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	<title>Global Voices auf Deutsch &#187; Migration &amp; Immigration</title>
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	<description>Die Welt spricht zu dir. Hörst du ihr zu?</description>
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		<title>Global Voices auf Deutsch &#187; Migration &amp; Immigration</title>
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		<title>Brasilien: Lage der Hausangestellten im Wandel</title>
		<link>http://de.globalvoicesonline.org/2012/01/24/brasilien-lage-der-hausangestellten-im-wandel/</link>
		<comments>http://de.globalvoicesonline.org/2012/01/24/brasilien-lage-der-hausangestellten-im-wandel/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 08:36:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ursula Leberl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeitskräfte]]></category>
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		<description><![CDATA[Die brasilianische Gesellschaft erfährt einen Wandel in der Hausarbeit, einer Art der Beschäftigung, die mit Themen, wie soziale Teilhabe, schlechte Arbeitsbedingungen, soziale Hierarchien, Genderungerechtigkeiten und Empowerment verknüpft ist. Wirf einen Blick auf diese Debatte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Um die tief greifenden Veränderungen der letzten Zeit in der brasilianischen Gesellschaft zu verstehen, genügt es nicht, sich mit dem <a href="http://de.globalvoicesonline.org/2012/01/02/brasilien-wir-haben-jetzt-ein-hoheres-bip-als-grosbritannien-na-und/">BIP</a> und mit Zinsraten zu beschäftigen. Es finden neue Entwicklungen im Sozialgefüge statt, die von den Bürgermedien verfolgt werden.<br />
Ein Beispiel dafür ist die Situation der Hausangestellten. Zu diesem Thema kam 2011 eine Debatte rund um soziale Integration, schlechte Arbeitsbedingungen, soziale Hierarchie, Gender-Fragen und Empowerment auf.</p>
<p><strong>Neue Trends</strong><br />
Soziale Integration scheint ein Schlüsselelement für viele der Veränderungen zu sein. So belegen <a href="http://www.publiabril.com.br/pesquisas/408">Untersuchungen</a> [pt] des Forschungsinstituts Data Popular das Anwachsen der „C Klasse“, der neuen brasilianischen Mittelschicht. Diese Bevölkerungsgruppe hat die Vorteile genutzt, die der Zugang zu Bildung, höhere Einkommen und Sozialprogramme bieten. Viele Unternehmen haben inzwischen die Relevanz dieser Gruppe als Marktsegment entdeckt und versuchen nun deren Besonderheiten zu verstehen.<br />
<div id="attachment_282206" class="wp-caption alignright" style="width: 257px"><a href="http://anateresafernandez.com/telarana/tel01/"><img class="size-medium wp-image-282206 " title=" Ohne Titel (Performance-Dokumentation). Gemälde von Ana Teresa Fernandez, veröffentlicht mit Genehmigung. " src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2012/01/Ana-Teresa-Fernandez-1-247x300.jpg" alt=" Ohne Titel (Performance-Dokumentation). Gemälde von Ana Teresa Fernandez, veröffentlicht mit Genehmigung." width="247" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Ohne Titel (Performance-Dokumentation). Gemälde von Ana Teresa Fernandez, veröffentlicht mit Genehmigung.</p></div></p>
<p>Die Studie hat Empowerment-Trends im beruflichen Werdegang der Frauen gezeigt; im Vergleich zur vorigen Generation hat sich die Anzahl der als Hausangestellten beschäftigten halbiert, da viele zur Weiterentwicklung der eigenen Karriere nach anderen Berufsmöglichkeiten suchen.<br />
Marketing Consultant Luiz Marinho hat in seinem <a href="http://marinhonoblog.blogspot.com/2011/06/um-surpreendente-perfil-das-empregadas.html">Blog</a> [pt] Daten veröffentlicht, die diese Entwicklung bestätigen. So ist die Anzahl der Hausangestellten in den letzten neun Jahren lediglich um 9 % angestiegen, während die Bevölkerung gleichzeitig um 13,5 % anwuchs. Die steigenden Löhne der Hausangestellten sind auch durch diese Tatsache beeinflusst.<br />
<a title="Espinho no Dedo" href="http://espnodedo.blogspot.com/2011/12/domesticas.html" target="_blank">Espinho no dedo</a> [pt] (Stachel im Finger), ein Blog zu Philosophie und Politik, hat Daten eines Artikels von BBC Brasil aufgegriffen, wonach der durchschnittliche Einkommenszuwachs in Brasilien bei 25 % lag, während das Einkommen der Hausangestellten im gleichen Zeitraum um 43,5 % anstieg.<br />
Dabei ist zu beachten, dass das Thema Hausangestellte nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen interessant ist. Soziale und kulturelle Merkmale wie Selbstwertgefühl, Arbeitnehmerrechte, Vorurteile und die Genderproblematik sind mit der Rolle der Hausangestellten verbunden.</p>
<p><strong>Soziale Transformation</strong></p>
<p>Cristina P. Rodrigues schrieb im Blog <a href="http://somosandando.wordpress.com/2011/12/19/the-economist-analisa-as-transformacoes-no-trabalho-domestico-no-brasil/">Somos Andando</a> [pt], (Wir laufen) über einen kürzlich in The Economist erschienenen <a href="http://www.economist.com/node/21541717">Artikel</a> [en],  wonach Brasilien seine Hausangestellten im Rahmen der stattfindenden sozialen Umwälzungen sozusagen befreit, und die Armen sich nicht mehr den Regeln der Reichen unterwerfen.<br />
Comba Marques Porto führt in <a href="http://conscienciafeminista.blogspot.com/2011/05/os-afazeres-domesticos-trabalho.html">Consciência feminista</a> [pt] (Feministisches Gewissen) aus, dass die häusliche Umgebung, in der die persönlichsten zwischenmenschlichen Beziehungen bestehen, auch der Ort ist, wo subtile Gender-Diskriminierung auftritt. Seit Beginn der brasilianischen Geschichte lag Hausarbeit immer in der Verantwortung der Frau, „ein patriarchalisches Erbe, das bis in moderne Zeiten übernommen wurde und Ungleichheiten festschrieb, die mit neuen demokratischen Wegen unvereinbar sind“:</p>
<blockquote><p>A figura da criada chega aos meados do século XX pela permanência do modelo de desmedida exploração da força de trabalho no âmbito doméstico. Segue-se, assim, uma constante de tratamentos desiguais, de descumprimento das leis, fatos somente explicáveis pelo desvalor conferido ao trabalho nos setores do mercado em que há concentração da mão de obra feminina.</p></blockquote>
<div class="translation">Durch die fortgesetzte Ausbeutung der Hausangestellten blieb die Rolle des Hausmädchens (früher Sklavenarbeit) bis Mitte des 20. Jahrhunderts unverändert. Was folgte war ein Standardmuster gesetzeswidriger Ungleichbehandlung, das nur durch die Unterschätzung der Aufgaben in einem Bereich mit überwiegend weiblichen Beschäftigten begründet werden kann.</div>
<p>In einem Beitrag zu einem Blogkarneval zum Thema Hausarbeit <a href="http://bdbrasil.org/2011/04/27/seja-empregada-domestica-ou-tercerizada-a-sina-e-a-mesma-invisibilidade/">schreibt </a> [pt] die Journalistin Luka, dass Hausarbeit, die üblicherweise von Frauen verrichtet wird, unsichtbar ist und marginalisiert wird. Aufgrund der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung ist es die Frau, die sich um Haus- und Familienarbeit kümmert. Sie fragt sich, ob das nicht ein Grund ist, dass diese Arbeit eine so prekäre Beschäftigung ist.<br />
Michell Niero kommentiert bei <a href="http://opatifundio.com/site/?p=3581">O Patifúndio</a> [pt] das „Dienstmädchenzimmer“, das auch in modernen Wohnhäusern noch vorhanden ist.</p>
<blockquote><p>A presença do “quartinho de empregada” nas plantas residenciais, longe de ser tratada como um aspecto “atrasado” da sociedade do país, representa um dentre tantos elementos formadores da modernidade brasileira, avessa a rupturas e adepta a repaginações de processos que se mantém inalterados na sua essência.</p></blockquote>
<div class="translation"> Die Existenz von &#8220;Dienstmädchenzimmern“ in Wohnhauskomplexen (Neubauten) – und das keineswegs in der Provinz – zeigt in der Tat eines der grundlegenden Elemente der modernen brasilianischen Gesellschaft, die Umbrüchen abgeneigt ist, aber Erneuerungsprozesse liebt, nur um alles beim Alten zu lassen.</div>
<p><div id="attachment_282208" class="wp-caption aligncenter" style="width: 369px"><a href="http://anateresafernandez.com/pressing-matters/pmatters01/"><img class="size-medium wp-image-282208" title=" Ohne Titel (Performance-Dokumentation an der San Diego-Tijuana-Grenze). Gemälde von Ana Teresa Fernandez, veröffentlicht mit Genehmigung." src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2012/01/Ana-Teresa-Fernandez-2-359x300.jpg" alt=" Ohne Titel (Performance-Dokumentation an der San Diego-Tijuana-Grenze). Gemälde von Ana Teresa Fernandez, veröffentlicht mit Genehmigung." width="359" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Ohne Titel (Performance-Dokumentation an der San Diego-Tijuana-Grenze). Gemälde von Ana Teresa Fernandez, veröffentlicht mit Genehmigung.</p></div><br />
Sogar heute noch gibt es viele Anzeichen für anhaltende Konflikte zwischen Hausangestellten und ihren Arbeitgebern. Michell Niero spricht bei <a href="http://opatifundio.com/site/?p=3581">O Patifúndio</a> [pt] über die Multitasking-Anforderung von Hausarbeit, die zur Einbeziehung zusätzlicher Aufgaben führt, die über die Grenzen des Arbeitsvertrages hinausgehen, zumal ein solcher förmlicher Vertrag üblicherweise gar nicht existiert. So wird die Versorgung, Erziehung und Unterhaltung der Kinder Teil der täglichen Routine.</p>
<blockquote><p>Na ausência da mãe, a empregada se ocupa de tarefas maternas (…)</p></blockquote>
<div class="translation"> In der Abwesenheit der Mutter übernimmt das Mädchen die mütterlichen Pflichten (…)</div>
<p>Dies scheint auf die Verfasserin des Blogs <a href="http://semempregada.wordpress.com/2011/12/05/pela-primeira-vez-a-empregada-fez-falta/"><strong></strong>Sem Empregada</a> (Leben ohne Dienstmädchen) zuzutreffen, die erklärt, warum sie ihr Hausmädchen vermisst:</p>
<blockquote><p>Às vésperas de completar quatro anos sem empregada, pela primeira vez, estou cogitando voltar a ter uma na minha vida… as meninas estão em recuperação no colégio, com perigo real de repetir de ano (&#8230;). Um absurdo. Eu e meu marido estamos nos perguntando se isso tudo não está acontecendo porque não tem ninguém dentro de casa para cobrar horário de estudo, fiscalizar se estão na internet ou vendo televisão.</p></blockquote>
<div class="translation"> Nach beinahe vier Jahren ohne ein Hausmädchen denke ich erstmals darüber nach, doch wieder eines einzustellen… die Mädchen waren schlecht in der Schule und laufen Gefahr, das Schuljahr wiederholen zu müssen (…). Lächerlich! Mein Mann und ich fragen uns, ob es nicht daran liegt, dass niemand zu Hause ist, um ihre Lernzeiten zu überwachen und darauf zu achten, ob sie im Netz surfen oder fernsehen.</div>
<p><a href="http://revelar-se.blogspot.com/2011/06/minha-vida-sem-empregada.html">Revelar-se</a> (sich outen) [pt] beschwert sich:</p>
<blockquote><p>E então que, logo que me mudei, minha querida funcionária me pediu demissão com um bilhete na geladeira. Sim, um bilhete!!! E ela saiu da minha casa em uma 2a feira à tarde deixando louça na pia, uma pilha de roupa pra lavar e passar.</p></blockquote>
<div class="translation"> Und kaum war ich umgezogen in ein neues Haus kündigte mein Mädchen mit einem Zettel am Kühlschrank. Ja, genau, ein Zettel!!! Sie verließ das Haus an einem Montag, hinterließ das schmutzige Geschirr in der Spüle und einen Haufen Kleidung zum Waschen und Bügeln.</div>
<p>Autorin und Übersetzerin Maria do Sol schreibt im Blog <a href="http://familiafloresta.blogspot.com/2011/04/vida-sem-empregada-e-com-sanidade.html">Família Floresta</a> [pt] (Familie Floresta), dass es einen gewissen Glamour verleiht, die Dienste von Hausangestellten in Anspruch nehmen zu können - die Vorstellung, frei zu sein von Routineaufgaben und das Leben und die Familie genießen zu können. Aber sie erinnert sich und die Leser daran, dass es sich hierbei um eine realitätsferne Idealvorstellung handelt.<br />
Jeanne Callegari dagegen präsentiert im Blog <a href="http://blogueirasfeministas.com/2011/11/o-dilema-do-trabalho-domestico/">Blogueiras Feministas</a> (Feministische Blogger) einen alternativen Denkansatz für eine Zukunft ohne Hausangestellte: Einsehen, dass das Privileg, Hausangestellte zu haben, allmählich verschwindet und sich selbst um seine Sachen kümmern, „und es ist gut, dass es so läuft“.</p>
<p class='gv-rss-footer'><span class='credit-text'><span class="contributor">Geschrieben von <a href='http://globalvoicesonline.org/author/luis-henrique/' title='Alle Übersetzungen von Luis Henrique'>Luis Henrique</a></span> &middot; <span class="contributor">Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/ursula-leberl/' class='url' title='Alle Übersetzungen von Ursula Leberl'>Ursula Leberl</a></span></span> 
 &middot; <a href='http://globalvoicesonline.org/2012/01/05/brazil-domestic-work-in-transition/' title='engl. Originalartikel  [en]'>engl. Originalartikel  [en]</a> &middot; <span class="commentcount"><a href="http://de.globalvoicesonline.org/2012/01/24/brasilien-lage-der-hausangestellten-im-wandel/#comments" title="Kommentare">Kommentare (0) </a></span><br />Freigeben: <span class='share-links-text'><a href='http://www.facebook.com/share.php?u=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2012%2F01%2F24%2Fbrasilien-lage-der-hausangestellten-im-wandel%2F' id='gv-st_facebook' title='facebook' target="new" ><span class='share-icon-label'>facebook</span></a> &middot; <a href='http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2012%2F01%2F24%2Fbrasilien-lage-der-hausangestellten-im-wandel%2F&#038;text=Brasilien%3A+Lage+der+Hausangestellten+im+Wandel&#038;via=gvdeutsch' id='gv-st_twitter' title='twitter' target="new" ><span class='share-icon-label'>twitter</span></a> &middot; <a href='http://reddit.com/submit?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2012%2F01%2F24%2Fbrasilien-lage-der-hausangestellten-im-wandel%2F&#038;title=Brasilien%3A+Lage+der+Hausangestellten+im+Wandel' id='gv-st_reddit' title='reddit' target="new" ><span class='share-icon-label'>reddit</span></a> &middot; <a href='http://www.stumbleupon.com/submit?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2012%2F01%2F24%2Fbrasilien-lage-der-hausangestellten-im-wandel%2F&#038;title=Brasilien%3A+Lage+der+Hausangestellten+im+Wandel' id='gv-st_stumbleupon' title='StumbleUpon' target="new" ><span class='share-icon-label'>StumbleUpon</span></a> &middot; <a href='http://del.icio.us/post?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2012%2F01%2F24%2Fbrasilien-lage-der-hausangestellten-im-wandel%2F&#038;title=Brasilien%3A+Lage+der+Hausangestellten+im+Wandel' id='gv-st_delicious' title='delicious' target="new" ><span class='share-icon-label'>delicious</span></a> &middot; <a href='http://www.instapaper.com/edit?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2012%2F01%2F24%2Fbrasilien-lage-der-hausangestellten-im-wandel%2F&#038;title=Brasilien%3A+Lage+der+Hausangestellten+im+Wandel' id='gv-st_instapaper' title='Instapaper' target="new" ><span class='share-icon-label'>Instapaper</span></a></span>
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		<title>Südsudan: Humanitäre Krise im neusten Land der Welt</title>
		<link>http://de.globalvoicesonline.org/2012/01/21/sudsudan-humanitare-krise-im-neusten-land-der-welt/</link>
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		<pubDate>Sat, 21 Jan 2012 13:21:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jasmin Lewis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bürgermedien]]></category>
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		<description><![CDATA[Weniger als ein Jahr nachdem der Südsudan im Juli 2011 seine Unabhängigkeit erklärte und so zum neusten Land der Welt wurde, kämpft das Land noch immer mit einer humantitären Krise, besonders infolge der jüngsten Stammeskämpfe.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Alle Links in diesem Artikel führen, soweit nicht anders gekennzeichnet, zu englischsprachigen Webseiten.</em></p>
<p><strong><em>Dieser Artikel ist Teil unser Sonderberichterstattung über <a href="http://globalvoicesonline.org/specialcoverage/southern-sudan-independence-referendum-2011/">die Volksabstimmung im </a><a href="http://globalvoicesonline.org/specialcoverage/southern-sudan-independence-referendum-2011/">Südsudan 2011</a>.</em></strong></p>
<p>Weniger als ein Jahr nachdem der Südsudan im Juli 2011 seine Unabhängigkeit erklärte und so zum <a href="http://globalvoicesonline.org/2011/07/10/south-sudan-free-at-last/">neusten Land der Welt wurde</a>, kämpft das Land noch immer mit einer humantitären Krise. Der Bürgerkrieg zwischen dem afrikanischen Südsudan und dem arabischen Nordsudan hatte zuvor bereits ca. 1,5 Millionen Menschenleben gefordert und internationale Organisationen warnen, dass der Konflikt noch längst nicht vorbei ist.</p>
<p>Anfang des Jahres zum Beispiel erklärte der Südsudan <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Jonglei">Jonglei State</a> zu einem Katastrophengebiet, nachdem bis zu 100 000 Menschen aufgrund von Kämpfen zwischen den rivalisierenden <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Nuer_people">Lou Nuer</a> und <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Murle_people">Murle</a> Stämmen zur Flucht gezwungen waren. Die Vereinten Nationen <a href="http://www.un.org/apps/news/story.asp?NewsID=40897&amp;Cr=south+sudan&amp;Cr1=">haben bereits eine Notoperation eingeleitet</a>, um circa 60 000 Menschen humanitäre Hilfe zukommen zu lassen.</p>
<p>Der Borgen project Blog gibt <a href="http://borgenproject.blogspot.com/2012/01/south-sudan-declares-state-of-disaster.html">ausführliche Hintergrundinformationen über den neusten Konflikt der Stämme</a>:</p>
<blockquote><p>Berichten zufolge begannen die Auseinandersetzungen mit dem Diebstahl von Rindern, sind aber immer mehr auβer Kontrolle geraten. Konflikte wie diese „Rinderfehden&#8221; und andere Auseinandersetzungen zwischen verfeindeten Volksgruppen sind im Südsudan weitverbreitet.  Laut den Vereinten Nationen wurden im vergangenen Jahr etwa 350 000 Menschen durch solche Gewalttaten vertrieben.</p>
<p>Derartige interkommunale Gewalt ist eine groβe Herausforderung für die junge Regierung im Südsudan. Als neuer unabhängiger Staat steht das Land vor der Aufgabe, ein wirkungsvolles Regierungssystem zu entwickeln. Auβerdem ist der Südsudan eine der ärmsten Regionen der Welt. Es gibt dort fast keine Straβen, Schulen, Krankenhäuser oder andere lebensnotwendige Infrastruktur. Der Mangel an konjunktureller Entwicklung im Land schürt nur die Instablitität und führt zu einer höheren Quote an Auseinandersetzungen wie unlängst jene in Jonglei.</p></blockquote>
<div id="attachment_284222" class="wp-caption aligncenter" style="width: 460px"><a href="http://www.msf.org/msf/articles/2012/01/south-sudan-thousands-of-civilians-fleeing-for-their-lives-with-no-aid-msf.cfm"><img class="size-full wp-image-284222 " title="Displaced population caused by cattle raiding in Pibor county, Jonglei State © Liang Zi/Médecins Sans Frontières (MSF)" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2012/01/65098.jpg" alt="Displaced population caused by cattle raiding in Pibor county, Jonglei State © Liang Zi/Médecins Sans Frontières (MSF)" width="450" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Menschen vertrieben durch Rinderdiebstähle im Bezirk Pibor, Jonglei State © Liang Zi/Médecins Sans Frontières (MSF)</p></div>
<p>Catholic Relief Services, eine internationale Hilfsorganisation, die im Südsudan arbeitet, <a href="http://blog.caritas.org/2012/01/06/concerns-mount-over-conflict-in-south-sudan/">stimmt dem zu</a>:</p>
<blockquote><p>Die Geschichte des krisengebeutelten Bezirks Jonglei ist seit langem geprägt von ethnischen Spannungen, Rinderdiebstählen, Entführungen und manchmal gewalttätigen Wettstreiten um knappe Ressourcen. Die jüngsten Angriffe gehen auf das Konto der selbsternannten Nuer White Army, einer Gruppe von bis zu 6000 bewaffneten Jugendlichen der Lou Nuer Volksgruppe. Wortführer der bewaffneten Gruppe sagten, dass es ihr Ziel sei, gestohlene Rinder und 180 entführte Kinder zurückzuholen, die ihren Angaben nach von einer benachbarten Volksgruppe, den Murle, aus ihren Gemeinden entwendet worden waren.</p>
<p>[&#8230;]</p>
<p>„Nach fast vier Jahrzehnten Arbeit im Sudan und im Südsudan, weiβ die CRS, dass nachhaltige Entwicklung und Frieden eng miteinander verbunden sind”, sagt Boyd. „Um zu einer langfristigen Verbesserung der Basisdienstleistungen und ökonomischen Gelegenheiten, die den Menschen überall im Südsudan zur Verfügung stehen, beizutragen, ist es essentiell, die Gemeinden darin zu unterstützen, bedeutungsvolle, greifbare Möglichkeiten zu finden, ihre Differenzen zu beheben und destruktivem Konflikt ein Ende zu bereiten. Gleichzeitig werden Spannungen zwischen Gruppen oft verschärft durch den Mangel an Basisdienstleistungen wie Zugang zu Wasser, Schulen und Krankenhäusern.  Entwicklung und Frieden müssen zum selben Zeitpunkt beginnen.”</p></blockquote>
<p>Auch eine andere internationale Organisation, Oxfam, sieht eine Verbindung zwischen Konfliktverhinderung und <a href="http://www.oxfamblogs.org/eastafrica/?p=3618">Bereitstellung essentieller Güter und Dienstleistungen</a>:</p>
<blockquote><p>Jetzt da der Südsudan als neue Nation geboren wurde, gibt es für die Menschen hier und für alle an der Stablilität der Nation interessierten Parteien vielleicht kein dringenderes Anliegen als das Investieren in die eigene Landwirtschaft und die langfristige Gewährleistung von Nahrungsmitteln.</p>
<p>[&#8230;]</p>
<p>Die internationale Gemeinschaft hat ungeheuer viel investiert, um den Sudan und den Südsudan behutsam durch das Comprehensive Peace Agreement und in die Unabhängigkeit zu geleiten. Nun jedoch fängt die Arbeit erst an und Helfer müssen ihre Anstrengungen verdoppeln, um den Südsudan dabei zu unterstützen, die Probleme von Unsicherheit, Vertreibung, zyklischen Dürreperioden und Fluten zu überwinden.</p>
<p>Während sich der Südsudan zu einer Nation wandelt, die mit sich selbst und seinem Nachbarn in Frieden lebt, wird das Land ein allumfassendes Gleichgewicht von vorhersehrbarer, mehrjähriger Entwicklungshilfe benötigen sowie fortwährende Unterstützung humanitärer Belange mit Katastrophenmanagement und einer Stärkung der südsudanesischen Regierung in Sachen Notfalltraining als Schwerpunkt.</p>
<p>Es wird zudem wichtig sein, in Programme zur Risikoreduktion von Katastrophen und zur Belastbarkeit zu investieren, die es Gemeinden  ermöglichen humantitäre Krisen zu verhindern, zu entschärfen und sich schnell von ihnen zu erholen. Hinsichtlich der Bereitstellung humanitärer Hilfe und Entwicklungshilfe sollten Helfer auch die sich entwickelnde südsudanesische Zivilgesellschaft als wichtigen Agenten sehen, der die Programme des Staates und des privaten Sektors komplementiert.</p></blockquote>
<p>Médecins Sans Frontières (MSF) <a href="http://www.msf.org/msf/articles/2012/01/south-sudan-thousands-of-civilians-fleeing-for-their-lives-with-no-aid-msf.cfm">berichtet auch vor Ort</a>:</p>
<p>„Tausende Menschen aus Lekongole und Pibor liefen letzte Woche um ihr Leben und verstecken sich nun im Busch, wo sie Todesängste ausstehen&#8221;, sagte Parthesarathy Rajendran, MSF-Leiter im Südsudan. „Ihre Flucht war eilig und sie haben kein Essen oder Wasser, einige von ihnen sind zweifelsohne verletzt, haben Wunden oder Verletzungen und sind nun allein in ihrem Versteck, jenseits der Reichweite von humanitärer Hilfe.&#8221;</p>
<blockquote><p>Das Dorf Lekongole ist dem Erdboden gleich gemacht worden und ein MSF-Team, das am 28. Dezember die Situation in Pibor einschätzte, beschrieb es als eine „Geisterstadt&#8221;, da fast jeder in die umliegende Landschaft geflohen ist. Während sich die Menschen im Busch verstecken, können wir sie nicht erreichen, um ihre Wunden zu säubern und zu verbinden, Krankheiten zu behandeln und ihnen eine allgemeine medizinische Grundversorgung zur Verfügung zu stellen. Je länger sie im Busch sind, desto ernster wird die Lage für die Menschen, die verletzt oder krank sind.</p>
<p>[&#8230;]</p>
<p>„Es entwickeln sich momentan mehrere Krisensituationen in verschiedenen Teilen des Südsudans”, fügt Rajendran hinzu. „Unsere Ärzteteams reagieren zur Zeit auch auf eine Krise, in der Menschen vor Konflikten im benachbarten Sudan fliehen. Dies ruft uns deutlich in Erinnerung, dass trotz der Unabhängigkeit akute Notfälle im Südsudan immer noch allzu häufig vorkommen und dass die Befugnis für humanitäre Notfalleinsätze eine absolute Priorität bleibt.”</p></blockquote>
<p>Bill&#39;s Space <a href="http://jkirkby8712.wordpress.com/2012/01/07/friday-6th-january-2012-no-2-entry-problems-in-south-sudan-thoughts-of-a-former-refugee-friend/">kommentiert</a>:</p>
<blockquote><p>Es kommt einem vor als wäre es erst einige Monate her, dass in Afrika mit der Unabhängigkeit des Südsudans vom Sudan eine neue Nation geschaffen wurde. Aber es scheint, dass ein neuer Name und eine neue Existenz wenig dazu beitragen, die Dinge in diesem Teil der Welt zu verändern. Ich lese Berichte, dass letzte Woche mehr als 3000 Menschen im Südsudan aufgrund von ethnischer Gewalt getötet wurden und tausende gezwungen waren, zu fliehen - obwohl  die Menschen in Teilen des früheren Sudan seit Jahrzehnten „fliehen&#8221;.  Trotz der Präsenz der Mitarbeiter der Vereinten Nationen, der südsudanesischen Armee etc. scheint es möglich zu sein, diese Art von Massenmorden oder Massakern fortzusetzen. Ein Bericht, laut dem dies der schlimmste Ausbruch ethnischer Gewalt in der neuen Nation ist, seit sie sich im Juli vom Sudan abspaltete, scheint darauf hinzuweisen, dass Gewalt eine fortdauernde Aktivität ist [&#8230;].</p></blockquote>
<p>Andere sind zynisch angesichts dem erklärten Ziel der Vereinten Nationen, dem Südsudan zu helfen. The Impudent Observer veröffentlichte diesbezüglich einen satirischen Artikel, <a href="http://theimpudentobserver.com/world-news/death-in-sudan-who-cares/">Tod im Sudan, wen interessiert&#39;s?</a>, in dem er insbesondere die USA aufs Korn nimmt:</p>
<blockquote><p>Unser unerschrockener Reporter bat prominente politische Führer in Amerika um eine Reaktion auf dieses Massaker an Unschuldigen.</p>
<p>George Bush:  „Die wichtigste Frage ist, ob es im Südsudan Massenvernichtungswaffen gibt, die eine Bedrohung für Amerika sein könnten.”</p>
<p>Michele Bachmann:  „Der Südsudan? Ist das in der Nähe von New Orleans?”</p>
<p>Herman Cain:  „Ich frage mich, ob dort irgendjemand Interesse an einem tollen Pizzaangebot hätte.”</p>
<p>Ron Santorum:  „Ich rate diesen unglückseligen Menschen dringend, zu Gott zu beten.”</p>
<p>Mitt Romney:  „Amerika kondoliert allen, die verfolgt werden. Ich werde das Mormonenhauptquartier informieren, damit sie einige Missionare schicken.”</p>
<p>Newt Gingrich:  „Die südsudanesischen Führer mögen mit mir Kontakt aufnehmen. Ich habe einige interessante Ideen, die ihnen helfen koennten, und meine Firma bietet am Jahresanfang einen Preisnachlass.&#8221;</p>
<p>Barack Obama:  „Wir verlassen Krisengebiete und gehen nicht hinein.&#8221;</p></blockquote>
<p style="text-align: center;"><iframe width="500" height="281" src="http://www.youtube.com/embed/7ZXuvRgMSwU?fs=1&#038;feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Weitere Neuigkeiten über den Südsudan sind auf dem Blog <a href="http://paanluelwel2011.wordpress.com/">PannLuel Wël: South Sudanese Blogger</a> zu finden, den PannLuel Wël aus Washington betreibt, und auf <a href="https://twitter.com/#!/PaanLuelWel2011">@PaanLuelWel2011</a> auf Twitter.</p>
<p><strong><em>Dieser Artikel ist Teil unser Sonderberichterstattung über <a href="http://globalvoicesonline.org/specialcoverage/southern-sudan-independence-referendum-2011/">die Volksabstimmung im Südsudan 2011</a>.</em></strong></p>
<p class='gv-rss-footer'><span class='credit-text'><span class="contributor">Geschrieben von <a href='http://globalvoicesonline.org/author/onnik-krikorian/' title='Alle Übersetzungen von Onnik Krikorian'>Onnik Krikorian</a></span> &middot; <span class="contributor">Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/jasmin-lewis/' class='url' title='Alle Übersetzungen von Jasmin Lewis'>Jasmin Lewis</a></span></span> 
 &middot; <a href='http://globalvoicesonline.org/2012/01/09/south-sudan-humanitarian-crisis-in-the-worlds-newest-country/' title='engl. Originalartikel  [en]'>engl. Originalartikel  [en]</a> &middot; <span class="commentcount"><a href="http://de.globalvoicesonline.org/2012/01/21/sudsudan-humanitare-krise-im-neusten-land-der-welt/#comments" title="Kommentare">Kommentare (0) </a></span><br />Freigeben: <span class='share-links-text'><a href='http://www.facebook.com/share.php?u=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2012%2F01%2F21%2Fsudsudan-humanitare-krise-im-neusten-land-der-welt%2F' id='gv-st_facebook' title='facebook' target="new" ><span class='share-icon-label'>facebook</span></a> &middot; <a href='http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2012%2F01%2F21%2Fsudsudan-humanitare-krise-im-neusten-land-der-welt%2F&#038;text=S%C3%BCdsudan%3A+Humanit%C3%A4re+Krise+im+neusten+Land+der+Welt&#038;via=gvdeutsch' id='gv-st_twitter' title='twitter' target="new" ><span class='share-icon-label'>twitter</span></a> &middot; <a href='http://reddit.com/submit?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2012%2F01%2F21%2Fsudsudan-humanitare-krise-im-neusten-land-der-welt%2F&#038;title=S%C3%BCdsudan%3A+Humanit%C3%A4re+Krise+im+neusten+Land+der+Welt' id='gv-st_reddit' title='reddit' target="new" ><span class='share-icon-label'>reddit</span></a> &middot; <a href='http://www.stumbleupon.com/submit?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2012%2F01%2F21%2Fsudsudan-humanitare-krise-im-neusten-land-der-welt%2F&#038;title=S%C3%BCdsudan%3A+Humanit%C3%A4re+Krise+im+neusten+Land+der+Welt' id='gv-st_stumbleupon' title='StumbleUpon' target="new" ><span class='share-icon-label'>StumbleUpon</span></a> &middot; <a href='http://del.icio.us/post?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2012%2F01%2F21%2Fsudsudan-humanitare-krise-im-neusten-land-der-welt%2F&#038;title=S%C3%BCdsudan%3A+Humanit%C3%A4re+Krise+im+neusten+Land+der+Welt' id='gv-st_delicious' title='delicious' target="new" ><span class='share-icon-label'>delicious</span></a> &middot; <a href='http://www.instapaper.com/edit?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2012%2F01%2F21%2Fsudsudan-humanitare-krise-im-neusten-land-der-welt%2F&#038;title=S%C3%BCdsudan%3A+Humanit%C3%A4re+Krise+im+neusten+Land+der+Welt' id='gv-st_instapaper' title='Instapaper' target="new" ><span class='share-icon-label'>Instapaper</span></a></span>
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		<title>Afrika: IKT für Flüchtlinge und Vertriebene</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jan 2012 19:31:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mario Sorgalla</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
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		<description><![CDATA[In Afrika und auch in anderen Teilen der Welt sind IKT-Medien zu einem wichtigen Werkzeug in Krisen geworden mit Technologien wie SMS, VOIP und vor allem Mobiltelefonen, die unersetzlich werden für Flüchtlinge und Vertriebene.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den vergangenen Wochen hat Global Voices seinen Lesern einige Beispiele gezeigt, wie Bürgermedien von <a href="http://globalvoicesonline.org/-/topics/refugees/" target="_blank">Flüchtlingen und Vertriebenen</a> genutzt werden, um sich Gehör zu verschaffen. Während Blogs und soziale Netzwerke eindeutig dazu beitragen, marginalisierten Gruppen mehr Handlungsfreiheit zu ermöglichen, so gilt dies ebenso für Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) im Allgemeinen.</p>
<p>MobileActive zum Beispiel hat sich gebildet, weil es das Potential von Mobiltelefonen erkannt hat, Flüchtlingen nicht nur den Kontakt zu ihren Angehörigen zu ermöglichen sondern diese auch zu finden. Eine Spezialausgabe der <a href="http://www.fmreview.org/technology/contents.html">Forced Migration Review</a> [en] widmet sich in diesem Zusammenhang eingehend der Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_284092" class="wp-caption aligncenter" style="width: 460px"><a href="http://mobileactive.org/case-studies/refugees-united-goes-mobile"><img class="size-full wp-image-284092  " title="Flüchtlinge in Uganda nutzen Handys mitsamt ihrer SMS-Funktion, um mit Familienangehörigen und Freunden zu kommunizieren. Foto von MobileActive " src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2012/01/CIMG0562.jpg" alt="Flüchtlinge in Uganda nutzen Handys mitsamt ihrer SMS-Funktion, um mit Familienangehörigen und Freunden zu kommunizieren. Foto von MobileActive " width="450" height="338" /></a><p class="wp-caption-text">Flüchtlinge in Uganda nutzen Handys mitsamt ihrer SMS-Funktion, um mit Familienangehörigen und Freunden zu kommunizieren. Foto von MobileActive </p></div>
<blockquote><p>Flüchtlinge erleben oft ein mehrfaches Trauma: zum einen die Situation, die sie zur Flucht veranlasst hat und, zum anderen, die Tatsache, dass viele Familien während der Flucht getrennt werden. Für die Gesundheit der Flüchtlinge und die Möglichkeit, wieder in ihre Heimat zurückzukehren ist es von großer Bedeutung, dass sie über den Verbleib ihrer Verwandten, über ihre Sicherheit und über ihre Möglichkeiten, um in Kontakt zu bleiben, Bescheid wissen. Handys sind heute die wichtigste Technologie für Flüchtlinge, um Verwandte zu finden und in Kontakt zu bleiben.</p>
<p>Die Ausgabe Nr. 38 der Forced Migration Review behandelt vor allem Technologien, die für Flüchtlinge von Bedeutung sind. Zwei Kapitel beleuchten die Nutzung von Handys unter Flüchtlingen. Hierzu zählen auch Probleme mit Handys, um Familienangehörige ausfindig zu machen und sie zu kontaktieren, sowie Fragen der Sicherheit und des Zugangs zur Mobilfunktechnologie.</p></blockquote>
<p>Der stellvertretende UN-Flüchtlingskommissar T. Alexander Aleinikoff steuert eine <a href="http://www.fmreview.org/technology/aleinikoff.html" target="_blank">Einführung zum Thema in der Spezialausgabe der Forced Migration Review</a> bei:</p>
<blockquote><p>Auf den ersten Blick erscheinen heutige Flüchtlingslager nicht grundlegend anders als jene vor 30 oder 40 Jahren. Die Modernisierung scheint an ihnen spurlos vorbeigegangen zu sein. Wenn man jedoch genauer hinsieht, wird es offensichtlich, dass sich einige Dinge ändern.</p>
<p>Heute haben Flüchtlinge und Binnenvertriebene in den ärmsten Ländern der Welt oft Zugang zu Handys und sind außerdem in der Lage Satellitenfernsehen zu schauen. In manchen Flüchtlingslagern haben Internetcafés eröffnet, wobei die Hardware entweder von Unternehmern gekauft wurde oder von humanitären Organisationen wie dem Flüchtlingshilfswerk UNHCR bereitgestellt wurde. Hilfsorganisationen machen zunehmend selbst Gebrauch von Spitzentechnologie: geographische Informationssysteme, Skype, biometrische Datenbanken und Google Earth, um nur einige zu nennen.</p></blockquote>
<p>In einem Artikel wird das Beispiel eines Aufspürprojekts hervorgehoben, das vom Refugee Consortium of Kenya (RCK) in Zusammenarbeit mit Refugees United (RU) durchgeführt wurde:</p>
<blockquote><p>Im Jahr 1991 floh Ahmed Hassan Osman* vor dem Konflikt in Somalia und ließ seine Familie in Kismayu zurück. Ihn verschlug es nach Kenia, wo er um Asyl bat. Ahmed lebte eine Weile im Ifo Flüchtlingscamp und wurde dann umgesiedelt nach Colorado in den Vereinigten Staaten, wo ihm die US Staatsbürgerschaft gewährt wurde.</p>
<p>Auf der Suche nach Hilfe gelangte sein Cousin Abdulahi Sheikh im Jahr 1992 nach Kenia. Abduladi kam in das Lager Dagahaley in Dadaab, wo ihm der Status eines Flüchtlings anerkannt wurde. Er glaubte, dass Ahmed entweder in Dadaab sei or zumindest früher dort gewesen sei aber seine Versuche ihn zu finden schlugen fehl und schon bald gab er die Hoffnung auf, ihn jemals zu finden. Eigentlich glaubte Abduladi dass Ahmed zurück nach Somalia gekehrt sei.</p>
<p>Anfang 2011 stellte das Refugee Consortium of Kenya (RCK) Abdulahi an, damit er das Refugees United (RU) Projekt im Dagahaley Lager unterstützt. Abdulahi begann die Arbeit am Aufspürprojekt und startete die Suche nach vermissten Angehörigen. Als er auf einen vertrauten Namen stieß, kontaktierte er die Person über das RU Nachrichtensystem. Als er eine Antwort erhielt, realisierte er, dass er nach 20 Jahren Trennung und Suche seinen geliebten Cousin gefunden hatte. Sie tauschten ihre Telefonnummern aus und Ahmed rief an. 20 Jahre ohne Kontakt waren nun beendet. Heute stehen die beiden in regelmäßigem Kontakt und sowohl Abdulahi als auch Ahmed suchen weiterhin nach Freunden und Familienangehörigen.</p></blockquote>
<p>Mobile Active betont, dass Probleme mit der lokalen Infrastruktur natürlich weiterhin <a href="http://www.fmreview.org/technology/leung.html" target="_blank">ein Hindernis bilden auf dem Weg hin zu einer weitverbreiteten Nutzung solcher Systeme</a>:</p>
<blockquote><p>In manchen Gegenden Afrikas gibt es kein Telekommunikationsnetz. Teilnehmer des Workshops berichteten, dass dort, wo es existiert, Telefonverbindungen regelmäßig abbrachen. Manche von ihnen hatten auch Störungen erlebt wie falsch geschaltete Verbindungen. Die Stärke des Verbindungssignals im Ausland ist schwach und der Mangel an verlässlicher Energieversorgung in jenem Land, in der ein Anruf eingeht, kann ein großes Problem darstellen, auch wenn dies je nach Region unterschiedlich ausfallen kann. Das Bevölkerungswachstum in manchen Regionen schwächt die Telekommunikationsverbindungen aufgrund der wachsenden Energienachfrage. Einzelpersonen könnten außerdem Schwierigkeiten haben, an Energie zu gelangen, um ihre Mobiltelefone aufzuladen.</p>
<p>[&#8230;]</p>
<p>Es kann schwierig sein, für jedes Familienmitglied die passende Technologie zu finden, insbesondere wenn sie selbst vertrieben oder auf der Flucht sind. Mehrere Faktoren sind dabei zu berücksichtigen: die Vielzahl verfügbarer Dienste, die Frage, ob das Familienmitglied sich diese überhaupt leisten kann, und ob es die Fähigkeiten hat, diese auch zu nutzen. Ein Teilnehmer hat beobachtet, dass die Mehrheit seiner Familienmitgleider im Ausland Zugang zu Kommunikationstechnologien nur über Dritte hat. Eine andere Teilnehmerin hat die Probleme beschrieben, die sie hat, wenn sie mit ihrem Ehemann im Lager Kontakt aufnehmen möchte. Sie hat ihm Geld geschickt, damit er sich ein Telefon kaufen kann, aber andere Menschen im Lager nutzen es auch, so dass sie oft stundenlang warten muss, um ihn zu sprechen.</p>
<p>Günstige Optionen wie E-Mail, Voice-over-IP oder Instant Messaging sind teilweise nicht zugänglich oder erschwinglich, denn ein Internetzugang in Afrika ist sehr teuer. Außerdem kann es sein, dass Angehörige im Ausland nicht wissen, wie man diese Dienste nutzt.</p></blockquote>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-284086" title="somaliamap" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2012/01/somaliamap-e1326041495514.jpg" alt="" width="450" height="407" /></p>
<p>Die erwähnte Ausgabe der Forced Migration Review enthält, angefangen von Informationen für Flüchtlinge über den Zugang zu Gesundheits- und Bildungsdienstleistungen, über Informationen zum Umgang mit Facebook, Gmail Chat und Skype bis hin zu Informationen, wie man Kontakt zu Familienangehörigen und Freunden über große Entfernungen hinweg hält, eine umfassende Übersicht über den Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien bereit.</p>
<p>Ushahidi wird sowohl <a href="http://www.fmreview.org/technology/wall.html" target="_blank">im Zusammenhang mit dem Erdbeben aus dem Jahr 2010 in Haiti</a> [en] erwähnt als auch <a href="http://www.fmreview.org/technology/ruffer.html" target="_blank">allgemein bezogen auf Themen wie Konflikte, Katastrophen und Flüchtlinge</a> [en]. Das PBS Idea Lab beleuchtet eine Zusammenarbeit zwischen Al Jazeera und Ushahidi näher, die darauf abzielt, <a href="http://www.pbs.org/idealab/2012/01/al-jazeera-ushahidi-join-in-project-to-connect-somalia-diaspora-via-sms003.html" target="_blank">Somalis zusammenzuführen, die durch Konflikte und die Hungersnot getrennt wurden </a>[en]:</p>
<blockquote><p>Somalia Speaks ist eine Zusammenarbeit zwischen Souktel, einer palästinensischen Organisation, die SMS-Dienste anbietet, Ushahidi, Al Jazeera, Crowdflower und dem afrikanischen Diaspora Institut. &#8220;Wir wollten gerne herausfinden, wie die Krise normale Somalis und die somalische Diaspora getroffen hat&#8221;, sagte Soud Hyder von Al Jazeera in einem Interview.</p>
<p>[&#8230;]</p>
<p>Das Ziel von Somalia Speaks ist das Sammeln bisher ungehörter Stimmen aus der Region sowie aus der Diaspora, indem per Textnachricht gefragt wird: Inwiefern betrifft der somalische Konflikt Dein Leben? Die Antworten werden ins Englische übersetzt und auf einer Karte verzeichnet. Seit Start der Plattform sind etwa 3.000 SMS eingegangen.</p>
<p>[&#8230;]</p>
<p>Für Al Jazeera ist Somalia Speaks außerdem eine Möglichkeit innovative Mobilfunklösungen für Bürgermedien und die Nachrichtenberichterstattung zu testen.</p></blockquote>
<p>Im Oktober 2010 hat <a href="http://mobileactive.org/case-studies/refugees-united-goes-mobile" target="_blank">MobileActive außerdem ein Mobilfunkprojekt vorgestellt</a> [en], das von Refugees United in Uganda mit Unterstützung von Ericsson, dem UNHCR und dem Omidyar Netzwerk durchgeführt wurde, und erwähnte, dass ein Blog schrieb: &#8220;das soziale Netzwerk, das wichtiger ist als Facebook&#8221;.</p>
<p>Die Technologieausgabe der Forced Migration Review kann hier <a href="http://www.fmreview.org/technology/contents.html" target="_blank">online</a> [en] gelesen werden.</p>
<p class='gv-rss-footer'><span class='credit-text'><span class="contributor">Geschrieben von <a href='http://globalvoicesonline.org/author/onnik-krikorian/' title='Alle Übersetzungen von Onnik Krikorian'>Onnik Krikorian</a></span> &middot; <span class="contributor">Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/mario-sorgalla/' class='url' title='Alle Übersetzungen von Mario Sorgalla'>Mario Sorgalla</a></span></span> 
 &middot; <a href='http://globalvoicesonline.org/2012/01/08/africa-icts-for-refugees-and-displaced-persons/' title='engl. Originalartikel  [en]'>engl. Originalartikel  [en]</a> &middot; <span class="commentcount"><a href="http://de.globalvoicesonline.org/2012/01/09/afrika-ikt-fur-fluchtlinge-und-vertriebene/#comments" title="Kommentare">Kommentare (1) </a></span><br />Freigeben: <span class='share-links-text'><a href='http://www.facebook.com/share.php?u=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2012%2F01%2F09%2Fafrika-ikt-fur-fluchtlinge-und-vertriebene%2F' id='gv-st_facebook' title='facebook' target="new" ><span class='share-icon-label'>facebook</span></a> &middot; <a href='http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2012%2F01%2F09%2Fafrika-ikt-fur-fluchtlinge-und-vertriebene%2F&#038;text=Afrika%3A+IKT+f%C3%BCr+Fl%C3%BCchtlinge+und+Vertriebene&#038;via=gvdeutsch' id='gv-st_twitter' title='twitter' target="new" ><span class='share-icon-label'>twitter</span></a> &middot; <a href='http://reddit.com/submit?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2012%2F01%2F09%2Fafrika-ikt-fur-fluchtlinge-und-vertriebene%2F&#038;title=Afrika%3A+IKT+f%C3%BCr+Fl%C3%BCchtlinge+und+Vertriebene' id='gv-st_reddit' title='reddit' target="new" ><span class='share-icon-label'>reddit</span></a> &middot; <a href='http://www.stumbleupon.com/submit?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2012%2F01%2F09%2Fafrika-ikt-fur-fluchtlinge-und-vertriebene%2F&#038;title=Afrika%3A+IKT+f%C3%BCr+Fl%C3%BCchtlinge+und+Vertriebene' id='gv-st_stumbleupon' title='StumbleUpon' target="new" ><span class='share-icon-label'>StumbleUpon</span></a> &middot; <a href='http://del.icio.us/post?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2012%2F01%2F09%2Fafrika-ikt-fur-fluchtlinge-und-vertriebene%2F&#038;title=Afrika%3A+IKT+f%C3%BCr+Fl%C3%BCchtlinge+und+Vertriebene' id='gv-st_delicious' title='delicious' target="new" ><span class='share-icon-label'>delicious</span></a> &middot; <a href='http://www.instapaper.com/edit?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2012%2F01%2F09%2Fafrika-ikt-fur-fluchtlinge-und-vertriebene%2F&#038;title=Afrika%3A+IKT+f%C3%BCr+Fl%C3%BCchtlinge+und+Vertriebene' id='gv-st_instapaper' title='Instapaper' target="new" ><span class='share-icon-label'>Instapaper</span></a></span>
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		<title>Kaukasus: Festgefahrene Konflikte, vergessene Leben?</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Dec 2011 11:59:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gabriele Zöttl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Armenien]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Flüchtline und Binnenvertriebenen im Südkaukasus werden von der Gesellschaft und den traditionellen Medien ignoriert. Können ihnen die neuen Medien eine Stimme geben?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den frühen 1990ern wurde der Südkaukasus von drei Konflikten erschüttert, die damals vom Krieg im früheren Jugoslawien überschattet wurden und von den internationalen Medien bis heute weitgehend ignoriert werden. Über eine Million Menschen musste ihre Heimat verlassen, als zwischen Armenien und Aserbaidschan ein Krieg um das umstrittene Gebiet <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bergkarabachkonflikt">Berg-Karabach</a> ausbrach, während fast gleichzeitig nahezu eine halbe Million Menschen vertrieben wurde, als Georgien die Kontrolle über die beiden abtrünnigen Gebiete <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Abchasien">Abchasien</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdossetien">Südossetien</a> verlor.</p>
<p>Zwar machte das Wiederaufflammen des Streits um Südossetien im <a href="http://globalvoicesonline.org/specialcoverage/2008-special-coverage/south-ossetia-crisis-2008/">Krieg zwischen Georgien und Russland im August 2008</a> [en] international Schlagzeilen, aber sobald ein Waffenstillstand geschlossen wird, interessiert das Elend der Flüchtlinge und Binnenvertriebenen kaum noch jemanden.</p>
<p>Auch die Medien in Armenien, Aserbaidschan und Georgien sowie den abtrünnigen Gebieten Abchasien, Südossetien und Berg-Karabach befassen sich meist nur dann mit den Problemen der Flüchtlinge und Binnenvertriebenen, wenn sie sich für Propaganda gegen den Feind ausschlachten lassen. Die einzigen, die sich tatsächlich um diese Probleme kümmern, sind internationale Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisationen, die sie ins Bewusstsein der Spender zu rücken versuchen. Unterdessen ist keine Lösung der drei Konflikte abzusehen, was das Schicksal derjenigen, die durch sie ihre Heimat verloren haben, weiter erschwert.</p>
<div id="attachment_276840" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-276840 " title="Armenischstämmiger Flüchtling aus Berg-Karabach" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2011/12/refugee-0004new.jpg" alt="Armenischstämmiger Flüchtling aus Berg-Karabach. © Onnik Krikorian, 1994" width="500" height="324" />
<p class="wp-caption-text">Armenischstämmiger Flüchtling aus Berg-Karabach. © Onnik Krikorian, 1994</p>
</div>
<p>Doch seit den Menschen in der Region neue und soziale Medien zur Verfügung stehen, und sei es nur als Informationsquelle, können sich die Betroffenen erstmals selbst online zu Wort melden. Ein Beispiel für ein solches Online-Sprachrohr ist <a href="http://www.idpvoices.org/">iDP Voices</a> [en], ein vom Norwegischen Flüchtlingsrat, dem Internal Displacement Monitoring Center und Panos London gefördertes Projekt.</p>
<p>Interviewer von iDP Voices haben <a href="http://www.internal-displacement.org/80257297004E5CC5/(httpPages)/A803F627B396E000C1257409005D3226?OpenDocument&amp;count=1000">29 Berichte von Binnenvertriebenen aus Südossetien und Abchasien</a> [en] zusammengetragen, die als Text- und Audiodateien abgerufen werden können. Ein Teil der Berichte ist außerdem in einer <a href="http://www.internal-displacement.org/8025708F004BE3B1/(httpInfoFiles)/398619F56E3C0EAFC125743B0033032A/$file/Heavy_burden_eng.pdf">PDF-Datei</a> [en] zusammengefasst.</p>
<blockquote><p>When did you last listen to a displaced person and grasp the impact of displacement? Did you ever think what it means to lose close family members in conflict, lose all your belongings and to be uprooted from your place of origin? [&#8230;] These direct voices have the power to cut through prejudice and political agendas, they speak for themselves.</p>
<p>The focus is on universal human experiences and responses, not specific political issues. By reading what the displaced people themselves want to tell us, we may learn what is important to them and what issues they are particularly concerned about. [&#8230;] It allows us to glean the reality behind generalised notions of displacement. The stories stand alone with little analysis added – their power lies in their offering of images, a voice, sensations, feelings, hopes and dreams. [&#8230;]</p>
</blockquote>
<div class="translation">
<p>Wann haben Sie zuletzt einem Vertriebenen zugehört und die Folgen der Vertreibung begriffen? Haben Sie je darüber nachgedacht, was es bedeutet, nahe Angehörige in einem Konflikt zu verlieren, all Ihren Besitz zu verlieren und aus Ihrer Heimat herausgerissen zu werden? [&#8230;] Diese direkten Berichte können Vorurteile und politische Strategien durchbrechen; sie sprechen für sich.</p>
<p>Der Schwerpunkt liegt auf allgemeinmenschlichen Erfahrungen und Verhaltensweisen, nicht auf politischen Aspekten. Wenn wir das lesen, was uns die Vertriebenen selbst mitteilen möchten, verstehen wir vielleicht, was ihnen wichtig ist und was ihnen besondere Schwierigkeiten bereitet. [&#8230;] Es macht die Wirklichkeit hinter unseren schwammigen Vorstellungen von der Vertreibung sichtbar. Die Berichte stehen ohne große Analyse für sich. Ihre Stärke liegt darin, dass sie Bilder erzeugen, eine Stimme, Eindrücke, Empfindungen, Hoffnungen und Träume lebendig machen.</p>
</div>
<p>Eine dieser Stimmen ist die von <a href="http://www.internal-displacement.org/80257297004E5CC5/(httpLifeStories)/C8A774B447109846C1257408004497E9?OpenDocument">Teah</a> [en], einer aus Abchasien geflohenen 30-jährigen Georgierin, die von einem &bdquo;normalen Leben&ldquo; für alle Georgier und Abchasier, die &bdquo;einander verzeihen&ldquo; müssen, träumt.</p>
<blockquote><p>[&#8230;] I try to speak to both Georgians and Abkhazians. It is impossible to hate each other; we have made enough mistakes without adding that one as well! We should forgive each other and ourselves too. And one more thing: there has to be the will on both sides to achieve more trust and good relations. One party alone cannot solve anything.</p>
<p>I think these borders [between Abkhazia and Georgia] should be opened so that people can communicate with each other. Dialogue comes first, that can lead to trust&#8230;</p>
<p>[&#8230;] Only after talking about our own tragedies did we truly learn about each other and start to love each other. It took time to trust each other.</p>
<p>It was when we believed that we understood each other’s pain, when this moment came, that we could sit down and talk openly - without aggression, without accusations.</p>
</blockquote>
<div class="translation">
<p>Ich versuche, sowohl Georgier als auch Abchasier anzusprechen. Es ist unmöglich, einander zu hassen; wir haben ohnedies schon genug Fehler gemacht! Wir sollten einander und auch uns selbst verzeihen. Und noch etwas: Beide Seiten müssen gewillt sein, größeres Vertrauen und bessere Beziehungen aufzubauen. Eine Seite allein kann nichts lösen.</p>
<p>Ich glaube, die Grenze [zwischen Abchasien und Georgien] sollte geöffnet werden, damit die Menschen miteinander kommunizieren können. Der Dialog steht an erster Stelle, nur er kann Vertrauen schaffen &#8230;</p>
<p>[&#8230;] Erst durch das Sprechen über die eigene Tragödie haben wir einander wirklich kennen gelernt und zu mögen begonnen. Es hat Zeit gebraucht, Vertrauen aufzubauen.</p>
<p>Als wir das Gefühl hatten, den Schmerz der anderen zu verstehen, war es so weit, dass wir uns zusammensetzen und offen sprechen konnten – ohne Aggressivität und Anklagen.</p>
</div>
<p>Derartige Berichte aus erster Hand sind allerdings selten, obwohl es einige Ausnahmen gibt. Zum Beispiel finanzieren internationale Spender die Veröffentlichung von Flüchtlingsbelangen durch örtliche Radiosender, obgleich diese oft nur kurze Zeit existieren, und ein junger Aseri (ein aus Armenien geflohener aserbaidschanischstämmiger Flüchtling) schrieb zwei Gastartikel für ein privates Projekt, das Teil des <a href="http://globalvoicesonline.org/specialcoverage/caucasus-conflict-voices/">Dossiers von Global Voices über den Kaukasuskonflikt</a> [en] ist.</p>
<p>Der erste, <a href="http://peace.oneworld.am/blog/2010/06/personal-reflections-on-conflict-and-displacement/">auf Englisch</a> verfasste Artikel wurde später ins Armenische, Aserbaidschanische und Russische übersetzt:</p>
<blockquote><p>[&#8230;] I was only four when I left Armenia, but in retrospect I don’t know whether that’s fortunate or not as I am unable to remember everything I left behind. But I do remember our house, our garden, the playground, my friends, my apple tree, and the rooster which I loved so much.</p>
<p>After arriving in Azerbaijan I used to dream about our house and walking in the ruins of our village. At some point, however, everything just faded away. Even so, my family have never lost their belief that one day we will go back home. We believe that two neighbors who have lived together for centuries will come together again even if evil has never left them alone and always whispers hatred.</p>
<p>[&#8230;]</p>
<p>In Azerbaijan, we kept ourselves apart from the local culture for many years and couldn’t adjust back to our ethnic roots. Being treated as a stranger made it even more difficult. Azerbaijanis from Armenia segregated themselves from the rest as a result and united among themselves. Discrimination towards us was everywhere. It was in the kindergarten I went to, in the primary school, and even in our social life.</p>
<p>[&#8230;]</p>
<p>This war made me a Peacemaker although I am very new in this area. My struggle is more complicated, however, because on the one hand I have to help those who are in conflict, and on the other help myself.</p>
</blockquote>
<div class="translation">
<p>Ich war erst vier, als wir Armenien verließen, und im Rückblick weiß ich nicht, ob das gut oder schlecht ist, weil ich mich nicht an alles erinnern kann, was ich zurückgelassen habe. Ich erinnere mich jedoch an unser Haus, den Garten, den Spielplatz, meine Freunde, den Apfelbaum und einen Hahn, den ich sehr liebte.</p>
<p>Nach der Ankunft in Aserbaidschan träumte ich von unserem Haus und den Ruinen unseres Dorfes. Irgendwann verblasste jedoch alles. Trotzdem ist meine Familie bis heute davon überzeugt, dass wir eines Tages nach Hause zurückkehren werden. Wir glauben, dass zwei Nachbarn, die jahrhundertelang zusammengelebt haben, wieder zusammenkommen werden, auch wenn sie das Böse nie in Ruhe gelassen hat und ihnen immer Hass einflüstert.</p>
<p>[&#8230;] In Aserbaidschan haben wir uns viele Jahre von der örtlichen Kultur ferngehalten und fanden keine Verbindung zu unseren ethnischen Wurzeln. Dass wir wie Fremde behandelt wurden, machte es nicht einfacher. Die aus Armenien geflohenen Aserbaidschaner sonderten sich deshalb ab und bildeten eine eigene Gemeinschaft. Wir wurden überall diskriminiert. Im Kindergarten, den ich besuchte, in der Grundschule, sogar in unserem sozialen Umfeld.</p>
<p>[&#8230;] Dieser Krieg machte mich zum Friedensstifter, obwohl mir dieses Gebiet noch sehr neu ist. Mein Engagement wird allerdings dadurch erschwert, dass ich nicht nur denen helfen muss, die sich in einem Konflikt befinden, sondern auch mir selbst.</p>
</div>
<p>Wenn die meisten Flüchtlinge und Binnenvertriebenen in Armenien, Aserbaidschan und Georgien auch keine Stimme haben, so werden ihre Geschichten wenigstens gelegentlich online in unabhängigen Medien verbreitet. Ein Beispiel dafür ist ein neues Blogprojekt des International Center on Conflict and Negotiation (ICCN) und des Kaukasusprogramms des Europäischen Zentrums für Minderheitenfragen (ECMI).</p>
<p>In einem <a href="http://krugjurnalistiki.blogspot.com/2011/12/blog-post.html">russischen</a>, auch <a href="http://caucasiancircle.blogspot.com/2011/12/azerbaijani-and-georgian-refugees-hopes.html">ins Englische übersetzten</a> Artikel geben ein aserbaidschanischer und ein georgischer Journalist gemeinsam Einblick in die Hoffnungen der Flüchtlinge und Binnenvertriebenen in ihren Ländern:</p>
<blockquote><p>“Good neighborhood,” I was told by one refugee from the settlement of Dashalti in Nagorno-Karabkah, “this is when the people live not on the ‘other side’ and are divided by a line, but when they live near and next to one another, when they set up family, they visit one another and national identity does not matter in the least. For many centuries it was believed that the land belongs to those who live on it, who work on it. The rest was invented by the politicians. [&#8230;]</p>
<p>Experience shows us that those who saw with their own eyes sorrow and worry and felt in their own hearts the trouble of their native country will never accept that it is lost. But at the same time they never want to repeat the same horrors, and they never strive for war. All the refugees who talked with us in Azerbaijan want to go back to their small native land and to live peacefully with Armenians.</p>
</blockquote>
<div class="translation">
<p>&bdquo;Gute Nachbarschaft,&ldquo; sagte mir ein Flüchtling aus der Siedlung Daschalti in Berg-Karabach, &bdquo;bedeutet, dass niemand auf der anderen Seite einer trennenden Linie lebt, sondern alle bei- und miteinander leben, dass sie eine Familie bilden, einander besuchen und die Volkszugehörigkeit keinerlei Rolle spielt. Viele Jahrhunderte lang wussten die Menschen, dass das Land denen gehört, die auf ihm leben und es bestellen. Der Rest wurde von Politikern erfunden.&ldquo;</p>
<p>[&#8230;] Die Erfahrung hat uns gelehrt, dass diejenigen, die Elend und Sorgen mit eigenen Augen gesehen und die Krise ihrer Heimat im eigenen Herzen gefühlt haben, niemals akzeptieren werden, dass die Heimat verloren ist. Gleichzeitig möchten sie diesen Schrecken nicht noch einmal erleben und rufen nicht nach Krieg. Alle Flüchtlinge, die mit uns über Aserbaidschan sprachen, möchten in ihr kleines Heimatland zurückkehren und mit den Armeniern in Frieden leben.</p>
</div>
<p>Diese Einstellung ist nicht nur den aserbaidschanischen Flüchtlingen und Binnenvertriebenen eigen, sondern wird oft auch von den Armeniern geäußert, die im von Vergeltungsmaßnahmen und ethnischen Säuberungen auf beiden Seiten geprägten Berg-Karabach-Konflikt fliehen mussten. Allerdings finden derlei Berichte nur relativ wenig Gehör, da das Internet nur wenigen Menschen in der Region zugänglich ist. Das Fernsehen, die Hauptinformationsquelle der meisten Menschen, räumt einer anderen Sicht auf den Konflikt keinen Platz ein.</p>
<p>Dennoch sind zumindest im Internet einige Filme mit Berichten von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen verfügbar, so etwa <a href="http://globalvoicesonline.org/2010/08/16/armenia-azerbaijan-dialogue-through-film/">hier</a> [en] und <a href="http://globalvoicesonline.org/2010/08/30/armenia-azerbaijan-more-dialogue-through-film/">hier</a> [en] auf Global Voices. Leider sind die wenigen Projekte, die den Flüchtlingen und Binnenvertriebenen in neuen und sozialen Medien eine Stimme geben, bisher wenig erfolgreich. Doch es bleibt die Hoffnung, dass diese Medien mit zunehmender Verbreitung des Internets ihre Wirkung entfalten.</p>
<p class='gv-rss-footer'><span class='credit-text'><span class="contributor">Geschrieben von <a href='http://globalvoicesonline.org/author/onnik-krikorian/' title='Alle Übersetzungen von Onnik Krikorian'>Onnik Krikorian</a></span> &middot; <span class="contributor">Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/gabriele-zoettl/' class='url' title='Alle Übersetzungen von Gabriele Zöttl'>Gabriele Zöttl</a></span></span> 
 &middot; <a href='http://globalvoicesonline.org/2011/12/12/caucasus-frozen-conflicts-forgotten-lives/' title='engl. Originalartikel  [en]'>engl. Originalartikel  [en]</a> &middot; <span class="commentcount"><a href="http://de.globalvoicesonline.org/2011/12/17/kaukasus-festgefahrene-konflikte-vergessene-leben/#comments" title="Kommentare">Kommentare (0) </a></span><br />Freigeben: <span class='share-links-text'><a href='http://www.facebook.com/share.php?u=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2011%2F12%2F17%2Fkaukasus-festgefahrene-konflikte-vergessene-leben%2F' id='gv-st_facebook' title='facebook' target="new" ><span class='share-icon-label'>facebook</span></a> &middot; <a href='http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2011%2F12%2F17%2Fkaukasus-festgefahrene-konflikte-vergessene-leben%2F&#038;text=Kaukasus%3A+Festgefahrene+Konflikte%2C+vergessene+Leben%3F&#038;via=gvdeutsch' id='gv-st_twitter' title='twitter' target="new" ><span class='share-icon-label'>twitter</span></a> &middot; <a href='http://reddit.com/submit?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2011%2F12%2F17%2Fkaukasus-festgefahrene-konflikte-vergessene-leben%2F&#038;title=Kaukasus%3A+Festgefahrene+Konflikte%2C+vergessene+Leben%3F' id='gv-st_reddit' title='reddit' target="new" ><span class='share-icon-label'>reddit</span></a> &middot; <a href='http://www.stumbleupon.com/submit?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2011%2F12%2F17%2Fkaukasus-festgefahrene-konflikte-vergessene-leben%2F&#038;title=Kaukasus%3A+Festgefahrene+Konflikte%2C+vergessene+Leben%3F' id='gv-st_stumbleupon' title='StumbleUpon' target="new" ><span class='share-icon-label'>StumbleUpon</span></a> &middot; <a href='http://del.icio.us/post?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2011%2F12%2F17%2Fkaukasus-festgefahrene-konflikte-vergessene-leben%2F&#038;title=Kaukasus%3A+Festgefahrene+Konflikte%2C+vergessene+Leben%3F' id='gv-st_delicious' title='delicious' target="new" ><span class='share-icon-label'>delicious</span></a> &middot; <a href='http://www.instapaper.com/edit?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2011%2F12%2F17%2Fkaukasus-festgefahrene-konflikte-vergessene-leben%2F&#038;title=Kaukasus%3A+Festgefahrene+Konflikte%2C+vergessene+Leben%3F' id='gv-st_instapaper' title='Instapaper' target="new" ><span class='share-icon-label'>Instapaper</span></a></span>
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		<title>China: Foto zeigt das Leid von 58 Millionen &#8220;zurückgelassenen Kindern&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Nov 2011 10:57:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Zinoun</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgermedien]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
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		<description><![CDATA[Im letzten Monat hat ein Foto von einem kleinen Mädchen, das seinen kleinen Bruder in einem Klassenzimmer in China im Arm hält, online für Aufregung gesorgt. Es zeigt das seit Langem anhaltende soziale Problem der Kinder, die von ihren Eltern in Dörfern zurückgelassen werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im letzten Monat hat ein Foto von einem kleinen Mädchen, das seinen kleinen Bruder in einem Klassenzimmer im ländlichen China im Arm hält, online für Aufregung gesorgt. Es zeigt das seit Langem anhaltende soziale Problem der Kinder, die von ihren Eltern in Dörfern zurückgelassen werden.</p>
<p>Die Diskussion auf Onlineplattformen wurde vereinheitlicht und der Suchbegriff &#8220;Kleiner Bruder will schlafen&#8221; (弟弟要睡了) wurde weggefiltert und ist somit auf großen Onlineplattformen, wie Sina, Baidu und Sohu, seit dem 7. November 2011 nicht suchbar, da die Diskussion immer politischer wurde. Es wird geschätzt, dass es ungefähr 58 Millionen &#8220;zurückgelassene Kinder&#8221; in China gibt. </p>
<p><strong>Kleiner Bruder will schlafen</strong></p>
<p>Der Name des 10-jährigen Mädchens auf dem <a href="http://q.weibo.com/761545/status/b4EYmFxNK?source=weibofeed">Foto</a> [zh] ist Long Zhanghuang, ihr zweijähriger Bruder heißt Zhang Junjie. Ihre Eltern sind ländliche Migrationsarbeiter, die in der Stadt arbeiten, während die Geschwister bei den Großeltern leben. Das Klassenzimmer befindet sich in einem Dorf im Bezirk Fenghuang, Hunan-Provinz.</p>
<div id="attachment_269691" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href=http://q.weibo.com/761545/status/b4EYmFxNK?source=weibofeed><img class="size-medium wp-image-269691 " title="Kleiner Bruder will schlafen; Foto ist als Gemeingut verfügbar." src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2011/11/stay-behind-375x273.jpg" alt="Kleiner Bruder will schlafen; Foto ist als Gemeingut verfügbar." width="300" height="218" /></a><p class="wp-caption-text">Kleiner Bruder will schlafen; Foto ist als Gemeingut verfügbar.</p></div>
<p>Der Blogger Shichengke <a href="http://news.ifeng.com/opinion/society/detail_2011_10/24/10091700_0.shtml">erklärt</a> [zh] den sozialen und politischen Kontext des Fotos:</p>
<blockquote><p>《弟弟要睡了》是缩影、是隐喻，也是叩问。在不经意间，它展示了不少农村空心化甚至荒漠化的冷酷现实。农村空心化的背后，存在诸多体制性难题，比如户籍困局，再比如社会保障不完善。</p></blockquote>
<div class="translation">&#8220;Kleiner Bruder will schlafen&#8221; ist eine Miniatur, eine Metapher und ein Fragezeichen. Es repräsentiert die raue Realität der ländlichen Gemeinden, die unter Degeneration leiden, welche durch das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hukou">System der Haushaltsregistrierung</a> und durch den Mangel an sozialer Sicherheit verursacht wird.</div>
<p>Der Medienkommentator Yanlong <a href="http://news.ifeng.com/opinion/society/detail_2011_10/24/10091080_0.shtml">geht</a> [zh] auf die Notwendigkeit von Reformen der Sozialfürsorge ein:</p>
<blockquote><p>农村留守的“弟弟”，显然不只有“睡觉”的权利。但是，社会保障的触角，并没有伸向社会的每个角落，于是属于儿童的福利，很多就成了纸上的描述。尤其在贫困的农村，所谓儿童的福利，直接与家庭个体的经济状况相挂钩。这种情形下，即使农村不出现空心化，疲于奔命的父母也未必能够有足够的时间照顾孩子，姐姐带弟弟上学的悲酸一幕依然不可避免。</p>
<p>之于女童的爷爷奶奶，同样有诸多缺失的权利可以观照。比如老有所养的权利。与城市职工不同的是，农村老年人没有“退休年龄”，归根结底，是薄弱甚至于空白的社会保障，让这个群体没有能力放下耕作而颐养天年。一定程度上，“幼无所依，老无所养”的农村，才是《弟弟要睡了》这张照片所传递出的最催人泪腺的问题。</p></blockquote>
<div class="translation">
<p>Das Thema, was hier zur Debatte steht, ist natürlich nicht das Recht auf Schlaf. Unser Wohlfahrtssystem hat die Basis der Bevölkerung nicht erreicht. Die Fürsorge für Kinder ist zum Gerede geworden, besonders in armen Dörfern. Die Leistungen, die Kindern zugute kommen, hängen völlig vom Familieneinkommen ab. Auch wenn die Degeneration in einem Dorf nicht vorangeschritten ist, haben Eltern trotzdem keine Zeit, sich um die Kinder zu kümmern; ähnliche traurige Geschichten  [wie auf dem Foto gezeigt] sind so unvermeidbar.</p>
<p>Die Großeltern des kleinen Mädchens werden außerdem ihres Rechtes beraubt, ihren Ruhestand genießen zu können. Anders als ihre städtischen Altersgenossen, haben die Alten in den Dörfern wegen des Mangels an Fürsorge kein Rentenalter. Sie müssen ihr Land bis ins hohe Alter bewirtschaften. &#8220;Die Kinder haben niemanden, auf den sie sich verlassen können, während die Alten niemanden haben, der sie ernährt&#8221; - das ist die traurige Botschaft des Fotos. </p>
</div>
<p><strong>58 Millionen &#8220;zurückgelassene Kinder&#8221;</strong></p>
<p>Um die Geschichte weiter zu verfolgen, schickte QQ-News ein Filmteam in das Dorf und produzierte eine sehr berührende <a href="http://news.qq.com/photon/record/thestay.htm#">Dokumentation</a> [zh] (mit englischen Untertiteln).</p>
<p>Der Dokumentarfilm hat mehr als 5.200 Kommentare erhalten. Nachfolgend ist eine Auswahl einiger beliebter Kommentare zu finden:</p>
<blockquote><p>黑暗幽灵 社会总是在关注着留守儿童，把责任归于父母，可社会看到了没，那些家庭处于什么样的收入水平，不出去能有钱养活整个家庭吗，能供得起孩子上学吗，社会一直在那呼吁呼吁，也就那么点能耐了，不干实事·····</p></blockquote>
<div class="translation">Dark spirit: die Gesellschaft zeigt sich auch besorgt über die zurückgelassenen Kinder und gibt den Eltern die Schuld. Sieht die Gesellschaft jedoch das Einkommensniveau dieser Familien? Kann sie die Familien und die Bildung ihrer Kinder unterstützen, ohne dass die Eltern in den Städten arbeiten müssen? Die Gesellschaft verlangt nach Besorgnis, aber es gibt keine konstruktiven Vorschläge.</div>
<blockquote><p>顽石 大批农民工为城市的建设，为经济的发展，为生活所迫。由于政策的滞后，由于管理的缺失，由于有些官员人行的泯灭，使得大批儿童不能跟随父母到工作的地方一起上学。我们那些政府官员们他们的子女肯定不会有这样的问题，他们该好好的反思了</p></blockquote>
<div class="translation">Stubborn stone: Eine große Zahl der ländlichen Arbeitsmigranten haben zum Bau der Städte und zur wirtschaftlichen Entwicklung beigetragen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Als ein Resultat der Fehler der offiziellen Entscheidungen in der Regierungspolitik und der Stadtverwaltung können die Kinder ihren Eltern jedoch nicht folgen und die Bildungschancen in der Stadt wahrnehmen. Unsere Regierungsbeamten werden solche Probleme niemals haben, sie sollten darüber nachdenken.</div>
<blockquote><p>芝麻湖 不要责怪进城打工的父母，他们只不过为了能很基本的活着，同时给孩子更好的未来。谁也不想背井离乡，谁也不想在外漂泊，没有好的农村政策和农业扶持措施，在这个放弃了发展农业的国度，小康基本生活需求则没法实现。高物价，高房价让很多人连气都喘不上，更别谈好好地在农村活着。当孩子在贫困中生活，首先就要怪责国家，然后就是省级和地方政府。不要强词夺理说需要帮助的人太多，高昂的税收不用来给有需要的人民，那要拿来做什么？不要忘了，中国是一个税收极其高的国家，孩子们的生活本来应该更好的，和爸爸妈妈在一起。</p></blockquote>
<div class="translation">Sesame mud: Beschuldigt nicht die Eltern, sie versuchen ihr Bestes, um den Lebensunterhalt zu verdienen und ihre Kinder zu unterstützen. Sie wollen ihr Zuhause nicht verlassen und herumwandern. Ohne gute Politik für die ländlichen Gegenden und ohne Unterstützung für Landwirtschaft ist es jedoch unmöglich den Lebensunterhalt in den Dörfern zu verdienen. Die Menschen können nicht einmal atmen wegen der Inflation und den hohen Eigentumspreisen und das Leben in den ländlichen Gebieten wird immer schwieriger. Die Regierung muss dafür beschudligt werden, dass Kinder in Armut leben. Die Provinz- und lokalen Regierungen müssen die Verantwortung übernehmen. Redet nicht so einen Mist, dass es zu viele Menschen sind, die Hilfe brauchen. Die Steuergelder sollten dafür verwendet werden, den Bedürftigen zu helfen. Unsere Steuern gehören zu den höchsten der Welt, wir sollten den Kindern einen besseren Lebensstandard und das Leben zusammen mit ihren Eltern ermöglichen.</div>
<p>Der Reporter Fu Jianfeng <a href="http://weibo.com/1198937172/xwNkLxZ4z">betont</a> [zh] eine Aussage aus dem Film von einem Lehrer über eine Geschichte aus dem Klassenzimmer:</p>
<blockquote><p>一位孩子很大声地说：“我讨厌春天。”老师问他为什么？她说：“因为春天爸妈就出去打工了。只有到了冬天，爸妈才会回来。”这是发生在“姐姐抱着弟弟上小学”故事的对话http://t.cn/SZsUU4。我是含着泪看完的，这是5800万留守儿童的命运。这个社会、这个时代、这个国家，欠了他们</p></blockquote>
<div class="translation">Ein Kind schrie: &#8220;Ich hasse den Frühling.&#8221; Der Lehrer fragte ihn nach dem Grund. Er sagte: &#8220;Im Frühling gehen meine Eltern weg, um zu arbeiten. Und sie kommen erst im Winter zurück.&#8221; Dieses Gespräch fand in dem Dorf von &#8220;Kleiner Bruder will schlafen&#8221; statt. Ich sah <a href="http://t.cn/SZsUU4">das Video</a> mit Tränen in den Augen. Das ist das Schicksal von 58 Millionen zurückgelassenen Kindern. Die Gesellschaft und das Land schulden ihnen, was sie vermissen. </div>
<p class='gv-rss-footer'><span class='credit-text'><span class="contributor">Geschrieben von <a href='http://globalvoicesonline.org/author/oiwan/' title='Alle Übersetzungen von Oiwan Lam'>Oiwan Lam</a></span> &middot; <span class="contributor">Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/katrin-zinoun/' class='url' title='Alle Übersetzungen von Katrin Zinoun'>Katrin Zinoun</a></span></span> 
 &middot; <a href='http://globalvoicesonline.org/2011/11/16/china-photo-captures-plight-of-58-million-left-behind-children/' title='engl. Originalartikel  [en]'>engl. Originalartikel  [en]</a> &middot; <span class="commentcount"><a href="http://de.globalvoicesonline.org/2011/11/16/china-foto-zeigt-das-leid-von-58-millionen-zuruckgelassenen-kindern/#comments" title="Kommentare">Kommentare (0) </a></span><br />Freigeben: <span class='share-links-text'><a href='http://www.facebook.com/share.php?u=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2011%2F11%2F16%2Fchina-foto-zeigt-das-leid-von-58-millionen-zuruckgelassenen-kindern%2F' id='gv-st_facebook' title='facebook' target="new" ><span class='share-icon-label'>facebook</span></a> &middot; <a href='http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2011%2F11%2F16%2Fchina-foto-zeigt-das-leid-von-58-millionen-zuruckgelassenen-kindern%2F&#038;text=China%3A+Foto+zeigt+das+Leid+von+58+Millionen+%26%238220%3Bzur%C3%BCckgelassenen+Kindern%26%238221%3B&#038;via=gvdeutsch' id='gv-st_twitter' title='twitter' target="new" ><span class='share-icon-label'>twitter</span></a> &middot; <a href='http://reddit.com/submit?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2011%2F11%2F16%2Fchina-foto-zeigt-das-leid-von-58-millionen-zuruckgelassenen-kindern%2F&#038;title=China%3A+Foto+zeigt+das+Leid+von+58+Millionen+%26%238220%3Bzur%C3%BCckgelassenen+Kindern%26%238221%3B' id='gv-st_reddit' title='reddit' target="new" ><span class='share-icon-label'>reddit</span></a> &middot; <a href='http://www.stumbleupon.com/submit?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2011%2F11%2F16%2Fchina-foto-zeigt-das-leid-von-58-millionen-zuruckgelassenen-kindern%2F&#038;title=China%3A+Foto+zeigt+das+Leid+von+58+Millionen+%26%238220%3Bzur%C3%BCckgelassenen+Kindern%26%238221%3B' id='gv-st_stumbleupon' title='StumbleUpon' target="new" ><span class='share-icon-label'>StumbleUpon</span></a> &middot; <a href='http://del.icio.us/post?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2011%2F11%2F16%2Fchina-foto-zeigt-das-leid-von-58-millionen-zuruckgelassenen-kindern%2F&#038;title=China%3A+Foto+zeigt+das+Leid+von+58+Millionen+%26%238220%3Bzur%C3%BCckgelassenen+Kindern%26%238221%3B' id='gv-st_delicious' title='delicious' target="new" ><span class='share-icon-label'>delicious</span></a> &middot; <a href='http://www.instapaper.com/edit?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2011%2F11%2F16%2Fchina-foto-zeigt-das-leid-von-58-millionen-zuruckgelassenen-kindern%2F&#038;title=China%3A+Foto+zeigt+das+Leid+von+58+Millionen+%26%238220%3Bzur%C3%BCckgelassenen+Kindern%26%238221%3B' id='gv-st_instapaper' title='Instapaper' target="new" ><span class='share-icon-label'>Instapaper</span></a></span>
</p>]]></content:encoded>
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		<title>Guinea-Bissau: Die Konsensdiktatur und Alys Versuchung anzuklagen</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Dec 2010 20:54:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Melina Helm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blogger Profile]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgermedien]]></category>
		<category><![CDATA[Feature]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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		<description><![CDATA[Durch den Blog Ditadura do Consenso, wurde António Aly Silva zum aktivsten und bekanntesten Blogger in Guinea-Bissaus Blogosphäre. In diesem Interview versucht Global Voices zu verstehen, warum Aly der Versuchung anzuklagen nicht widerstehen kann und wie es ist, ein subversiver Blogger in diesem Land zu sein.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_12602" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://ditaduradoconsenso.blogspot.com/"><img class="size-medium wp-image-12602" title="António Aly Silva - Ditadura do Consenso" src="http://pt.globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2010/10/DSCF3412-375x250.jpg" alt="António Aly Silva - Ditadura do Consenso" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Ich wurde am 15. eines lange vergangenen Novembers in Aldeia Formosa (jetzt Quebo) im Süden des Landes geboren. Ich bin seit 1997 professioneller Journalist. Ich bin Maler. Und ich bin Atheist, Gott sei Dank!&quot;</p></div>
<p>António Aly Silva ist der aktivste und bekannteste Blogger in Guinea-Bissau. Er hat den Blog <em><a href="http://ditaduradoconsenso.blogspot.com/">Ditadura do Consenso</a></em> [&#8221;Konsensdiktatur&#8221;] seit 2004 aufrechterhalten. Nach einer Pause im Jahr 2007, als er seinen Schwerpunkt von Bürgermedien auf Ölgemälde und Pinsel verlagerte, aktualisiert er sein Blog seit 2008 nonstop. Aly begann, vom mobilen Internet Gebrauch zu machen und sagt, dass &#8220;man jetzt jeder Zeit bloggen kann. Etwas passiert, <em>Ditadura do Consenso</em> hört zu, bestätigt es zusammen mit ein paar anderen Quellen und berichtet.  Einfach und direkt. Und effektiv.&#8221;</p>
<p>Oft in anderen Blogs erwähnt, bestätigt Aly, dass &#8220;man in einem Krieg angreift und selbst angegriffen wird&#8221; und er gibt zu, dass was die Leute normalerweise über ihn schreiben so deprimierend ist, dass es ihn zum lachen bringt. Nichtsdestotrotz, meint er, dass er &#8220;mehr gegeben als genommen hat&#8221;; er unterstützt immer die Idee, dass &#8220;die Würde eines Menschen angegriffen, mutwillig zerstört, grausam verspottet werden kann, man sie ihm oder ihr aber nicht entziehen kann, außer wenn dieser Mensch aufgibt&#8221;.</p>
<p>Global Voices versucht zu verstehen, wie es ist, ein subversiver Blogger in Guinea-Bissau zu sein.</p>
<p><strong>Global Voices Online: Der Blog <em>Ditadura do Consenso</em> ist zweifellos eine Protestwaffe. Wogegen soll sie kämpfen? Wie effektiv oder gefährlich ist diese Waffe?<br />
</strong></p>
<p>António Aly Silva: Ich sage immer zum Spaß, dass mein Blog eine Massenvernichtungswaffe ist! Und ich sage auch, dass das Intenet &#8220;schlimmer als K0mmunisten&#8221; ist&#8230; In Wahrheit ist mein Blog dazu da, gegen alles, was sich bewegt – wenn es sich nicht richtig bewegt – zu protestieren. Ich kam einfach so auf den Titel, ich glaube ich war gerade dabei, eine Zeitung zu lesen. Guinea-Bissau befindet sich nicht unter einer Diktatur – stellen Sie sich nur vor, wenn es so wäre! –, aber es scheint so, als gäbe es einen Konsens in der Weise, wie die Guinea-Bissauer die Regierenden betrachten. Zu regieren – wie sie es sehen – bedeutet Macht, nicht Autorität. Einer der regiert hat Macht und viele, die Autorität haben, regieren über nichts. Das ist komisch, aber so laufen die Dinge hier. Und auch deshalb – oder vielleicht deshalb – wurde der Blog zu einer sehr effektiven Waffe. Natürlich ersetzt er nicht die Gerechtigkeit, aber er hat viele dazu beigetragen, die Gerechtigkeit zu untersuchen. Nach einem Fall über den ich berichtete, wurden ungefähr 25 Menschen auf einmal verhaftet, für relativ lange Zeit.</p>
<p><strong>GVO: Laut einem Post, der im September veröffentlicht wurde, gibt es Tage, an denen der Blog über 3000 Besucher hat. Wo kommen diese Besucher her? Welche Themen suchen sie?<br />
</strong></p>
<p>AAS: Ja. Komischerweise schaute ich letzte Woche zum ersten Mal auf die Statistiken. Und ich tat es, weil ein Freund mich fragte &#8220;Hey, haben viele Leute deinen Blog besucht?&#8221;. Zum ersten Mal seit 2004(!) schaute ich auf die Statistiken: täglich besuchen mindestens 2500 Menschen meinen Blog. Die Leute hier sind neugierig und die Szene ist begrenzt. Morgens in einem Café gibt es kein anderes Thema als Politik, Politik und nochmals Politik. Nachmittags, genau das gleiche. &#8220;Dieser ist auf dem absteigenden Ast, der hier wurde eingeliefert, der andere wurde verhaftet&#8221;, und so weiter und so fort. Nichtsdestotrotz gab es Posts, die mehr Publikum anzogen als andere. Zum Beispiel, während den Morden des Stabschefs der Armee, <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Batista_Tagme_Na_Waie">Tagmé Na Waié</a> und des Präsidenten <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Jo%C3%A3o_Bernardo_Vieira">‘Nino’ Vieira</a>, als man 8000 Besuche auf dem Blog erreichte. In Bissau waren alle auf der Straße und sie hatten die Posts ausgedruckt. Ich wurde von Hand zu Hand &#8220;durchgereicht&#8221;. Es war etwas angsteinflößend, &#8220;mich&#8221; in jeder Ecke zu sehen. Aber ich habe mich daran gewöhnt. Bescheidenheit beseite; ich gebe zu, dass mein Blog der meist besuchte in dieser Region ist. Ich bin mir da sehr sicher.</p>
<div id="attachment_173264" class="wp-caption aligncenter" style="width: 385px"><a href="http://ditaduradoconsenso.blogspot.com/"><img class="size-medium wp-image-173264" title="screenshot ditadura do consenso" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2010/11/screenshot-ditaduraconsenso-375x284.jpg" alt="Blog Ditadura do Consenso" width="375" height="284" /></a><p class="wp-caption-text">Ditadura do Consenso</p></div>
<p><strong>GVO: Die Leser werden oft selbst zu Schriftstellern für<em> Ditadura do Consenso</em>, mittels Posts von Gästen, die du dann veröffentlichst. Wie wird diese Verbindung hergestellt?<br />
</strong></p>
<p>AAS: Ich veröffentliche manche Briefe, aber die Leute dürfen keine Kommentare schreiben. Meine Idee war es, nie zu trivialisieren, sondern ein Gleichgewicht zu suchen. Mir ist es lieber, alleine die Verantwortung für alles, was veröffentlicht wird, zu tragen. Es ist einfach, einen Blog zu schaffen, ihn zu leiten kann kompliziert sein. Man kann es kaum glauben, aber, um einen Blog instand zu halten, braucht man Zeit, auch wenn wir hier nicht zu viel Zeit übrig haben. Ich sage es nur zum Spaß: &#8220;Europäer haben Uhren, aber wir haben Zeit!&#8221;. Ein weiteres Beispiel: Ich bekomme E-Mails von Menschen, die sich darüber beklagen, dass ich &#8220;nicht mehr veröffentliche&#8221; oder, dass &#8220;ich schon seit zwei/drei Tagen kein Post mehr veröffentlicht habe. Du hast dazu kein Recht!&#8221; – stellen Sie sich das vor. Einige haben sich Sorgen über meine Sicherheit gemacht, andere schlagen vor, dass ich &#8220;das Land verlassen sollte&#8221;, weil sie mich jeden Morgen lesen wollen. Für mich ist das sehr ermutigend.</p>
<p><strong>GVO: Also, sind die Bürger von Guinea-Bissau schon Teil der online-&#8221;Arena&#8221;?<br />
</strong></p>
<p>AAS: In Guinea-Bissau haben viele Leute Internetzugang. Mehr als wir glauben. Guinea-Bissau steht stolz an zweiter Stelle in der Liste der Länder, wo mein Blog am meisten gelesen wird. Und das ist eine gute Nachricht für mich. Silber, aber immerhin eine Medaille&#8230; Wenn, wie es in Kap Verde der Fall ist, kostenloses Wireless-Intenet in manchen Stadtteilen installieren werden würden, hätten viel mehr Menschen Internetzugang. Die im Ausland lebenden haben wegen den Möglichkeiten außerhalb des Landes mehr Zugang, aber nur ein wenig. Vor allem die Guinea-Bissauer, die im Ausland leben, sind nostalgisch. Diejenigen, die außerhalb leben, bewahren eine Beziehung zu ihrem Land, das ist beeindruckend. Außergewöhnlich, wirklich.</p>
<p><strong>GVO: Denkst du, dass die Tatsache, dass du Portuguiesisch als Sprache für deinen Blog ausgesucht hast, dafür sorgt, einen größere</strong><strong> Menschenmenge zu erreichen, oder könnte es ein Hindernis für die Verbreitung der berichteten Anklagen sein?<br />
</strong></p>
<p>AAS: Ich habe nie die Möglichkeit in Betracht gezogen, in einer anderen Sprache als Portuguiesich zu schreiben. Ich bin Journalist und wegen der Fachausdrücke fällt es mir einfacher, mich in der Spache von Camões auszudrücken. Die Wahrheit ist, dass ich viele Menschen erreicht habe; die Zahlen sprechen für sich. Und die Anklagen, die ich äußere, werden normalerweise gut angenommen. Sie wissen schon, vor allem hier in Guinea-Bissau, haben die Leute die Nase voll von Dieben und von Leuten, die ihnen Böses antun. Aber sie lassen es durchgehen. Aber sie sind selbstzufrieden. Sie leiden in der Stille und der Dunkelheit ihrer Häuser.</p>
<p><strong>GVO:Du hast offene Briefe veröffentlicht, die an Regierungsorgane gerichtet waren, um die sozialen und politischen Angelegenheiten des Landes zu schildern, und auch Angelegenheiten von Bürgern, die außerhalb des Landes leben, wie der Fall von den Studenten aus Guinea-Bissau, die in Armut in Russland leben. Also, gibt es einen Dialog?<br />
</strong></p>
<p>AAS: Ich habe so viele von denen veröffentlicht, dass ich gar nicht mehr weiß, wie viele es sind. Dialog – ein komisches Wort hier&#8230; – er kommt manchmal zustande. Der Fall der Studenten in Russland ist ein aktuelles Beispiel. Die Regierung von Guinea-Bissau machte einen Schritt, aber nur einen kleinen&#8230; Die normalen Bürger setzten ein gutes Beispiel. Aus der Schweiz bat jemand um Kontakt und versprach, die Guinea-Bissauer zu versammeln, und zu helfen. Sogar in Russland halfen Kommilitonen der Universität aus verschiedenen Ländern, die Rückkehr möglich zu machen. Mein Blog wurde mehrmals im Parlament erwähnt. Der Blog wird offensichtlich in Bereichen, wo man wichtige Entscheidungen trifft, konsultiert, er entscheidet sogar das Thema der Diskussionen, die früh am morgen in Ministerien stattfinden. Jeden Tag. Und die Leute danken mir auf der Straße, wir geben uns die Hand, sie danken mir und geben mir einen Kuss auf die Wange. Manchmal ist es, als wäre ich ein Rockstar! Und da mein Leben etwas einsam ist, ist es schön&#8230;</p>
<p><strong>GVO:Wie füllt die Blogosphäre in Guiniea-Bissau eine aktive und relevante Rolle aus, angesichts der aufeinanderfolgenden Coups der letzen Jahre?<br />
</strong></p>
<p>AAS: Es gibt wenige Blogs hier, glaube ich. Meiner ist offensichtlich der bekannteste, weil es der erste war, und vor allem wegen der kritischen Sicht des Systems, aller Systeme, die eine negative Haltung haben. Ich habe die Morde des ehemaligen Stabschefs der Armee, <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Ver%C3%ADssimo_Correia_Seabra">Verissímo Seabra</a> und des Oberst Domingos Barros aus der Nähe verfolgt; die ganze Welt hat meinen Blog gelesen als der <a href="http://ditaduradoconsenso.blogspot.com/2009/03/alma-ensanguentada.html">Präsident ‘Nino’ Vieira ermordet wurde</a> [pt]; ich warnte vor dem Risiko eines militärischen Aufstands – was zu einem &#8220;Vorfall&#8221; wurde – am ersten April. Alles was in den letzen vier Jahren in diesem Land passiert ist – Siege, Niederlagen und Tragödien wie diese – kamen auf mein Blog. Mit Namen und Gesichtern.</p>
<div id="attachment_12622" class="wp-caption aligncenter" style="width: 360px"><a href="http://ditaduradoconsenso.blogspot.com/2009/03/ja-chegamos-america.html"><img class="size-full wp-image-12622" title="Ditadura do Consenso no New York Times 2009" src="http://pt.globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2010/10/ditaduranino-1.jpg" alt="Ditadura do Consenso no New York Times 2009" width="350" height="241" /></a><p class="wp-caption-text">Ditadura do Consenso wurde in der New York Times bezüglich des Staatsstreichs von 2009 zitiert</p></div>
<p><strong>GVO: Die meisten deiner Leser raten dir, bei deinen Äußerungen vorsichtig zu sein. Glaubst du es gibt Meinungsfreiheit in Guinea-Bissau?<br />
</strong></p>
<p>AAS: Meine Leser – vor allem meine treuen Anhänger – sind mir lieb. Natürlich machen sie sich Sorgen, und ich danke ihnen dafür. Nichtsdestotrotz muss klar sein: keiner ist hier sicher, in diesem Land. Keiner! Wenn es keine Meinungsfreiheit gibt&#8230; müssen wir sie durchsetzen! Sie können uns nicht alle verhaften, weil es dafür nicht genügend Gefängnisse gibt. Es bleibt ihnen nur noch, zu versuchen zu vermeiden, dass ein Dokument nicht an die Öffentlichkeit kommt, was dasselbe ist wie zu sagen, &#8220;dass es nicht auf <em>Ditadura do Consenso</em> kommen wird&#8221;. Aber es gibt immer ein neues Dokument, das uns irgendwie in die Hände fällt und letztendlich veröffentlicht wird. Manchmal ist es lustig und wir reißen Witze. Ein andermal ist es gar nicht witzig. Wenn du verfolgt wirst oder wenn sie dich früh am morgen &#8220;besuchen&#8221;, fragst du dich, ob es noch einen Sinn macht, weiterzumachen. Aber, wenn Sie es wirklich wissen wollen, glaube ich, dass es alles Wert ist, wenn wir es versuchen. Es ist kein Zufall, dass ich dises Zitat von Oskar Wild sehr schätze: &#8220;Die einzige Weise, einer Versuchung zu entfliehen, ist nachzugeben.&#8221;</p>
<div class="notes">
<p><strong>Biografische Notiz:</strong> Während des <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Guinea-Bissau_Civil_War">Bürgerkrieges von 1998/99</a> in Guinea-Bissau begann António Aly Silva, ein professioneller Journalist, als Berichterstatter für mehrere Zeitungen und Radiosender in Europa zu arbeiten und berichtete über den politischen und militärischen Konflikt, der sich entfaltete. In Portugal arbeitete er für die Wochenzeitung <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/O_Independente"><em>O Independente</em></a> und <a href="http://pt.wikipedia.org/wiki/Vis%C3%A3o_(revista)"><em>Visão</em></a> [pt], und entwickelte die vierzehntägig erscheinende Zeitung «Lusófono» [&#8221;Lusophone&#8221;] in Lissabon, die sich an Menschen in <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Portuguese-speaking_African_countries">PALOP</a>-Ländern richtet. Er ist außerdem Autor mehrerer Berichte aus Simbabwe, Sierra Leone und Guinea-Bissau.</p>
</div>
<p class='gv-rss-footer'><span class='credit-text'><span class="contributor">Geschrieben von <a href='http://pt.globalvoicesonline.org/author/saritamoreira/' title='Alle Übersetzungen von Sara Moreira'>Sara Moreira</a></span> &middot; <span class="contributor">Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/melina-helm/' class='url' title='Alle Übersetzungen von Melina Helm'>Melina Helm</a></span></span> 
 &middot; <a href='http://pt.globalvoicesonline.org/2010/11/21/guine-bissau-ditadura-do-consenso-e-a-tentacao-de-aly-pela-denuncia/' title='engl. Originalartikel  [pt]'>engl. Originalartikel  [pt]</a> &middot; <span class="commentcount"><a href="http://de.globalvoicesonline.org/2010/12/01/guinea-bissau-die-konsensdiktatur-und-alys-versuchung-anzuklagen/#comments" title="Kommentare">Kommentare (0) </a></span><br />Freigeben: <span class='share-links-text'><a href='http://www.facebook.com/share.php?u=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2010%2F12%2F01%2Fguinea-bissau-die-konsensdiktatur-und-alys-versuchung-anzuklagen%2F' id='gv-st_facebook' title='facebook' target="new" ><span class='share-icon-label'>facebook</span></a> &middot; <a href='http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2010%2F12%2F01%2Fguinea-bissau-die-konsensdiktatur-und-alys-versuchung-anzuklagen%2F&#038;text=Guinea-Bissau%3A+Die+Konsensdiktatur+und+Alys+Versuchung+anzuklagen&#038;via=gvdeutsch' id='gv-st_twitter' title='twitter' target="new" ><span class='share-icon-label'>twitter</span></a> &middot; <a href='http://reddit.com/submit?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2010%2F12%2F01%2Fguinea-bissau-die-konsensdiktatur-und-alys-versuchung-anzuklagen%2F&#038;title=Guinea-Bissau%3A+Die+Konsensdiktatur+und+Alys+Versuchung+anzuklagen' id='gv-st_reddit' title='reddit' target="new" ><span class='share-icon-label'>reddit</span></a> &middot; <a href='http://www.stumbleupon.com/submit?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2010%2F12%2F01%2Fguinea-bissau-die-konsensdiktatur-und-alys-versuchung-anzuklagen%2F&#038;title=Guinea-Bissau%3A+Die+Konsensdiktatur+und+Alys+Versuchung+anzuklagen' id='gv-st_stumbleupon' title='StumbleUpon' target="new" ><span class='share-icon-label'>StumbleUpon</span></a> &middot; <a href='http://del.icio.us/post?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2010%2F12%2F01%2Fguinea-bissau-die-konsensdiktatur-und-alys-versuchung-anzuklagen%2F&#038;title=Guinea-Bissau%3A+Die+Konsensdiktatur+und+Alys+Versuchung+anzuklagen' id='gv-st_delicious' title='delicious' target="new" ><span class='share-icon-label'>delicious</span></a> &middot; <a href='http://www.instapaper.com/edit?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2010%2F12%2F01%2Fguinea-bissau-die-konsensdiktatur-und-alys-versuchung-anzuklagen%2F&#038;title=Guinea-Bissau%3A+Die+Konsensdiktatur+und+Alys+Versuchung+anzuklagen' id='gv-st_instapaper' title='Instapaper' target="new" ><span class='share-icon-label'>Instapaper</span></a></span>
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		<title>Guyana: Twitter &amp; Book Marketing</title>
		<link>http://de.globalvoicesonline.org/2010/09/21/guyana-twitter-book-marketing/</link>
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		<pubDate>Tue, 21 Sep 2010 15:58:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yannig Roth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bürgermedien]]></category>
		<category><![CDATA[Englisch]]></category>
		<category><![CDATA[Guyana]]></category>
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		<category><![CDATA[Migration & Immigration]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8220;Wenn es nicht für Ihre oft ungezügelten Tweets über jede Kleinigkeit des Lebens, und über gelegentliche Gamaschen mit Followern -die Sie uns oft scheinbar näher bringt - wäre&#8230; hätte ich vermutlich Terry McMillan&#39;s neues Buch nicht gekauft&#8221;. The Signifyin&#39; Woman bloggt über Buckmarketing auf Twitter. Geschrieben von Janine Mendes-Franco &#183;... ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Wenn es nicht für Ihre oft ungezügelten Tweets über jede Kleinigkeit des Lebens, und über gelegentliche Gamaschen mit Followern -die Sie uns oft scheinbar näher bringt - wäre&#8230; hätte ich vermutlich Terry McMillan&#39;s neues Buch nicht gekauft&#8221;. <em><a href="http://signifyinguyana.typepad.com/signifyin_guyana/2010/09/book-marketing-on-twitter.html">The Signifyin&#39; Woman</a> </em>bloggt über Buckmarketing auf Twitter.</p>
<p class='gv-rss-footer'><span class='credit-text'><span class="contributor">Geschrieben von <a href='http://globalvoicesonline.org/author/janine-mendes-franco/' title='Alle Übersetzungen von Janine Mendes-Franco'>Janine Mendes-Franco</a></span> &middot; <span class="contributor">Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/yannig-roth/' class='url' title='Alle Übersetzungen von Yannig Roth'>Yannig Roth</a></span></span> 
 &middot; <a href='http://globalvoicesonline.org/2010/09/21/guyana-twitter-book-marketing/' title='engl. Originalartikel  [en]'>engl. Originalartikel  [en]</a> &middot; <span class="commentcount"><a href="http://de.globalvoicesonline.org/2010/09/21/guyana-twitter-book-marketing/#comments" title="Kommentare">Kommentare (0) </a></span><br />Freigeben: <span class='share-links-text'><a href='http://www.facebook.com/share.php?u=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2010%2F09%2F21%2Fguyana-twitter-book-marketing%2F' id='gv-st_facebook' title='facebook' target="new" ><span class='share-icon-label'>facebook</span></a> &middot; <a href='http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2010%2F09%2F21%2Fguyana-twitter-book-marketing%2F&#038;text=Guyana%3A+Twitter+%26%23038%3B+Book+Marketing&#038;via=gvdeutsch' id='gv-st_twitter' title='twitter' target="new" ><span class='share-icon-label'>twitter</span></a> &middot; <a href='http://reddit.com/submit?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2010%2F09%2F21%2Fguyana-twitter-book-marketing%2F&#038;title=Guyana%3A+Twitter+%26%23038%3B+Book+Marketing' id='gv-st_reddit' title='reddit' target="new" ><span class='share-icon-label'>reddit</span></a> &middot; <a href='http://www.stumbleupon.com/submit?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2010%2F09%2F21%2Fguyana-twitter-book-marketing%2F&#038;title=Guyana%3A+Twitter+%26%23038%3B+Book+Marketing' id='gv-st_stumbleupon' title='StumbleUpon' target="new" ><span class='share-icon-label'>StumbleUpon</span></a> &middot; <a href='http://del.icio.us/post?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2010%2F09%2F21%2Fguyana-twitter-book-marketing%2F&#038;title=Guyana%3A+Twitter+%26%23038%3B+Book+Marketing' id='gv-st_delicious' title='delicious' target="new" ><span class='share-icon-label'>delicious</span></a> &middot; <a href='http://www.instapaper.com/edit?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2010%2F09%2F21%2Fguyana-twitter-book-marketing%2F&#038;title=Guyana%3A+Twitter+%26%23038%3B+Book+Marketing' id='gv-st_instapaper' title='Instapaper' target="new" ><span class='share-icon-label'>Instapaper</span></a></span>
</p>]]></content:encoded>
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		<title>Haiti: Sagt &#8220;NEIN&#8221; zu Monsanto</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Aug 2010 03:16:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans H. Knauf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
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		<description><![CDATA[Monsanto ist seit Jahren eine kontroverse Firma, hauptsächlich deswegen, weil sie ein wichtiger Hersteller von gentechnisch verändertem Saatgut ist (angeblich verkauft sie ungefähr 90% des in den USA gentechnisch veränderten Saatgutes) und hat den Ruf zur Beibehaltung ihres Vorsprungs mit fragwürdigen Methoden zu arbeiten (einschließlich von politisch mächtigem Lobbying, hart... ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.monsanto.com/">Monsanto</a> ist seit Jahren eine<a href="http://twitter.com/search#search?q=%23monsanto"> kontroverse Firma</a>, hauptsächlich deswegen, weil sie ein wichtiger Hersteller von gentechnisch verändertem Saatgut ist (<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Monsanto">angeblich verkauft sie ungefähr 90% des in den USA gentechnisch veränderten Saatgutes</a>) und hat den Ruf zur Beibehaltung ihres Vorsprungs<a href="http://www.vanityfair.com/politics/features/2008/05/monsanto200805"> mit fragwürdigen Methoden zu arbeiten</a> (einschließlich von politisch mächtigem Lobbying, hart umkämpften Rechtsstreitigkeiten und Lizenzvereinbarungen, die angeblich vielen Kleinfarmern wehtun).<br />
Jetzt kommt <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Haiti">Haiti</a>. Mit einer bereits schwachen Wirtschaft, die von den am <a href="http://globalvoicesonline.org/specialcoverage/haiti-earthquake-2010/">12. Januar stattgefunden Erdbeben</a> zuzätzlich stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, muss das Land kämpfen, sich mit der neuen Realität abzufinden. Eine zuverlässige Versorgung mit Lebensmitteln ist offensichtlich eine große Sorge und Monsanto hat versucht, dabei einen Fuß in die Tür zu bekommen, und zwar mittels &#8220;<a href="http://www.monsanto.com/monsanto_today/2010/seed_donation_to_haiti.asp">einer Spende von konventionellen Mais-und Gemüsesamen an die Landwirte in Haiti, um die Nahrungsmittelproduktion zu erhöhen und der langfristigen Erdbeben Wiederherstellung zu helfen.</a>&#8221;  Die Website des Unternehmens erkennt den daraus resultierenden Aufschrei, lehnt ihn aber wie folgt ab:</p>
<blockquote><p>Ein kleine Gruppe protestierte unter Benutzung der Online-Medien. Anfangs behaupteten sie, Monsanto würde gentechnisch verändertes Saatgut spenden. Das haben sie aufgegeben und dafür die Spende von Hybrid-Saatgut angegriffen. Danach behaupteten Sie, es handele sich um Bemühungen GVO-Saatgut in das Land zu schmuggeln.</p>
<p>Phantasievoll, ja. Richtig, nein.</p>
<p>Bei unserer Spende von Hybrid-Saatgut an Haiti handelt es sich um die Landwirte, die Menschen und Nahrung.</p>
<p>Haitis Bauern brauchen Saatgut von guter Qualität, denn je besser die Samen, desto besser sind die Chancen für mehr Nahrung aus dem gleichen Boden.</p>
<p>Haitis Menschen brauchen Nahrung - bessere Nahrungs-Qualität, mehr Nahrung und mehr nahrhafte Lebensmittel.</p></blockquote>
<p>Die Webseite bringt <a href="http://www.monsantoblog.com/2010/05/20/five-answers-monsanto-haiti/">auch andere Artikel</a>, die erklären, wie die Verwaltung und Verteilung des Saatguts in Haiti funktionieren würde. <a href="http://www.care2.com/causes/environment/blog/no-monsanto-in-haiti/">Aber das hat wenig dazu beigetragen, die Sorgen  von Monsantos Neinsagern  - oder haitianischen Landwirten - zu beseitigen</a>, die Anfang Juni <a href="http://www.huffingtonpost.com/ana-joanes/the-fight-against-monsant_b_616261.html">einen Protest</a> gegen die &#8220;Spende&#8221; organisierten und dabei mehr als 400 Tonnen Hybrid-Mais und Gemüsesamen verbrannten. Haitianer sind ungefähr so empfänglich für die Überschwemmung ihrer lokalen Landwirtschaft mit Hybridsaatgut, die sie <a href="http://www.organicconsumers.org/articles/article_20852.cfm">unverblümt als &#8220;ein neues Erdbeben&#8221; bezeichnen</a>, wie über mehr Nachbeben.</p>
<p><em><a href="http://www.viacampesina.org/en/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=929:10000-peasants-march-against-monsanto-in-haiti-peasant-leader-to-visit-us&amp;catid=49:stop-transnational-corporations&amp;Itemid=76">La Via Campesina</a></em> (Website eines globalen Bundes der Landwirte) berichtet:</p>
<blockquote><p>Gemäß Chavannes Jean-Baptiste, dem Führer der Bauernbewegung von Papay (MPP) und Sprecher der Nationalen Bauernpartei des Kongresses von Papaye (MPNKP), bedeutet die Einfuhr von Monsanto-Saatgut in Haiti &#8216;einen starken Eingriff in die kleine Landwirtschaft, auf die Landwirte, biologische Vielfalt, Creole Saatgut &#8230; und was von unserer Umwelt in Haiti noch übrig geblieben ist.&#39;</p>
<p>Während Monsanto als einer der weltweit größten Lieferanten von gentechnisch verändertem Saatgut bekannt ist, haben die Unternehmens-Sprecher betont, dass es sich bei dieser besonderen Spende um herkömmliches Hybrid-Saatgut handelt und nicht um gentechnisch verändertes Saatgut. Trotzdem ist dieser Unterschied für viele von Haitis Farmern von geringer Bedeutung.</p>
<p>&#8220;Die Grundlage für Haitis Ernährungssouveränität ist, dass die Farmer die Möglichkeit haben, Samen aus einer Saison für die nächste zu verwenden. Die Hybrid-Pflanzen, die Monsanto einführen möchte, produzieren keine Samen, der für die nächste Saison aufgehoben werden könnte. Deshalb wären die Farmer, die sie benutzen würden, in jeder Saison dazu gezwungen mehr und neues Saatgut zu kaufen.&#8221; erklärte Jean-Baptiste Bazelais, ein Agronom der MPP, der zurzeit das &#8220;Seeds for Haiti&#8221;-Projekt in New York City leitet.</p>
<p>&#8220;Außerdem braucht man für dieses Saatgut teure synthetische Düngemittel und Pestizide, die sich Haitis Bauern einfach nicht leisten können. Dies schafft einen verheerenden Grad der Abhängigkeit und ist eine völlige Abkehr von der Realität für die Bauern Haitis. Haitianische Bauern haben bereits lokale Samen, die über Generationen hinweg entwickelt wurden und sich angepasst haben. Was wir brauchen, ist Unterstützung, sodass die Bauern Zugang zu den traditionellen Samen haben, die bereits verfügbar sind,&#8221;</p></blockquote>
<p><a href="http://www.foodsafetynews.com/2010/06/haitian-farmers-burn-monsanto-hybrid-seeds/">Netizen</a> scheinen überwiegend der Ansicht zu sein, dass die Monsanto-Spende an Haiti <a href="http://food.change.org/blog/view/monsantos_seed_donation_to_haiti_may_come_with_strings_attached">nicht bedingungslos ist</a>, was aus <a href="http://www.truth-out.org/haitian-farmers-commit-burning-monsanto-hybrid-seeds59616">diesem Beitrag</a> sehr  klar hervorgeht:</p>
<blockquote><p>Die Sorgen der sozialen Bewegungen in Haiti beziehen sich nicht nur auf die Gefahren der Chemikalien und die Möglichkeit zukünftiger GVO (gentechnisch veränderte Organismen) Einfuhren. Sie behaupten, dass die Zukunft von Haiti auf der lokalen Produktion mit lokaler Nahrung für lokalen Verbrauch basiert, etwas was Ernährungssouveränität genannt wird. Monsantos Ankunft in Haiti, sagen sie, ist dafür eine weitere Bedrohung.</p></blockquote>
<p>Um den Zeitpunkt der <a href="http://dessalineschildren.com/post/680553208/haitis-peasants-show-their-resolve-in-a-protest">geplanten Demonstration gegen Monsanto</a> brummte es bei Twitter - @ RAMHaiti  war besonders lautstark:</p>
<blockquote><p><a href="http://twitter.com/RAMhaiti/status/15407905763">Großer Tag: Haiti Bauern organisieren heute Demonstration gegen Monsanto!!<br />
</a><br />
<a href="http://twitter.com/RAMhaiti/status/15407975830">Bewegung Paysan Papay organisiert heute Demonstration gegen Monsanto in Hinche</a></p>
<p><a href="http://twitter.com/RAMhaiti/status/15413614458">Monsanto, was ich gehört habe: genetisch veränderte Samen, giftige Pestizide, Patente und Prozesse kommen mit Samen, Preiserhöhungen @ sbois76.</a></p>
<p><a href="http://twitter.com/RAMhaiti/status/15408320567">Bauern Organisationen in Haiti erheben heute ihre Stimmen gegen Monsanto. Haitische Regierung arbeitet mit Monsanto zusammen</a></p>
<p><a href="http://twitter.com/RAMhaiti/status/15650715508">Google Monsanto. Es scheint, sie entwickeln Abhängigkeiten, dann erhöhen sie die Preise und bringen Rechtsstreitigkeiten, giftige Pestizide usw. @Saramouche</a></p>
<p><a href="http://http://twitter.com/RAMhaiti/status/15644773436">Ich höre 10.000 Menschen bei der Anti-Monsanto Demonstration in Haiti.</a></p></blockquote>
<p>Ein anderer Twitter Benutzer, @ HaitiRewired, veröffentlichte einen Link <a href="http://twitter.com/HaitiRewired/status/16855156343">der Tweeple mit einigen &#8220;wirklich sehr interessanten und informierten Diskussionen über Hybrid-Saatgut in Haiti&#8221; verbindet.</a><br />
Blogger gaben ebenfalls ihre unmaßgeblichen Meinungen bekannt. Eine haitianische Frau, Elsie, die in Paris lebt, kommentiert auf <a href="http://elsie-news.over-blog.com/article-agoravox-monsanto-vole-au-secours-d-haiti-51431566.html">ihrem Blog</a>:</p>
<blockquote><p>Aux lendemains du tremblement de terre, toutes les stars y sont allées de leur petit chèque, un petit million par ci, deux par là, histoire de se donner bonne conscience et se faire une super promo aux yeux du monde. Puis, quelques jours plus tard, plus rien, tout le monde a oublié les habitants. A part peut-être la multinationale Monsanto, qui vient d’offrir 476 tonnes de semences aux agriculteurs haïtiens. Un geste solidaire et gratuit ? Vu le passé de l’entreprise, on se doute que non…</p></blockquote>
<div class="translation">Nach dem Erdbeben sind alle Stars nach (Haiti) gegangen, mit einem kleinen Check hier und einer kleinen Millionen da &#8230; nur um ein reines Gewissen zu haben und sich in den Augen der Welt hervorzutun. Dann, ein paar Tage später, nichts, alle haben sie die Einwohner vergessen. Außer vielleicht das multinationale Monsanto, das vor Kurzem den Farmen von Haiti 476 Tonnen Saatgut anbot. Eine Geste der Solidarität und kostenlos? In Anbetracht der Vergangenheit dieser Firma glauben wir das kaum &#8230;</div>
<p>Sie geht bei <a href="http://elsie-news.over-blog.com/article-video-monsanto-offers-deadly-gift-ot-haiti-51607959.html">diesem Beitrag</a> noch einen Schritt weiter und zeigt ein Video, wobei sie Monsantos Angebot ein &#8220;tödliches Geschenk&#8221; nennt. Nach der Demonstration <a href="http://elsie-news.over-blog.com/article-un-grand-bravo-aux-paysans-haitiens-et-a-ceux-qui-leur-ont-apporte-leur-solidarite-51723759.html">gratuliert sie den haitianischen Farmern zu ihrer Entschlossenheit</a> und applaudiert jedem, der sie unterstützte [Fr]; Unterdessen veröffentlicht <em><a href="http://thehaitianblogger.blogspot.com/2010/06/monsanto-seeds-in-haiti-haitian-farmers.html">The Haitian Blogger</a></em> ein Merkblatt über Monsantos Spende mit seinem Beitrag &#8220;Epischer Kampf der haitianischen Farmer ums Überleben&#8221;.</p>
<p>Diaspora Blogger Ezili Danto  bringt es ganz einfach:</p>
<blockquote><p>Die Kolonialisierung von Haitis Nahrungsmitteln und Saatgut ist kein Erdbebenhilfe.</p></blockquote>
<p>@ RAMHaiti gibt ihre Position in einem kürzlichen Tweet wieder:</p>
<blockquote><p><a href="http://twitter.com/RAMhaiti/status/18685597411">Saßen die haitianischen Farmer mit am Tisch, als irgendjemand beschloss, die haitianische Wirtschaft zu verändern? Sitzen Sie jetzt mit am Tisch?</a></p></blockquote>
<p>Die Diskussion geht bei  <a href="http://www.facebook.com/pages/Millions-Against-Monsanto-by-OrganicConsumersorg/289934516904">Facebook</a> weiter.</p>
<p><em><a href="http://www.flickr.com/photos/sierraclub/4193380106/">Die in diesem Beitrag benutzte  Miniaturansicht</a> stammt vom &#8216;The Sierra Club&#39; und wird unter der<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.en"> A-SA Creative Commons Lizenzvereinbarung</a> benutzt.  <a href="http://www.flickr.com/photos/sierraclub/">Besuchen Sie The Sierra Club&#39;s flickr photostream.</a></em></p>
<p class='gv-rss-footer'><span class='credit-text'><span class="contributor">Geschrieben von <a href='http://globalvoicesonline.org/author/janine-mendes-franco/' title='Alle Übersetzungen von Janine Mendes-Franco'>Janine Mendes-Franco</a></span> &middot; <span class="contributor">Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/hansknauf/' class='url' title='Alle Übersetzungen von Hans H. Knauf'>Hans H. Knauf</a></span></span> 
 &middot; <a href='http://globalvoicesonline.org/2010/08/05/haiti-saying-no-to-monsanto/' title='engl. Originalartikel  [en]'>engl. Originalartikel  [en]</a> &middot; <span class="commentcount"><a href="http://de.globalvoicesonline.org/2010/08/08/haiti-sagt-nein-zu-monsanto/#comments" title="Kommentare">Kommentare (0) </a></span><br />Freigeben: <span class='share-links-text'><a href='http://www.facebook.com/share.php?u=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2010%2F08%2F08%2Fhaiti-sagt-nein-zu-monsanto%2F' id='gv-st_facebook' title='facebook' target="new" ><span class='share-icon-label'>facebook</span></a> &middot; <a href='http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2010%2F08%2F08%2Fhaiti-sagt-nein-zu-monsanto%2F&#038;text=Haiti%3A+Sagt+%26%238220%3BNEIN%26%238221%3B+zu+Monsanto&#038;via=gvdeutsch' id='gv-st_twitter' title='twitter' target="new" ><span class='share-icon-label'>twitter</span></a> &middot; <a href='http://reddit.com/submit?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2010%2F08%2F08%2Fhaiti-sagt-nein-zu-monsanto%2F&#038;title=Haiti%3A+Sagt+%26%238220%3BNEIN%26%238221%3B+zu+Monsanto' id='gv-st_reddit' title='reddit' target="new" ><span class='share-icon-label'>reddit</span></a> &middot; <a href='http://www.stumbleupon.com/submit?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2010%2F08%2F08%2Fhaiti-sagt-nein-zu-monsanto%2F&#038;title=Haiti%3A+Sagt+%26%238220%3BNEIN%26%238221%3B+zu+Monsanto' id='gv-st_stumbleupon' title='StumbleUpon' target="new" ><span class='share-icon-label'>StumbleUpon</span></a> &middot; <a href='http://del.icio.us/post?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2010%2F08%2F08%2Fhaiti-sagt-nein-zu-monsanto%2F&#038;title=Haiti%3A+Sagt+%26%238220%3BNEIN%26%238221%3B+zu+Monsanto' id='gv-st_delicious' title='delicious' target="new" ><span class='share-icon-label'>delicious</span></a> &middot; <a href='http://www.instapaper.com/edit?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2010%2F08%2F08%2Fhaiti-sagt-nein-zu-monsanto%2F&#038;title=Haiti%3A+Sagt+%26%238220%3BNEIN%26%238221%3B+zu+Monsanto' id='gv-st_instapaper' title='Instapaper' target="new" ><span class='share-icon-label'>Instapaper</span></a></span>
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		<title>Französisches Afrika: Bloggen über afrikanisch-französische Literatur</title>
		<link>http://de.globalvoicesonline.org/2010/05/31/franzoisches-afrika-bloggen-uber-afrikanisch-franzosische-literatur/</link>
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		<pubDate>Mon, 31 May 2010 06:54:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Clemens Harten</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blogger Profile]]></category>
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		<description><![CDATA[A close runner-up for the Best of Blogs in French Award is Chez Guangoueus (fr). Réassi Ouabonzi blogs about  African and diaspora literature in French from a reader's perspective since 2007. Here is an interview of him for Global Voices:]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_139462" class="wp-caption alignleft" style="width: 193px"><a href="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2010/05/Reassi_Ouabonzi.jpg"><img class="size-full wp-image-139462" title="Reassi_Ouabonzi" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2010/05/Reassi_Ouabonzi.jpg" alt="" width="183" height="183" /></a><p class="wp-caption-text">Réassi Ouabonzi</p></div>
<p>Die <a href="http://www.thebobs.com/?s=1154893190771544ZWFAYZBB">Best of blog Awards</a> 2010 brachten viele faszinierende Blogs in elf Sprachen ins Licht der Öffentlichkeit. Heißer Anwärter auf den Preis als <em>Best blog in French </em>war<a href="http://gangoueus.blogspot.com/"> Chez Guangoueus</a> (fr). Réassi Ouabonzi bloggt seit 2007 aus der Sicht eines LEsers über afrikanische und Diaspora-Literatur auf Französisch, ein Buch nach dem anderen. Mit der Zeit ist Chez Guangoueus zu einem einmaligen Wegweiser für afrikanische Autoren geworden.</p>
<p><strong><br />
</strong></p>
<p><strong>GV: Warum hast du begonnen über Bücher zu bloggen?</strong></p>
<p>Als Jugendlicher war ich ein begeistertet Leser, ich verschlang jedes Buch im französischen Kulturzentrum in Brazzaville (Kongo), wo ich lebte. Ich bin in Frankreich geboren worden, meine Eltern waren Kongolesen. In beiden Ländern habe ich 18 Jahre gelebt, heute wohne ich in Frankreich. Lesen verschlingt viel Zeit, während meines Physikstudiums habe ich es darum bleiben gelassen. Aber eines Tages sah ich <em>Beloved</em>, ein Film von Jonathan Demme, basierend auf einem Buch des Nobelpreisträgers <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Toni_Morrison">Toni Morrison</a>. Das gab mir so einen Ruck, dass ich beschloss all ihre Bücher zu lesen. Sie hat mich zum Lesen zurückgebracht.</p>
<p><strong>Warum konzentrierst du dich auf schwarze französische Literatur</strong><strong>?</strong></p>
<p>Das war ein wohlüberlegter Schritt. Es interessiert mich, wie Schwarze sich sehen und dargestellt werden. Ich habe ein Blog erstellt um mein Lesen zu dokumentieren - und die brutale Realität ist nun einmal, dass man nichts über Afrikanische oder Schwarze Literatur findet im französischsprachigen Netz, abgesehen von dem Onlinemagazin <a href="http://www.culturessud.com/">Cultures Sud</a>.</p>
<div class="wp-caption alignnone" style="width: 354px"><img src="http://2.bp.blogspot.com/_kl-8Cz-TJDI/S4AS1Wny_SI/AAAAAAAAB7Q/qKEHPa5Q_p8/s400/P1260004.JPG" alt="" width="344" height="258" /><p class="wp-caption-text">&quot;Les écailles du ciel&quot; von Tierno Monenembo</p></div>
<p><strong>Was sind die aktuellen Trends in der französischsprachigen afrikanischen Literatur?</strong></p>
<p>Ich schreibe über Autoren aus allen afrikanischen Ländern, von den französischen Antillen oder in Diaspora, vor allem schwarze Literatur. Aber lass mich nachdenken: Im Kongo bildet sich eine neue Generation von Schreibern, inspiriert von dem ausgezeichneten Autor und Intellektuellen <a href="http://www.alainmabanckou.net/">Alain Mabanckou</a>. Im Sengal tauchen plötzlich Autorinnen auf, ermutigt von der Bestseller-Autorin <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Marie_NDiaye">Marie Ndiaye</a>. Die Autoren in Kamerun schreiben mit großer Direktheit und Energie, für die sie berühmt sind. Ich muss gestehen, dass ich nigerianische Autoren bewundere, etwa den großartigen <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Chinua_Achebe">Chinua Achebe</a>. Ich könnte so viele französche Autoren nennen: <a href="http://www.abdourahmanwaberi.com/?page=bibliographie">Abdourahman A.Waberi</a> aus Djibouti,  Jimi Yuma aus dem Kongo, <a href="http://fr.wikipedia.org/wiki/Patrice_Nganang">Patrice Nganang</a> und <a href="http://www.leonoramiano.com/index.php">Leonora Miano</a> aus Kamerun&#8230; sie sind alle in meinem Blogroll.</p>
<div class="wp-caption alignnone" style="width: 370px"><img src="http://1.bp.blogspot.com/_kl-8Cz-TJDI/S_8I-e6qxPI/AAAAAAAACCc/wLqswkKjDCY/s400/P5220170.JPG" alt="" width="360" height="270" /><p class="wp-caption-text">&quot;Saisons sauvages&quot; von Kettly Mars (Haiti)</p></div>
<p><strong>Mittlerweile gewinnen afrikansiche Autoren regelmäßig französische Literaturpreise, aber die meisten deiner Funde sind völlig unbekannt, unauffindbar in französischen Buchläden.</strong></p>
<p>Schwarze Literatur hat es nicht leicht in Frankreich einen Verlag zu finden, es fehlt aber auch die Leserschaft. Im französischsprachigen Afrika ist es schwierig Bücher zu veröffentlichen, sie sind teuer und kaum zu finden. Aber das Problem ist ein anderes. Wir westlichen Afrikaner können unsere eigene Perspektive aufschreiben und veröfentlichen, aber wir sollten sie auch lesen! Aus irgendeinem Grund haben die Afrikaner ein Problem damit, Bücher über sich selbst zu lesen. Sie suchen anderswo nach Bezügen. Mein Blog bietet den Autoren ein bisschen Öfentlichkeit: Ich habe jeden Monat tausend Besucher, 50% aus den französischen Städten, 30% aus Westafrika.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Manchmal schreibst du in deinem Blog über japanische oder südamerikanische Bücher, aber nie über &#8220;weiße&#8221; französische Literatur.<br />
</strong></p>
<div class="wp-caption alignnone" style="width: 344px"><img src="http://3.bp.blogspot.com/_kl-8Cz-TJDI/S4xdR2ApwdI/AAAAAAAAB7w/B3vdW3DjCrk/s400/P2260043.JPG" alt="" width="334" height="250" /><p class="wp-caption-text">&quot;Le passé devant soi&quot; von Gilbert Gatore</p></div>
<p>Französische Literatur ist zu selbstbezogen. Wir sind nicht lange in dieser Welt. Lasst uns vorankommen! Und weiße franzöische Autoren sind noch immer blind für die wahren Probleme Frankreichs, die leidige Entrechtung der schwarzen und arabischen Jugend in den armen Vororten.</p>
<div class="wp-caption alignnone" style="width: 357px"><img src="http://2.bp.blogspot.com/_kl-8Cz-TJDI/S6AEpGRrS2I/AAAAAAAAB9Q/UlkBvSeTyMc/s400/P2260046.JPG" alt="" width="347" height="260" /><p class="wp-caption-text">&quot;Trois femmes puissantes&quot;, der preisgekrönte Bestseller von der französisch-senegalesischen Autorin Marie Ndiaye</p></div>
<p><strong>Warum hast du dein Blog &#8220;Chez Gangoueus&#8221; genannt?</strong></p>
<p>Ngangoué ist mein zweiter kongolesischer Vorname.  Ich habe einen afrikanischen und einen westlichen kuturellen Hintergrund. Das wollte ich widerspiegeln, und hängte die Sillbe -us an, als Referenz an die lateinische Kultur mit Namen wie Brutus, Octavius oder Britannicus. Gangouéus steht für meine doppelte Identität.</p>
<p><strong>Du machst immer ein Bild von dem Buch das du ließt, meistens in Bus oder Bahn.</strong></p>
<p>Weil ich dort nun einmal lese! Arbeit ist Arbeit, Familie ist Familie. Die Zeit auf dem Weg zu und von meiner Arbeit in Paris wurde zu meiner Lesezeit.</p>
<div class="wp-caption alignnone" style="width: 348px"><img title="&quot;Les phalènes&quot; " src="http://3.bp.blogspot.com/_kl-8Cz-TJDI/S_M1FQKspvI/AAAAAAAACB0/V8FaMwKwt3w/s400/P5040107.JPG" alt="" width="338" height="253" /><p class="wp-caption-text">&quot;Les phalènes&quot; von Tchicaya U Tam&#39;Si</p></div>
<p><strong> </strong><em> </em></p>
<p class='gv-rss-footer'><span class='credit-text'><span class="contributor">Geschrieben von <a href='http://globalvoicesonline.org/author/claire-ulrich/' title='Alle Übersetzungen von Claire Ulrich'>Claire Ulrich</a></span> &middot; <span class="contributor">Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/clemens-harten/' class='url' title='Alle Übersetzungen von Clemens Harten'>Clemens Harten</a></span></span> 
 &middot; <a href='http://globalvoicesonline.org/2010/05/30/francophone-africa-blogging-about-african-literature-in-french-one-book-at-a-time/' title='engl. Originalartikel  [en]'>engl. Originalartikel  [en]</a> &middot; <span class="commentcount"><a href="http://de.globalvoicesonline.org/2010/05/31/franzoisches-afrika-bloggen-uber-afrikanisch-franzosische-literatur/#comments" title="Kommentare">Kommentare (1) </a></span><br />Freigeben: <span class='share-links-text'><a href='http://www.facebook.com/share.php?u=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2010%2F05%2F31%2Ffranzoisches-afrika-bloggen-uber-afrikanisch-franzosische-literatur%2F' id='gv-st_facebook' title='facebook' target="new" ><span class='share-icon-label'>facebook</span></a> &middot; <a href='http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2010%2F05%2F31%2Ffranzoisches-afrika-bloggen-uber-afrikanisch-franzosische-literatur%2F&#038;text=Franz%C3%B6sisches+Afrika%3A+Bloggen+%C3%BCber+afrikanisch-franz%C3%B6sische+Literatur&#038;via=gvdeutsch' id='gv-st_twitter' title='twitter' target="new" ><span class='share-icon-label'>twitter</span></a> &middot; <a href='http://reddit.com/submit?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2010%2F05%2F31%2Ffranzoisches-afrika-bloggen-uber-afrikanisch-franzosische-literatur%2F&#038;title=Franz%C3%B6sisches+Afrika%3A+Bloggen+%C3%BCber+afrikanisch-franz%C3%B6sische+Literatur' id='gv-st_reddit' title='reddit' target="new" ><span class='share-icon-label'>reddit</span></a> &middot; <a href='http://www.stumbleupon.com/submit?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2010%2F05%2F31%2Ffranzoisches-afrika-bloggen-uber-afrikanisch-franzosische-literatur%2F&#038;title=Franz%C3%B6sisches+Afrika%3A+Bloggen+%C3%BCber+afrikanisch-franz%C3%B6sische+Literatur' id='gv-st_stumbleupon' title='StumbleUpon' target="new" ><span class='share-icon-label'>StumbleUpon</span></a> &middot; <a href='http://del.icio.us/post?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2010%2F05%2F31%2Ffranzoisches-afrika-bloggen-uber-afrikanisch-franzosische-literatur%2F&#038;title=Franz%C3%B6sisches+Afrika%3A+Bloggen+%C3%BCber+afrikanisch-franz%C3%B6sische+Literatur' id='gv-st_delicious' title='delicious' target="new" ><span class='share-icon-label'>delicious</span></a> &middot; <a href='http://www.instapaper.com/edit?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2010%2F05%2F31%2Ffranzoisches-afrika-bloggen-uber-afrikanisch-franzosische-literatur%2F&#038;title=Franz%C3%B6sisches+Afrika%3A+Bloggen+%C3%BCber+afrikanisch-franz%C3%B6sische+Literatur' id='gv-st_instapaper' title='Instapaper' target="new" ><span class='share-icon-label'>Instapaper</span></a></span>
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		<title>Spanien: Mexikaner bloggen, damit sie sich wie zu Hause zu fühlen</title>
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		<pubDate>Wed, 05 May 2010 02:31:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans H. Knauf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bürgermedien]]></category>
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		<description><![CDATA[Es gibt viele Lateinamerikaner, die nach Spanien ausgewandert sind, um mehr Möglichkeiten zu haben, die sie in ihrer Heimat nicht finden können. Eine besondere Gruppe lateinamerikanischer Einwanderer sind die Mexikaner. Laut der Webseite Mexicanos en España [es] lebten in 2009 15.593 Mexikaner in Spanien, von denen die größte Gruppe in Madrid... ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt viele Lateinamerikaner, die <a href="http://www.npr.org/templates/story/story.php?storyId=12555928">nach Spanien ausgewandert sind</a>, um mehr Möglichkeiten zu haben, die sie in ihrer Heimat nicht finden können. Eine besondere Gruppe lateinamerikanischer Einwanderer sind die Mexikaner. Laut der Webseite <em>Mexicanos en España [es]</em> lebten in 2009 15.593 Mexikaner in Spanien, von denen die größte Gruppe in Madrid wohnt: ungefähr 4.675 leben in der Hauptstadt. Diese Zahl ist jedoch nur eine grobe Schätzung und viele nehmen an, dass die Zahl wesentlich höher ist.</p>
<p>Die überwiegende Mehrheit der in Spanien lebenden Mexikaner sind Studenten, gezählt wurden 4.919. Die Anderen arbeiten in Spanien oder sind ein Teil von dem, was manche Leute als &#8220;rosa Migration&#8221; bezeichnen. Das sind diejenigen, die sich in eine Spanierin oder einen Spanier verliebt haben.</p>
<p>Viele in Spanien lebende Mexikaner bilden eine Blogging-Gemeinschaft, welche ihnen die Möglichkeit gibt, sich auszudrücken, mit Ihren Lieben in Verbindung zu bleiben und mit anderen Mexikanern, die in der gleichen Region leben, Informationen auszutauschen.</p>
<p>Auf dem Blog <a href="http://depiratasyotrashistorias.blogspot.com/"><em>De Piratas y Otras Historias [es]</em></a> (von Piraten und andere Geschichten) beschreibt die Autorin Elizabeth Hernández Quijano ihr tägliches Leben mit Poesie:</p>
<blockquote><p>Esta blog es libre y hablaré de temas diversos. Tiene enlace a mis otros blogs y a los que comparto. Mis escritos son la unión con la gente que tengo lejos. Es espacio de poesía, de relatos, de literatura; mía y de escritores amigos o que me gusten. Por supuesto esta blog es para compartir amistad. Una bitácora para salir del mundo cotidiano, un diario personal abierto.</p></blockquote>
<div class="translation">Dieser Blog kostet nichts und hier werde ich über verschiedene Themen sprechen. Es gibt einige Links zu meinen anderen Blogs und zu einigen, an denen ich beteiligt bin. Meine Aufzeichnungen sind eine Vereinigung mit meinem Volk, das sehr weit entfernt lebt. Das hier ist ein Platz für Poesie, für Geschichten; von mir und von einigen Freunden oder anderen, die mir gefallen. Natürlich ist dieser Blog auch dazu da, Freundschaften auszutauschen. Es ist eine Aufzeichnung, um von der gewöhnlichen Welt wegzukommen, ein offenes persönliches Tagebuch.</div>
<p>Ein weiterer interessanter Blog ist <a href="http://comomexiconohaydos.blogspot.com/"><em>México Lindo y Querido [es]</em> </a>(Schönes, geliebtes Mexiko), in welchem der Autor verschiedene Aspekte mexikanischer Traditionen beschreibt, die in Spanien und Mexiko gefeiert werden.</p>
<p>Zum Beispiel ist der Día de Muertos oder der Tag der Toten eine mexikanische Feier, wo die Menschen viel Spaß haben und die Erinnerungen an die toten Angehörigen mit vielem Essen, Blumen und Altären wachgehalten werden. Die Mexikaner in Barcelona feiern ihn auf sehr ähnliche Weise wie die Leute in Mexiko, wie in diesem Blog beschrieben wird:</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2010/04/dia.jpg" alt="" width="400" height="275" /><br />
Foto mit Genehmigung von Martha Ines Sanchez Navarro</p>
<p>In dem Blog <a href="http://chidoguey-madrid.blogspot.com/"><em>Chido Guey - Madrid [es]</em></a> wird mexikanisches Design in der Kleidung gezeigt. In dem Blog werden Ausstellungen in Spanien, die sich auf mexikanische Kunst beziehen, angekündigt.</p>
<p>Lluvia Morales ist eine mexikanische Doktorandin in Madrid und Autorin von <a href="http://mysweetlluvia.blogspot.com/"><em>My Sweet Lluvia [es]</em></a> (Mein süßer Regen), einem Blog, in dem sie über ihr tägliches Leben schreibt und <a href="http://mysweetlluvia.blogspot.com/2010/01/obesidad.html">Vergleiche über die Situationen in beiden Ländern</a> anstellt:</p>
<blockquote><p>Aqui en España muchos niños comen en la escuela y cada escuela tiene su nutricionista que se dedica a balancear la comida diaria. Que les encantan la cerveza y las tapas? Si, pero con moderación. Se toman dos o tres copitas y un bocata, no se atascan tres litros o mas de cerveza en una noche y se comen todos los tacos y el pozole que les es posible.</p></blockquote>
<div class="translation">Hier in Spanien gibt es eine Menge Kinder, die in der Schule essen und jede einzelne Schule hat ihren eigenen Ernährungsberater, der für das Ausbalanzieren der täglichen Nahrung verantwortlich ist. Lieben sie Bier und Tapas? Ja, aber in Maßen. Sie (die Spanier) nehmen zwei oder drei Drinks zu sich und eine Baguette, sie trinken nicht jede Nacht zwei oder drei Liter und essen alle Tacos und Pozole, die sie unterbringen können.</div>
<p>Blogs sind zu einem sehr wichtigen Teil der Gesellschaft geworden; sie helfen mit Informationen und halten die Verbindungen mit gewissen Gruppen von Personen aufrecht, oder, wie in diesem Fall, zwischen den Menschen aus einem Land, die in einem anderen leben. Zum Beispiel ist <a href="http://www.mexicanosenespana.com/"><em>Mexicanos en España [es]</em></a> (Mexikaner in Spanien) eine der größten und nützlichsten Online-Gemeinden für ihn Spanien lebende Mexikaner. Neben den Ankündigungen von Veranstaltungen mexikanischer Kultur in Madrid, veröffentlichen sie auch Beschäftigungsmöglichkeiten, zeigen Links zu mexikanischen Medien wie Zeitungen, TV-Shows, Magazinen, usw. und geben sogar Tips über mexikanische Kochrezepte.<br />
In anderen Worten diese Blogs sind Beispiele für die Online-Revolution, welche die in Spanien lebenden Mexikaner in den letzten paar Jahren erlebt haben, denn diese Blogs haben die Macht Menschen zu vereinen, sie zu informieren und ihnen das Gefühl zu geben, zu Hause zu sein, selbst wenn Sie Meilen und Meilen von ihrer geliebten Nation entfernt leben.</p>
<p class='gv-rss-footer'><span class='credit-text'><span class="contributor">Geschrieben von <a href='http://globalvoicesonline.org/author/andrea-arzaba/' title='Alle Übersetzungen von Andrea Arzaba'>Andrea Arzaba</a></span> &middot; <span class="contributor">Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/hansknauf/' class='url' title='Alle Übersetzungen von Hans H. Knauf'>Hans H. Knauf</a></span></span> 
 &middot; <a href='http://globalvoicesonline.org/2010/05/03/spain-mexicans-blogging-to-feel-at-home/' title='engl. Originalartikel  [en]'>engl. Originalartikel  [en]</a> &middot; <span class="commentcount"><a href="http://de.globalvoicesonline.org/2010/05/05/spanien-mexikaner-bloggen-damit-sie-sich-wie-zu-hause-zu-fuhlen/#comments" title="Kommentare">Kommentare (1) </a></span><br />Freigeben: <span class='share-links-text'><a href='http://www.facebook.com/share.php?u=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2010%2F05%2F05%2Fspanien-mexikaner-bloggen-damit-sie-sich-wie-zu-hause-zu-fuhlen%2F' id='gv-st_facebook' title='facebook' target="new" ><span class='share-icon-label'>facebook</span></a> &middot; <a href='http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2010%2F05%2F05%2Fspanien-mexikaner-bloggen-damit-sie-sich-wie-zu-hause-zu-fuhlen%2F&#038;text=Spanien%3A+Mexikaner+bloggen%2C+damit+sie+sich+wie+zu+Hause+zu+f%C3%BChlen&#038;via=gvdeutsch' id='gv-st_twitter' title='twitter' target="new" ><span class='share-icon-label'>twitter</span></a> &middot; <a href='http://reddit.com/submit?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2010%2F05%2F05%2Fspanien-mexikaner-bloggen-damit-sie-sich-wie-zu-hause-zu-fuhlen%2F&#038;title=Spanien%3A+Mexikaner+bloggen%2C+damit+sie+sich+wie+zu+Hause+zu+f%C3%BChlen' id='gv-st_reddit' title='reddit' target="new" ><span class='share-icon-label'>reddit</span></a> &middot; <a href='http://www.stumbleupon.com/submit?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2010%2F05%2F05%2Fspanien-mexikaner-bloggen-damit-sie-sich-wie-zu-hause-zu-fuhlen%2F&#038;title=Spanien%3A+Mexikaner+bloggen%2C+damit+sie+sich+wie+zu+Hause+zu+f%C3%BChlen' id='gv-st_stumbleupon' title='StumbleUpon' target="new" ><span class='share-icon-label'>StumbleUpon</span></a> &middot; <a href='http://del.icio.us/post?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2010%2F05%2F05%2Fspanien-mexikaner-bloggen-damit-sie-sich-wie-zu-hause-zu-fuhlen%2F&#038;title=Spanien%3A+Mexikaner+bloggen%2C+damit+sie+sich+wie+zu+Hause+zu+f%C3%BChlen' id='gv-st_delicious' title='delicious' target="new" ><span class='share-icon-label'>delicious</span></a> &middot; <a href='http://www.instapaper.com/edit?url=http%3A%2F%2Fde.globalvoicesonline.org%2F2010%2F05%2F05%2Fspanien-mexikaner-bloggen-damit-sie-sich-wie-zu-hause-zu-fuhlen%2F&#038;title=Spanien%3A+Mexikaner+bloggen%2C+damit+sie+sich+wie+zu+Hause+zu+f%C3%BChlen' id='gv-st_instapaper' title='Instapaper' target="new" ><span class='share-icon-label'>Instapaper</span></a></span>
</p>]]></content:encoded>
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