned Citizens in our youth. Educating and inspiring them to grow the heart that is courteous enough to acknowledge the good even if it's done by an enemy, and courageous enough to condemn even when the wrongdoer is a friend. That like a very human and loving husband.

Die Liebestrunkenen schwören auf eine Partei und weichen auch bei schlechtesten Entscheidungen nicht von ihrer Zustimmung ab. Sie verhalten sich wie ein Ehemann, der zu seiner Frau, nachdem sie ihm eine heiße Bratpfanne ins Gesicht geworfen hat, hingeht und sie liebevoll umarmt.

Dann gibt es noch die Hasserfüllten, die alles Positive, das eine Partei bewirkt, ignorieren und laut aufschreien, sobald sie einen Fehler entdecken. Sie sind wie ein wütender Ehemann, der seine Frau sogar dann schlägt, wenn sie ihm einen Blumenstrauß schenkt.

Nehmen diese beiden Gruppen überhand, ist die Demokratie in Gefahr. Dies kann ein ganzes Land in den Ruin führen. Wir müssen deshalb danach streben, verantwortungsvolle Bürger zu sein und diese Saat in die Herzen unserer jungen Generation zu säen. Wir müssen ihnen beibringen, höflich genug zu sein, Positives anzuerkennen, auch wenn sich der Gegner dafür verantwortlich zeichnet und den Mut zu haben, Fehler zu verurteilen, auch wenn diese von Freunden begangen werden. Dies ist das normale menschliche Verhalten eines liebevollen Ehemannes.

Ein Dokumentarfilm, in dem Transsexuelle zu Wort kommen

Während Schwule und Lesben in Puerto Rico langsam mehr Akzeptanz erfahren, kann das für Transsexuelle nicht behauptet werden. Aus diesem Grund ist ein Film wie Mala Mala, ein Dokumentarfilm, in dem Transsexuelle frei ihre Geschichte erzählen, so wichtig. Der Film von Dan Sickles (@dan_sickles) und Antonio Santini wird in der offiziellen Auswahl beim Tribeca Film Festival gezeigt.

Eine der Personen, die für den Film interviewt wurden, ist Paxx Moll, ein Koch, der weiblich-zu-männlich transsexuell ist. In einem Artikel in La Respuesta spricht er mit E. J. Dávila darüber, wer er ist, seine Erfahrung damit, Teil der Dokumentation zu sein und über fehlende soziale und medizinische Orte für Transsexuelle in Puerto Rico, speziell für transsexuelle Männer.

Dies ist der Teaser zu Mala Mala, der in Puerto Rico in den kommenden Monaten anlaufen wird:

Indigene Büchereien als soziale Schauplätze

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Bibliothek der Nationalen Autonomen Universität von Mexico. Foto von Esparta über Flickr (CC BY 2.0).

“Eine Sache ist, dass Bücher die Neugierde der Leser befriedigen, und eine ganz andere ist, dass sie vielleicht die Identität ihrer Gemeinschaft widerspiegeln.” Der argentinische Bibliothekar Daniel Canosa hinterfragt die Rolle und Funktion der örtlichen Bibliotheken. Auf dem Infotecarios Netzwerk schreibt er:

Las bibliotecas indígenas, [deberían] generar conocimiento desde la participación local y comunitaria, ofrecer un modo de entendimiento, que es a la vez una manera de construir identidad. El tema es si lo que ofrece la biblioteca representa lo que cada comunidad sabe y conoce, si lo que construye el bibliotecario con su comunidad permite una genuina afinidad con la memoria histórica del pueblo. No se tratan de ideas nuevas, pero es necesario avanzar interpelando las mismas.
[...] Si las bibliotecas difunden la producción de la gente de su lugar de pertenencia, entonces no sólo las elites tendrán presencia en el mundo de la información.

Indigene Bibliotheken (sollten) Wissen durch örtliche und gemeinschaftliche Teilnahme schaffen, Zugang zu besserem Verständnis bieten, so dass mit der Zeit eine Identität aufgebaut wird. Worauf es ankommt, ist, dass Bibliotheken repräsentieren, was jede Gemeinschaft weiß, wenn das, was ein Bibliothekar mit seiner Gemeinschaft aufbaut, eine echte Zugehörigkeit mit dem historische Gedächtnis des Volkes erlaubt. Es geht nicht um neue Ideen, aber man sollte diese Ideen weiter hinterfragen.
[...] Wenn Bibliotheken die Erzeugnisse der Leute von ihren eigenen Orten verbreitet, dann sind die Eliten nicht die einzig Sichtbaren in der Informationswelt.

Der Autor unterstreicht die Tatsache, dass das Inbrandsetzen von Bibliotheken, wie es in der Vergangenheit passiert ist, die Erinnerungen von Völker und damit ihre Identität vernichtet. Er unterstreicht auch die Arbeit der kolumbianischen Grundbibliothek indiger Völker, kritisiert Veröffentlichungen des ecuadorianischen Verlages Abya Yala und nennt als Beispiel der “sozialen Eingliederung” die Eloísa Cartonera-Kooperative aus Argentinien.

Um mehr darüber zu lesen, gibt es Daniel Canosas persönlichen Blog auf Spanisch oder Kontakt zu ihm über LinkedIn.

Dieser Artikel ist Teil des 14. #LunesDeBlogsGV (Montagsblogs auf GV) am 4. August 2014.

Warum Netzneutralität für die Karibik wichtig ist

Denjenigen, die glauben, dass das Thema Netzneutralität sie nicht betrifft, stellt Activized, ein auf Englisch schreibender Blogger aus Trinidad, folgenden Zusammenhang her: Das Konzept, dass “alle Daten gleich geschaffen sind”, ist nicht so weit verbreitet, wie man vielleicht denkt:

Local telecommunications company Digicel announced that they were banning certain VoIP application services from their network…in an attempt to secure their bottomline – ensuring that users of the cellular phone service make calls using credit, not data. There’s only one problem with that – if I’m paying for my data, I should have the power to get the data that I want and use it how I want.

Das lokale Telekommunikationsunternehmen Digicel kündigte an, dass bestimmter VOIP-Anwendungen von ihrem Netzwerk verboten seien… in dem Versuch, ihren Profit zu schützen – so dass Nutzer des Mobilfunkdienstes ihre Anrufe auf ihre Minutenkonten und nicht ihr Datenkonto abgerechnet bekommen. Es gibt damit nur ein Problem – wenn ich für Datenverkehr bezahle, dann sollte ich das Recht haben, damit zu machen, was ich will.

Die Schönheit der Höhle von Lourdes

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Höhle von Lourdes. Foto mit freundlicher Genehmigung von Laura Schneider.

Die Höhle von Lourdes ist ein erstaunliches Gebilde, zu finden in Puerto Deseado [de] in der argentinischen Provinz Santa Cruz in Patagonien. Es ist ein majestätisches Heiligtum in [der Schlucht] Cañadón de las Bandurrias, die am Flecken Tellier beginnt und sich bis in die [wunderschöne Fjordlandschaft] Ría de Deseado erstreckt. Das ist die Gegend in der Laura Schneider [es] diesmal gewesen ist. In ihrem Blog [es] teilt sie die Erfahrungen ihrer Reise:

No tenía conocimiento de la Gruta de Lourdes hasta que viajé a Puerto Deseado, un lugar encerrado entre paredones de roca rodeado del silencio de la naturaleza o quizás del sonido que nos da la soledad y la fe. Miles y miles de personas visitan este lugar, tan alejado pero tan bello como natural. Mas alla de las peregrinaciones que se realizan, es un lindo lugar para recorrer sin necesidad de peregrinar.

Ich war mir der Höhle von Lourdes gar nicht bewusst, bevor ich nach Puerto Deseado kam, einem Ort zwischen Felsenwänden, nur umgeben von der Stille der Natur oder vielleicht von dem Klang, den uns die Einsamkeit oder der Glaube schenkt. Tausende von Leuten besuchen diese Gegend, so weit weg, ebenso schön wie natürlich. Jenseits der Pilgerströme ist es ein wunderschönes Ausflugsziel.

Laura kann man in ihrem Blog oder bei Twitter [es] folgen.

Dieser Beitrag gehört zur zehnten #LunesDeBlogsGV, (Montag der Blogs bei Global Voices) am 7. Juli 2014.