Schließen

Wir berichten aus 167 Ländern. Wir übersetzen in 35 Sprachen. Wir sind Global Voices (Globale Stimmen).

Mehr als 800 von uns aus aller Welt arbeiten gemeinsam daran, euch die Geschichten zu erzählen, die sonst schwer zu finden sind. Aber wir schaffen das nicht allein. Obwohl die meisten von uns Freiwillige sind, brauchen wir eure Unterstützung für unsere Redakteure, unsere Technologie, Bürgermedien- und Bürgerrechtsprojekte und unsere Gemeinschaftsveranstaltungen.

Spende jetzt
GlobalVoices in Weiteres »

Kurzmeldungen

Medienarchiv · 394 Artikel

Artikel mit Fotos Artikel Fotos Video Artikel Video

Neueste Artikel vom Kurzmeldungen

Peru: Fahrradfahren zur Rettung des Kulturerbes

Wie können zwei so unterschiedliche Hobbys wie Fahrradfahren und Archäologie zusammenkommen? Nils Castro berichtet in einem Beitrag [es] als Gastblogger auf Lima Milenaria über seine Erfahrungen. 

_NC11058

Nils sagt, dass, obwohl er die Facebook-Gruppe Círculo Ciclísta Protector de las Huacas [es] gegründet hatte – Radtour zum Schutz der Huacas [Begräbnisstätten der indigenen Bevölkerung] – nicht viel später eine Pyramide auf der archäologischen Fundstätte El Paraíso [Das Paradies] Schaden erlitt [en]. Daraufhin wurden Fahrradführungen durch verschiedene Huacas von Lima organisiert. An einer ersten Tour nahmen 70 Personen teil, mittlerweile haben neun weitere Besuche stattgefunden. Er fügt hinzu:   

Die erste Lektion, die wir bei diesen neun Ausflüge gelernt haben, war, dass viele Leute aus Lima weder ihre Stadt noch ihr vorspanisches Erbe kennen, das hier beheimatet ist. Zugleich gibt es aber auch nur begrenzt wissenschaftliche Untersuchungen zu dem Thema und die daran beteiligten Regierungsorganisationen sind sehr bürokratisch und verfügen über nicht genug Mittel, was ihren Versuch, die Orte zu schützen, behindert.

Nichtsdestoweniger haben uns unsere Fahrradtouren gezeigt, dass es jedes Mal mehr Bürger gibt, die bereits sind, etwas an der Situation zu ändern. Verschiedene Gemeinschaften und Aktivisten setzen sich dafür ein, unser materielles und immaterielles Erbe zu bewahren. Sie schließen sich zu Netzwerken zusammen, um unsere kulturellen Reichtümer sichtbar zu machen.

An diesem Sonntag, dem 27. April, lädt Nils dazu ein, sich einem weiteren Fahrradausflug [es] durch mehrere Huacas anzuschließen, die im Flußtal des Río Rímac liegen.

Guyana: Untersuchung zu Walter Rodney

In Guyana gibt es zwei unterschiedliche Auffassungen bezüglich des Untersuchungsausschusses, der sich mit dem Tod des politischen Aktivisten Walter Rodney beschäftigt: Die Nachrichtenseite Barbados Underground berichtet [en], der Gewerkschaftsbund “Guyana Trades Union Congress” vertrete seine eigenen Interessen bei der Wahrheitsfindung. Der Blog Propaganda Press [en] dagegen lehnt die Untersuchung ab und schlägt vor, den Prozess zu boykottieren.

Französischer Ökonom Piketty sieht Zusammenhang zwischen Ungleichheit und Stabilität von Demokratien

Der französische Ökonom und Professor an der École d’Économie de Paris [eine Kooperation mehrerer französischer Hochschulen und zweier Forschungszentren im Großraum Paris] Thomas Piketty hat vor Kurzem sein neues Buch “Capital in the Twenty-First Century” [Kapital im 21. Jahrhundert] veröffentlicht, das unter Wirtschaftswissenschaftlern und Politikern Aufsehen erregt hat [en]. Pikettys zentrale Annahme ist, dass Ungleichheit nicht zufällig entsteht [en], sondern als Konsequenz aus exzessivem Kapitalismus hervorgeht. Piketty geht auch davon aus, dass Ungleichheit demokratische Prozesse bedrohen kann [en], wie [während der Staatsschuldenkrise] in Griechenland zu beobachten gewesen sei. An dieser Theorie zur Ungleichheit gibt es aber auch reichlich [en] Kritik.

Increase in the annual income of the top 1% of wealthy persons in the U.S. before economic crises using data initially published as Thomas Piketty and Emmanuel Saez (2003) on wikimedia commons CC-NC-3.0

Zunahme des jährlichen Einkommens der obersten ein Prozent der reichsten Menschen in den USA vor der Wirtschaftskrise. Die Darstellung beruht auf Daten, die 2003 durch Thomas Piketty und Emmanuel Saez unter Wikimedia Commons CC-NC-3.0 veröffentlicht wurden.

Die obersten ein Prozent in den USA

Gabriel García Márquez starb im Alter von 87

Der kolumbianische Nobelpreisträger Gabriel García Márquez starb am Donnerstag, den 17. April 2014, in Mexiko-Stadt. Er wurde 87 Jahre alt. Der kolumbianische TV-Sender Caracol veröffentlichte eine Chronologie [es] seines Lebens.

Der Twitter-Nutzer Pepin Balongo drückte seine Trauer wie folgt aus:

Hundert Jahre Einsamkeit wird es nicht mehr geben, ab jetzt wird es eine Ewigkeit in Einsamkeit sein. Lebewohl, Gabo [García Márquez' Spitzname].

Bloggen zu politischen Themen in Vietnam

Die vietnamesische Bloggerin Đoan Trang hat die Beobachtung gemacht [en], dass sich eine immer größer werdende Zahl vietnamesischer Blogger mit Menschenrechten und anderen politischen Themen beschäftigt, indem sie:

Kommentare und Analysen verfassen und zusätzliche Fakten zusammentragen. Trotz ihrer emotionalen Art, die eine gewisse Unprofessionalität verrät, füllen sie ein Vakuum, das die Massenmedien nicht schließen, da sie in den meisten Fällen Neuigkeiten berichten ohne tiefergehende Untersuchungen hervorzubringen.

Aber nur wenige schreiben auf Englisch:

Auch wenn viele Fortschritte gemacht wurden, richten sich alternative Medien noch meistens an eine vietnamesische Leserschaft. In anderen Worten “sprechen Blogger noch zu sich selbst” oder “schreiben nur für ihre Mitbürger”. Nachrichten auf Englisch, wenn überhaupt, rücken nur zufällig ins Blickfeld ausländischer Journalisten, wenn ihre individuellen Kontakte und Netzwerke sie auf die Menschenrechtssituation in Vietnam aufmerksam machen.

Ägypter wendet sich an Youtube, um gegen Wehrpflicht in Ägypten zu protestieren

Ein ägyptischer Aktivist spricht sich auf Youtube gegen die Wehrpflicht [en] in der ägyptischen Armee aus, die für Männer im Alter von 18 bis 30 Jahren gilt.

Adam schreibt in einer Email an Global Voices Online:

Ich bin Ägypter und Kriegsdienstverweigerer. Ich bin gegen den Dienst in der ägyptischen Armee, weil ich Kriege und Gewalt hasse. Ich habe dieses Video auf Arabisch aufgenommen und ins Englische übersetzt. Ich hoffe, ihr übertragt es auf eurem Videokanal, so dass Ägypter und die Welt meine Ansichten kennenlernen. Denn Menschen wie ich, die den Wehrdienst in der Armee verweigern, werden von den Medien nicht vernommen. Ich hoffe, ihr könnt mir helfen, denn ich will die Ägypter von der Militärregierung und der Herrschaft durch die Religion befreien. Ich befürworte westliche Demokratie.

In diesem Video, das englische Untertitel hat, sagt Adam (Ahmad):

Ich bin Ahmad (alias Adam) aus Ägypten. Ich möchte euch von der Wehrpflicht in Ägypten erzählen. Ich bin absolut gegen die Wehrpflicht. Ich verweigere den Dienst in der ägyptischen Armee, denn es ist eine kriminelle Armee, die Tausende von Demonstranten und Unschuldigen in der Mohamed Mahmoud Street und auf dem Tahrir-Platz in Kairo und in vielen anderen Regionen Ägyptens getötet hat.

Er fügt hinzu:

Die Wehrpflicht ist eine Erniedrigung, Versklavung und Zwangsarbeit für Tausende arme Ägypter, die jedes Jahr eingezogen werden, um dann in Privatunternehmen und den Gutshöfen ägyptischer Armeegeneräle ohne Lohn oder Bezahlung zu schuften. Jeder, wirklich jeder ägyptische Soldat, der beim Heer gedient hat, weiß ganz genau, über welche Guthaben Armeegeneräle auf ihren Bankkonten verfügen. Armeegeneräle besitzen auch Immobilien, die sie auf illegalem Weg erworben haben. Sie stehlen dem Land sein Vermögen und Eigentümer.

Chile: Ist der Großbrand von Valparaíso auf Nachlässigkeit der Gemeinderegierung zurückzuführen?

incendio valparaiso

Foto des Großbrandes in Valparaíso von Flickr-Nutzer Leonardo Maldonado (CC BY-NC 2.0).

Ein Bericht [es] des chilenischen “Centre for Investigative Journalism” wirbelt eine Geschichte auf, in der es um Nachlässigkeit und Korruption geht und darüber, wie lokale Behörden seit 2012 von der Gefahr wussten, den der enorme Wildwuchs des Strauchwerks an den Hängen und Schluchten rund um Valparaíso darstellt, ebenso wie die starke Zunahme an Müllkippen in der Umgebung. All das hat den Boden für Großbrände bereitet. Aber nicht einmal die Feuer, die sich 2013 entzündeten, haben zu einer Reaktion der Lokalregierung geführt. Die Suche nach den Verantwortlichen hat somit jetzt begonnen.

Inmitten der Verwüstungen, die der gewaltige Großbrand in Valparaíso hinterlassen hat, wird nun ein neuer Untersuchungsausschuss vom Abgeordnetenhaus einberufen. Das Ziel: Das Ausmaß bestimmen und die Verantwortlichen dieser jüngsten Korruptionsaffäre in der Stadtverwaltung identifizieren [...]. Die Untersuchung dieses neuesten regionalen Skandals, der wieder einmal die Aufmerksamkeit auf eine Milliarden US-Dollar lenkte, die angeblich bei politischen Kampagnen zweckentfremdet wurden, wird möglicherweise das deutlichste Bild zeichnen vom Umfang, den Korruption in den Regionalregierungen hat und davon, dass es keine einzige Partei gibt, die nicht in der Sache verwickelt ist.

Madagaskar: Bekanntgabe der neuen Regierung unter Premierminister Roger Kolo

Die Nachrichtenseite Tananews hat die vollständige Liste der 31 Mitglieder [fr] der neuen madagassischen Regierung veröffentlicht. Die Facebookseite Mitsangana Madagascar weist darauf hin, dass auf der Liste sechs Frauen [fr] stehen sowie sieben Minister, die bereits für die vorherige Regierung tätig waren. Der ehemalige Premierminister Beriziky wünscht der neuen Regierung auf Twitter alles Gute:

Amtsübergabe an meinen Nachfolger @kolo_roger. Danke an alle Madagassen.

Das “Brustbügeln” in Kamerun in der Schusslinie

Josiane Kouagheu greift [fr] die Praktik des “Brustbügelns” in Kamerun an:

Ich wollte niemals über dieses allzu sensible Thema sprechen. Es geht mir zu nahe. Wohin ich auch schaue, sehe ich in meinem Umfeld zu viele Opfer. Ich wollte schweigen. Aber was soll man tun, wenn um einen herum das Fernsehen, das Internet, die Zeitungen und andere Medien, die die weibliche Schönheit preisen, auf gewisse Menschen nicht den geringsten Einfluss haben, die weiterhin sagen: “Die Brüste meiner Tochter sollen nicht zu schnell wachsen! Sie müssen unbedingt massiert werden…”

Ihre Werkzeuge

Ein Stein, Schalen von Kochbananen und die Blätter des Ngwollne-Baums (ich spreche es in meiner Muttersprache aus), die über einem Holzfeuer erhitzt werden. Und Brustbinden!

Sobald alles heiß genug ist, wird es auf der nackten Brust platziert. Es wird wieder und wieder massiert. Das kleine Mädchen, das den Vorgang meistens für normal hält, schreit vor Schmerzen. Sie leidet. Aber ihre Mutter sagt ihr, dass alles in Ordnung und die Behandlung gut für sie sei.

Manche Frauen schnüren die Brust ihrer Tochter nach den Massagen ein. Verwendet werden Binden aus Stoff mit vielen Gummibändern, diese sollen die Brust der jungen Mädchen zusammendrücken, sie flacher machen…

Ich möchte ganz einfach unseren Müttern, Tanten und Großmüttern sagen: Lasst die Brüste eurer Töchter, Nichten, Enkelinnen in Ruhe. Wir fordern alle Mütter auf:

Bitte Mama, lass meine Brüste in Ruhe!  

Hier klicken [en], um einen Dokumentarfilm über diese Praktik anzuschauen.

Kambodscha: Historischer Überblick über Land- und Wohnungsprobleme

Hallam Goad untersucht [en] in einer Arbeit, die auf dem Blog City of Water [en] veröffentlicht wurde, die Herausforderungen und Fragen, die sich in den letzten zwei Jahrzehnten Kambodscha bezüglich seiner Stadtentwicklung [en] gestellt haben:

Phnom Penh hat sich fast buchstabengetreu an den klischeehaften Mustern der neuen Schwellenländern orientiert und die arme Stadtbevölkerung die Schattenseiten [der Stadtplanung] aufgebürdet. Was nur wenige erkennen ist, dass das hätte vermieden werden können.

Seit 1990 wurden 150.000 Einwohner verdrängt und damit hat sich die Sache alles andere als positiv entwickelt. In vielen Fällen hat sie sogar verkompliziert und verschlimmert, was zu dem Zeitpunkt bereits heikel war.

Deutsche Digitale Bibliothek öffnet Tür zu Kultur und Wissenschaft

DDB_Logo_2_s_pos_RGB_R_96dpi

Logo der DDB, zur allgemeinen Nutzung.

Am 31. März wurde die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB) freigeschaltet, in der jeder kostenlos online nach Büchern, Bildern und anderen Dokumenten suchen kann.

Sie wird von Bund, Ländern und Kommunen finanziert und von einem Kompetenznetzwerk beteiligter Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen getragen. Bislang haben sich knapp 2.100 Institutionen registriert, um ihre Bestände einzubringen. Das Portal wird kontinuierlich erweitert und soll bis zu 30.000 Partner gewinnen.

Ausgeklügelte Suchfunktionen und die “zentrale Zugänglichkeit” der DDB verbessern Recherchemöglichkeiten in Forschung, Lehre und Wirtschaft. In einer Rede anlässlich der Präsentation der ersten Vollversion erklärt die Kulturstaatsministerin Monika Grütters:

Im Gegensatz zu manchen kommerziellen Anbietern [...] folgen die Angebote der DDB nicht dem Streben nach den größten Klickzahlen, sondern allein ihrer Qualität und Relevanz für das Bemühen, den Bürgerinnen und Bürgern auch im Netz einen authentischen und umfassenden Zugang zu unserem kulturellen Erbe zu eröffnen.

Es gehe auch darum, die “digitale Souveränität” zu wahren, so twittert die DDB:

Denn die DDB versteht sich als Beitrag zu einer demokratischen Wissensgemeinschaft:

Dahinter steht der Gedanke, dass Demokratie aktive Mitwirkung benötigt – und dafür Identifikation und Transparenz, also Information.

Ein Twitternutzer kommentiert:

Myanmar nach der Diktatur: Wie steht es um die Literatur?

Der Autor von The Dissident Blog James Byrne schätzt [en] den Stand burmesischer Literatur im Myanmar nach der Diktatur folgendermaßen ein:

Als ich letztes Jahr im Land war, wurden Gedichte über den arabischen Frühling gelesen. Es gab andere über die schlechte Behandlung burmesischer Bauern. Es gab Satiren über Stromausfälle und Kurzgeschichten, die einen Anfang und eine Mitte, aber kein Ende hatten. All das wäre vor nur wenigen Jahren umgehend verboten worden.

Er beobachtete auch eine Herausforderungen, die noch thematisiert werden muss:

Wenn man weiter nachbohrt und mit vielen Schriftstellern im Land spricht, dann bleibt schließlich doch das Misstrauen gegenüber der Regierung und jeder kulturellen Organisation aus dem Westen.

Manga “1F” nimmt seine Leser mit ins Kernkraftwerk Fukushima

Ichi Efu, by Kazuto Tatsuta.

“Ichi Efu” [1F] von Kazuto Tatsuta.

Das Manga [japanischer Comic] des Zeichners Kazuto Tatsuta [ja] nimmt seine Leser mit ins Innere des stark beschädigten Kernkraftwerks Fukushima Dai-Ichi oder ichi efu (1F), wie Eingeweihte es bezeichnen. An diesem Ort hat der Autor des Mangas 2012 selbst gearbeitet. Er hatte sich dazu entschlossen, da ihn zu der Zeit Geldsorgen plagten.

Der Bilderroman “1F: Ein Tagebuch von der Arbeit im Kernkraftwerk Fukushima Dai-ichi” [ja] (auf Japanisch いちえふ ~福島第一原子力発電所労働記~) bietet die seltene Gelegenheit, einen Blick in die Anlage zu werfen, die am 11. März 2011 von einem der verheerendsten Tsunamis in der Geschichte Japans getroffen wurde.

Derzeit haben ausschließlich Mitarbeiter des Werks, Beschäftigte des Betreiberunternehmens Tepco und einige Pressevertreter bei gelegentlichen Führungen Zugang zur Anlage.

In der Einführung wird die tägliche Routine der Arbeiter beschrieben, die unterschiedlichen Masken, die verschiedenen Schichten der Schutzanzüge und der Kleidung, die jeden Tag zu tragen ist, den Gebrauch der Personendosimeter, die Alarm geben, wenn die maximale Tagesdosis an Strahlung erreicht ist und ihre Fahrten von und zum J-Dorf, einem ehemaligen Sportzentrum, das nach dem Unfall zum Wohnhaus für die Arbeiter wurde.

Tatsutas Manga hat 2013 den 34. Manga Open-Preis gewonnen.

Venezuela entschlüsselt: Aus widersprüchlichen Schilderungen schlau werden

Im Februar 2014 waren die venezolanischen Journalisten Mary Avilés, Ana María Carrano und Martín Quiroga, die zu der Zeit in Silicon Valley lebten, frustriert davon, herauszufinden, was eigentlich wirklich bei ihnen zu Hause los war. Nach ersten Protesten in dem Monat war damals Twitter zum letzten unabhängigen Informationskanal geworden und jeder griff darauf zurück, die Regierung, Vertreter der Opposition, Journalisten und Bürger. Mit 1.000 Twitternachrichten pro Stunde wichen sich widersprüchliche Berichte auf den Handybildschirmen gegenseitig aus und es war schwer zu durchschauen, was davon glaubhaft ist.

Avilés, Carrano und Quiroga sind, beziehungsweise waren, Stipendiaten der John S. Knight Foundation [en]. Gemeinsam mit Ana María Carranos Ehemann Douglas Gómez stellen sie nach anstrengenden Wochen ein Team zusammen, gewinnen weitere Teammitglieder und gründen und starten [en] innerhalb kürzester Zeit die Online-Plattform Venezuela Decoded [en] (Venezuela entschlüsselt), um anderen dabei zu helfen, die widersprüchlichen Darstellungen über die Unruhen um Land zu verstehen, die die sozialen Medien überflutet haben:

Ich hoffe für Venezuela Decoded, dass es zu einem Bezugspunkt der internationalen Leserschaft und der Medien wird, wenn es um den venezolanischen Konflikt geht, zu einer Art Einstiegsseite”, sagt Aviles. [...] “Wir sind davon überzeugt, dass wir dazu beitragen können, die Macht der sozialen Medien im Journalismus wirksam einsetzen zu können.”

Inspiriert von Syria Deeply [en], hat sich das Team vor kurzem um eine Förderung im Rahmen einer Ausschreibung der Knight Foundation beworben, um ihren Einsatz finanzieren zu können. Ihre Bewerbung ist hier [en] einsehbar.

Der letzte Ort kultureller Dynamik in Luanda ist nicht mehr

Marissa Moorman schreibt [en] über den Abriss des Elinga-Theaters, einem Zentrum kulturellen Lebens in Luanda, Angola:

Seit 1988 verankert das Elinga-Theater kulturelles Leben in der angolanischen Hauptstadt. Am 22. März 2014 gab José Mena Abrantes – Regisseur des Elinga-Theater und Dichter, Dramaturg, Journalisten sowie Kommunikationsberater (sprich: manchmal Redenschreiber) des angolanischen Präsidenten José Eduardo dos Santos – bekannt, der Abriss des historischen Ortes von Elinga stünde bevor.

Zuvor war der Schauspieltruppe im Januar diesen Jahres gesagt worden, sie müssten bis Ende letzten Monats das Theater räumen.

Am 1. April wurden Sorgen zu Taten: Die Initiative Central Angola startete über Facebook eine Kampagne, um mit mehreren Menschen schützend vor dem Elinga zu stehen und damit den Abriss hinauszuzögern. Am 2. April war eine Petition im Umlauf (online und an Schulen in Luanda), nachdem die Architekturprofessorin der Lusíada University Ângela Mingas vorgeschlagen hatte, 1.000 Unterschriften zu sammeln und der Nationalversammlung am 18. April, dem internationalen Tag der Denkmalpflege (UNESCO) zu übergeben, um damit einen symbolischen Schlag zu landen.

Russland beabsichtigt mit “Internet-Verschmutzung” aufzuräumen

Die russische Regierung arbeitet an dem Entwurf eines neuen Projekts [ru], das die “Prinzipien der staatlichen Kulturpolitik” neu definieren soll. In einem Konzeptpapier, das der Presse diese Woche zukam, erklärt eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Putins Stabschef Sergei Ivanov, Russland müsse angesichts der Globalisierung seine einzigartige “Staats-Zivilisation” erhalten und sein moralisches Fundament bewahren. Russland müsse sich “der Welt öffnen” ohne “sich darin aufzulösen”, so das Dokument.

Diese Pläne des Kultusministeriums könnten schwerwiegende Folgen für die Internetregulierung Russlands haben, dann, wenn zukünftige Gesetzgebungen die Sprache der Empfehlungen der Arbeitsgruppe übernehmen, die “Qualitätskontrollen von Informationen [im Internet]” mit Umweltschutz vergleicht:

Heute, zur Zeit des Cyberspace, schafft und verbreitet jeder, der  Zugang zu einem Computer und Internet hat irgendetwas, unabhängig des Bildungsstands, der Weltansicht, der Lebenserfahrung, der psychischen Gesundheit oder der tatsächlichen Intentionen. Das Ergebnis ist, dass dieser Raum der Informationen verschmutzt ist. Noch ist es früh und wir können nicht absehen, welche Auswirkungen das auf uns haben wird, aber wir können es bereits vergleichen mit der Verschmutzung der Luft, die wir atmen und des Wassers, das wir trinken.

Die Gleichsetzung der “Internet-Verschmutzung” mit Kohlendioxidemission und Wasserverunreinigung würde die Möglichkeit des Staats, Online-Aktivitäten zu regulieren, erheblich ausweiten. In der Duma diskutierten [ru] Gesetzgeber das Arbeitspapier, aber niemand sprach seine potenzielle Anwendung auf Internetpolitik an. Bevor der Plan zur Gesetzgebung wird, müssen die zuständigen Stellen noch einige Unebenheiten ausbügeln, insbesondere die der Finanzierung.

Kambodscha: Tempelanlage Angkor Wat jetzt bei Google Street View

Die gewaltige Kultstätte Angkor Wait in Kambodscha kann nun über Google Street View erkundet [en] werden. Das folgende Video [en] stellt einige der überwältigenden Tempel von Angkor Wat vor.

Video: Wie die USA 2,5 Millionen Tonnen Bomben auf Laos warfen

Die gemeinnützige Nachrichtenorganisation Mother Jones hat auf Youtube ein Video [en] hochgeladen, das den Abwurf von 600 Sprengsätzen [en] visualisiert, den zwischen 1965 und 1973 während des Vietnamkriegs die Vereinigten Staaten im Zuge einer Flächenbombadierung von Laos durchführten.

“Blogs sind die Schallplatten des Internets”

Ein Artikel der Tageszeitung Washington Post bespricht [en] “den Rückgang des iranischen Blogistans”. Viele Internetnutzer verbreiteten den Schlusssatz des Beitrags über Twitter [en]:

Blogs sind die Vinylplatten des Internets.

Zum Hintergrund berichtet unser Beitrag vom 17. März 2014 und eine Diskussion zu dem Thema vom 11. April. Die Studie “Wohin Blogistan” kann hier [en] runtergeladen werden.

Myanmar: Erste digitale Bibliothek für Hochschulbildung

Das Bildungsministerium [my] von Myanmar arbeitet zusammen mit der Open Society Foundation, um die erste digitale Bibliothek [en] des Landes einzurichten. Der Seniormanager des Förderprogramms für Hochschulbildung der Open Society Foundation Oleksandr Shtokvych erläutert die Bedeutung des Projekts:

Es wird auch die Studierenden und Wissenschaftler (der Universität von Yangon und der Universität von Mandalay) als aktive Teilnehmende in die Produktion neuen Wissens und kritischen Denkens miteinbeziehen. Damit werden das einmalige und reiche Erbe und die derzeitigen Entwicklungen in Myanmar ins Licht internationaler Wissenschaft gerückt.

Afrika: 20 bis 40 Prozent der Gelder im Wassersektor gehen an Korruption verloren

Zugang zu sauberem Trinkwasser ist ein Menschenrecht. Quelle: actionaid.org, Verwendung genehmigt.

Mustapha Sesay, Botschafter Westafrikas für die Integrität im Wassersektor schreibt [en] auf dem Blog des West Africa WASH Journalistennetzwerks [WASH ist ein Akronym für Wasser-, Sanitärversorgung und Hygiene] über Korruption in der Wasserbranche:

Der Zugang zu sauberem und bezahlbarem Wasser ist ein fundamentales Menschenrecht, aber es kommt ihm nicht die Aufmerksamkeit zu, die es benötigt. Die Korruption im Wassersektor blüht und betrifft Menschen aller Schichten, vom einfachen Mann über Politiker bis hin zu den Vorständen der Wasserinstitutionen und selbst den Nichtregierungsorganisationen, die in dieser Branche tätig sind. Der Bericht “Korruption im Wassersektor” des Water Integrity Networks in einem Buch mit dem Titel “Schulungshandbuch zu Integrität im Bereich Wasser” besagt, dass es in Subsahara-Afrika bei 44 Prozent der Länder unwahrscheinlich ist, dass sie das Millenium-Entwicklungsziel zu Trinwasser erreichen werden. [Das Ziel lautet, dass bis 2015 der Anteil der Menschen ohne dauerhaft gesicherten Zugang zu hygienisch einwandfreiem Trinkwasser halbiert wird.]. Bei 85 Prozent ist es unwahrscheinlich, dass sie das Ziel hinsichtlich sanitärer Anlagen erreichen. Schätzung der Weltbank zufolge gehen 20 bis 40 Prozent der Finanzen im Wassersektor an unredlichen Geschäftspraktiken verloren.

Entführungsindustrie lässt sich in Kamerun nieder

Der Blog Matango Club greift die Entführung zweier italienischer Pfarrer und einer religiösen Kanadierin [fr] im äußersten Norden des Kamerun in der Nacht von Freitag, dem 4. auf Samstag, den 5. April 2014 auf:

In der Geschichte sind Entführungen dieser Art nichts Neues. Man erinnert sich bloß an die Entführung des 42-jährigen französischen Pfarrers Georges Vandenbeusch, die für viel Aufsehen sorgte. Er wurde am 14. November 2013 aus seinem Kloster der Pfarrgemeinde Nguetchewe, in der Nähe der Gemeinde Koza, im Norden des Landes und 700 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Yaoundé gelegen. Diese Region gilt als sehr gefährlich. Vor diesem Vorfall, am 19. Februar 2013, wurde die Familie Moulin-Fournier ebenso verschleppt. Diese beiden jüngsten Entführungen verursachten einen solch gewaltigen Aufruhr in den Medien, dass die islamistische Gruppierung Boko Haram als Verursacher verdächtigt wurde. Diese Anschuldigung wurde anschließend vom Anführer dieser Gruppe Abubakar Shekau, der sie seit 2009 leitet, bestätigt.

Unmittelbar nach der Freilassung der Familie Moulin-Fournier, vermuteten die kamerunische Presse und weitere Stimmen, dass die Regierung Kameruns der Islamistengruppe Boko Haram ein Lösegeld gezahlt habe. Diese Annahme verstärkte sich, als sich Frankreich selbst mit der Entführung des Pfarrers George Vandenbeusch, der wenige Wochen später aus der Geiselhaft frei gelassen wurde, beschäftigt hat. Diese Serie an Entführungen und Befreiungen ist noch nicht zu Ende und lässt vermuten, dass sich ein „Entführungsmarkt” sowohl an der Küste Nigerias als auch Kameruns aufgebaut hat.

Internationaler Tag der Roma: Frankreich, Tschechien und Griechenland unter Kritik

Anlässlich des Internationalen Tags der Roma [en], der jedes Jahr am 8. April stattfindet, kritisiert Amnesty International im Bericht „We Ask for Justice” [en] vor allem die Situation in Frankreich, Tschechien und Griechenland:

Les gouvernements, dans toute l’Europe, manquent à leur devoir envers les Roms de multiples façons. Les discriminations, les expulsions forcées et l'accès à une éducation de moindre qualité sont la norme dans de nombreux pays.
Allen Regierungen Europas misslingt es in mehrfacher Hinsicht, ihren Verpflichtungen gegenüber Roma nachzukommen. In zahlreichen Ländern gelten Diskriminierungen, Abschiebungen und der Zugang zu einer minderwertigen Bildung als normal.
 

Es gibt eine Facebook-Seite zur Exposition Dignité Strasbourg [fr], einer von Amnesty International veranstalteten Ausstellung, die die Themen Würde, Menschenrechte und Armut verbindet.

Warum Madagaskars Präsident noch keinen neuen Premierminister ernannt hat

Madagaskars neuer Präsident Hery Rajaonarimampianina wurde am 20. Dezember 2013 gewählt. Jetzt, einige Monate später, steht er immer noch vor der Aufgabe [en], einen Premierminister für seine neue Regierung zu ernennen. Viele Beobachter fragen sich, warum dieser Vorgang so lange dauert. Der madagassische Blogger Michael Rakotoarson schätzt die Situation anders ein. Er argumentiert, dass es gar keine schlechte Sache sei [fr], wenn sich der Präsident Zeit nehme: 

J’étais dans l’attitude ambiante de celui qui doute, moi qui de base n’ai jamais soutenu le Président [..]. De source sûr, le président missionne à l’étranger une poignée d’hommes discrets chargés de débusquer des compétences. Le pari est donc de dégager la politique, pour ne se soucier que de l’économie. 

Ich war einer der Skeptiker, vor allem, weil ich diesen Präsident nie unterstützt habe [...]. Ich erfuhr jedoch von einer verlässlichen Quelle, dass der Präsident kürzlich eine Handvoll Männer im Ausland damit beauftragt habe, diskret solche Menschen ausfindig zu machen, die über spezielle Kompetenzen verfügen. Die Herausforderung besteht darin, die politischen Gesichtspunkte auszublenden und sich auf die Wirtschaft zu konzentrieren.

Aufdeckung eines Falles von Sklaverei im Norden Mauretaniens

Die Organisation SOS Esclaves in Mauretanien gab die Aufdeckung eines neuen Falles von Sklaverei bekannt [ar], welcher sich in der Region Tzerkaf im Norden Mauretaniens, 40 Kilometer von der Stadt Zouérat entfernt, ereignete. Diese Aufdeckung wird überschattet von dem Besuch [ar], den die UN-Sonderberichterstatterin zur Sklaverei Gulnara Shahinian Mauretanien abstattete, um den Handlungsplan zur Beendigung der Sklaverei in Mauretanien zu bestätigen. Der Handlungsplans wurde in Zusammenarbeit mit dem Büro des Hohen Kommissars für Menschenrechte bei den Vereinten Nationen vorbereitet.

Der mauretanische Aktivist Yeslem Mahmoud [ar] hofft, dass das Gesetz in dieser Sache seinen Lauf nimmt:

كلما أتمناه أن تسير المسطرة القضائية دون تدخلات لطالما كانت سببا في التخلي عن حقوق الضحايا وإبراء ذمة المجرمين, شكرا لكم

Alles, was ich wünsche, ist, dass das Gerichtsprozedere ohne Unterbrechungen vonstattengeht, welche so oft der Grund dafür waren, dass die Rechte der Opfer keine Berücksichtigung fanden und die Täter freigesprochen wurden. Vielen Dank.

Burundis ignorierte Krise

Während das benachbarte Ruanda mit dem Gedenken des Völkermords von 1994 und verstärkten Spannungen mit Frankreich [en] Schlagzeilen macht, ist die Stimmung in Burundi aufgrund einer ignorierten politischen Krise und einem Anstieg der Gewalt [en], die wieder Hutus gegen Tutsis stellt, getrübt. Tshitenge Lubabu in Burundi meint [fr], dass die Wurzeln der Krise die momentanen politischen Führungspersonen sind:

 La plupart de nos dirigeants, bien ou mal élus, malgré de longues années de pouvoir, se sont illustrés par leur impéritie [..] Tous les mensonges sont bons pour confisquer le pouvoir. Quand leurs mandats, limités par la Constitution, arrivent à terme, des courtisans zélés, jamais repus, les supplient de ne pas partir. Comme si, sans eux, le soleil risquait de ne plus apparaître 

Die meisten unserer Führungspersonen, richtig gewählt oder nicht, fallen durch ihre Inkompetenz trotz vieler Jahre an der Macht, auf. [...] Jede Lüge ist recht, um Macht zu ergreifen oder zu behalten. Wenn ihre Amtszeit zu Ende geht, wie in der Verfassung festgelegt, bettelt ihr übereifriges, nimmersattes Gefolge sie an, die Macht nicht abzugeben. Als würde ohne sie die Sonne morgen nicht wieder aufgehen. 

NETmundial richtet für Treffen zu Internet-Governance Knotenpunkte in Asien ein

NETmundial logo

Logo von NETmundial

NETmundial [en] bringt bei einem Treffen in São Paulo am 23. und 24. April 2014 Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund zusammen, um Prinzipien von Internet-Governance zu diskutieren. Es werden zusätzlich in 31 Städten über 22 Länder verteilt 33 sogenannte Remote Hubs [Knotenpunkte] eingerichtet, mit denen Interaktion in Echtzeit mit der Veranstaltung vor Ort in São Paulo und damit eine Beteiligung an dem Treffen über das Internet ermöglicht wird.

Eine Teilnahme aus der Ferne wird in Asien an fünf Stationen in Indien, einer in Hongkong und einer in Indonesien möglich sein. Tomoya Inyaku [ja], der frühere Direktor des Japan Computer Access Network [ja], das Mitwirkungsmöglichkeiten durch Informations- und Kommunikationstechnologie fördert, klagt über das Fehlen eines Knotenpunkts in Japan:

Die NETmundial wird am 23. und 24. April in São Paulo stattfinden und die Zukunft der Internet-Governance diskutieren. Sie schreiben, dass sie Hubs in 22 Ländern rund um die Welt haben. Es wird Hubs in Indonesien geben, um mitzudebatieren, aber keinen in Japan. Ich wünschte, ich könnte mich vernetzen, um online über Rechte zu sprechen.

“It's a Girl”: Kampagne gegen Tötungen von Töchtern in Indien und China

Die Webseite MujeresMundi, die von Xaviera Medina, einer peruanischen in Belgien lebenden Kommunikationsspezialistin geleitet wird, beteiligt sich an der Aufklärungskampagne “It's a girl” [en] [Es ist ein Mädchen], die sich gegen geschlechtsspezifische Tötungen von Mädchen [Femizid] in Indien und China richtet:

Heute übersteigt die Zahl der Opfer von Femizid die gesamte Opferzahl all derjenigen Menschen, die in Genoziden des 20. Jahrhunderts getötet wurden. Es mag unglaublich erscheinen, doch diese Problematik erfährt keine Aufmerksamkeit durch die internationale Gemeinschaft. Wie lässt sich das Schweigen gegenüber der größten Menschenrechtsproblematik unserer Zeit erklären?

Der Artikel beinhaltet ein Interview mit Evan Grae Davis [en], dem Regisseur des Dokumentarfilms “It's a girl!” [en], der sagt: “Ich hatte mich selbst nicht als Aktivist gesehen, bis ich ich bei ‘It's a girl!’ Regie geführt und den Film produziert habe.”

Veröffentlichung der Friedrich Ebert Stiftung zu sozialen Medien in Kamerun

Die Friedrich Ebert Stiftung hat eine Studie zum Gebrauch sozialer Medien in Kamerun veröffentlicht [en]:

In welchem Ausmaß, zu welchem Zweck und durch wen werden soziale Medien wie Twitter, Facebook, Blogs, LinkedIn usw. im Land genutzt? Um diese Fragen zu beantworten, hat die Friedrich Ebert Stiftung eine Studie zum Gebrauch sozialer Medien in Kamerun in Auftrag gegeben…

Hinsichtlich der Beliebtheit ist in Kamerun, wie woanders auch, Facebook von allen sozialen Medien am populärsten. Einige kameruner Facebookgruppen haben bis zu 20.000 und mehr Follower. Die Beliebtheit von LinkedIn überrascht da schon mehr. Knapp vier von zehn kamerunischen Internetnutzern haben sich bei dem Dienst angemeldet, im Vergleich dazu nur drei Prozent im benachbarten Nigeria. Jobsuche und Arbeitsmöglichkeiten mögen dieses Rätsel zumindest in Teilen lösen. Der Mikroblogging-Dienst Twitter gewinnt schnell an Popularität. Kamerun ist nun unter den zehn afrikanischen Ländern mit dem größten Volumen an Twitternachrichten. Dabei konzentriert sich das Twittern allerdings auf die Städte Douala und Yaoundé. Bloggen dagegen steckt noch in den Kinderschuhen, was darauf zurückzuführen ist, dass es sehr viel mehr Zeit kostet und Inhalten bedarf. Was kamerunischen Bloggern an bloßer Quantität fehlt, machen sie jedoch mit Qualität wett. Einige der besten Blogs Afrikas kommen aus Kamerun und manche von ihnen sind im kameruner Bloggerkollektiv (Collectif des Blogueurs Camerounais) organisiert. Zudem wurden bereits einige Innovationen entwickelt, die die Verbreitung sozialer Medien forcieren werden, darunter das Nutzen von Mobiltelefonen für kommerzielle Aktivitäten.

Unterbezahlte indonesische Arbeiter, die weltweite Kosmetikprodukte produzieren

Michael Eko Hardianto schreibt [en] über die schlechten Zustände indonesischer Arbeiter in Fabriken, die Kunstwimpern, Haarverlängerungen und andere Schönheitsprodukte herstellen:

…hinter jedem Wimpernklimpern in der Modeindustrie und darüber hinaus liegt die nicht erzählte Geschichte unsichtbarer Niedriglohnarbeiter.

Ihr finanzieller Arbeitslohn für solch eine monotone Arbeit liegt bei etwa 0,04 US-Dollar pro Paar, manchmal geringer. Bis das Produkt westliche Verbraucher erreicht, ist der Preis, den diese bezahlen, oft auf 10 US-Dollar pro Paar angestiegen – ein Preisaufschlag von 2.400 Prozent.

Regionen

Länder

Sprachen