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	<title>Global Voices auf Deutsch &#187; Arbeitskräfte</title>
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	<description>Die Welt spricht zu dir. Hörst du ihr zu?</description>
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		<title>Puerto Rico: Der Nationalstreik (update)</title>
		<link>http://de.globalvoicesonline.org/2009/10/16/puerto-rico-der-nationalstreik-update/</link>
		<comments>http://de.globalvoicesonline.org/2009/10/16/puerto-rico-der-nationalstreik-update/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 16 Oct 2009 17:09:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans H. Knauf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelle Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitskräfte]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Am frühen Morgen begannen sich im Zuge des Nationalstreiks, der das Land einen Tag lang lahmlegen sollte, die Zufahrts- und Schnellstraßen von San Juan, der Hauptstadt Puerto Ricos, mit tausende von Menschen. Bürgermedien berichteten über die Entwicklung des Streiks.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<em>Geschrieben von<a href="http://globalvoicesonline.org/author/firuzeh-shokooh-valle/">Firuzeh Shokooh Valle</a>  &middot; Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/hansknauf/'>Hans H. Knauf</a> &middot;  <a href='http://globalvoicesonline.org/2009/10/15/puerto-rico-connected-to-the-national-strike-update/'>engl. Originalartikel</a></em> 
<br /><p>Tausende von Leuten begannen heute früh am Morgen die Haupt- und Zufahrtstraßen der Metropole San Juan, die Hauptstadt Puerto Ricos, zu überfluten, besonders den Finanzdistrikt, als Teil des Nationalstreikes, der das Land für einen Tag lahmlegen soll. Der Streik wurde von der Arbeitsbewegung aufgerufen, um gegen die Entscheidung des Gouverneurs Luis Fortuño zu protestieren, 17.000 Regierungsangestellte zu entlassen (insgesamt wurden ca. 25.000 entlassen), was Teil seines Wirtschaft- und Finanzplanes für das Land ist. Arbeiter und Gewerkschaftsmitglieder, Frauen, Studenten, Lehrer, religiöse Gruppen, politische Organisationen, Umweltschützer und andere Personen aus der Zivilgesellschaft sind dem Aufruf gefolgt und befinden sich auf der Straße, um zu demonstrieren. Die Universitäten, Schulen und viele Büros sind für heute geschlossen.</p>
<p>Eine Gruppe von Leuten hat das Projekt <a href="http://www.cuerpodedocumentacion.com/">Cuerpo de Documentación</a> bei YouTube gegründet, von wo Videos über den Streik von verschiedenen Punkten der Insel aus berichten sollen. Die &#8220;Twittersphäre&#8221; von Puerto Rico ist in den letzten Tagen ebenfalls sehr aktiv gewesen und die Hashtags <a href="http://twitter.com/#search?q=%23ParoPR">#paropr</a> und <a href="http://twitter.com/#search?q=%23twittericans">#twittericans</a> wurden geschaffen, um dem Gedankenaustausch zu folgen. Die Leute von <a href="http://twitter.com/caribnews">@caribnews</a>, <a href="http://twitter.com/qiibo">@qiibo</a>, und <a href="http://twitter.com/microjuris">@microjuris,</a> tweeten, neben vielen anderen Bürger-Reportern, fortlaufend Updates und Neuigkeiten über den Streik mit Links zu Fotos und Videos.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><img title="Protesters in the national strike." src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/10/IMG000081-300x225.jpg" alt="Demonstranten beim Nationalstreik. Foto wurde von einem Teilnehmer an GV gesandt." width="300" height="225" /><p class="wp-caption-text">Demonstranten beim Nationalstreik. Foto wurde von einem Teilnehmer an GV gesandt.</p></div>
<p>Die Demonstranten trafen sich in der nächsten Umgebung der <a href="http://www.plazalasamericas.net/">Plaza Las Américas</a>, des größte Einkaufszentrums in der Karibik, dessen Besitzer, die Familie <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Jaime_Fonalledas">Fonalleda</a>, bedeutende Spender für den Wahlkampf des Gouverneurs waren. Das Einkaufszentrum war für diesen Tag geschlossen. Die Organisatoren der Demonstration und verschiedene Medien <a href="http://www.elnuevodia.com/tomanlascalles-626744.html">haben geschätzt, dass ca. 150.000-200.000 Menschen</a> an dieser massiven Demonstration teilgenommen haben. Der Generalstabschef des Gouverneurs, Marcos Rodríguez Ema, erklärte, der Streik sei erfolglos gewesen, da die Entscheidung über die Entlassung von Angestellten nicht rückgängig gemacht werden wird. Es kam zu keinen größeren Zwischenfällen, es gab jedoch <a href="http://www.primerahora.com/diario/noticia/politica/noticias/tensa_situacion_entre_estudiantes_y_policia_en_el_expreso_las_americas/338061">Spannungsmomente zwischen Studenten und Polizei</a>.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><img title="IMG00010" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/10/IMG000103-300x225.jpg" alt="Foto wurde von einem Teilnehmer an GV gesandt." width="300" height="225" /><p class="wp-caption-text">Foto wurde von einem Teilnehmer an GV gesandt.</p></div>
<p>Zu den Umständen des Nationalstreiks und die Situation in Puerto Rico sehen Sie sich bitte auch die früheren Einträge an: <a href="http://globalvoicesonline.org/2009/10/02/puerto-rico-a-crisis-with-many-names/">&#8220;A Crisis with Many Names&#8221;</a>, <a href="http://globalvoicesonline.org/2009/08/28/puerto-rico-such-is-life/">&#8220;Such is Life&#8221;</a>, <a href="http://globalvoicesonline.org/2009/08/11/puerto-rico-the-battle-over-public-lands/">&#8220;The Battle over Public Lands&#8221;</a>, und <a href="http://de.globalvoicesonline.org/2009/10/14/puerto-rico-bereit-zum-nationalstreik/">&#8220;Bereit zum Nationalstreik&#8221;</a>. Die Mitarbeiter des gemeinnützigen &#8220;Center for the New Economy&#8221; haben ebenfalls regelmäßig ausführliche Analysen über die wirtschaftliche Situation in Puerto Rico <a href="http://cneblog.grupocne.org/">veröffentlicht</a>.</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Brasilien: Kampf gegen moderne Sklaverei</title>
		<link>http://de.globalvoicesonline.org/2009/08/07/brasilien-kampf-gegen-moderne-sklaverei/</link>
		<comments>http://de.globalvoicesonline.org/2009/08/07/brasilien-kampf-gegen-moderne-sklaverei/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 07 Aug 2009 15:11:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tina Seidenberger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitskräfte]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
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		<description><![CDATA[Moderne Sklaverei in den nördlichen und nördöstlichen Staaten Brasiliens ist ein bekanntes Problem. Ist Sklavenarbeit in São Paulo jedoch eine Anomalie? Die Blogosphäre diskutiert und kommt zu dem Schluss: Es gibt noch viel aufzudecken. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<em>Geschrieben von<a href="http://globalvoicesonline.org/author/deborah-goldemberg/">Deborah Goldemberg</a>  &middot; Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/tina-seidenberger/'>Tina Seidenberger</a> &middot;  <a href='http://globalvoicesonline.org/2009/08/04/brazil-fighting-contemporary-slavery/'>engl. Originalartikel</a></em> 
<br /><div class="wp-caption alignright" style="width: 206px"><img title="Zuckerrohrerntehelfer in Brasilien" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/07/3536401084_8871a4c8631-196x300.jpg" alt="Zuckerrohrerntehelfer in Brasilien. Foto: Ricardo Funari" width="196" height="300" /><p class="wp-caption-text">Zuckerrohrerntehelfer in Brasilien. Foto: Ricardo Funari</p></div>
<p>Sklavenarbeit ist in Brasilien ein Relikt aus Zeiten der Sklaverei, vor allem in den nördlichen und nordöstlichen Staaten. Das ist eine allgemein bekannte Tatsache. Als letztes Land der Erde wurde 1888 die Sklaverei abgeschafft, zeitweilige Sklaverei aufgrund von Schulden und Zwangsarbeit gibt es jedoch weiterhin, was regelmäßig durch die Regierung in isolierten Regionen bekämpft wird, in denen das Rechtsystem einer demografischen Herausforderung gegenübersteht.</p>
<p>Jedes Mal wenn es jedoch zu einem dieser Zwischenfälle im Staat São Paulo, besonders im Großraum São Paulo, kommt, erscheint dies auf der Titelseite der großen brasilianischen Zeitungen. Dies geschah letzte Woche, als die Arbeitsaufsicht aus São Paulo zusammen mit der Staatsanwaltschaft für Arbeit in Mogi Guaçu Municipality (SP) 20 Menschen aus der Sklaverei befreite (zwei davon minderjährig, erst 17 Jahre alt). <a href="http://colunistas.ig.com.br/sakamoto/2009/07/27/escola-vira-alojamento-de-escravos-em-sao-paulo/"><em>Sakamoto&#39;s Blog</em></a> [pt], das sich auf Neuigkeiten im Bereich Sklavenarbeit spezialisiert und Partner der mit einem Preis ausgezeichneten Website <a href="http://www.reporterbrasil.com.br/"><em>Reporter Brasil</em></a> [pt] ist, berichtete über den Vorfall und betonte dabei die Ironie, dass jugendliche Sklaven in einer verlassenen Schule des Staats untergebracht waren.</p>
<blockquote><p>OK, isso já aconteceu outras centenas de vezes no Brasil, infelizmente. O absurdo da vez foi que o empregador alojou o pessoal em uma escola pública desativada, com fiação elétrica exposta e esgoto correndo a céu aberto. Mesmo depositando o pessoal nessas condições, disse que cobraria aluguel pela hospedagem.<br />
A prefeitura havia feito um contrato com Pimenta para que ele usasse a casa dos fundos da escola em troca de manutenção do local. A escola Fazenda Graminha foi cedida pelo Estado para o município há nove anos. Agora, o contrato será cancelado e a prefeitura estuda entrar com um processo contra o empregador. O prédio foi lacrado e a secretaria fará um estudo sobre a possibilidade de reativar a escola. Incrível! Discute-se a “possibilidade”…</p></blockquote>
<div class="translation">Ok, das ist in Brasilien leider schon hundertmal passiert. Das Absurde an diesem Fall ist, dass der Arbeitgeber die Sklaven in einer verlassenen Schule untergebracht hatte, in der elektrische Drähte offen herumhingen und es offene, kaputten Abwasserleitungen gab. Trotz des schlechten Zustands, habe er Miete für die Unterbringung verlangt.<br />
Die Stadtverwaltung hatte einen Vertrag zwischen Pimenta und ihm über die Nutzung des Gebäudes hinter der Schule der Gemeinde zustande gebracht. Als Gegenleistung sollte er das Gebäude instand halten. Die Graminha Farm School wurde der Gemeinde vor neun Jahren vom Staat überschrieben. Der Vertrag wird nun gekündigt und die Stadtverwaltung prüft eine Klage gegen den Arbeitgeber. Das Gebäude wurde abgesperrt und das Sekretariat wird eine Studie über eine mögliche Wiedereröffnung der Schule durchführen. Unglaublich! Sie diskutieren immer noch über die „Möglichkeit“…</div>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img title="Einheimische Zuckerrohrerntehelfer in Brasilien" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/07/3542029863_36a3d14e8f-300x195.jpg" alt="Zuckerrohrerntehelfer essen mitten auf der Plantage unter sengender Sonne zu Mittag. Mahlzeiten gibt es ohne Besteck, kein Schutz vor den Elementen. Foto: Ricardo Funari" width="300" height="195" /><p class="wp-caption-text">Zuckerrohrerntehelfer essen mitten auf der Plantage unter sengender Sonne zu Mittag. Mahlzeiten gibt es ohne Besteck, kein Schutz vor den Elementen. Foto: Ricardo Funari</p></div>
<p>Der Fall von Sklavenarbeit in São Paulo erinnert an die in der Vergangenheit geführte Diskussionen des Problems durch den unabhängigen Journalisten und Intellektuellen aus dem Staat Pará, <a href="http://www.lucioflaviopinto.com.br/"><em>Lucio Flávio Costa</em></a>: <a href="http://www.acessa.com/gramsci/?id=820&amp;page=visualizar">Ist Sklavenarbeit eine amazonische Anomalie?</a> [pt]</p>
<blockquote><p>Desde 2003, 192 pessoas foram autuadas pelo Ministério do Trabalho e Emprego por submeter seus empregados a regime de trabalho análogo à escravidão. Mais de dois terços dessas empresas (147) atuam na Amazônia Legal. O campeão nacional do trabalho escravo é o Pará, com quase um quarto de todas as atuações, 52. As duas colocações seguintes nesse nefando ranking são ocupadas por Estados amazônicos: Tocantins (43) e Maranhão (32).<br />
O que leva à concentração dos casos de exploração de mão-de-obra não é uma anomalia amazônica, mas o fato de a região constituir a área de expansão da fronteira econômica do Brasil. Há o pressuposto tácito (ou tático) de que o pioneiro não traz necessariamente consigo a contemporaneidade.</p></blockquote>
<div class="translation">Seit 2003 zeigte das Arbeitsministerium 192 Personen an, die ihre Angestellten unter sklavenähnlichen Zuständen zur Arbeit zwangen. Mehr als zwei Drittel dieser Unternehmen (147) sind in der Region „Amazônia Legal“ tätig. Der landesweite „Champion“ der Sklavenarbeit ist mit fast einem Viertel der Anzeigen (52) der Staat Pará. Die nächsten beiden Plätze dieser berüchtigten Rangliste gehen ebenfalls and Amazonas-Staaten: Tocantins (43) und Maranhão (32).<br />
Was zu der hohen Konzentration an Ausbeutung von Arbeitern führt, ist keine amazonische Anomalie, sondern die Tatsache, dass es sich bei der Region um ein Gebiet der Ausdehnung der wirtschaftlichen Grenze Brasiliens handelt. Es gibt die stillschweigende Annahme, dass ein Pionier nicht notwendigerweise moderne Gewohnheiten mit sich bringt.</div>
<p>Was Lucio Flávio Pinto meint, ist, dass trotz der erhöhten Anzahl Vorfälle in Zusammenhang mit Sklavenarbeit in den Grenzstaaten, aufgrund günstiger Bedingungen (neben geografischen, ihm zufolge auch die Abwesenheit von modernen Gepflogenheiten, moderner Justiz, Bildung etc.), wird sie von Vertretern aus der Wirtschaft, Landwirten und Geschäftsleuten aus allen Teilen Brasiliens genutzt und immer mit Vertretern vor Ort koordiniert. Sozusagen: „die Umstände machen den Dieb“ (ein beliebtes brasilianisches Sprichwort) und durch viele Umstände, die die Ausbeutung von Arbeitern begünstigen, bestätigt sich erneut das brasilianische Erbe der Sklaverei. Außerhalb der Grenzen tragen andere Faktoren zum Auftreten des Phänomens bei, z.B.: schlechter Verwaltungsapparat vor Ort, seltene Kontrollen, schwache Gewerkschaften, Wanderarbeiter, eine verletzlichere und falsch informierte Bevölkerung.</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 208px"><img title="Zuckerrohrerntehelfer in Brasilien" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/07/3542031027_8b9e478032-1-198x300.jpg" alt="Zuckerrohrerntehelfer in der Unterkunft: kein Trinkwasser, keine Betten, kein elektrisches Licht, keine Küche und Toiletten. Foto von Ricardo Funari." width="198" height="300" /><p class="wp-caption-text">Zuckerrohrerntehelfer in der Unterkunft: kein Trinkwasser, keine Betten, kein elektrisches Licht, keine Küche und Toiletten. Foto von Ricardo Funari.</p></div>
<p>Der Fall Mogi-Guaçu ist kein Einzelfall und brazilianische Blogger berichten regelmäßig über Fälle von Sklaverei in São Paulo und das sowohl in ländlichen als auch städtischen Gebieten. Dieses Jahr veröffentlichte das Blog <a href="http://anjoseguerreiros.blogspot.com/2009/07/policia-flagra-trabalho-escravo-e.html"><em>Anjos e Guerreiros</em></a> [pt] einen Artikel über einen unglaublichen Fall von Sklaven- und Kinderarbeit auf einer Zitronenplantage in der Gemeinde Cabreúva, die 70 Kilometer von São Paulo Stadt entfernt liegt.<br />
 </p>
<blockquote><p>Uma denúncia levou a polícia até a fazenda. Um lavrador estava na propriedade há quatro meses e conta que não recebeu nenhum pagamento. Os responsáveis pela contratação devem responder por exploração de trabalho infantil.<br />
- Às vezes o povo dá um pouco de comida. Tem vez que nós não comemos, não almoçamos e nem jantamos.<br />
Os funcionários contaram para os policiais que havia crianças trabalhando na colheita de limão. O Conselho Tutelar foi chamado e flagrou seis menores trabalhando no local. Um deles, um menino de 12 anos.<br />
- Não tem luvas nem tinha equipamento, nem água. Eu ganho R$ 2 reais - diz o menino.<br />
Uma adolescente conta que os patrões pediram para todos fugirem assim que ficaram sabendo que a polícia ia chegar.<br />
- Nós dissemos que não fugiríamos - afirmou</p></blockquote>
<div class="translation">Die Polizei kam wegen einer Beschwerde auf die Plantage. Ein Landarbeiter war vier Monate lang auf dem Anwesen beschäftigt, ohne je seinen Lohn erhalten zu haben. Diejenigen, über die er angestellt worden sei, seien auch für die Ausbeutung von Kindern als Arbeiter verantwortlich.<br />
- Manchmal geben Sie uns eine Kleinigkeit zu essen. Manchmal essen wir garnichts, bekommen kein Mittag- oder Abendessen.<br />
Die Arbeiter erzählten der Polizei, dass Kinder bei der Zitronenernte mitarbeiteten.<br />
Das Conselho Tutelar (Anm. d. Übers.: brasilianisches Jugendamt) wurde gerufen und fand sechs Minderjährige vor, die auf der Plantage arbeiteten. Einer davon war ein 12-jähriger Junge.<br />
- Es gibt keine Handschuhe und keine Ausrüstung, nicht einmal Wasser. Ich verdiene 2 Real, sagte der Junge [ca. 1 $].<br />
Ein Heranwachsender erzählt, dass die Arbeitgeber ihnen auftrug wegzulaufen, sobald sie hörten, dass die Polizei im Anmarsch war.<br />
- Er erklärte: Wir sagten ihnen, wir würden nicht weglaufen.</div>
<p>In São Paulo Stadt, im Herzen des Stadtgebiets, nimmt das Autreten von Sklavenarbeit andere Formen an, auf die das <a href="http://verdefato.blogspot.com/2009/06/trabalho-escravo-urbano-bolivianos.html"><em>Blog Verdefato</em></a> [pt] aufmerksam macht:</p>
<blockquote><p>O trabalho escravo urbano é menor se comparado ao do meio rural. A Polícia Federal, as Delegacias Regionais do Trabalho, o Ministério Público do Trabalho e o Ministério Público Federal já agem sobre o problema. Vale lembrar que a escravidão urbana é de outra natureza, com características próprias…O principal caso de escravidão urbana no Brasil é a dos imigrantes ilegais latino-americanos - com maior incidência para os bolivianos - nas oficinas de costura da região metropolitana de São Paulo. A solução passa pela regularização da situação desses imigrantes e a descriminalização de seu trabalho no Brasil.</p></blockquote>
<div class="translation">Sklavenarbeit in der Stadt ist seltener als auf dem Land. Die Bundespolizei, die regionalen Arbeitsabordnungen, das öffentliche Arbeitsministerium und das öffentliche Bundesministerium gehen bereits gegen das Problem vor. Man darf nicht vergessen, dass Sklaverei in der Stadt anders aussieht, sie weist bestimmte Merkmale auf…der Hauptfall von städtischer Sklaverei in Brasilien bildet der von illegalen lateinamerikanischen Migranten – vor allem Bolivianer – in den Nähstuben im Stadtgebiet von São Paulo. Die Lösung hängt von der Regularisierung dieser Immigranten ab und der Entkriminalisierung ihrer Arbeit in Brasilien.</div>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><img title="Moderne Sklaverei, Amazonas-Regenwald, Brasilien. Tuere-Plantage; Staat: Pará" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/07/3542686688_8808ba583c-300x200.jpg" alt="Ein durch eine Kapuze unkenntlich gemachter Informant, dem die Flucht von dem Anwesen gelungen ist (im Hintergrund) zeigt der Bundespolizei eine Stelle, wo Arbeiter gefangen gehalten werden. Foto: Ricardo Funari" width="300" height="200" /><p class="wp-caption-text">Ein durch eine Kapuze unkenntlich gemachter Informant, dem die Flucht von dem Anwesen gelungen ist (im Hintergrund), zeigt der Bundespolizei eine Stelle, wo Arbeiter gefangen gehalten werden. Foto: Ricardo Funari</p></div>
<p>Dasselbe Blog berichtet über den Fall eines bolivianischen Einwanderers, <a href="http://globalvoicesonline.org/2009/07/18/brazil-amnesty-for-illegal-immigrants-sparks-hope-and-controversy/">einer von vielen, die unter diesen Bedingungen arbeiten</a>:</p>
<blockquote><p>Sentada há mais de 16 horas diante da máquina de costura, a mãe de Ramón tem pressa. Maria Diaz costura uma peça de roupa atrás da outra, intensamente. Ela tem uma agenda para cumprir. Só pára quando precisa comer ou ir ao banheiro. A mãe do pequeno Ramón é uma mulher exausta.</p>
<p>Desde que chegou ao Brasil, em 2003, trabalha do amanhecer até tarde da noite. Não tem carteira assinada, equipamento de proteção, assistência médica. Ela não existe nos registros de imigração. Oficialmente, o governo brasileiro não sabe de sua presença. Tampouco sua saída da Bolívia, em 2003, foi registrada pelo governo daquele país. Maria foi trazida para São Paulo por intermediários conhecidos como “coiotes”, que ganham dinheiro contrabandeando gente de um país para outro. Em São Paulo, pelo menos 100 mil bolivianos estão nessa situação.</p></blockquote>
<div class="translation">Nach mehr als 16 Stunden an der Nähmaschine hat es Ramóns Mutter eilig. Maria Diaz näht ein Stück Stoff nach dem anderen, in intensiver Arbeit. Sie hat ein Akkord-Ziel zu erreichen. Sie hört nur auf, um etwas zu essen oder auf die Toilette zu gehen. Die Mutter des kleinen Ramón ist eine erschöpfte Frau.<br />
Seit Sie im Jahr 2003 nach Brasilien kam, arbeitete sie von früh bis spät. Sie besitzt keine Arbeitserlaubnis, Schutzkleidung oder medizinische Absicherung. Sie existiert nicht im Einwanderungsregister.</div>
<p>Die brasilianische Regierung weiß offiziell nichts von ihrer Anwesenheit. Ihre Ausreise aus Bolivien im Jahr 2003 wurde ebenfalls nicht festgehalten. Maria wurde von Mittelsmännern nach São Paulo gebracht, den so genannten „Koyoten“, die durch Menschenschmuggel über Landesgrenzen Geld verdienen. In São Paulo leben mindestens 100.000 Bolivianer unter diesen Bedinungen.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><img title="Moderne Sklaverei am Amazonas - Ausstellung einer Arbeitserlaubnis" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/07/3535359233_7dd72258b1-300x199.jpg" alt="Ein Mann, der in einem Gebäude gefangen gehalten und dort gefunden wurde, rasiert sich, bevor er für die erste Arbeitserlaubnis seines Lebens fotografiert wird. Foto von Ricardo Funari." width="300" height="199" /><p class="wp-caption-text">Ein Mann, der in einem Gebäude gefangen gehalten und dort gefunden wurde, rasiert sich, bevor er für die erste Arbeitserlaubnis seines Lebens fotografiert wird. Foto von Ricardo Funari.</p></div>
<p>Noch immer in São Paulo, geht es in einem Artikel von Soziologe und Mitglieder der Gemeindeversammlung, Floriano Pesaro, auf dem <a href="http://coisasdesp.blogspot.com/2009/07/nao-ao-trabalho-infantil.html"><em>Blog Coisas de São Paulo</em></a> [pt] um Straßenkinder, die von ihren Eltern zur Arbeit gezwungen werden. Hier geht es um einen doppelten Übergriff: Kinderarbeit und Sklavenarbeit:</p>
<blockquote><p>O trabalho infantil nas ruas, no comércio e até dentro de casa resiste no Brasil urbano e rural. Manifesta-se em suas piores formas, com práticas análogas ao trabalho escravo: exploração sexual comercial, venda e tráfico de crianças para trabalho ou exploração sexual, uso de crianças no comércio de drogas. Estas práticas envolvem atividades criminosas que são ilícitas e que levam crianças e adolescentes à morte. Na cidade de São Paulo, de acordo com pesquisa da FIPE, de 2007, são pouco mais de mil crianças em trabalho infantil somente nas ruas.</p></blockquote>
<div class="translation">Kinderarbeit auf der Straße, in Läden und sogar in Haushalten hält sich hartnäckig im ländlichen und städtischen Brasilien. Sie zeigt sich in ihrer schlimmsten Form, mit Praktiken, die der Sklavenarbeit entsprechen: kommerzielle sexuelle Ausbeutung, Kinderhandel und -verkauf oder sexuelle Ausbeutung und die Ausnutzung von Kindern beim Dealen mit Drogen. Diese Praktiken beinhalten verbotene kriminelle Aktivitäten, die Kinder und Jugendliche in den Tod führen. In der Stadt São Paulo gab es 2007 laut einer FIPE-Studie über 1.000 Kinder, die allein auf der Straße Kinderarbeit nachgingen.</div>
<p>Während ich diesen Artikel für Global Voices Online schrieb, fragte ich mich, ob durch die weltweite Verbreitung solch schlechter Nachrichten nicht das Image Brasiliens im Ausland leiden würde, aber das sehr interessante Blog von <a href="http://edsonrodrigues.wordpress.com/2009/03/27/trabalho-escravo-uma-triste-realidade-no-brasil/"><em>Edson Rodrigues</em></a> [pt], half mir dabei, doch darüber zu berichten. Er stellt eine Liste von 15 Wahrheiten und Lügen über Sklavenarbeit in Brasilien auf. In einem der Punkte geht es um die internationale Verbreitung von praktizierter Sklavenarbeit und deren Schaden für das Land:</p>
<blockquote><p>12) Mentira: A divulgação internacional prejudica o comércio exterior e vai trazer prejuízo ao país. Verdade:<br />
Isso é uma falácia. Não erradicar o trabalho escravo é que prejudica a imagem do Brasil no exterior. As ameaças de restrições comerciais serão levadas a cabo se o país não fizer nada para resolver o problema. Que usamos trabalho escravo, isso é público e notório…A agricultura é fundamental para o desenvolvimento do país. Por isso mesmo, ele deve estar na linha de frente do combate ao trabalho escravo, identificando e isolando os empresários que agem criminalmente. Dessa forma, impede-se que uma atividade econômica inteira venha a ser prejudicada pelo comportamento de alguns poucos.</p></blockquote>
<div class="translation">12) Lüge: Die internationale Verbreitung von Nachrichten schadet dem Handel und dem Land. Wahrheit: Das ist ein Trugschluss. Die Nicht-Ausmerzung von Sklavenarbeit ist, was dem Image Brasiliens im Ausland schadet. Es drohen wirtschaftliche Sanktionen, sollten das Land nicht auf die Lösung des Problems hinarbeiten. Es gibt bei uns Sklavenarbeit, das ist allgemein bekannt… Landwirtschaft ist grundlegend wichtig für die Entwicklung unseres Landes. Aus genau diesem Grund sollte der Kampf gegen Sklaverei ganz oben auf der Liste stehen und kriminelle Geschäftsleute identifiziert und ausgegrenzt werden. So wird garantiert, dass die gesamte wirtschaftliche Aktivität unter dem Verhalten Einzelner leidet.</div>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><img title="Moderne Sklaverei am Amazonas - Ausstellung von Arbeitserlaubnissen im Wald" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/07/3535380017_a328cec61d-300x193.jpg" alt="Ausstellung von Arbeitserlaubnissen im Wald. Foto von Ricardo Funari." width="300" height="193" /><p class="wp-caption-text">Ausstellung von Arbeitserlaubnissen im Wald. Foto von Ricardo Funari.</p></div>
<p>Ich schließe mich seinen Worten an und schließe diesen Artikel mit dem sicheren Gefühl, dass Sklavenarbeit ein pauschalisiertes Relikt aus Zeiten ist, als Sklaverei in Brasilien noch legal war, und dass es eine Anomalie wäre, diese Phänomen nicht offen zu bekämpfen.</p>
<p>—</p>
<p>Die Fotos in diesem Artikel wurden freundlicherweise von dem Fotojournalisten <a href="http://www.flickr.com/photos/28488531@N08/"><em>Ricardo Funari</em></a> aus Rio de Janeiro zur Verfügung gestellt, der an der Produktion und Verbreitung von Bildern arbeitet, die Probleme gesellschaftlicher Ungerechtigkeit im Land dokumentieren und ansprechen. Danach zu urteilen, was ihm im Laufe seiner Arbeit begegnet ist, „bilden Schulden den Hauptmechanismus der Sklaverei in Brasilien - die körperliche Festsetzung von Arbeitern auf Anwesen bis zur Begleichung von Schulden, die oft durch Betrug entstanden sind und durch genau ihre Arbeitsbedingungen hervorgerufen wurden. Arbeiter aus Gebieten, die von einer Rezession oder Dürre betroffen sind, werden so in mündliche Verträge gelockt und danach auf Lastwagen verladen, mit denen sie tausende Kilometer weit transportiert werden, um dort unter gefährlichen Bedingungen zu arbeiten. Bei ihrer Ankunft werden die attraktiven Löhne, die ihnen versprochen wurden, gesenkt und dann ganz gestrichen, um die Kosten für Transport, Nahrungsmittel und sogar Werkzeuge zu decken. Arbeiter erhalten oft kein Bargeld. Die Zeit vergeht und die Schulden der Arbeiter werden größer und größer, so dass sie keine Möglichkeit haben, zu gehen.“ Sein Fotosatz <a href="http://www.flickr.com/photos/28488531@N08/sets/72157618168573569/">„Moderne Sklaverei in Brasilien“</a> ist auf seinem Flickr-Account zu sehen.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><img title="Moderne Sklaverei am Amazonas - Freiheit und Bezahlung" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/07/3536197068_125232e972-300x199.jpg" alt="Ein zahnloser Arbeiter lacht laut, als er eine vollkommen legale Lohnzahlung erhält. Foto von Ricardo Funari." width="300" height="199" /><p class="wp-caption-text">Ein zahnloser Arbeiter lacht laut, als er eine vollkommen legale Lohnzahlung erhält. Foto von Ricardo Funari.</p></div>
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		<title>Überblick globale Rezession: Überlebenstipps und geschäftliche Chancen</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Mar 2009 20:28:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tina Seidenberger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Jeder versucht mit aller Kraft, die weltweite Wirtschaftskrise zu meistern. Blogger bieten ihren Lesern Überlebenstipps. Weltweit passen sich Unternehmen an. Einige profitieren sogar von der Krise. Ich berichte in diesem Artikel über zahlreiche Beispiele von Einzelpersonen und Unternehmen, die ihr Bestes tun, um die Rezession zu bewältigen. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<em>Geschrieben von<a href="http://globalvoicesonline.org/author/mong/">Mong Palatino</a>  &middot; Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/tina-seidenberger/'>Tina Seidenberger</a> &middot;  <a href='http://globalvoicesonline.org/2009/03/27/global-recession-survey-survival-tips-and-business-opportunities/'>engl. Originalartikel</a></em> 
<br /><p>Der <a href="http://globalvoicesonline.org/2009/03/13/global-recession-and-its-discontents/">Abschwung der Weltwirtschaft</a> verbreitet täglich überall Trübsinn und Verzweiflung. Der menschliche Geist lässt sich jedoch nicht so einfach besiegen. Viele versuchen mit aller Kraft, die Krise zu meistern. Blogger bieten ihren Lesern Überlebenstipps. Weltweit passen sich Unternehmen an. Sie übernehmen neue Strategien; einige profitieren sogar von der Krise. Ich möchte in diesem Artikel zahlreiche Beispiele von Einzelpersonen und Unternehmen nennen, die ihr Bestes tun, um die Rezession zu bewältigen.</p>
<p><strong>Überleben in der Rezession</strong></p>
<p>Frank Coelho de Alcantara aus Brasilien glaubt, dass in Krisenzeiten <a href="http://www.depijama.com/trecos/com-criatividade-voce-consegue-inovar-ate-velas/">einige weinen, während andere Taschentücher verkaufen</a>. Er rät allen, mit Innovation durch die Krise zu kommen:</p>
<blockquote><p>Inove. Melhore o que já existe e venda. A crise só existe para os que choram e compram lenços.</p></blockquote>
<div class="translation">Seid innovativ. Verbessert, was es schon gibt und verkauft es den Leuten. Die Krise existiert nur für diejenigen, die weinen und Taschentücher kaufen.</div>
<p>Evandro Sudré, ein anderer brasilianischer Blogger, betont die Notwendigkeit, &#8220;<a href="http://ufnet.blogspot.com/2009/02/7-dicas-pra-encarar-crise.html">einen Speicher für innere Stärke und Ideen</a>&#8221; für harte Zeiten anzulegen:</p>
<blockquote><p>Problemas e adversidades fazem parte da vida diária, mas quando a crise nos atinge, é bom ter alguma reserva de força interior e resolução. De fato ter algum tipo de reserva na mente, da qual possamos formar um plano básico de ação e defesa com a qual possamos lidar com a situação. Você é a pessoa mais qualificada para ajudar nesta situação.</p></blockquote>
<div class="translation">Probleme und Missgeschicke sind Teil unseres täglichen Lebens, wenn uns aber eine Krise trifft, ist es gut, einen Speicher an innerer Stärke und Ideen zu besitzen. Es ist in der Tat von Vorteil, ein Reservoir jeglicher Art im Kopf zu haben, aus dem man einen grundlegenden Schlacht- und Schutzplan formen kann, um mit der Situation umgehen zu können. Du allen bist die beste Person, dir in einer solchen Situationen weiterzuhelfen.</div>
<p>Es gibt aber auch diejenigen, die von Geldproblemen überwältigt werden, so dass die für sie denkbare einzige Lösung der Suizid ist. In Gujarat, Indien, gab es beispielsweise mehr als <a href="http://globalvoicesonline.org/2009/03/21/india-gujarat-diamond-workers-suicide-in-the-face-of-crisis/">70 Suizidfälle</a>, die im Zusammenhang mit Diamantenschleifern, die ihre Arbeit verloren hatten, standen.</p>
<p>Andere haben beschlossen zu kämpfen. Investoren (hauptsächlich in Antigua), die ihr Geld nach der Anklage des US-Milliardärs Allen Stanford wegen Investmentbetrugs verloren hatten, taten sich zusammen und bildeten eine Vereinigung, um ihr Vermögen wiederzuerlangen. Die &#8220;<a href="http://www.stanfordvictimscoalition.com/">Stanford Victims Coalition</a>&#8221; (Vereinigung der Stanford-Opfer) veröffentlichten Folgendes auf ihrer Website:</p>
<blockquote><p>Die Stanford Victims Coalition ist eine internationale Interessenvertretung für die Wiedererlangung von Milliarden von Dollars, die den tausenden unschuldigen Menschen gehören, die vom mutmaßlichen Betrugsfall der Stanford Financial Group und Stanford International Bank in Antigua betroffen sind. Die SVC steht keiner politischen Gruppierung nahe und es gibt keine Mitgliedsbeiträge für Opfer, die sich uns anschließen.</p></blockquote>
<p>In Brunei kritisieren Blogger bankrotte Einzelpersonen, die Überschussbeträge aus <a href="http://globalvoicesonline.org/2009/02/09/brunei-who-deserves-the-undistributed-zakat-funds/">Zakat-Kollekten</a> beziehen wollten. Bei der Zahlung des Zakat, eine der Säulen des Islams, geht es darum, einen Teil seines Reichtums für Bedürftige abzutreten. Zur Überraschung vieler, versuchten Leute in Brunei mit hohen Kreditkartenrechnungen, Krediten für Autos und privaten Darlehen, an Beträge aus dem Zakat heranzukommen.</p>
<p>Die Rezession wirkt sich bei vielen auf die körperliche und geistige Gesundheit aus. In Singapur sind <a href="http://www.uptoyoulor.com/2009/03/economic-recession-leads-to.html">Fitness- und Yoga-Studios überfüllt</a>, da viele die durch die wirtschaftliche Lage verursachten Verspannungen loswerden wollen; und diejenigen, denen betriebsbedingt gekündigt wurde, verbringen nun mehr Zeit mit Sport. <a href="http://globalvoicesonline.org/2008/10/30/recession-hits-singapore/">Singapur</a> war das erste asiatische Land, das letztes Jahr von der Rezession getroffen wurde.</p>
<p><em>Homesickhome</em>, ein Arbeiter in Katar, entdeckte, dass die Finanzkrise eine <a href="http://homesickhome.wordpress.com/2009/03/17/my-own-version-of-financial-crisis/">Lösung bei Shoppingsucht</a> sein kann.</p>
<p><a href="http://capital.bg/show.php?storyid=685129">Kapital</a>, eine in Bulgarien wöchentlich erscheinende Zeitung, fragte seine Leser, auf welche Weise sie von der Krise betroffen seien. Simeon Djankov <a href="http://crisistalk.worldbank.org/2009/03/has-the-crisis-affected-you-how-.html">fasst</a> die Ergebnisse des offenen Formums zusammen.</p>
<blockquote><p>Ich habe die Antworten bis zum heutigen Datum gelesen und einige zu erwartende und nicht zu erwartende Dinge gefunden.</p>
<p>Die Mieten gingen nach oben, da sich nur wenige Hypotheken leisten können; einige kleine Unternehmen sagten, ihre größeren Konkurrenten hätte solche Probleme, dass sie nun bessere Chancen hätten; es wird kein Fernsehen mehr geschaut (weil die Nachrichten so düster sind); kleinere gesellschaftliche Kluft - die Neureichen sind jetzt nur noch neu; mehr Zeit zum Lesen; mehr Interesse am Rest der Welt. Mein persönlicher Favorit: Wirtschaft wird als interessanter empfunden.</p></blockquote>
<p><strong>Anpassung der Unternehmen</strong></p>
<p>Welche Anpassungsmaßnahmen wurden als Antwort auf die Krise vom Unternehmenssektor ergriffen?</p>
<p>Anstatt die Anzahl der Arbeiter zu reduzieren, verkürzen einige Unternehmen auf den Philippinen die <a href="http://www.bworldonline.com/BW030509/content.php?id=002">Arbeitsstunden pro Woche</a>. Wegen niedrigerer Belegung ihrer Gebäude, verringern einige Vermieter in Manila die <a href="http://www.gmanews.tv/story/152275/Office-rentals-to-go-down-until-June-property-consultant-says">Preise für Büroräume</a>. Ein japanisches Unternehmen in Südkorea verwendete seine Ersparnisse und über die Jahre aufgelaufenen Gewinne für die Absicherung seiner Mitarbeiter.</p>
<p>Chefs von Unternehmen in Fiji haben die Regierung erfolgreich dazu gezwungen, die <a href="http://globalvoicesonline.org/2009/02/19/fiji-minimum-wage-increase-postponed/">Anhebung des Mindestlohns zu verschieben</a>, die den Arbeitern des Landes versprochen worden war. Sie warnten vor mehr Entlassungen und Betriebsschließungen durch die Anhebung. Das sind schlechte Nachrichten für die Arbeiter.</p>
<p>Roshni Mahtani, Gründer und Redakteur von <a href="http://sg.theasianparent.com/home.php">www.theasianparent.com</a>, schlägt kleinen Unternehmen folgende <a href="http://sgentrepreneurs.com/commentary/2009/03/09/10-cost-cutting-measures-%E2%80%93-theasianparentcom-way/">Sparmaßnahmen</a> vor:</p>
<blockquote><p>1. Büroräume verkleinern. Monatliche Ersparnis: 1.500 $</p>
<p>2. Umsteigen auf Open Source. Einmalige Einsparung:<br />
4.000 $. Monatliche Einsparung: 100 $<br />
3. Skype! Monatliche Einsparung: zwischen 100 $ und<br />
150 $<br />
4. Praktikanten. Monatliche Einsparung: 500 $<br />
5. Virtuelle Meetings. Monatliche Einsparung: 100 $<br />
6. Größenvorteile. Monatliche Einsparung: 300 $<br />
7. Incentives. Monatliche Einsparung: zwischen 750 $ und 1.000 $ pro Verkaufsmitarbeiter.<br />
8. Partnerschaften. Monatliche Einsparung: 100 $-150 $<br />
9. Rette die Bäume (und Geld). Monatliche Einsparung:<br />
200 $<br />
10. Social-Media-Marketing. Einmalige Einsparung: 2.600 $</p>
<p>Monatliche Einsparungen insgesamt: zwischen 4.500 $ und 5.000 $ pro Monat<br />
Einmalige Einsparungen insgesamt: 6.600 $</p></blockquote>
<p>Michel Monteiro aus Brasilien schreibt über die von der Einzelhandelskette Ponto Frio gestarteten <a href="http://vitrinepop.blogspot.com/2009/02/criatividade-em-tempos-de-crise.html">Aktion</a>: Kunden, die in dem Laden einkaufen, sind nun bis zur Höhe ihrer getätigten Einkäufe kostenlos versichert, sollten sie arbeitslos werden.</p>
<blockquote><p>O interessante é que essa ação tem como enfoque a atual crise economica, e em seu anuncio busca tirar o temor que existe nas pessoas de comprar e não poder pegar, o que gera queda nas vendas. Assim, o consumidor poderá voltar a comprar, e fazer o dinheiro movimentar a economia.</p>
<p>Mais do que uma inteligente proposta de marketing, a ação é um serviço ao país, pois - de forma inteligente -, faz a economia nacional girar capital, e consequentemente manter níveis de venda, empregos, etc.</p></blockquote>
<div class="translation">Das Interessante ist, dass diese Vorgehensweise sich auf die Wirtschaftskrise konzentriert, und diese Werbeanzeige zielt darauf ab, den Leuten die Angst zu nehmen, wenn es darum geht, Dinge zu kaufen und nicht bezahlen zu können, was zu einem Rückgang der Verkaufszahlen führt. So könnten die Konsumenten wieder kaufen, was zu einem Geldumlauf in der Wirtschaft führt.</p>
<p>Die Vorgehensweise ist mehr als eine klevere Marketingidee, sie dient auch dem Land, weil - sehr intelligent - es den Geldumlauf in der nationalen Wirtschaft steigert, und folglich Verkäufe, Jobs etc. auf hohem Niveau hält.</p></div>
<div class="wp-caption alignnone" style="width: 255px"><img title="Russland" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/03/russia.jpg" alt="Russlands " width="245" height="309" /><p class="wp-caption-text">Russlands “Toilettenpapier für die Finanzkrise”. Auf dem Etikett heißt es: Was muss getan werden? Vom Blog Notes on Moscow</p></div>
<p><strong>Chancen für Unternehmen</strong></p>
<p>Es gibt Unternehmen, die auch trotz der Krise Gewinne machen. Einige profitieren sogar von der Krise.</p>
<p>In <a href="http://globalvoicesonline.org/2009/03/10/japan-making-money-thanks-to-the-economic-crisis/">Japan</a> zählen folgende zu den heute profitablen Unternehmen: <a href="http://ueki.biz/414.html">kleine und mittelständische Betriebe</a>, die Teile von Rohstoffen verarbeiten und verkaufen, Fastfood-Ketten, <a href="http://business.nikkeibp.co.jp/article/manage/20090129/184281/?P=1">e-Commerce</a>-Dienstleister, <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Pachinko">Pachinko</a>-Branche (Spielekonsolen).</p>
<p>Chikara Ueki aus Japan lässt uns an einem Gespräch mit einem Unternehmer teilhaben, indem es darum ging, die <a href="http://globalvoicesonline.org/2009/03/10/japan-making-money-thanks-to-the-economic-crisis/">Krise in eine Chance umzuwandeln</a>:</p>
<blockquote><p>１００年に一度と言われている経済危機、考え方を変えると１００年に一度のチャンスかもしれない。不況業種も含め、全ての産業に言えることかもしれません。</p>
<p>ただ、事例の通り何もしなくてもチャンスは生まれるのではなく、コツコツとやってきたご褒美だと思います。</p></blockquote>
<div class="translation">Durch eine Änderung der Perspektive kann diese Krise, die es angeblich nur einmal in hundert Jahren gibt, als Chance gesehen werden, die man nur einmal in hundert Jahren bekommt. Dies gilt für alle Branchen, auch für die, die jetzt in großen Schwierigkeiten stecken.</p>
<p>Wie dieser Fall zeigt, kommt sie jedoch nicht von ungefähr. Sie ist die Belohnung für ständige Anstrengungen über einen langen Zeitraum hinweg.</p></div>
<p>Philippine Airlines fliegt in vielen Ländern häufiger Ziele an, was der Blogger Caswell Whiteside damit <a href="http://caswellwhiteside.wordpress.com/2009/03/19/forgotten-in-the-shuffle/">interpretiert</a>, dass mehr und mehr entlassene philippinische Wanderarbeiter jetzt heimkehren.</p>
<blockquote><p>Seit Kurzem fliegt Philippine Airlines täglich nach Kanada und in die USA, wogegen dies vorher in einigen Fällen nur viermal pro Woche der Fall war und vom Flugziel abhing. PAL hat das öffentlich natürlich mit &#8220;neuem und besserem Service&#8221; hochgespielt, während es in Wirklichkeit darum geht, sich der Anzahl philippinischer Arbeiter anzupassen, die von ihren Arbeitgebern in vielen Ländern der Welt, hauptsächlich in Japan und den USA, entlassen worden waren und nun heimkehren.</p></blockquote>
<p>Teil des <a href="http://nationmultimedia.com/2009/03/19/business/business_30098297.php">thailändischen Anstoßplans</a> ist die Verteilung von Schecks in Höhe von 55 US-Dollar an jeden Geringverdiener. Die Leistungsempfänger können mit den Schecks bei McDonald&#39;s, KFC, Pizza Hut und 18 anderen großen Unternehmen im Land einkaufen. Bei KFC erhalten Leistungsempfänger sogar <a href="http://www.irrawaddy.org/article.php?art_id=15369">20 Hühnchenstücke gratis</a>, wenn sie Ihren Scheck gegen Coupons der Verkaufsstelle eintauschen.</p>
<p><em>Every Woman’s Blog</em> stimmt einem Kondomhersteller zu, der einen <a href="http://www.everywomansblog.com/people-buy-condoms-recessions">Anstieg der Kondomverkaufszahlen</a> in der Rezession beobachtet, da Schwangerschaften vermieden werden sollen.</p>
<blockquote><p>Ich glaube hierin liegt sehr viel Wahrheit und Logik. In schwierigen und ungewissen Zeiten wollen die Menschen unvorbereitet keine weiteren Familienmitglieder, was zu zusätzlichen finanziellen Lasten führt.</p></blockquote>
<p>Douglas Muir erwartet einen <a href="http://fistfulofeuros.net/afoe/economics-and-demography/a-goodbad-time-to-stop-having-babies/">steilen Abfall der Geburtenraten</a> weltweit, vor allem in osteuropäischen Ländern.</p>
<p><strong>Back to Basics</strong></p>
<p>Aufgrund der Rezession lernen einige die grundlegenden Gesetze des Geschäftslebens, wie die Bereitstellung von erstklassigem Service gegenüber den Kunden, zu schätzen. Ein <a href="http://livroseafins.com/2008/05/12/prefeitura-pipoqueiro-pipoca/">brasilianischer Popcorn-Vekäufer</a> hat Beachtung für seine kreative Geschäftsideen gefunden. Er hat bereits viele <a href="http://www.ricardocoelhoconsult.com.br/responsabilidade.php">Vorlesungen zum Thema Unternehmertum</a> gehalten.</p>
<p>Die <a href="http://globalvoicesonline.org/2009/02/22/japan-agriculture-the-latest-trend-among-celebrities/">Landwirtschaft</a> wird unter japanischen Jugendlichen und Prominenten wieder populär und viele Menschen suchen nach einer wirtschaftliche Tätigkeit, die auf stabileren Fundamenten aufbaut als der Finanzsektor. Kamiyama Yasuharu bemerkt, dass der <a href="http://8ada.com/kamiyama/archive/2009/02/post-1.html">Boom der Landwirtschaft</a> heute zu einem interessanten Schlüsselwort in der japanischen Gesellschaft geworden ist.</p>
<p><a href="http://ki-media.blogspot.com/2009/03/cambodia-tries-alternative-products-to.html">Kambodscha</a> unterstreicht sein Vertrauen in die Landwirtschaft, um ein Wachsen der Wirtschaft herbeizuführen. Ein <a href="http://rspas.anu.edu.au/rmap/newmandala/2009/01/28/laos-too-poor-to-get-any-poorer/">laotischer Ökonom</a> glaubt, dass Laos durch den &#8220;landwirtschaftsbasierten, unabhängigen Charakter&#8221; der Wirtschaft des Landes von der globalen Finanzkrise verschont bleiben wird. Der Ökonom fügt hinzu:</p>
<blockquote><p>Menschen in Industriestaaten leben in der Angst vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes, weil sie kein Gemüse anbauen und keine Tiere züchten können wie die Menschen in Laos.</p></blockquote>
<p>In Jamaika haben die Chefs von 21 privatwirtschaftlichen Unternehmen einen Kooperationsvertrag geschlossen, um die Auswirkungen der sich verschlechternden globalen Wirtschaftsbedingungen auszugleichen. Sie haben erneut gelernt, wie viel die Bildung eines <a href="http://www.jamaicaobserver.com/news/html/20090308T200000-0500_147282_OBS_LEADERSHIP_BY_EXAMPLE.asp">&#8220;gesellschaftlichen Partnerschaftsdialogs&#8221;</a> zwischen Regierung, Opposition, Arbeitnehmerschaft, Unternehmen und Zivilbevölkerung wert ist.</p>
<p><em>Das Vorschaubild stammt von der Flickr-Seite von <a href="http://www.flickr.com/photos/suburbanslice/3103078097/in/set-72157611066659335">suburbanslice</a>. Der portugiesische Text wurde von GV-Redakteurin <a href="http://globalvoicesonline.org/author/paulagoes/">Paula</a> übersetzt. Den japanischen Text übersetzte GV-Redakteurin <a href="http://globalvoicesonline.org/author/scilla-alecci/">Scilla</a>.</em></p>
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		<title>Israel: Bauarbeiter aus Gaza</title>
		<link>http://de.globalvoicesonline.org/2009/01/13/israel-bauarbeiter-aus-gaza/</link>
		<comments>http://de.globalvoicesonline.org/2009/01/13/israel-bauarbeiter-aus-gaza/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 13 Jan 2009 11:09:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Zinoun</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es gibt im Moment unzählige Beiträge über den Krieg in Gaza in russisch-sprachigen Blogs, welche das ganze Meinungsspektrum von israelischen und nicht-israelischen Bloggern gleichermaßen repräsentieren. 

Der Text, welcher im Folgenden übersetzt wird, ist jedoch nicht über den derzeitigen Konflikt. Am 8. Januar trat der aus Tel Aviv stammende LJ Benutzer leorer (Leonid Rabin) einen Schritt zurück und schrieb seine Bemerkungen über die sechs Bauarbeiter aus Gaza, mit denen er 1996-97 "seinen ersten Jahren in Israel" in Ashdod für eineinhalb Jahre zusammengearbeitet hatte.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<em>Geschrieben von<a href="http://globalvoicesonline.org/author/neeka/">Veronica Khokhlova</a>  &middot; Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/katrin-zinoun/'>Katrin Zinoun</a> &middot;  <a href='http://globalvoicesonline.org/2009/01/12/israel-construction-workers-from-gaza/'>engl. Originalartikel</a></em> 
<br /><p>Es gibt im Moment unzählige Beiträge über den Krieg in Gaza in russisch-sprachigen Blogs, welche das ganze Meinungsspektrum von israelischen und nicht-israelischen Bloggern gleichermaßen repräsentieren. </p>
<p><a href="http://leorer.livejournal.com/421686.html">Der Text</a>, welcher im Folgenden übersetzt wird, ist jedoch nicht über den derzeitigen Konflikt. Am 8. Januar trat der aus Tel Aviv stammende LJ Benutzer leorer (Leonid Rabin) einen Schritt zurück und schrieb seine Bemerkungen über die sechs Bauarbeiter aus Gaza, mit denen er 1996-97 &#8220;seinen ersten Jahren in Israel&#8221; in <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Ashdod">Ashdod</a> für eineinhalb Jahre zusammengearbeitet hatte.</p>
<blockquote><p>[…]</p>
<p>    All of them are [fathers with many children]. Aged 40 or older. To get an Israeli work permit, a Gazan has to have no fewer than five children (it was considered that in this case he&#39;d be working honestly instead of fooling around). Speaking of the issue of [high] birth rates in Gaza - for some reason, we here tend to forget that we&#39;ve been stimulating these birth rates ourselves, including through measures like this one.</p>
<p>    [The head of the Gazan construction team] has been working in Israel for about 15 years. They say he has built nearly half of [Rishon LeZion]. Two of those [seven men] who were shot by the “Jewish hero” [Ami Popper on May 20, 1990] used to work along with him. He was lucky himself: he got sick that day and didn&#39;t go to work, or else he would have been there, too.</p>
<p>    As a child, he escaped from [Ashkelon] (which was called Majdal then). He said his parents owned a lot of land there and were respected people. Then, of course, there was a refugee camp, but he managed to get ahead there and ended up becoming [head of a construction team].</p>
<p>    The second Gazan “old-timer” was the father of 12 children (that&#39;s more than the rest of them had), nicknamed [Ya-Hmar]. He got this nickname because he owned the best stud donkey in Gaza. Everyone took their female donkeys to him. But the income from that wasn&#39;t enough, so he worked at construction in Israel. While working, he yelled “yalla-yalla” every two minutes, urging everyone on, and his voice could be heard in all the neighboring blocks.</p>
<p>    To my question of whether it was difficult to be raising 12 children, he once replied: “The more of them, the easier. They split into two teams and play football, are busy with each other all the time, don&#39;t bother us.”</p>
<p>    […]</p>
<p>    This whole bunch lived somewhere around [Khan Yunis].</p>
<p>    Now about a typical working day of these [Ivan Denisovichs].</p>
<p>    Its most important feature was the passing of the Erez [machsom] (a checkpoint on the way into Israel). The machsom opened at 4 AM, and closed at 5 or 6 PM. That meant that at 5 AM, one had to be at the machsom, because passing through it took no less than an hour.</p>
<p>    So, they wake up at around 3 AM. At 4 AM, they get into the car of the [team&#39;s head] à la a “big taxi” and ride to machsom. The ride takes no less than an hour, because inside the [Gaza Strip] there are also Israeli checkpoints where they stop you. Near the Erez machsom, they leave their car - they can&#39;t ride into Israel in it. Around 5:30 AM, if they are lucky, they pass through the machsom and get into an Israeli bus. These special route buses were taking Gazans from Erez all the way to Tel Aviv. Their drivers were also Gazans, but only especially trusted. Around 6 AM, the bus passed the “Ad Galom” intersection, the Gazans got out and walked to the construction site.</p>
<p>    They had some three kilometers to walk. Along the way they [took some booty] - snatched clothes hanging out to dry, found women&#39;s footwear somewhere, a few times they dragged children&#39;s bikes to the construction site. To my question about how they managed to get the stolen goods through the machsom into Gaza, they said it was very easy. On the way back, no one was checking them, but it was impossible to bring a screw into Israel, as everyone was searched and undressed almost to the underwear.</p>
<p>    Work began at 7:30 AM, and the Gazans had about an hour and a half to spare before that. Enough to gather whatever had been misplaced in the neighboring blocks as well as to make fire and have breakfast.</p>
<p>    Entry into Gaza closed at 5 PM (and at 1 PM on Fridays), so they had to leave work no later than 3 PM, otherwise they would miss their bus. Those who didn&#39;t get registered on entrance and on exit, in the morning and in the evening, were losing their right to enter Israel. If you missed a bus, take a taxi or whatever, but at 5 PM you have to be in the [Gaza Strip].</p>
<p>    From the Erez machsom they could ride home in the same car. At best, they were home at 6 PM. They ate dinner, prayed, and it was time for bed. Tomorrow, they had to wake up at 3 in the morning.</p>
<p>    By the way, they say some Gazans didn&#39;t go home from Erez but slept right at the machsom on [the Gaza Strip] side, […] on the mattresses. They were saving time and energy this way. But not our guys - they were decent people, had to hug the wife and say hello to children.</p>
<p>    About prayer, by the way. Prayer is sacred. A prayer rug was always with them, if not - any other would do. When the time came, every Gazan prayed regardless of where he was - at the construction site, at the machsom, on the road. The [head of the team] was the most religious.</p>
<p>    In eight hours, a Gazan had [to do as much work] as everyone else did in ten hours, because if he failed to, […] it was more profitable to hire Romanians or any other gastarbeiter, who could work 10 or even 12 hours, could work overtime if necessary, and didn&#39;t have to get registered in the morning and in the evening at the machsom. And indeed, in these eight hours, a Gazan did as much as a Romanian did in 12 hours. All that after the way “there” and before the way “back” described above.</p>
<p>    I and most other non-Gazans would break down after a week of such a schedule, but our Gazans lived like this for decades. Up until the day the [Gaza Strip] was shut down once and for all, and the life of people there grew even worse. […] Having seen all this, I understood even then that it was impossible to defeat these people or break them down. They can either be eliminated, or we can learn to live together with them. There are no other options.
</p></blockquote>
<p>Alle von ihnen sind Väter von vielen Kindern. 40 Jahre oder älter. Um eine israelische Arbeitserlaubnis zu bekommen, darf ein Einwohner von Gaza nicht weniger als fünf Kinder haben (es wurde angenommen, dass er in diesem Fall ehrlich arbeitet, anstatt seine Zeit zu verschwenden). Wenn wir also über die hohen Geburtenraten in Gaza sprechen, neigen wir dazu zu vergessen, dass wir diese Geburtenraten erst angekurbelt haben, zum Beispiel durch Maßnahmen wie diese.</p>
<p>Der Chef des Bauarbeiterteams aus Gaza hat schon seit 15 Jahren in Israel gearbeitet. Sie sagen, dass er fast die Hälfte von <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Rishon_LeZion">Rishon LeZion</a> gebaut hat. Zwei der sieben Männer, die von dem &#8220;jüdischen Helden&#8221; <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Ami_Popper">Ami Popper</a> am 20 Mai 1990 erschossen wurden, haben mit ihm zusammengearbeitet. Er selbst hatte Glück, er war an dem Tag krank und konnte nicht arbeiten gehen, sonst wäre er auch da gewesen.</p>
<p>Als Kind, flüchtete er aus <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Ashkelon">Ashkelon</a> (was damals Majdal hieß). Er sagte, seine Eltern besaßen dort eine Menge Land und waren respektierte Leute. Dann kam natürlich das Flüchtlingslager, aber er hat es geschafft vorwärts zu kommen und wurde schließlich der Chef eines Bauteams.</p>
<p>Der zweite &#8220;old-timer&#8221; aus Gaza war ein Vater von 12 Kindern (das sind mehr als der Rest von ihnen hatte). Sein Spitzname war <a href="http://www.google.com.tr/search?hl=en&#038;client=firefox-a&#038;rls=org.mozilla%3Aen-US%3Aofficial&#038;hs=f73&#038;q=bahebak+ya+hmar&#038;btnG=Search">Ya-Hmar</a>. Er bekam diesen Namen, weil er den besten Zuchtesel in Gaza besaß. Alle kamen mit ihren weiblichen Eseln zu ihm. Aber das Einkommen daraus reichte nicht aus, so dass er auf dem Bau in Israel arbeiten musste. Während er arbeitete, schrie er alle zwei Minuten &#8220;yalla-yalla&#8221;, um alle voranzutreiben, und seine Stimme war in allen benachbarten Gebäuden zu hören.</p>
<p>Auf meine Frage, ob es schwer sei, 12 Kinder aufzuziehen sagte er einmal: &#8220;Je mehr desto leichter. Sie teilen sich in zwei Mannschaften auf und spielen Fußball, so sind sie immer beschäftigt und lassen uns in Ruhe.&#8221;</p>
<p>[&#8230;]</p>
<p>Sie alle lebten irgendwo bei <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Khan_Younis">Khan Yunis</a>.</p>
<p>Nun ein typischer Arbeitstag dieser <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Ivan_Denisovich">Ivan Denisovich</a>s.</p>
<p>Das Wichtigste war das Überqueren des Erez <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Israel_Defense_Forces_checkpoint">Machsom</a> (eines Grenzüberganges auf ihrem Weg nach Israel). Der Machsom öffnete um 4 Uhr morgens und schloss um 5 oder 6 Uhr abends. Das bedeutet, amn musste um 5 Uhr morgens am Machsom sein, denn das Überqueren dauerte mindestens eine Stunde.</p>
<p>Also, standen sie um 3 Uhr auf. Um 4 Uhr fuhren sie im Auto des Team-Chefs, einer Art Großraumtaxi, zum Machsom. Die Fahrt dauert mindestens eine Stunde, denn innerhalb des Gazastreifens gab es auch israelische Checkpoints, wo sie angehalten wurden. In der Nähe des Erez Grenzüberganges, liesen sie ihr Auto stehen - sie durften damit nicht nach Israel fahren. Gegen 5:30 Uhr haben sie, wenn die Glück hatten, den Grenzübergang passiert und stiegen in den israelischen Bus. Diese speziellen Busse brachten die Leute aus Gaza von dem Grenzübergang Erez nach Tel Aviv. Ihre Fahrer waren auch aus Gaza, aber nur vertrauenswürdige. Um 6 Uhr passierte der Bus die &#8220;Ad Galom&#8221; Kreuzung. Die Arbeiter stiegen aus und liefen zur Baustelle.</p>
<p>Sie mussten etwa 3 Kilometer laufen. Auf dem Weg (machten sie Beute) - griffen sich Sachen, die zum Trocknen draußen hingen, fanden irgendwo Frauenschuhe, manchmal schleppten sie ein Kinderfahrrad zur Baustelle. Auf meine Frage, wie sie die gestohlenen Sachen über die Grenze nach Gaza bringen, sagten sie, dass es sehr einfach sei. Auf dem Rückweg werden sie nciht durchsucht, aber ist unmöglich eine Schraube nach Israel zu bringen, da jeder fast bis auf die Unterwäsche ausgezogen und durchsucht wird.</p>
<p>Die Arbeit begann um 7:30 Uhr und die Leute aus Gaza mussten etwa eineinhalb Stunden warten, bevor es losging. Genug Zeit, alles, was in der nachbarschaft verlegt wurde, einzusammeln sowie Feuer zu machen und zu frühstücken.</p>
<p>Der Eingang nach Gaza schloss um 5 Uhr abends (und um 1 Uhr mittags am Freitag), so dass sie nicht später als um drei die Arbeit verlassen mussten, um ihren Bus nicht zu verpassen. Diejenigen, die sich beim Betreten oder Verlassen am Morgen und am Abend nicht registrieren, verlieren ihr Recht, Israel zu betreten. Wenn du den Bus verpasst hast, musst ein Taxi nehmen oder sonst was, aber du musst um 5 Uhr im Gazastreifen sein.</p>
<p>Vom Erez Übergang fuhren sie wieder mit ihrem Auto nach Hause. Frühestens waren sie um 6 Zuhause. Sie aßen Abendessen, beteten und dann war es Zeit fürs Bett. Morgen mussten sie wieder um 3 Uhr morgens aufstehen.</p>
<p>Übrigens fuhren manche gar nicht erst nach Hause, sondern schliefen gleich auf der Gaza-Seite des Grenzüberganges Erez  auf Matratzen. So sparten sie Zeit und Energie. Aber nicht unsere Leute - sie waren anständige Leute, mussten ihre Frau umarmen und den Kindern Hallo sagen.</p>
<p>Noch etwas zum Gebet: Das Gebet ist heilig. Sie hatten immer einen Gebetsteppich dabei. Falls nicht, tat es eben ein anderer. Wenn die Zeit zum Gebet war, betete jeder egal wo er war - auf der Baustelle, am Grenzübergang, auf der Straße. Der Chef des Teams war am religiösesten.</p>
<p>In acht Stunden musste ein Arbeiter aus Gaza genauso viel arbeiten, wie andere Arbeiter in zehn Stunden, denn wenn er das nicht machte, war es profitabler Rumänier oder andere Gastarbeiter einzustellen, die für 10 oder 12 Stunden arbeiten konnten und sich nicht morgens und abends am Grenzübergang registrieren mussten. Und tatsächlich, in diesen acht Stunden, machte ein Arbeiter aus Gaza so viel, wie ein Rumänier in 12 Stunden. Und das alles nach dem Weg &#8220;hin&#8221; und vor dem Weg &#8220;zurück&#8221;, den ich schon beschrieben habe.</p>
<p>Ich und die meisten andern Leute, die nicht aus Gaza stammen, würden nach einer Woche mit einem solchen Programm zusammenbrechen, aber unsere Arbeiter aus Gaza lebten so für Dekaden. Bis zu dem Tag, an dem der Gazastriefen ein für alle mal geschlossen wurde und das Leben der Menschen noch schlimmer wurde [&#8230;] Nachdem ich das alles gesehen habe, verstand ich schon damals, dass es unmöglich war diese Menschen zu besiegen oder zu brechen. Sie können entweder vernichtet werden oder wir können lernen mit ihnen zusammenzuleben. Andere Optionen gibt es nicht. </p>
]]></content:encoded>
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		<title>Japan: Hakenmura, das Dorf der Zeitarbeiter</title>
		<link>http://de.globalvoicesonline.org/2009/01/12/japan-hakenmura-das-dorf-der-zeitarbeiter/</link>
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		<pubDate>Mon, 12 Jan 2009 14:26:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Ruopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeitskräfte]]></category>
		<category><![CDATA[English]]></category>
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		<description><![CDATA[Über 300 Menschen verbrachten die Nächte zwischen Neujahr und dem 5. Januar in einem Zeltlager im Hibiya Park [en] in der Stadtmitte Tokios, genannt 年越し派遣村 [ja] (toshikoshi hakenmura oder wörtlich „Neujahrsdorf für Zeitarbeiter“). Es gibt Schätzungen, nach denen zwischen Oktober vergangenen und März dieses Jahres 85012 Zeitarbeiter gekündigt wurden und noch werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<em>Geschrieben von<a href="http://globalvoicesonline.org/author/scilla-alecci/">Scilla Alecci</a>  &middot; Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/martin-ruopp/'>Martin Ruopp</a> &middot;  <a href='http://globalvoicesonline.org/2009/01/12/japan-hakenmura-the-temp-workers-village/'>engl. Originalartikel</a></em> 
<br /><p>Über 300 Menschen verbrachten die Nächte zwischen Neujahr und dem 5. Januar in einem Zeltlager im <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Hibiya_Park">Hibiya Park</a> [en] in der Stadtmitte Tokios, genannt <a href="http://hakenmura.alt-server.org/">年越し派遣村</a> [ja] (<em>toshikoshi hakenmura</em> oder wörtlich „Neujahrsdorf für Zeitarbeiter“). Die Menschen in Hakenmura waren Zeitarbeiter (派遣社員, <em>haken shain</em>): Japanische Männer und Frauen unterschiedlichsten Alters mit Arbeitserfahrung in verschiedenen Bereichen, denen die Zeitarbeitsverträge in den letzten Monaten gekündigt worden waren (<a href="http://search.japantimes.co.jp/cgi-bin/nn20090106a3.html">es gibt Schätzungen, nach denen zwischen Oktober vergangenen und März dieses Jahres 85012 Zeitarbeiter gekündigt wurden und noch werden</a> [en]), teils <a href="http://www.asahi.com/english/Herald-asahi/TKY200901050300.html">wegen der Weltwirtschaftskrise</a> [en], und teils <a href="http://www.japan-press.co.jp/2580/labor_2.html ">wegen der schlechten Organisation </a> [en] des <a href="http://www.hakenhou.biz/index.html"> Rechtssystems, das für Zeitarbeit gilt</a> [ja].</p>
<p>Die oben genannten Gründe sind die am meisten von den traditionellen japanischen Medien erwähnten. Manche Blogger haben andere hervorgehoben und darauf hingewiesen, dass die hohe Kommission von Unternehmen an die Zeitarbeitsfirmen auch berücksichtigt werden sollte. Zum Beispiel erklärt der Blogger <a href=" http://financial-free-fx.seesaa.net/article/111712944.html ">Idaten Tasuke </a>(韋駄天太助)  [ja] die prekären Bedingungen, auf die sich die Zeitarbeit gründet und betont dabei, dass die japanischen Medien mit Fingern auf das Sozialsystem zeigen, ohne an andere Faktoren zu denken, die grundlegend sind um das Thema der entlassenen Zeitarbeiter zu verstehen:</p>
<blockquote><p>毎日メディアで派遣切りのニュースが報道されています。<br />
切実な問題なのでしっかり報道して欲しいと思うが、自分より若い世代が住む場所も失い路上生活に身を落としてしまうのを見ているのは辛い。<br />
しかしながら、メディアは問題にしっかり切り込んでいるのかと疑問も感じる。</p>
</blockquote>
<div class="translation">Jeden Tag berichten die Medien über die Entlassung von Zeitarbeitern. Da es ein dringendes Problem ist, möchte ich, dass sie ordentlich darüber berichten - es ist schwer, Menschen mit anzusehen, die jünger sind als ich, und ohne Dach über dem Kopf auf das Niveau des Lebens auf der Straße herabsinken. Ich habe aber einige Zweifel, ob die Medien das Problem ernsthaft angehen.</div>
<p>[…]</p>
<blockquote><p>
メディアに違和感を感じるのは派遣契約を解除した企業に批判的だが（それはそれで良いのですけど）、何故に派遣会社の責任を問わないのか？<br />
（私の接した情報が偏っているだけですかね？）<br />
企業は派遣会社と契約しているのであって、派遣社員のAさんとは何の契約もしていない。<br />
Aさんに時給何円払うかを決めるのは派遣会社であり、企業は派遣会社との契約で派遣会社に時間極めの人材派遣費用を払います。
</p>
</blockquote>
<div class="translation">Der Grund für mein ungutes Gefühl den Medien gegenüber ist, dass, obwohl sie sehr kritisch sind gegenüber den Unternehmen, die die Verträge gekündigt haben (wo ich ihrer Meinung bin), ich mich darüber wundere, warum sie nicht auch nach der Verantwortung der Zeitarbeitsfirmen fragen?<br />
(Ist das vielleicht nur der Fall bei den Quellen, die ich untersucht habe?)<br />
Die Unternehmen haben einen Vertrag mit diesen Zeitarbeitsfirmen, aber sie haben keinen Vertrag mit den einzelnen Zeitarbeitern.<br />
Die Zeitarbeitsfirma entscheidet, wieviel Herr A. pro Stunde bezahlt bekommt, und das Unternehmen zahlt der Zeitarbeitsfirma Ausgaben für Personal für die geleistete Arbeitszeit, nach einem Vertrag mit dieser Zeitarbeitsfirma.</div>
<p>[…]</p>
<blockquote><p>
派遣会社はそれだけ取って、何をしてくれたかと言えば、派遣社員を企業に送っただけです。<br />
[…]<br />
派遣会社が何かトレーニングして送ってくれるかと言えば、そんなものはない。<br />
これだけで(?)、派遣社員が企業に派遣されている限り、毎日（寝ていても？）売上が上がるシステムになっています。<br />
企業が派遣社員を切るなと言われれば、じゃあ派遣社員を頼まないよという話になります。<br />
ボロイ商売、いや、収益性の高いビジネスモデルの派遣会社が批判を受けないのは何故なのか？<br />
派遣社員は安いから使っているのではなく（決して安くない）、ストレートに言えばいつでも契約を切れるから使っているのです。
</p>
</blockquote>
<div class="translation">Die Einnahmen der Zeitarbeitsfirmen beschränken sich darauf und um es einfach zu sagen, tatsächlich schicken sie nur Zeitarbeiter zu den Firmen.<br />
[…]<br />
Ohne jegliche vorhergehende Ausbildung oder sonstwas.<br />
Ohne dass sie mehr als das (?) machen, wächst, solange Zeitarbeiter in die Unternehmen geschickt werden, ihr Umsatz von Tag zu Tag (selbst wenn sie schlafen). Das ist das System.<br /> Wenn man den Firmen sagt, sie dürften Zeitarbeiter nicht feuern, dann werden sie einfach keine Zeitarbeiter mehr anfordern.<br />
Warum also wird dieses Bonanza-Geschäft &#8212; eine hochlukratives Geschäftsmodell &#8212; überhaupt nicht kritisiert?<br />
Der Grund ist, weil Zeitarbeiter angestellt werden ist nicht, weil sie billig sind (das sind sie nämlich ganz und gar nicht), sondern, offen gesagt, weil ihr Vertrag jederzeit gekündigt werden kann.</div>
<p>[…]</p>
<blockquote><p>
		景気の良い時は、この奇妙な三角関係(?)はうまく機能します。<br />
		今回の問題は、同時期に大量に契約が解除され、派遣会社が派遣社員に次の派遣先を紹介できないという状況だからです。<br />
		セーフティネットを強く求められべきは、企業側ではなく派遣会社だと思うのですが、私の接したメディアは派遣先企業の社会的責任を問う声ばかりです。
	</p>
</blockquote>
<div class="translation">Solange das Geschäft floriert, funktioniert dieses heikle Dreieck [Unternehmen / Zeitarbeitsfirma / Zeitarbeiter] gut.<br />
Jetzt aber gab es Probleme, weil viele Verträge gleichzeitig gekündigt wurden, und die Zeitarbeitsfirmen diese Arbeitnehmer nicht in andere Firmen entsenden können.<br />
Ich denke, dass wenn es eine große Nachfrage nach einem Sicherheitsnetz gibt, dann muss man das von den Zeitarbeitsfirmen verlangen, nicht von den Unternehmen. Aber die Stimmen, die ich aus den Medien gehört habe, haben nur die soziale Verantwortung der Zeitarbeitsfirmen hinterfragt.</div>
<p>Ähnlich zweifelt auch <a href="http://d.hatena.ne.jp/shino-kichi/20090103/1230992899">Shino Kichi</a> [ja] an der Art der in letzter Zeit aufgekommenen Debatte zum Thema „Zeitarbeiter“ und begründet seine Anmerkungen mit seiner Erfahrung als Zeitarbeiter:</p>
<blockquote><p>
		派遣の問題であまり話題になってるのを見たことがないんですが、派遣会社が取ってる手数料って相当高い気がするんですよ。<br />
		トヨタやキャノンはどうか知りませんが、僕が派遣社員をスタッフとして採用したときは35％～40％くらい取られてました。[…]<br />
		これを低くすることって議論されないんでしょうか。
	</p>
</blockquote>
<div class="translation">Das ist das erste Mal, dass ich das Thema der „Zeitarbeiter“ so in der Diskussion sehe. Ich habe das Gefühl, dass die Kommission für die Zeitarbeitsfirmen ziemlich hoch ist.<br/><br />
Ich weiß nicht Bescheid über die Fälle Toyota oder Canon, aber als ich als Zeitarbeiter angestellt wurde, bekam die Zeitarbeitsfirma 35-40% [des Geldes, das das Unternehmen für die Anstellung eines Zeitarbeiters bezahlt]. [&#8230;] Warum diskutiert man nicht über diese Abzüge [vom Arbeitslohn] ?</div>
<p><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/_BRiSmlB13g&#038;hl=ja&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/_BRiSmlB13g&#038;hl=ja&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object><br />
<small>Die Nacht auf den 1. Januar 2009 in <em>Hakenmura</em> </small></p>
<p>Der Blogger bei <a href="http://minnie111.blog40.fc2.com/blog-entry-1351.html">Canada de Nihongo</a> (カナダで日本語) [ja] nimmt die Berichte über das Leben im Dorf Hakenmura während der Feiertage zum Anlass, die politische Verantwortung all derer zu betonen, die all das geschehen ließen.</p>
<blockquote><p>
予想通り、日比谷公園の「年越し派遣村」には、想定していた人数の倍の３００人の派遣切りされた労働者が集まったそうだ。２００人分の食事しか用意していないということだったので、足りるのかなと不安に思っていたら、やはり、日比谷公園の施設はパンク状態となり、政府は、近くにある厚生労働省の講堂を解放せざるを得なくなったそうだ。</p>
</blockquote>
<div class="translation">Wie erwartet, versammelten sich 300 Menschen, deren Zeitarbeitsverträge gekündigt worden waren, im Hibiya Park zum Neujahrsfest: das waren doppelt soviele wie gedacht. Essen war für 200 Menschen vorbereitet, [die Organisatoren] merkten dass sie nicht genug hatten, und tatsächlich, dass der Platz im Hibiya Park an seine Grenzen geriet, schien die Regierung dazu zu zwingen, eine Versammlungshalle des nahegelegenen Ministeriums für Gesundheit und Arbeit zu öffnen.</div>
<p>[…]</p>
<blockquote><p>
今回も、対応の遅れが目立った政府だが、黙っていたら、厚生労働省が「年越し派遣村」のために講堂を解放するどころか何の対策も取ろうとしなかっただろう。与党の政策の失敗で犠牲になった労働者なのに、派遣切りなんて他人事と思っている政府や与党の下心がよくわかる出来事だった。
</p>
</blockquote>
<div class="translation">Die späte Antwort der Regierung stand in diesem Fall noch aus, aber wenn sie stillgehalten hätte, zweifle ich im Gegenteil daran, dass das Ministerium für Gesundheit und Arbeit wohl irgendwelche Maßnahmen ergriffen hätte. Obwohl die Zeitarbeiter Opfer der desaströsen Politik der Partei an der Macht [der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liberaldemokratische_Partei_(Japan)">Liberaldemokratischen Partei</a>] sind, war es ein gutes Beispiel, das zeigte, wie die regierende Partei insgeheim das „Entlassen von Zeitarbeitern“ als Problem Anderer ansieht.</div>
<p>Im „Neujahrsdorf für Zeitarbeiter“ halfen 200 Freiwillige bei der Organisation der Gemeinschaft, beim Verteilen von Essen an die Flüchtlinge oder dabei, für sie eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden, usw. Einer dieser Freiwilligen hielt diese Tage in einem Tagebuch (mit vielen Bildern) fest unter <a href="http://blog.goo.ne.jp/ktonegaw">Tone Nikki</a> (とね日記) [ja]. <a href="http://blog.goo.ne.jp/ktonegaw/e/641e2fe6b2d615a14947a665d29f55cc">Am 2. Januar</a> [ja] skizzierte er seine persönlichen Eindrücke in Bezug auf die Berichterstattung über das Dorf in den japanischen Medien.</p>
<blockquote><p>今日は民主党の菅直人さんもお見えになり、かなり長い時間を使って村民と直接話をしたり、メディアのインタビューに答えていた。[…] メディアは菅さんや「派遣村の村長」の湯浅さんなど有名人の撮影がメインだ。もっと村民や「委員」、ボランティアの状況をレポートすればよいのにと思った。カメラマンしか来ておらず、レポーターが来ていないからだと僕は思った。</p>
</blockquote>
<div class="translation">
Heute kam <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Naoto_Kan">Herr Naoto Kan</a> von der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Demokratische_Partei_Japans">Minshutô</a> [Demokratischen Partei Japans] [ins Dorf] und er verbrachte dort viele Stunden. Er sprach direkt mit den Flüchtlingen, gab der Presse Interviews, usw. [&#8230;] Das Interesse der Medien war hauptsächlich auf Herrn Kan und Herrn Yuasa (den Chef des Dorfes) und andere Persönlichkeiten gerichtet. Ich meine, dass sie viel mehr über die Flüchtlinge berichten hätten sollen und über die „Mitglieder des Komitees“, sowie über die Arbeit der Freiwilligen. Der Grund dafür war vielleicht, dass nur Kameraleute kamen - es waren keine Reporter anwesend.</div>
<p>Weiter hinten im Tagebucheintrag dieses Tages berichtet der Freiwillige über eine Unterhaltung mit einem jungen Mann, einem Freund von Herrn T. (einen Flüchtling, um den er sich gekümmerte), der ihm die harte Lage der Menschen in Schwierigkeiten erklärte, besonders der der Frauen.</p>
<blockquote><p>
Tさんの知り合いの青年（３０歳くらい？）とも話をした、派遣切りされかけた後、交渉の末に仕事に戻れたそうだが、彼はネットカフェ難民経験者である。彼によると若い女性にも同じ状況の人はたくさんいるそうで、その多くが性風俗産業に流れるか個人営業しているということだ。そしてそういう商売ができない人は明け方のマクドナルドやネットカフェにたくさんいるということだ。そこまでするんだったら親元に戻ったほうがいいのにと僕が言うと、彼は「戻れない人たちばかりなんですよ。ほとんどの女性がいろいろな事情を持っているから。」と教えてくれた。絶句。。。それじゃ逃げ場がない。
</p>
</blockquote>
<div class="translation">Ich sprach auch mit einem jungen Kerl (um die 30?), einem Bekannten von Herrn T. Nachdem er gekündigt wurde, und nach einigem Verhandeln, konnte er wohl seine Arbeit wiederbekommen, aber er erlebte trotzdem was es heißt, ein <a href="http://globalvoicesonline.org/2007/08/30/japan-life-out-of-a-manga-kissa/">Internet-Café-Flüchtling</a> [en] zu sein. Wie Herr T. berichtet, sind viele junge Frauen in derselben Situation; viele von ihnen landen in der Sex-Industrie oder betreiben ihr eigenes Geschäft. Die Frauen, die solch eine Arbeit nicht tun können, verbringen ihre Nächte in McDonalds-Restaurants oder in Internet-Cafés. Und als ich sagte, diese Frauen sollten in ihre Familie zurückkehren, anstatt so ein Leben zu führen, erklärte er mir „Sie sind Menschen, die nicht zurück können. Die meisten haben Angelegenheiten [in ihrem persönlichen Hintergrund, die sie daran hindern zurückzukehren]“ &#8221; Ich wurde ganz still&#8230; In diesem Fall haben sie keinen Ausweg.</div>
<div class="notes">Der Flickr-Benutzer <a href="http://www.flickr.com/photos/cumon/">Photowalker</a> hat viele interessante Fotos von <em>Hakenmura</em> und den Zeitarbeitern auf sein Account hochgeladen.</div>
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		<item>
		<title>Russland: Die Krise und das Aufruhr-Potenzial</title>
		<link>http://de.globalvoicesonline.org/2008/12/23/russland-die-krise-und-das-aufruhr-potenzial/</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Dec 2008 08:30:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Ruopp</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mitte Oktober veröffentlichte Global Voices einen Überblick über die Ansichten englischsprachiger Blogger zur Finanzkrise in Ungarn, Estland, Lettland, Litauen und der Ukraine. Hier kommt eine weitere Folge über die Auswirkungen und zu erwartendenden Folgen der Krise in Russland.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<em>Geschrieben von<a href="http://globalvoicesonline.org/author/neeka/">Veronica Khokhlova</a>  &middot; Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/martin-ruopp/'>Martin Ruopp</a> &middot;  <a href='http://globalvoicesonline.org/2008/12/21/russia-the-crisis-and-the-potential-for-unrest/'>engl. Originalartikel</a></em> 
<br /><p>Mitte Oktober <a href="http://globalvoicesonline.org/2008/10/16/central-eastern-europe-financial-crisis/">veröffentlichte Global Voices</a> [en] einen Überblick über die Ansichten englischsprachiger Blogger zur Finanzkrise in Ungarn, Estland, Lettland, Litauen und der Ukraine. Hier kommt eine weitere Folge über die Auswirkungen und zu erwartendenden Folgen der Krise in Russland.</p>
<p>Edward Hugh von <em>Eastern Europe Economy Watch</em> <a href="http://easterneuropeeconomy.blogspot.com/2008/12/russias-macro-data-starts-to-confirm.html">untersucht die Zahlen und schließt daraus</a>:</p>
<blockquote>
<p><b>Russia&#39;s macro data starts to confirm the severity of the downturn</b></p>
<p>[&#8230;] So the ruble is falling and the reserves are flowing out at a rather fast rate, but this is not producing inflation in Russia - in fact quite the contrary, disinflation is very strong in Russia right now, and indeed if things continue at this rate (especially given the sharp contraction in internal demand) <strong>deflation</strong> and not inflation is going to be the big headache. </p>
<p>[&#8230;]</p>
<p>Unemployment is also rising, as are overdue wages, which were up 93% over the previous month. The unemployment rate rate rose to 6.6 percent in November, which is the highest since April, but still comparatively low by historic standards, although experts suggest we could easily see this number rise towards 10% to 11% in 2009. </p>
<p>[&#8230;]</p>
<p>So an incredible trifecta - a unilateral decision to recognise Georgia&#39;s two separatist regions, a 66 percent fall in oil prices and the worst global financial crisis since the Great Depression - has been whisked up, and has lead to a sharp spike in investor unease such that around $211 billion has been withdrawn from Russia (estimate by analysts at PNB Paribas) since that fateful day in August when the tanks went though roaring through the Roki tunnel. We now await to see just how sharp &#8220;sharp&#8221; means when we are talking about the slowdown in Russian GDP in 2009, although the real questions which must be in everyone&#39;s minds concern the future beyond 2009. If the ruble devaluation produces - as seems likely - a rise in corporate and household defaults on forex loans, just how long will it take Russian consumption and Russia&#39;s banking system to recover from the blow that this will represent? And when oil prices do eventually recover (in 2010?) just what will the Russian central bank and those responsible for economic management have learnt from this most unfortunate &#8220;boom-bust&#8221; episode.</p>
</blockquote>
<div class="translation">
<p><b>Die russischen makroökonomischen Daten fangen an, die Stärke des Abschwung zu bestätigen</b></p>
<p>[&#8230;] Der Rubel fällt also und die Reservern fließen recht schnell [aus dem Land] heraus, aber das erzeugt keine Inflation in Russland - eher im Gegenteil, die Disinflation ist gerade jetzt in Russland sehr stark, und wenn es tatsächlich so schnell weitergeht (insbesondere der starke Rückgang der Binnennachfrage) wird <strong>Deflation</strong> und nicht Inflation das große Kopfweh sein.</p>
<p>[&#8230;]</p>
<p>Die Arbeitslosigkeit nimmt auch zu, ebenso überfällige Lohnzahlungen, die im letzten Monat um 93% zugenommen haben. Die Arbeitslosenrate nahm auf 6,6% im November zu, dies ist der höchste Wert seit April, aber immer noch vergleichbar wenig im Verhältnis zu den historischen Werten, obwohl Experten andeuten, das diese Zahl 2009 leicht auf 10% bis 11% steigen könnte.</p>
<p>[&#8230;]</p>
<p>Ein unglaubliche Dreierwette - eine unilaterale Entscheidung, die zwei von Georgien sich abspaltenden Regionen anzuerkennen, ein Sturz des Ölpreises um 66% und die schlimmste Weltfinanzkrise seit der Weltwirtschaftskrise [der 1920er Jahre] - trifft also zu und führt zu einer scharfen Spitze des Investoren-Unbehagens, so dass ungefähr 211 Milliarden Dollar aus Russland abgezogen wurden (Schätzung von Analysten der PNB Paribas) seit dem schicksalsträchtigen Tag im August, als die Panzer dröhnend durch den Roki-Tunnel fuhren. Wir warten jetzt darauf zu sehen, wie scharf „scharf“ wirklich ist, wenn wir über die Verlangsamung des russischen Bruttoinlandsprodukt 2009 reden, obwohl die wirklichen Fragen, die uns alle interessieren sollten, die Zukunft nach 2009 betreffen. Wenn die Rubelabwertung - wie anzunehmen ist - eine Zunahme der ausbleibenden Rückzahlungen von Devisenkrediten von Firmen und Privathaushalten bedeutet, wie lange braucht es, bis der russische Konsum und das russische Bankensystem sich von diesem Schlag erholen? Und wenn die Ölpreise sich irgendwann einmal erholen (2010?), was wird die russische Zentralbank und die für die Wirtschaft Verantwortlichen von dieser höchst unglücklichen Episode eines „geplatzten Booms“ gelernt haben.</p>
</div>
<p>Edward Lucas von <em>The Economist</em>  <a href="http://edwardlucas.blogspot.com/2008/12/russia-economy.html">schreibt</a>, die russische Wirtschaft sehe „wackelig“ aus:</p>
<blockquote><p>[&#8230;] Russia has been hit by a double blow. One is a collapse in the oil price. Urals crude is trading around $44 a barrel, whereas Russia’s budget had pencilled in an oil price of $70. The other is the credit crunch which means an end to cheap loans for an economy that had become used to a flood of petroroubles.</p>
<p>[&#8230;]</p>
<p>Public discontent is beginning to simmer. The problem is less the tiny self-proclaimed opposition, but spontaneous protests by citizens fed up with incompetent and arbitrary behaviour. A protest by drivers in the Russian far east brought a nervy response from official Kremlin media. [&#8230;]</p>
</blockquote>
<div class="translation">
<p>Russland wurde von einem doppelten Schlag getroffen. Das eine ist ein Zusammenbruch des Ölpreises. Rohöl aus dem Ural wird jetzt für ungefähr 44$ pro Barrel gehandelt, Russlands Staatshaushalt dagegen wurde für einen Ölpreis von 70$ entworfen. Das andere ist ein Wegbrechen der Kredite, was ein Ende der billigen Darlehen bedeutet für eine Wirtschaft, die sich an eine Flut von Petrodollars gewöhnt hatte.</p>
<p>[&#8230;]</p>
<p>Der Unmut der Öffentlichkeit beginnt zu gären. Das Problem ist weniger die winzige selbsternannte Opposition, sondern spontane Proteste von Bürgern, die genug haben von einem inkompetenten und willkürlichen Verhalten. Autofahrer-Protest im fernen Osten Russlands rief eine genervte Antwort der offiziellen Kreml-Medien auf den Plan. [&#8230;]</p>
</div>
<p>Oleg Kozlovsky, einer der Aktivisten der „winzigen selbsternannte Opposition“, wie sie Edward Lucas nennt, <a href="http://olegkozlovsky.wordpress.com/2008/12/19/public-unrest-rises-in-russia/">schreibt</a> über die Krise:</p>
<blockquote><p>[&#8230;] By the way, the <strong>crisis</strong> is already beginning to affect the people. Andrei Illarionov (a prominent Russian economist, former Putin’s advisor on economics) publishes the official figures of industrial recession that he calls “disastrous”. Industrial output fell by 6.7% in November alone, which makes 13% in last five months. This is the worst monthly decrease since the beginning of the devastating World War II. It is even worse than in early 1990s (that are considered to be a synonym for nightmare in modern Russia) or during the 1998 crisis.</p>
<p>The gold rivers are dry for the first time since Vladimir Putin came to power and his government doesn’t seem to be prepared. Salaries and pensions are not paid in time anymore. In some regions elderly people only got half of their pension two weeks later and they don’t know when they receive the rest. The government tries to get more money from the people and raises tariffs, taxes and duties. This begins to cause discontent among the citizens. In Vladivostok, several thousands car drivers blocked all the main roads protesting a significant increase of customs duty for foreign cars. They demanded cancellation of the proposed reform and resignation of Vladimir Putin. Their next protest is scheduled for this Sunday.</p>
</blockquote>
<div class="translation">
<p>[&#8230;] Die <strong>Krise</strong> fängt übrigens schon an, auf die Menschen zu wirken. Andrej Illarionow (ein prominenter russischer Wirtschaftswissenschaftler und früherer Wirtschaftsberater Putins) veröffentlicht die offiziellen Zahlen der Rezession in der Industrie, die er „desaströs“ nennt. Der Umsatz der Industrie ging um 6,7% allein im November zurück, das sind in den letzten fünf Monaten 13%. Das ist der schlimmste monatliche Rückgang seit dem verheerenden zweiten Weltkrieg. Er ist sogar schlimmer als der in den frühen 1990er Jahren (im modernen Russland ein Synonym für Alptraum) oder der in der Krise von 1998.</p>
<p>Die Ströme von Gold sind zum ersten Mal versiegt, seit Wladimir Putin an die Macht kam, und seine Regierung scheint nicht vorbereitet zu sein. Löhne und Renten werden nicht mehr pünktlich gezahlt. In manchen Regionen haben alte Menschen zwei Wochen später nur die halbe Rente und sie wissen nicht, wann sie den Rest bekommen. Die Regierung versucht mehr Geld vom Volk zu bekommen und erhöht Gebühren, Steuern und Zölle. Das fängt an, Unruhe unter den Bürgern verbreiten. In Wladiwostok blockierten einige tausend Autofahrer alle Hauptstraßen um gegen einen deutlichen Anstieg der Zölle für ausländische Autos zu protestieren. Sie verlangten die Aufhebung der Reform und den Rücktritt von Wladimir Putin. Ihr nächster Protest wird diesen Sonntag stattfinden.</p>
</div>
<p><em>Streetwise Professor</em> <a href="http://streetwiseprofessor.com/?p=1143">argumentiert</a>, dass die Abwertung des russischen Rubels zu lange brauche, was schlecht für die Wirtschaft sei und der Grund dafür, dass Russland den „Frosch kocht, indem es die Temperatur langsam höher dreht, anstatt sich die Währung auf einen Kurs hin bewegen zu lassen, der die trüben Fundamentaldaten des Landes widerspiegelt“ sei „aller Wahrscheinlichkeit nach die Innenpolitik“:</p>
<blockquote><p>[&#8230;] <a href="http://uk.reuters.com/article/marketsNewsUS/idUKLG67630320081216?pageNumber=3">The most recent–and most serious–protests occurred in Vladivostok in response to the government’s attempt to protect the imploding domestic car industry (misery loves company) by restricting imports of used cars.</a></p>
<p>As Russia has experienced numerous times in its history–think 1905, 1917, 1991–protests of this sort can snowball. </p>
<p>[&#8230;]</p>
<p>The car tariff decision reeks of desperation in the Kremlin–and the White House (on the Moskva).  An ad hoc response taken in haste to defuse one problem creates another.  Putin has few good options.  With the entire economy imploding, everybody is hurting, and moves to help one sector will only aggravate the suffering in others.  Such clumsy moves will quickly undermine the aura of competence surrounding Putin–an aura created by luck (skyrocketing prices for raw materials and a predictable recovery from an inherited economic disaster) rather than by any real economic policy acumen.  Once this aura disappears, the potential for protests and disenchantment grows.  He has only made the ultimate reckoning worse by his failure to level with the Russian people about the seriousness of the situation.  How will Putin likely respond?  I think we all know (and dread) the answer–the answer implicit in the strengthening of the MVD. [&#8230;]</p>
</blockquote>
<div class="translation">
<p>[&#8230;] <a href="http://uk.reuters.com/article/marketsNewsUS/idUKLG67630320081216?pageNumber=3">Die letzten - und schwerwiegendsten - Proteste fanden in Wladiwostok statt, als Reaktion auf den Versuch der Regierung, die implodierende heimische Autoindustrie (geteiltes Leid) durch Importbeschränkungen bei Gebrauchtwagen zu schützen.</a></p>
<p>Wie Russland es unzählige Male in seiner Geschichte erlebt hat - denken Sie an 1905, 1917, 1991 - können solche Proteste Lawinen auslösen.</p>
<p>[&#8230;]</p>
<p>Der Entscheidung über die Zölle haftet ein Geruch von Verzweiflung im Kreml und im Weißen Haus (an der Moskwa) an. Eine ad-hoc-Antwort zum Entschärfen eines Problem schafft noch eines. Putin hat nur wenige gute Möglichkeiten.Da die ganze Wirtschaft implodiert, tut jedem etwas weh und [Schach-]Züge, die einer Branche helfen, verschlimmern nur die Leiden anderer. Solche unbeholfenen Züge werden schnell die Aura der Kompetenz unterminieren, die Putin umgibt - eine Aura, die mehr vom Glück geschaffen wurde (in den Himmel schnellende Preise für Rohstoffe und eine vorhersagbare Erholung von einer ererbten Wirtschaftskatastrophe), denn von wirklichem wirtschaftspolitischem Scharfsinn. Wenn diese Aura verschwindet, wächst das Potenzial für Proteste und Entzauberung. Unter dem Strich hat er alles noch schlimmer gemacht durch sein Versagen, dem russischen Volk den Ernst der Lage ehrlich darzustellen. Wie wird Putin wohl reagieren? Ich schätze, wir alle wissen (und fürchten) die Antwort - die Anwort, die in der Stärkung des MWD [Innenministeriums] liegt.<br />
[&#8230;]</p>
</div>
<p>In einem weiteren Posten<br />
<a href="http://streetwiseprofessor.com/?p=1154">zitiert <em>Streetwise Professor</em>  einige Medienberichte</a> „die offen das Unruhepotenzial in Russland diskutieren und die wahrscheinliche Antwort der Regierung darauf diskutieren“ - und folgert:</p>
<blockquote><p>[&#8230;] Discontent is rising, albeit slowly, and the authorities are very, very nervous.  What is remarkable is that the full economic impact of the crisis has not been felt.  The layoffs are just beginning. [&#8230;]</p>
</blockquote>
<div class="translation">
<p>[&#8230;] Die Unzufriedenheit wächst, wenn auch langsam, und die Behörden sind sehr, sehr nervös. Bemerkenswert ist, dass die ganzen wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise noch nicht zu spüren sind. Die Entlassungen beginnen gerade erst. [&#8230;]</p>
</div>
<p><em>Sean&#39;s Russia Blog</em> hat mehr Informationen <a href="http://seansrussiablog.org/2008/12/15/russias-far-east-says-no-new-taxes/">zu den Autofahrer-Protesten</a> in Wladiwostok:</p>
<blockquote><p>[&#8230;] While most international reporting has focused on the arrests of some 90 demonstrators at the sparsely attended the Dissenters’ March in Moscow, on the other side of the country thousands of people paralyzed the city of Vladivostok for five hours in a protest against taxes on the purchase of foreign cars.  The <a href="http://www.moscowtimes.ru/articles/detail.php?ID=373168">increase set to take effect</a> on January 11, 2009 will increase the price of an imported car by 10 to 20 percent.</p>
<p>The action pits the Russian government and citizen against each other in the form of a classic tax revolt.  Ironically, the government’s attempt to protect the fledgling Russian auto industry from foreign competition has found its greatest foe among the very people Russia’s economic boom has benefited: those Russians who now have enough disposable income to buy a new car. </p>
<p>[&#8230;]</p>
<p>The protesters can say that their action was a success.  They may have been dismissed by the national television media, but they got the attention of their intended target: local and national leaders. Today, deputies from Primorya voted unanimously to appeal to Medvedev, Putin and the State Duma to reverse the planned tariffs on foreign cars.  The Federal Council has already promised to help the protesters. [&#8230;]</p>
</blockquote>
<div class="translation">
<p>[&#8230;] Während die meiste internationale Berichterstattung sich auf die Verhaftung von gerade mal 90 Demonstranten des dünn besuchten Marschs von Andersdenkenden im Moskau fokussierte, legten am anderen Ende des Landes tausende Menschen die Stadt Wladiwostok für fünf Stunden lahm durch einen Protest gegen Steuern auf den Kauf ausländischer Autos. Die am 11.01.2009 <a href="http://www.moscowtimes.ru/articles/detail.php?ID=373168">in Kraft tretende Erhöhung</a> [en] wird den Preis importierter Autos um 10 bis 20 Prozent erhöhen.</p>
<p>Durch die Aktion stehen die russische Regierung und die Bürger einander gegenüber in Form einer klassischen Steuerrevolte. Ironischerweise hat der Versuch der Regierung die flügge werdende russische Autoindustrie zu schützen seine größten Feinde gerade unter denjenigen, die von Russlands Wirtschaftsboom profitiert haben: den Russen, die jetzt genügend verfügbares Einkommen haben, um ein neues Auto zu kaufen.</p>
<p>[&#8230;]</p>
<p>Die Protestierer können ihre Aktion einen Erfolg nennen. Sie mögen von den landesweiten Medien ignoriert worden sein, aber sie erreichten die Aufmerksamkeit ihrer Zielgruppe: die Politiker auf lokaler und nationalen Ebene. Heute stimmten die Abgeordneten der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Region_Primorje">Region Primorje</a> einstimmig dafür, Medwedjew, Putin und die Staatsduma aufzufordern, die geplanten Zölle auf ausländische Autos zurück zu nehmen. Der Föderationsrat hat schon versprochen, den Protestierern zu helfen. [&#8230;]</p>
</div>
<p><em>IZO</em> <a href="http://www.izo.com/2008/12/many-photos-of-the-14-december-rally-in-vladivostok-to-protest-against-the-raising-of-import-tariffs-on-used-cars-izo-earli.html">verweist</a> auf  <a href="http://matroskin-cat.livejournal.com/80893.html"><br />
Fotos der Demonstration von Wladiwostok</a> [ru] des Livejournal-Benutzers <em>matroskin-cat</em>.</p>
<p><em>Window on Eurasia</em> <a href="http://windowoneurasia.blogspot.com/2008/12/window-on-eurasia-gontmakhers-warning.html">liefert die Übersetzung</a> von einigen der Slogans, die in Wladiwostoks zu sehen waren:</p>
<blockquote><p>[&#8230;] But perhaps more worrisome to the authorities both locally and in Moscow were some of the slogans that the protesters carried. Many cars featured printed signs saying “Separate Moscow from Russia,” and at least a few had posters saying “Give Vladivostok and the Kuriles to Japan” [&#8230;].</p>
</blockquote>
<div class="translation">
<p>[&#8230;] Am meisten Sorgen machten sich die Behörden sowohl vor Ort als auch in Moskau über die Slogans, die die Demonstranten trugen. Viele Autos waren mit gedruckten Schildern wie „trennt Moskau von Russland“ bestückt und immerhin ein paar hatten Posters mit dem Text „Gebt Wladiwostok und die Kurilen den Japanern“.</p>
</div>
<p>Der Blog von RFE/RL&#39;s - <em>The Power Vertical</em> - <a href="http://www.rferl.org/Content/Voices_In_The_Wilderness/1360829.html">schreibt</a> über die Proteste zur Krise in Russland:</p>
<blockquote><p>[&#8230;] But bread-and-butter issues have greater resonance (and not just in Russia, of course). And there are indications that the number of bread-and-butter issues &#8212; inflation, unemployment, utility-rates hikes, officers released from service because of military reform, etc. &#8212; that Russians might become peeved about is on the rise as the economic crisis unfolds.</p>
<p>[&#8230;]</p>
<p>But the Kremlin is sure to recognize the danger of giving in to the demands of this small protest (about 5,000 people in Vladivostok). In a country with mounting social tensions and economic problems, with a stage-managed political system and a tongue-tied media, the last thing the authorities will want to do is send the signal that the &#8220;feedback mechanism&#8221; of mass unrest is a good way of getting a message to Moscow. [&#8230;]</p>
</blockquote>
<div class="translation">
<p>[&#8230;] Aber Brot-und-Butter-Themen haben eine größere Ressonanz (und natürlich nicht nur in Russland). Und es gibt Hinweise darauf, das die Zahl der Brot-und-Butter-Themen — Inflation, Arbeitslosigkeit, Gebührenerhöhungen, entlassene Offiziere wegen der Reform des Militärs, usw. — über die sich die Russen ärgern könnten, zunehmen, wenn die Krise um sich greift.</p>
<p>[&#8230;]</p>
<p>Aber der Kreml wird sicher die Gefahr erkennen, die darin liegt, den Forderungen dieses kleinen Protests nachzugeben (ungefähr 5000 Leute in Wladiwostok). In einem Land mit wachsenden sozialen Spannungen und wirtschaftlichen Problemen, mit einem inszenierten politischen System und sprachlosen Medien, werden die Behörden wohl nicht das Signal senden wollen, dass der „Rückkopplungsmechanismus“ des Massenaufruhrs die richtige Art und Weise sei eine Nachricht nach Moskau zu bekommen. [&#8230;]</p>
</div>
<p><a href="http://www.robertamsterdam.com/2008/12/preemptive_repression.htm">Auf dem Blog von Robert Amsterdam</a> [en] findet sich „eine exklusive Übersetzung von <a href="http://www.rbcdaily.ru/2008/12/17/focus/395138">RBK Daily</a> über die Vorkehrungen der russischen Sicherheitskräfte um Aufständen oder Unruhen wegen der Wirtschaftskrise zu begegnen“</p>
<p>Auf dem Blog von Robert Amsterdam gibt es auch eine Übersetzung eines „kleinen Glossars politisch korrekten journalistischen Vokabulars in Zeiten der Krise“ - <a href="http://www.robertamsterdam.com/2008/12/a_glossary_of_russias_economic_euphemisms.htm">im folgenden ein Ausschnitt</a>:</p>
<blockquote>
<p>&#8220;Crisis&#8221; - ought to write - &#8220;world crisis&#8221;<br />
&#8220;Threat of devaluation&#8221; - financial crisis in the USA<br />
[&#8230;]<br />
&#8220;No job openings&#8221; - the personnel shortage in Russia has been overcome<br />
&#8220;Oil has gotten cheaper by two&#8221; - prices for gasoline have fallen by 0.37%!<br />
[&#8230;]<br />
&#8220;I&#39;ve been laid off&#8221; - I&#39;ve gone freelance<br />
&#8220;Dollar&#8221; - the falling-in-the-long-term American currency
</p>
</blockquote>
<div class="translation">
<p>„Krise“ - bitte schreiben Sie - &#8220;weltweite Krise&#8221;<br />
„drohende Abwertung“ - Finanzkrise in den USA<br />
[&#8230;]<br />
„Keine offenen Stellen“ - die Personalknappheit in Russland ist überwunden worden<br />
„Öl ist halb so teuer“ - die Benzinpreise sind um 0,37% gefallen!<br />
[&#8230;]<br />
„Ich bin entlassen worden“ - Ich bin Freelancer geworden<br />
„Dollar“ - die langfristig fallende amerikanische Währung
</p>
</div>
<p><a href="http://moscownotes.wordpress.com/2008/12/08/russian-apathy/">Dieser Post</a> auf <em>Notes on Moscow</em> zeigt, dass die russischen Medien die oben zitierten Euphemismen wohl tatsächlich auf die eine oder andere Art gebrauchen werden:</p>
<blockquote><p>[&#8230;] The financial crisis here is entirely blamed on America and excesses of the West by the media, where the press is allowed to speak only of a global financial crisis to which Russia has fallen victim, not that Russia has in any way contributed to its economic issues. [&#8230;]</p>
</blockquote>
<div class="translation">
<p>[&#8230;] Die Finanzkrise wird hier vollständig Amerika und den Exzessen des Westens angelastet, und die Presse darf nur von einer globalen Finanzkrise sprechen, der Russland zum Opfer gefallen ist, nicht davon dass Russland auf irgendwelche Art und Weise zu seinen Wirtschaftsproblemen beigetragen habe. [&#8230;]</p>
</div>
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		</item>
		<item>
		<title>China: Landesweiter Lehrerstreik</title>
		<link>http://de.globalvoicesonline.org/2008/12/20/china-landesweiter-lehrerstreik/</link>
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		<pubDate>Sat, 20 Dec 2008 17:54:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ingrid Fischer-Schreiber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitskräfte]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Chinesisch]]></category>
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		<description><![CDATA[Geschrieben vonOiwan Lam  &#183; Übersetzt von Ingrid Fischer-Schreiber &#183;  engl. Originalartikel 
Seit Oktober dieses Jahres streiken Lehrer in Sichuan, Chongqing, in der Inneren Mongolei, in Shaanxi, Hunan, Hubei und Guangdong, um eine Erhöhung ihrer Gehälter zu erreichen.
Nach Berichten lokaler Medien begann die Streikbewegung am 23. September 2008 in der Kreisstadt Pi  (陴县) in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<em>Geschrieben von<a href="http://globalvoicesonline.org/author/oiwan/">Oiwan Lam</a>  &middot; Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/ingrid-fischer-schreiber/'>Ingrid Fischer-Schreiber</a> &middot;  <a href='http://globalvoicesonline.org/2008/12/19/china-nationwide-teachers-strike/'>engl. Originalartikel</a></em> 
<br /><p>Seit Oktober dieses Jahres streiken Lehrer in Sichuan, Chongqing, in der Inneren Mongolei, in Shaanxi, Hunan, Hubei und Guangdong, um eine Erhöhung ihrer Gehälter zu erreichen.</p>
<p>Nach Berichten lokaler Medien begann die Streikbewegung am 23. September 2008 in der Kreisstadt Pi  (陴县) in der Provinz Sichuan, wo Lehrer die Lokalregierung aufforderten, die landesweiten  Gesetze (also auch das Lehrergesetz) zu befolgen und das Gehalt eines Lehrers auf das Niveau  das Gehalts eines Beamten der Lokalregierung anzuheben. Nach einem dreitätigegen Streik gab die Lokalregierung nach und versprach, die Lehrergehälter anzuheben. Angespornt von dieser Erfolgsgeschichte, begannen Lehrer in benachbarten Provinzen ähnliche Aktionen, die jedoch unterbunden wurden. Mitte Oktober breitete sich diese kollektive Aktion auf die Stadt Chongqing aus, wo sich Hunderte Lehrer dem Streik anschlossen. Am 5. November wurde der Streik in Sichuan begelegt, breitete sich allerdings auf andere Provinzen aus.</p>
<p><strong>Eine lange Liste von Streiks</strong></p>
<p><a href="http://blog.zol.com.cn/877/article_876726.html">Zola</a> gibt einen Überblick über die Streikwelle im ganzen Land:</p>
<blockquote><p>2008.12.09湖南省邵阳市大祥区教师罢课<br />
2008.12.09湖南省涟源市2000多教师罢课<br />
2008.12.09河南省洛阳市吉利区中小学教师自发请病假一天<br />
2008.12.09湖南省永州市双牌县教师集体到政府提交请愿书及抗议书<br />
2008.12.09湖北省枝江教师罢课<br />
2008.12.08陕西省汉中市城固县教师罢课<br />
2008.12.05湖南省新邵教师罢课<br />
2008.12.01湖南省邵东县3000教师大罢课<br />
2008.12.01-3湖南省隆回县教师教师大罢课<br />
2008.11.27内蒙古赤峰市宁城县教师罢课<br />
2008.11.26湖北省武汉市汉南区教师罢课<br />
2008.11.24陕西省宁强县数百教师上访<br />
2008.11.24湖北省鄂州市梁子湖区教师罢课<br />
2008.11.20江苏泰州泰兴部分学校罢课。<br />
2008.11.18号四川省泸州市合江县先市中学、大桥学校、佛宝学校等罢课<br />
2008.11.17湖南省娄底市新化县教师大罢课<br />
2008.11.17广西自治区钦州市某幼儿园教师罢课<br />
2008.11.13重庆市永川区退休教师上访<br />
2008.11.13辽宁省葫芦岛市连山区教师罢课<br />
2008.11.12湖南省娄底市娄星区500余名教师上访<br />
2008.11.12湖北省潜江教师大罢课<br />
2008.11.11湖北省潜江周矶中学罢课<br />
2008.11.10重庆市永川区退休教师上访<br />
2008.11.10四川省凉山州会理县罢课<br />
2008.11.10陕西省安塞县教师罢课<br />
2008.11.06湖南省永州市新田县教师大罢课<br />
2008.11.04四川省宜宾市宜宾县教师大罢课<br />
2008.11.03陕西省汉中市西乡县教师大罢课<br />
2008.11.03黑龙江省齐齐哈尔市铁锋区数百教师上访<br />
2008.11.03广东省湛江市东海岛教师罢课<br />
2008.11.01重庆市永川区退休教师上访<br />
2008.11.01重庆市綦江县教师千人签名<br />
2008.10月 四川省成都市武侯区机投中学罢课<br />
2008.10.月份成都市武侯区也有学校罢课<br />
2008.10.XX山东省新泰市青云办事处教师罢课<br />
2008.10.28重庆市江津区部分学校罢课<br />
2008.10.28四川省马边彝族自治县的老师罢课<br />
2008.10.27左右重庆市荣昌县小规模罢课<br />
2008.10.27重庆市万州区部分学校罢课<br />
2008.10.27福建省南平市政和县部分乡镇中学老师罢课<br />
2008.10.24重庆市江津区退休教师上书请愿<br />
2008.10.23重庆市綦江县教师大罢课<br />
2008.10.23重庆市大足县小规模罢课<br />
2008.10.23重庆市璧山县小规模罢课<br />
2008.10.23四川省泸州市江阳区部分学校罢课<br />
2008.10.22重庆市长寿区教师大罢课<br />
2008.10.21旬四川省遂宁市大英县教师罢课<br />
2008.10.21四川省遂宁市安居区决山初中全校罢课<br />
2008.10.17重庆市永川区教师全体大罢课<br />
2008.10.15四川省绵竹大规模教师罢课<br />
2008.10.13四川省什邡大规模教师罢课<br />
2008.10.13四川省华蓥大规模老师罢课<br />
2008.10.09四川省资中县大规模老师罢课<br />
2008.10.09四川省广安区老师罢课<br />
2008.10.08重庆市铜梁县教师“非正常上访事件”<br />
2008.10.07辽宁省大连长兴岛教师罢课<br />
2008.10.06邛崃大规模老师罢课<br />
2008.09.23四川省郫县大规模老师罢课</p>
<div class="translation">2008.12.09 Bezirk Daxiang, Shaoyang, Provinz Hunan (Lehrerstreik)<br />
2008.12.09 Lianyuan, Provinz Hunan (mehr als 2000 Lehrer schließen sich dem Streik an)<br />
2008.12.09 Bezirk Geely, Luoyang, Provinz Henan (Lehrer der Grund- und Sekundarschulen gehen in kollektiven Krankenstand)<br />
2008.12.09 Kreis Shuangpai, Yongzhou, Provinz Hunan (Unterschriftenaktion an die Lokalregierung)<br />
2008.12.09 Zhijian, Provinz Hubei (Lehrerstreik)<br />
2008.12.08 Kreis Chenggu, Hanzhong, Provinz Shaanxi (Lehrerstreik)<br />
2008.12.05 Xinshao, Provinz Hunan (Lehrerstreik)<br />
2008.12.01 Kreis Shaodong, Provinz Hunan (3000 Lehrer streiken)<br />
2008.12.01-3 Kreis Longhui, Provinz Hunan (Lehrerstreik)<br />
2008.11.27 Kreis Ningcheng, Chifeng, Innere Mongolei (Lehrerstreik)<br />
2008.11.26 Bezirk Hannan, Wuhan, Provinz Hubei (Lehrerstreik)<br />
2008.11.24 Kreis Ningqiang, Provinz Shaanxi (Petition mit Unterschriften von Hunderten Lehrern wird den Behörden übergeben)<br />
2008.11.24 Bezirk Liangzi Lake, Ezhou, Provinz Hubei (Lehrerstreik)<br />
2008.11.20 Taixing, Taizhou, Provinz Jiangsu (einige Schulen schließen sich dem Streik an)<br />
2008.11.18 Kreis Hejiang, Luzhou, Provinz Sichuan (einige Schulen schließen sich dem Streik an)<br />
2008.11.17 Kreis Xinhua, Loudi, Provinz Hunan (Lehrerstreik)<br />
2008.11.17 Qinzhou, Autonome Region Guangxi (Streik der KindergärtnerInnen)<br />
2008.11.13 Bezirk Yongchuan, Chongqing (Unterschriftenaktion pensionierter Lehrer)<br />
2008.11.13 Bezirk Lianshan districk, Huludao, Provinz Liaoning (Lehrerstreik)<br />
2008.11.12 Bezirk Louxing district, Loudi, Provinz Hunan (500 Lehrer unterschreiben Petition)<br />
2008.11.12 Qianjian, Provinz Hubei (Lehrerstreik)<br />
2008.11.11 Qianjian, Provinz Hubei (eine Sekundarschule schließt sich dem Streik an)<br />
2008.11.10 Bezirk Yongchuan, Chongqing (Unterschriftenaktion pensionierter Lehrer)<br />
2008.11.10 Kreis Huili, Liangshan, Provinz Sichuan (Lehrerstreik)<br />
2008.11.10 Kreis Ansai, Provinz Shaanxi (Lehrerstreik)<br />
2008.11.06 Kreis Xintian, Yongzhou, Provinz Hunan (Lehrerstreik)<br />
2008.11.04 Kreis Yibin, Yibin, Provinz Sichuan (Lehrerstreik)<br />
2008.11.03 Kreis Xixiang, Hanzhong, Provinz Shaanxi (Lehrerstreik)<br />
2008.11.03 Bezirk Tiefeng, Qiqihar, Provinz Heilongjiang (Hunderte Lehrer unterschreiben Petition)<br />
2008.11.03 Donghai-Insel, Zhangjian, Provinz Guangdong (Lehrerstreik)<br />
2008.11.01 Bezirk Yongchuan, Chongqing, Provinz Sichuan (Unterschriftenaktion pensionierter Lehrer)<br />
2008.11.01 Kreis Qijiang, Chongqing (Tausend Lehrer unterschreiben Petition))<br />
2008.10月 Bezirk Wuhou, Chengdu, Provinz Sichuan (eine Sekundarschule schließt sich dem Streik an)<br />
2008.10 Qingyun, Xintai, Provinz Shandong (Lehrerstreik)<br />
2008.10.28 Bezirk Jianjin, Chongqing (einige Schulen schließen sich dem Streik an)<br />
2008.10.28 Mabian im autonomen Kreis der ethnischen Gruppe der Yi, Provinz Sichuan (Lehrerstreik)<br />
2008.10.27 Kreis Rongchang, Chongqing (Lehrerstreik auf kleiner Basis)<br />
2008.10.27 Bezirk Wanzhou, Chongqing (einige Schulen schließen sich dem Streik an<br />
2008.10.27 Nanping, Provinz Fujian (Lehrerstreik)<br />
2008.10.24 Bezirk Jianjing, Chongqing (Unterschriftenaktion pensionierter Lehrer)<br />
2008.10.23 Bezirk Jianjing, Chongqing (Lehrerstreik)<br />
2008.10.23 Kreis Dazu, Chongqing (Lehrerstreik auf kleiner Basis)<br />
2008.10.23 Kreis Bishan, Chongqing (Lehrerstreik auf kleiner Basis)<br />
2008.10.23 Bezirk Jiangyang, Luzhou, Provinz Sichuan (einige Schulen streiken)<br />
2008.10.22 Bezirk Changshou, Chongqing (Lehrerstreik)<br />
2008.10.21 Suining, Kreis Daying, Provinz Sichuan (Lehrerstreik)<br />
2008.10.21 Bezirk Anji, Suining, Provinz Sichuan (a school joined in)<br />
2008.10.17 Bezirk Yongchuan, Chongqing (Lehrerstreik)<br />
2008.10.15 Mianzhu, Provinz Sichuan (großer Lehrerstreik)<br />
2008.10.13 Shifang, Provinz Sichuan (großer Lehrerstreik)<br />
2008.10.13 Yinghua, Provinz Sichuan (großer Lehrerstreik)<br />
2008.10.09 Kreis Zizhong, Provinz Sichuan(großer Lehrerstreik)<br />
2008.10.09 Guangan, Provinz Sichuan (Lehrerstreik)<br />
2008.10.08 Kreis Tongliang, Chongqin City (Unterschriftenaktion)<br />
2008.10.07 Changxing-Insel Dalian, Provinz Liaoning (Lehrerstreik)<br />
2008.10.06 Kreis Qionglai, Provinz Sichuan (großer Lehrerstreik)<br />
2008.09.23 Kreis Pi, Provinz Sichuan (großer Lehrerstreik)</div>
</blockquote>
<p><strong>Foren und Chatrooms geschlossen, Verbindung unterbrochen</strong></p>
<p>Trotz dieser vielen Streikaktionen findet man nur wenige Informationen in den Mainstream-Medien und im Internet. Nach Berichten von New Tang Dynasty wurden seit dem 15. Dezember Internetforen und QQ-Gruppen von Schülern und Lehrern gezwungen zu schließen. <a href="http://hwq917.blog.163.com/blog/static/308346902008102811839444">hwq917</a> bemerkte, dass der Lehrerstreik bereits im November ein heikles Thema war:</p>
<blockquote><p>这几天，只要在百度里输入“教师罢·课”或者“四川教师罢·课”等关键词进行搜索，你会发现找到的相关网页有十几万条，可是除了在快照里能够窥见部分对教师的不理解、指责甚至漫骂的文字之外，其余的都已鲜见踪迹</p>
<div class="translation">Wenn man in den vergangenen Tagen &#8220;Lehrerstreik&#8221; oder &#8220;Lehrerstreik in Sichuan&#8221; in der Suchmaschine Baidu eingab, erhielt man zwar Millionen von Ergebnissen, aber man kann im Cache nur ein paar Kritiken an den Lehrern finden, andere Meinungen fehlen.</div>
</blockquote>
<p>Während ich diesen Beitrag schreibe und die Suchmaschinen wichtiger Foren und Blog-Hosting-Plattformen nutze, bricht meine Verbindung durch einen Connection Reset ab, sobald ich &#8220;Lehrerstreik&#8221; (罢课) eingebe.</p>
<p><strong>Eine Fallstudie: Eine unabhängige Lehrergewerkschaft, bitte!</strong></p>
<p>Die halbakademischen Beiträge von <a href="http://greatsunrise.blog.sohu.com/106414906.html">Greatsunrise</a> blieben glücklicherweise online und wurden auch in andren Blogs gepostet. Dieser Blogger untersucht die Probleme der Lehrer anhand eines Lehrerstreiks im Bezirk Donghe in der Stadt Baotou in der Inneren Mongolei. Es scheint, als ob Lehrer in ärmeren Gebieten unter größerem Druck stünden:</p>
<blockquote><p>現在的社會發展壓力，導致了教師階層普遍成為一個弱勢群體，尤其是在落後地區，不但因為本身財政上無法增加為教育上的撥款，而且還要挪用教育上的撥款來填 補其他方面財政上的漏洞。東河區的GDP是包頭市區最低的，財政收入最少的。</p>
<div class="translation">Die Belastung durch die gesellschaftlichen Entwicklungen führten dazu, dass die Lehrer ganz allgemein eine schwache soziale Gruppe wurden. Vor allem in unterentwickelten Regionen verfügen die lokalen Regierungen nicht nur nicht über die Mittel, um in Bildung zu investieren, sondern nehmen die für den Bildungssektor bestimmten Gelder, um die Löcher in den lokalen Finanzen zu stopfen. Der Bezirk Donghe verfügt über das niedrigste BNP und die geringsten Einnahmen von ganz Baotou.</div>
</blockquote>
<p>Laut Verfasser dieses Artikels hat die Regierung von Donghe bereits im Jahr 1996 die für den Bildungssektor bestimmten Gelder zum Ausgleichen ihres Defizits benutzt, was zu verspäteten Gehaltsauszahlungen und einer Kürzung der Lehrergehälter führte. Über die jüngste Streikrunde schreibt er:</p>
<blockquote><p>包頭市東河區因拖欠教師工資，不執行國家對教師的工資制度以及強制捐款等問題引發所有學校教師罷課，已從2008年12月10日至11日兩日，但問題仍然沒有得到有效解決。教師罷課仍在持續擴散中。</p>
<div class="translation">Der Lehrerstreik dauerte 2 Tage lang, vom 10. bis zum 11. Dezember 2008. Die Lehrer streikten, weil sie ihr Gehalt mit Verspätung erhielten, das Lohnniveau nicht den nationalen Bestimmungen entspricht und sie zu Spenden gezwungen wurden. Die Probleme konnten nicht gelöst werden, und der Streik breitet sich aus.</div>
<p>.</p></blockquote>
<blockquote><p>該思考的是，如何保障教師本身的權益問題。在國外很多國家都有教師協會和工會類似的組織來謀求教師本身的福利，而在中國大陸，特別是老少邊窮地區，受到各方法制限制，無法形成獨立的組織，而且還要面對政府、學生、家長和社會的壓力。維護教師權益的關鍵，絕非來自於政府的施捨與恩給，而是取決於法律的保障與會員的團結…</p>
<div class="translation">Die Frage ist, wie die Rechte der Lehrer geschützt werden können. Im Ausland gibt es Lehrerverbände und -gewerkschaften, die die Rechte der Lehrer schützen. In China<br />
haben die Lehrer vor allem in armen Gebieten aufgrund verschiedenster Einschränkungen keine unabhängige Organisation. Andererseits stehen sie unter dem Druck der Regierung, der Schüler, der Eltern und der Gesellschaft insgesamt. Der Schlüssel zum Schutz der Lehrerrechte sollte nicht eine wohlwollende Haltung der Regierung sein, sondern auf Gesetzen und der Solidarität der Lehrer beruhen &#8230;</div>
</blockquote>
<blockquote><p>而教師普遍憤怒的是，區委、政府和教育局官員們經常會去以下崗、不續聘、、、諸多方式來威脅教師。面對教師們要求生存權利的呼聲，官員以一種居高臨下的姿態，以蔑視和冷漠示人，這確實是一種讓外界憂心的危險信號。而很多教師也迫於被秋後算賬的問題而不敢尋求福利。</p>
<div class="translation">Der Zorn der Lehrer rührt daher, dass Vertreter der Bezirkskommittees und der Schulbehörden sowie Regierungsfunktionäre ihnen mit Verlust des Arbeitsplatzes, Vertragsauflösung etc. drohen. Angesichts des Rufs der Lehrer nach Daseinsberechtigung legen die Funktionäre eine herablassende, ungerührte Haltung an den Tag - ein gefährliches Signal. Viele Lehrer fürchten Repressalien und wagen es nicht, eine bessere Behandlung zu fordern.</div>
</blockquote>
<p><strong>Die Meinung der Netizen</strong></p>
<p>Da es mir nicht gelang, über lokale Suchmaschinen an Informationen zu kommen, kann ich mich nur auf die Reaktionen auf Berichte in lokalen Mainstream-Medien stützen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie die Menschen dem Lehrerstreik gegenüberstehen. Hier die zwei verbreitetsten Meinungen dazu.<br />
<a href="http://news.163.com/08/1126/08/4RLP18R400011SM9.html">In einem Kommentar</a> zu einem investigativen Bericht über den Lehrerstreik in Sichuan heißt es auf 163.com:</p>
<blockquote><p>河北石家庄网友 2008-11-26 09:07:44<br />
校长贵族化，领导多员化，教师奴隶化，学生祖宗化，人际复杂化，加班日夜化，上班无偿化，检查严厉化，待遇民工化，翻身是神话。</p>
<div class="translation">Aus Hebei, Shijiazhoung 2008-11-26 09:07:44<br />
Die Schuldirektoren sind Aristokraten geworden, es gibt zu viele Vorgesetzte, die Lehrer sind wie Sklaven, die Schüler werden wie Ahnen (oder Chefs) behandelt, die zwischenmenschlichen Beziehungen werden immer komplizierter, man muss Tag und Nacht arbeiten, ohne Entlohnung, die Evaluation ist streng, die Gehälter ähneln denen von Wanderarbeitern. Veränderung ist ein Mythos.</div>
</blockquote>
<blockquote><p>上海卢湾网友 2008-11-26 09:30:59<br />
公务员工资太高,老师不乐意了,这样吧,把公务员工资减少2/3,和老师们接轨,这样老师们就可以工作了,同意的点支持<br />
Von Luwan, Shanghai 2008-11-26 09:30:59</p>
<div class="translation">Das Gehalt von Funktionären im öffentlichen Dienst ist zu hoch, die Lehrer sind nicht erfreut - warum also nicht die Gehälter der Funktionäre um zwei Drittel kürzen und denen der Lehrer angleichen? Dann könnten die Lehrer wieder an die Arbeit gehen. Bitte um Zustimmung.</div>
</blockquote>
]]></content:encoded>
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		<title>China: Streik der Taxifahrer</title>
		<link>http://de.globalvoicesonline.org/2008/11/30/china-streik-der-taxifahrer/</link>
		<comments>http://de.globalvoicesonline.org/2008/11/30/china-streik-der-taxifahrer/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 30 Nov 2008 11:49:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ingrid Fischer-Schreiber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitskräfte]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Chinesisch]]></category>
		<category><![CDATA[English]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Geschrieben vonOiwan Lam  &#183; Übersetzt von Ingrid Fischer-Schreiber &#183;  engl. Originalartikel 
Taxifahrer aus ganz China streiken seit einem Monat. Die ersten Proteste gab es am 3. November in Chongqing, dann breiteten sie sich auf Hainan, Gansu, Yunnan, Shandong, Qingdao, Jinan, Fujian, Shantou, Hubei, Shaanxi usw. aus.
Am 1. Dezember wird es wahrscheinlich in Guangzhou [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<em>Geschrieben von<a href="http://globalvoicesonline.org/author/oiwan/">Oiwan Lam</a>  &middot; Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/ingrid-fischer-schreiber/'>Ingrid Fischer-Schreiber</a> &middot;  <a href='http://globalvoicesonline.org/2008/11/30/china-taxi-driver-strike-union-and-street-democracy/'>engl. Originalartikel</a></em> 
<br /><p>Taxifahrer aus ganz China streiken seit einem Monat. Die ersten Proteste gab es am 3. November in Chongqing, dann breiteten sie sich auf Hainan, Gansu, Yunnan, Shandong, Qingdao, Jinan, Fujian, Shantou, Hubei, Shaanxi usw. aus.</p>
<p>Am 1. Dezember wird es wahrscheinlich in Guangzhou (Kanton) zu einem Streik der Taxifahrer kommen, wo in einem Brief zur Teilnahme aufgerufen wird. <a href="http://www.bullog.cn/blogs/wenyunchao/archives/229257.aspx">Beifeng</a> berichtet über diesen Brief auf seinem Blog; chong postete eine Kopie des Briefs auf<a href="http://www.inmediahk.net/node/1001655"> inmediahk.net</a>:</p>
<blockquote><p>倡議書<br />
全廣州市出租車駕駛員朋友們：<br />
受世界金融風暴影響，廣州出租行業面臨巨大的生存考驗，近段時間出租車司機叫苦連天。現在市面上存在很多異地出租和私家小汽 車同我們正規出租車争食的現象，廣州市政府和交委管理無力，不能給我們一個良好的營運環境。公司承包費用太貴，我們身上的擔子太重了 ，重加上各方面對我們的出租車的欺壓，違章還要停場，這些種種，把我們的司機朋友都快壓跨了。所以，現在倡議全市出租車司機朋友在２００８年１２月１日上午８點３０分到廣園路廣州市交委和東風路廣州市政府聚集，向交委和市委提出我們的要求，希望能得到滿意的答覆。希望各位司機朋友積極參與，為我們這個行業的發展，也為了你個人的利益。</p>
<p>不參加聚集的司機朋友，我也希望你在１２月日不要開車上路營運，因為我們聚集的司機可能有過激行為，會給你帶來不必要損失。</p>
<p>倡議人：<br />
２００８年１１月２７日<br />
（希望收到傳單的司機朋友互相知照，掏幾塊錢複印幾份，再分發出去，致謝！）</p>
<div class="translation">Streikaufruf<br />
An alle Taxifahrer in Guangzhou City<br />
Aufgrund der globalen Finanzkrise befindet sich die Taxiindustrie in Guangzhou in einer das Überleben bedrohenden Krise. Jüngst litten Taxifahrer durch die unlautere Konkurrenz seitens (privater) Taxis aus anderen Provinzen. Die Behörden von Guangzhou und das Transportkommittee sind jedoch nicht in der Lage, die Situation zu kontrollieren und unser Geschäftsumfeld zu verbessern. Die Pachtkosten der Taxiunternehmen sind zu hoch, unsere Last zu schwer. Wir werden durch viele Auflagen eingeschränkt, jedes Zuwiderhandeln bedeutet den Entzug unserer Lizenz. Deswegen laden wir alle Taxifahrerkollegen und Freunde ein, sich am 1. Dezember um 8 Uhr 30 beim Transportkommittee der Stadt Guangzhou in der Guangyuan Road und bei der Stadtregierung in der Dongfeng Road zu versammeln. Wir werden unsere Petition der Stadtregierung und dem Kommittee überreichen und erwarten eine zufriedenstellende Antwort. Wir hoffen, dass alle Taxifahrerkollegen und Freunde in ihrem eigenen Interesse und dem aller Kollegen daran teilnehmen werden.<br />
Wenn Sie nicht an der Aktion teilnehmen wollen, dann wünsche ich mir, dass Sie an diesem Tag nicht Taxi fahren, denn manche der Taxifahrer werden zu radikalen Mitteln greifen und können dabei auch Schaden verursachen.</p>
<p>Initiator der Kampagne:<br />
(Name verborgen)<br />
27. November 2008<br />
(Jene, die diesen Aufruf erhalten haben, mögen ihn bitte unter Taxifahrerkollegen verbreiten. Bitte spendet ein paar Yuan für Fotokopien und verteilt ihn! Danke!)</p>
</div>
</blockquote>
<p><strong>Landesweite Taxistreiks</strong></p>
<p>Bereits am 23. November gab es einen Zusammenstoß zwischen einem Taxifahrer und einem Privatauto, der dazu führte, dass eine wichtige Schnellstraße von mehr als hundert Taxis blockiert wurde. Diese Episode stand in Zusammenhang mit einem landesweiten Streik der Taxifahrer. <a href="http://blog.tianya.cn/blogger/post_show.asp?idWriter=0&amp;Key=0&amp;BlogID=1811551&amp;PostID=15885360">Xin Lijian</a> listet die Streiks seit Anfang November auf:</p>
<blockquote><p>11月3日 重庆市出租车司机举行全城大罢工<br />
11月8日 湖北荆州数百出租车因加气难停运<br />
11月10日 三亚出租车因租金过高等问题罢运<br />
11月10日 甘肃永登上百辆出租集体罢运<br />
11月19日 重庆永川出租车停运<br />
11月20日 广东汕头出租车停运<br />
11月24日 陕西周至县100多辆出租车停运</p>
<div class="translation">3. November - Streik in Chongqing<br />
8. November - Hubei / Jinzhou: ein paar hundert Taxis streiken, weil die Schlangen bei den Tankstellen zu lang sind<br />
10. November - Streik in Sanya wegen der hohen Pachtgebühren<br />
10. November - Gansu / Yongdeng: mehr als hundert Taxifahrer streiken<br />
19. November - Streik in Chongqing / Yongchuan<br />
20. November - Streik in Guangdong / Shantou<br />
24. November - Provinz Shaanxi / Zhouzhi: mehr als hundert Taxis streiken</div>
</blockquote>
<p><strong>Ruf nach einer Taxifahrergewerkschaft</strong></p>
<p>Der Blogger betont auch, dass das eigentliche Problem in der Ausbeutung der Fahrer durch die Taxiunternehmer liegt:</p>
<blockquote><p>中国的出租车行业的准入机制早已为这一系列的事情埋下了隐患。出租车本身可以做为私人经营的行业，通过行政审批的过程，最后 变成出租车公司来“代理出租车经营业务”，这样就为公司剥削司机提供了先天条件。而这一衍生的“出租车公司”，一直拥着垄断利润的最高层；而出租车司机俨然成为这个垄断利益链的最底层。出租车司机除要交纳一定的公司费用之外，还要承担市场的风险，如油价、客源、交通处罚、车辆损耗等。还有个人的基本保障问题，合法权益问题。这个问题长期以来存在的矛盾，最终得到集体性的暴发，也是意料之中的事情。</p>
<div class="translation">In China kämpft das Zulassungsverfahren für Taxis schon lange mit Problemen. Theoretisch kann ein Taxi über ein Zulassungsverfahren als Einzelunternehmen angemeldet werden. Allerdings haben die Taxiunternehmen sich als &#8220;Repräsentanten&#8221; der Taxiindustrie etabliert. Ein derartiges Arrangement öffnet Unternehmen, die die Taxifahrer ausbeuten, Tür und Tor. Diese &#8220;Taxiunternehmen&#8221; nutzen ihre Monopolstellung und sind äußerst profitabel, während die Taxifahrer selbst ganz unten in dieser Interessenskette stehen. Abgesehen davon, dass sie das Taxi pachten müssen, müssen sie auch das Marktrisiko tragen, z. B. Benzinpreis, Konkurrenz, Erhaltungskosten, Strafen etc. Dazu kommen noch die Fragen des Schutzes und der Rechte der Taxifahrer, also alles Probleme, die schon lange bestehen, daher ist der kollektive Ausbruch auch nicht unerwartet.</div>
</blockquote>
<p>Um mit diesen Problemen fertig zu werden, schlug die Chinesische Gewerkschaftsvereinigung vor, dass sich Taxifahrer zu einer Gewerkschaft zusammenschließen sollten, um mit den Taxibetreibern zu verhandeln. Allerdings weist <a href="http://blog.tianya.cn/blogger/post_show.asp?idWriter=0&amp;Key=0&amp;BlogID=1880213&amp;PostID=15806779">lakeside guest house</a> darauf hin, dass eine wirksame Gewerkschaft direkt von den Taxifahrern gewählt werden sollte, damit diese Probleme auch wirklich gelöst werden können:</p>
<blockquote><p>如果我们想切实地保障工人们的权益，那么，最有效的办法是支持工人们通过民主选举，建立属于自己的、拥有公信力的自治组织，如此，工人们与政府、企业之间才有可能进行更为平等、直接、尖锐的谈判、交涉，并达到最后的妥协，从而以和平的方式解决相应的问题。</p>
<div class="translation">Wenn wir wirklich die Rechte der Arbeiter schützen wollen, dann wäre der effizienteste Weg, mittels demokratischer Wahlen eine eigene glaubwürdige und selbst verwaltete Organisation zu schaffen. Nur so kann es zu direkteren und faireren Beziehungen zwischen Arbeitern, Regierung und Unternehmen kommen und auf friedlichem Weg ein Konsens erzielt werden.</div>
</blockquote>
<p><strong>Straßendemokratie</strong></p>
<p>Kollektive Verhandlungen sind natürlich eine Form demokratischer Praxis, allerdings zitiert <a href="http://www.bullog.cn/blogs/wenyunchao/archives/227181.aspx">Beifeng Meldungen aus Zeitungen aus Singapur, </a>die herausstreichen, dass auch der Streik der Taxifahrer als eine Form von Straßendemokratie anerkannt werden sollte:</p>
<blockquote><p>如何面对群体性事件频繁发生的状况，特别是面对以往贴了负面标签的“街头民主”行动，政府需要有适应事件与学习处理的过程。《联合早报》的评论认为：“从政府层面而言，如何摆脱对街头民主的固有观念，鼓励和帮助公民社会的发展，将是一个新的课题，也是一个必经的政治转型过程。”评论乐观地估计：“这次出租车罢工事件以及政府的处理方法可以说是一个转折点。它表明街头民主在中国也可以是一种民意表达的渠道，同样可以通过对话和协商的形式得到和平解决。”</p>
<div class="translation">Wie ist diese Reihe von kollektive Aktionen einzuschätzen, vor allem wenn man bedenkt, dass der &#8220;Straßendemokratie&#8221; in China ein negatives Image anhaftet? Die Regierung muss einen Lernprozess durchmachen, um diese für sie neue Situation handhaben zu können. Der Kommentar in <em>Zaobao</em> meint: &#8220;Auf Regierungsebene müssen sie lernen, ihr Konzept von Straßendemokratie zu überdenken und die Entwicklung einer Zivilgesellschaft zu fördern. Das ist ein Prozess eines notwendigen politischen Wandels.&#8221; Der Kommentar ist ziemlich optimistisch: &#8220;Der Streik der Taxifahrer bzw. die Haltung der Regierung dazu ist an einem Wendepunkt angekommen. Er zeigt, dass Straßendemokratie ein Kanal für den Ausdruck der öffentlichen Meinung sein kann, eine Form des Dialogs und des Verhandelns, die dieses Problem friedlich lösen kann.&#8221;</div>
</blockquote>
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		<title>Saudi Arabien: Geht es auch ohne Dienstmädchen?</title>
		<link>http://de.globalvoicesonline.org/2008/08/16/saudi-arabien-geht-es-auch-ohne-dienstmadchen/</link>
		<comments>http://de.globalvoicesonline.org/2008/08/16/saudi-arabien-geht-es-auch-ohne-dienstmadchen/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 16 Aug 2008 13:53:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Clemens Harten</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arabisch]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitskräfte]]></category>
		<category><![CDATA[Ideen]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Nahost & Nordafrika]]></category>
		<category><![CDATA[Saudi Arabia]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>

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		<description><![CDATA[Geschrieben vonAyesha Saldanha  &#183; Übersetzt von Clemens Harten &#183;  engl. Originalartikel 
Für viele Menschen in der Golf-Region ist es ganz normal, Hausmädchen zu beschäftigen. Ein saudischer Blogger, der auf Hausangestellte verzichtet, wird dafür schwer kritisiert.

Ahmed Baaboud beschriebt die Situation:

“يا أخي جيب لك شغالة و ريح بالك؟، سيبك من البخل الي إنت فيه.. ريح [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<em>Geschrieben von<a href="http://globalvoicesonline.org/author/ayesha-saldanha/">Ayesha Saldanha</a>  &middot; Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/clemens-harten/'>Clemens Harten</a> &middot;  <a href='http://globalvoicesonline.org/2008/08/15/saudi-arabia-is-a-housemaid-necessary/'>engl. Originalartikel</a></em> 
<br /><p>Für viele Menschen in der Golf-Region ist es ganz normal, Hausmädchen zu beschäftigen. Ein saudischer Blogger, der auf Hausangestellte verzichtet, wird dafür schwer kritisiert.<br />
<em><br />
<a href="http://abujoori.wordpress.com/2008/07/08/who-is-wrong/">Ahmed Baaboud</a></em> beschriebt die Situation:</p>
<blockquote>
<p>“يا أخي جيب لك شغالة و ريح بالك؟، سيبك من البخل الي إنت فيه.. ريح نفسك و زوجتك.. و جيب شغالة، أمورك راح تتحسن”.</p>
<p>ما سبق هو جزء من حوار تكرر كثيراً في الفترة الأخيرة مع أحد زملائي في العمل، هو يرى أنني مخطئ بعدم جلب “شغالة” حتى تساعد زوجتي و تأخذ بالها من بنتي جوري. تفسيري للموضوع هو أن زوجتي لا تعمل و هذا أمر إتفقنا عليه من البداية.. لا عمل ما دام هناك أطفال صغار.. و هى اليوم حامل بالطفل الثاني.. يعني ستظل بعيده عن العمل على الأقل لمدة أربع سنوات قادمة.. و بالتالي مسؤوليات البيت عليها خصوصاً أن البيت ليس كبير و لا يوجد لنا زوار بصورة مكثفة.</p>
<p>&#8220;Mein Bruder, besorge dir einfach ein Dienstmädchen und nimm es gelassen. Sei nicht so negativ, entspann dich und gönne auch deiner Frau Entspannung. Mit einem Dienstmädchen wird alles einfacher.&#8221;<br />
Dieses Gespräch führte ich mit einem Arbeitskollegen. Es hält es für einen Fehler, wenn ich kein Hausmädchen beschäftige um meine Frau zu entlasten und meine Tochter Joori zu versorgen. Ich erklärte, dass meine Frau nicht arbeitet, und dass wir uns in dieser Hinsicht von Anfang an einig waren. Sie wird nicht Arbeiten gehen, solange wir kleine Kinder haben. Im Moment ist sie mit unserem zweiten Kind schwanger. Sie wird also noch mindestens vier Jahre keine Arbeit haben. Solange ist sie für das Haus verantwortlich, zumal das Haus klein ist und wir kaum Gäste haben.</p>
<p>جوري تقارب الثلاثة أعوام.. و هى نشيطة تحب اللعب و الأختلاط بالأطفال كثيراً، يلومني صديقي أعلاه لأنني لا أخذ جوري إلى ميدان اللعب الصغير القريب لمنزلنا، و يقول “يا أخي بس لو تجيب الشغالة حتى تودي البنت للبلاي يارد.. كفاية!”. أرد عليه بأننا نأخذ جوري إلى المسبح الصغير و إلى المكتبة عصر الجمعة حيث تشارك أطفالاً أخرين اللعب و التعلم. أعترف بأنني لا أخذ جوري إلى المسبح يومياً و لا حتى إسبوعياً، و أننا نأخذها إلى المكتبة بمعدل مرة كل إسبوعين.<br />
بالتأكيد إنني مقصر، لكنني لا أعتقد أن الشغالة هى البدي</p>
<p>Joori ist fast drei. Sie ist ein lebhaftes Kind und liebt es, mit anderen Kindern zu spielen. Mein Kollege wirft mir vor, Joori nicht zu den Spielplatz neben dem Haus zu bringen. Er sagt: &#8220;Wenn du ein Hausmädchen einstellst, und sie geht mit dem Kind zum Spielplatz, dann reicht das!&#8221; Ich antworte, wir würden Joori Freitags zum Schwimmbad und zur Bibliothek bringen, wo sie mit anderen Kindern lernt und spielt. Ich gebe zu, dass ich Joori nicht täglich zum Schwimmbad bringe, nicht einmal wöchentlich, und im Schnitt fahren wir alle zwei Wochen zur Bibliothek. Kein Zweifel, dass das ausbaufähig ist, aber ich sehe in einem Dienstmädchen keine Alternative.
</p></blockquote>
<p>Ahmed erklärt seine Motive, und bietet eine Problemlösung:</p>
<blockquote>
<p>عمل البيت أعتقد أنه من مسؤوليات المرأة في البيت ما دامت لا تعمل، خصوصاً حينما يكون البيت صغير و “محندق” و وجود الشغالة فيه سيعني إنعدام أي خصوصية لنا.. في بيتنا!.<br />
نفس الشئ ينطبق على جوري .. هل من العقل أو المنطق أو تحمل المسؤولية أن أحضر شغالة حتى تقوم بالنيابة عني بأمور أعتقد أنها من أساسيات مسؤوليات الوالدين!.<br />
قد يكون الحل في تنظيم الوقت بصورة أفضل، مثلاً إغلاق التلفاز في البيت يومياً بين الخامسة و الثامنة مساءً، و عمل جدول للنشاطات العائلية المشتركة، و أن أساهم فعلياً في عمل البيت حتى و لو في أمور بسيطة يمكن لي القيام بها بسهولة .. أو أي شئ أخر.. و لكن لا للشغالة ( على الأقل في الظروف الحالية)!.<br />
أتسأل… هل أنا غلطان؟!</p>
<p>Wenn eine Frau nicht arbeitet und das Haus klein ist, sollte sie sich meiner Meinung nach um dien Haushalt kümmern. Auf so kleinem Raum ein Hausmädchen zu haben, würde bedeuteten, dass wir keine Privatsphäre mehr hätten - in unseren eigenen vier Wänden! Das Gleiche gilt für Joori. Ist es denn wirklich logisch und verantwortungsvoll ein Dienstmädchen für das Kind zu beschaffen, obwohl ich das für eine wesentliche Aufgabe der Eltern halte? Die Lösung könnte ein, die Zeit besser zu nutzen, etwa zwischen 17:00 Uhr und 20:00 Uhr den Fernseher abzuschalten, einen Stundenplan für gemeinsame Familienaktivitäten zu erstellen oder indem ich Hausarbeit übernehme &#8230; oder sonstwas &#8230; auf jeden Fall bin ich unter diesem Umständen gegen ein Dienstmädchen. Liege ich falsch?</p></blockquote>
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		<title>Saudi Arabien: Gefangen im Büro</title>
		<link>http://de.globalvoicesonline.org/2008/05/09/saudi-arabien-gefangen-im-buro/</link>
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		<pubDate>Fri, 09 May 2008 10:14:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Clemens Harten</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arabisch]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitskräfte]]></category>
		<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Nahost & Nordafrika]]></category>
		<category><![CDATA[Saudi Arabia]]></category>
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		<description><![CDATA[Geschrieben vonAmira Al Hussaini  &#183; Übersetzt von Clemens Harten &#183;  engl. Originalartikel 
Ar6abon [ar] aus Saudi Arabien erzählt uns die Geschichte, wie er eine Nacht eingeschlossen in seinem Büro verbringen musste:

احمد الله تعالى خلال هذا الأسبوع اصبحت أداوم في الوظيفة الجديدة .
وبحكم أني جديد لازم أثبت جدارتي وحماسي واندفاعي
المكتب عبارة عن وكيل لشركة [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<em>Geschrieben von<a href="http://www.globalvoicesonline.org/author/amira-al-hussaini/">Amira Al Hussaini</a>  &middot; Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/clemens-harten/'>Clemens Harten</a> &middot;  <a href='http://www.globalvoicesonline.org/2008/05/02/saudi-arabia-imprisoned-in-the-office/'>engl. Originalartikel</a></em> 
<br /><p><a href="http://www.ar6bon.ws/?p=48"><em>Ar6abon</em></a> [ar] aus Saudi Arabien erzählt uns die Geschichte, wie er eine Nacht eingeschlossen in seinem Büro verbringen musste:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: right;">احمد الله تعالى خلال هذا الأسبوع اصبحت أداوم في الوظيفة الجديدة .<br />
وبحكم أني جديد لازم أثبت جدارتي وحماسي واندفاعي<br />
المكتب عبارة عن وكيل لشركة عالمية , ومكتب جدة لازال في طور التأسيس , أُعتبر أنا أول موظف في المكتب ..<br />
ولازلت حتى هذه اللحظة أداوم لوحدي .. اسرح وأمرح<br />
حصل لي موقف أمس .. لا أحسد عليه أبدا<br />
سبق وأخذت معي مجموعة من الملفات والعقود والدراسات الخاصة من المكتب إلى البيت , لأقوم بقراءتها وتفحصها .. حتى أكون على إطلاع ومعرفة .<br />
ليلة أمس خرجت من البيت الساعة 11 ونص مساءً , وأنا في اتجاه الكورنيش .. مريت من قرب مقر العمل , قلت في نفسي : خليني انزل واحط الأوراق في المكتب .. وامشي<br />
وبالفعل : طلعت للمكتب وتركت الأوراق , كان فيه شئ آخذت في قراءته , ومضى الوقت .. تفاجئت بأن الساعة صارت 12 ونص صباحا !! ..<br />
قمت بسرعة لأخرج من المكتب , نزلت من المصعد .. وتفاجئت أن بوابة العمارة مغلقة<br />
يظهر أن الحارس قام بإغلاق الباب بحكم أن الوقت تأخر , والمفترض أنه لا يوجد أحد في المكاتب والشركات .<br />
وقتها أحسست بالإختنااااق .. لا يوجد أي طريقة للخروج أبدا !!<br />
عدت للمكتب , شغلت المكيف .. وضحكت على نفسي شوي وبعدها اديييتها نومه على الكنب  ..<br />
قمت الساعة 7 والنصف صباحا<br />
(( الناس تدخل للمكاتب لبداية اليوم الوظيفي , وأنا خارج من المكتب ووجهي معفوس ومتجه للبيت ))<br />
موقف عجيب صراحة هههههههههههههه ..<br />
وش رآيكم في الموقف هذا ؟</p>
<p>Ich danke Allah, dass ich diese Woche meinen neuen Job antreten konnte. Weil ich neu bin, musste ich hart arbeiten um meine Qualifikation, meinen Enthusiasmus und meine Strebsamkeit unter beweis zu stellen. Das Büro gehört zu einem internationalen Unternehmen, und der Standort in Jeddah wird gerade erst aufgebaut, sodass ich der erste Angestellte bin. Ich arbeite dort also bislang allein, und vergnüge mich mit mir selbst. Gestern passierte mir dann etwas, um das mich niemand beneiden wird. Ich hatte einige Ordner, Verträge und Studien aus dem Büro mit nach Hause genommen, um mich einzuarbeiten. Ich verließ mein Haus um 23.30 Uhr, und wäre ich auf dem Highway die Küste (Corniche) entlang fuhr, kam ich auch am Büro vorbei. Ich dachte mir, bring ich doch kurz die Akten zurück und verschwinde dann wieder. Ich ging also hoch ins Büro und stellte die Ordner zurück. Da viel mir was ins Auge, ich begann zu lesen, und die Zeit verfloss. Schockiert merkte ich plötzlich, dass es bereits 0:30 Uhr war! Ich wollte mich schnell auf den Weg nach Hause machen. Ich nahm den Fahrstuhl nach unten, aber weiter kam ich nicht: Die Türen des Gebäudes waren verschlossen! Der Nachtwächter hatte wohl schon abgeschlossen, weil die Büros zu dieser Zeit unbesetzt waren.</p>
<p>Ich bekam kaum Luft: Es gibt keinen Weg für mich nach draußen! Ich ging zurück ins Büro, machte die Klimaanlage an und musste über mich selber schmunzeln. Zum Schlafen legte ich mich dann auf ein Sofa und wachte um 7.30 Uhr auf.</p>
<p>Die Menschen strömten in die Büros, um mit ihrer Arbeit zu beginnen, während ich mich mit zerknautschtem Gesicht auf den Weg nach Hause machte. Ein seltsames Erlebnis &#8230; hihi &#8230; was sagt ihr dazu?</p></blockquote>
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