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	<title>Global Voices auf Deutsch &#187; Indigenous</title>
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	<description>Die Welt spricht zu dir. Hörst du ihr zu?</description>
	<pubDate>Sun, 24 Aug 2008 11:20:44 +0000</pubDate>
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		<title>AIDS - Ein Tabu in der arabischen Welt</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Apr 2008 14:48:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Clemens Harten</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Arabisch]]></category>

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		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>

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		<description><![CDATA[AIDS ist ein Tabu in der arabischen Welt. Trotzdem hat dieses furchteinflößende Wort diese Woche seinen Weg in mehrere Blogposts gefunden: In Jordanien, Irak, Palästina, Bahrain und Jemen.
Der jordanische Blogger und Arzt Hareega berichtet von einem &#8216;unangenehmen Gespräch&#39;, dass er mit einem Bekannten über seine Arbeit in der HIV-Aids-Klinik führte:
Ein Freund fragte, &#8220;Was macht die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.answers.com/AIDS" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/www.answers.com');">AIDS</a> ist ein Tabu in der arabischen Welt. Trotzdem hat dieses furchteinflößende Wort diese Woche seinen Weg in mehrere Blogposts gefunden: In Jordanien, Irak, Palästina, Bahrain und Jemen.</p>
<p>Der jordanische Blogger und Arzt <a href="http://hareega.blogspot.com/2008/04/uncomfortable-conversation.html" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/hareega.blogspot.com');"><em>Hareega</em></a> berichtet von einem &#8216;unangenehmen Gespräch&#39;, dass er mit einem Bekannten über seine Arbeit in der HIV-Aids-Klinik führte:</p>
<blockquote><p>Ein Freund fragte, &#8220;Was macht die Arbeit diesen Monat?&#8221;</p>
<p>&#8220;Es läuft gut, ich bin dreimal pro Woche in der HIV-Klinik&#8221;</p>
<p>&#8220;HIV? Wie Aids?&#8221;</p>
<p>&#8220;Genau&#8221;</p>
<p>&#8220;Pass bloß auf.&#8221;</p>
<p>&#8220;Worauf soll ich aufpassen?&#8221;</p>
<p>Er sah mich an, als ein ich ein Idiot: &#8220;Pass auf das HIV auf!&#8221;</p>
<p>&#8220;Warum sollte ich denn besonders aufpassen?&#8221;</p>
<p>&#8220;Na, sei einfach vorsichtig, es ist HIV, es ist AIDS!&#8221;</p>
<p>&#8220;Aber warum denn? Ich schlafe nicht mit meinen Patienten in der Klinik.&#8221;</p>
<p>&#8220;Das weiß ich doch, Scherzkeks, aber pass einfach auf, es geht um Aids.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ich nehme auch nicht gemeinsam mit ihnen Drogen.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ich weiß, ich weiß. Aber pass auf.&#8221;</p>
<p>&#8220;Auf was?!&#8221;</p>
<p>&#8220;Hör zu: Ich bin kein Wissenschaftler (offensichtlich), aber du musst aufpassen, oder ich muss auf dich aufpassen.&#8221;</p></blockquote>
<p><em>Hareega</em> fährt fort:</p>
<blockquote><p> Seit Neujahr sind in Jordanien 22 neue HIV Fälle diagnostiziert worden. Dabei wissen die Jordanier, vor allem die &#8216;gebildeten&#39; fast nichts über HIV: Tendenz fallend!</p></blockquote>
<p>Die Irakerin <a href="http://uncensoredarabwomanblues.blogspot.com/2008/04/kiss-of-death.html" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/uncensoredarabwomanblues.blogspot.com');"><em>Layla Anwar</em></a> istebenfalls zornig, wie das Thema in der arabischen Welt geschnitten wird - trotz <a href="http://www.undp.org/hiv/pa_arab.htm" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/www.undp.org');">steigender Verbreitung</a> der Krankheit. Während die Bloggerin einen TV-Beitrag zum Thema sieht, schreibt sie:</p>
<blockquote><p> Vor einigen Monaten habe ich eine Sendung über HIV und andere Geschlechtskrankheiten in der arabischen Welt bei Al-Jazeerah gesehen. Der Produzent hat geschickt versucht, die &#8220;sensiblen&#8221; Tabuthemen zu schneiden, in dem er es als religiöses Programm verkauft hat. Als Gast hatte er jemanden eingeladen, der sowohl Mediziner als auch Theologie war (islamische Theologie).</p></blockquote>
<p><em>Layla</em> erklärt:</p>
<blockquote><p> Es gibt immer mehr HIV Infizierte in der arabischen Welt. Niemand gibt das gerne zu, aber es stimmt. Wir alle wissen, wie HIV übertragen wird, und wir alle wissen, das Safer-Sex und Bluttests in Blutbanken unumgänglich sind.</p>
<p>Das war es also nicht, was mich an dem Programm besonders interessiert hat. Was mich überraschte war, das HIV und Geschlechtskrankheiten nicht nur unter Homosexuellen auf dem Vormarsch sind, sondern auch unter verheirateten heterosexuellen Paaren.</p>
<p>Das Spezialgebiet des Gastes war Epidemiologie und Infektionskrankheiten. Er berichtet von mehreren Fällen (die nicht in den öffentlichen Statistiken auftauchen) verheirateter Paare mit Geschlechtskrankheiten. In 99% der Fälle war die Frau vom Mann infiziert worden. Die Männer hatten außerehelichen ungeschützten Verkehr gehabt, manchmal auch mit anderen Männern.</p>
<p>In 99% der Fälle hatte der Mann geglaubt, Schutz, wie etwa durch Kondome, nicht nötig zu haben.</p>
<p>Der Mann kommt also von seiner Geschäftsreise nachhause und gibt seiner Frau oder Freundin den &#8216;Kuss des Todes&#39;.</p></blockquote>
<p>Zu Tabus sagt <em>Layla</em>:</p>
<blockquote><p>Natürlich ist es in der arabischen Welt ein Tabu über dieses Thema zu reden. Das Thema ist umgeben von Leugnung und Relativierungen: &#8220;In der muslimischen Gesellschaft gibt es sowas nicht!&#8221;, &#8220;Sprich nicht darüber, was sollen die Nachbarn denken?&#8221; etc.</p>
<p>Die Mauer der Traditionen und Kultur ist so massiv, dass es fast unmöglich ist über dieses Thema in der Öffentlichkeit zu sprechen, ohne als &#8216;dekadent, unzüchtig und amoralisch&#39; zu sein.</p>
<p>Währenddessen sterben leise die AIDS-Opfer, isoliert in Quarantäneräumen aus Scham und Schuld.</p></blockquote>
<p><em><a href="http://arabwomanprogressivevoice.blogspot.com/2008/04/people-like-you-should-be-burnt-alive_15.html" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/arabwomanprogressivevoice.blogspot.com');">Amal A</a> </em>aus Palästina spricht auch über Aids. Sie war entsetzt zu hören, dass ein ägyptischer Staatsanwalt einem in den Fall verstrickten Mann sagte, ein HIV-positiver wie er solle &#8220;bei lebendigem Leibe verbrannt werden. Ihr habt das Leben nicht verdient!&#8221;</p>
<blockquote><p> Wenn die Ägypter alle Männer einsperren wollen, die mit anderen Männern schlafen, werden sie viele neue Gefängnisse brauchen. [&#8230;]</p>
<p>Es ist furchtbar, wie AIDS kriminalisiert wird!!! Es wird nicht helfen, die Ägypter zu schützen, wenn man HIV-Positive und AIDS-Kranke ausstößt oder dämonisiert. Aber es geht dabei gar nicht darum, Ägypter zu schützen. Der Staat sucht einen Sündenbock, um seine Macht &#8220;uber alles&#8221; zu steigern.</p></blockquote>
<p>Aber langsam ändern sich die Dinge, und es gibt Hoffnung am Horizont. Der Bahrainer Blogger <a href="http://butterflybahrain.wordpress.com/2008/04/07/independent-artistsbloggers-responding-to-aids-in-the-arab-region/" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/butterflybahrain.wordpress.com');"><em>Butterfly</em></a> wird bald an einer Konferenz in Kairo teilnehmen: &#8220;<em>Unabhängige Künstler und Blogger reagieren auf AIDS in der arabischen Region.</em>&#8220;</p>
<blockquote>
<p align="right">وستضم الورشة مجموعة من المدونين والمبدعين العرب في مجال التصوير وصناعة الافلام السينمائية وغيرها من الفنون الإعلامية.<br />
هذه هي المرة الأولى التي سيتسنى لي فيها حضور فعالية تخص برنامج الامم المتحدة الانمائي في البحرين، كما ستكون المرة الأولى ايضا التي ستتاح لي فيها فرصة اللقاء بالمدونين والمبدعين العرب من مختلف الاقطار العربية. وسأشارككم بالطبع بما سأكتشفه من اسرار ودهاليز تتعلق بهذا المرض المخيف الذي لايزال الحديث عنه محظورا في معظم دولنا العربية</p>
<p>Der Workshop wird Blogger und kreative Araber zusammenbringen. Die Kreativen kommen aus den Bereichen Fotografie, Film und anderen Medien. Ich werde zum ersten mal an einem Event des UN Entwicklungsprogramms in Bahrain teilnehmen und Blogger und Künstler aus der ganzen &#8220;Arab world&#8221; treffen. Ich werde auf jeden Fall mit euch die Geheimnisse teilen, die ich über die furchtbare Krankheit erfahre - in den meisten unserer arabischen Länder sit es ja schon verboten, nur darüber zu reden.</p></blockquote>
<p>Last but not least, verweist <a href="http://armiesofliberation.com/archives/2008/04/12/zindanis-herbal-aids-cure/" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/armiesofliberation.com');"><em>Armies of Liberation</em></a> auf Berichte über Wunderheilung von Aids auf Kräuterbasis. Die Prozedur wurde im Jemen entwickelt und soll angeblich den tödlichen Virus heilen können &#8230;</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Marokko: Gesten [Linktipp]</title>
		<link>http://de.globalvoicesonline.org/2008/01/12/marokko-gesten-linktipp/</link>
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		<pubDate>Sat, 12 Jan 2008 21:43:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Clemens Harten</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Indigenous]]></category>

		<category><![CDATA[Marokko]]></category>

		<category><![CDATA[Roundups]]></category>

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		<description><![CDATA[Evelyn in Marocco führt uns in den Gebrauch von Gesten im Alltag in Marokko ein.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Evelyn in Marocco</em> führt uns in den Gebrauch von <a href="http://evelyninmorocco.blogspot.com/2008/01/gestures.html" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/evelyninmorocco.blogspot.com');">Gesten</a> im Alltag in Marokko ein.</p>
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		</item>
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		<title>Interview mit Cristina Quisbert von Voces Bolivianas</title>
		<link>http://de.globalvoicesonline.org/2007/12/10/interview-mit-cristina-quisbert-von-voces-bolivianas/</link>
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		<pubDate>Mon, 10 Dec 2007 16:22:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Clemens Harten</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Ethnizität]]></category>

		<category><![CDATA[Indigenous]]></category>

		<category><![CDATA[Spanisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Voces Bolivianas (&#39;bolivianische Stimmen&#39;) war eines der ersten fünf Bürgermedien-Projekte, die im Juli einen &#8216;Rising Voices microgrant&#8216; gewannen. Das zweimonatige Pilotprojekt organisierte unter der Leitung von Mario Duran, Edardo Ávila und Hugo Miranda vier Workshops in einem Internetcafe in El Alto, Bolivien. El Alto ist nicht nur die höchstgelegene Großstadt der Welt , sondern auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><a href="http://vocesbolivianas.org/" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/vocesbolivianas.org');">Voces Bolivianas</a></em> (&#39;bolivianische Stimmen&#39;) war eines der ersten <a href="http://www.globalvoicesonline.org/2007/07/04/congratulations-rising-voices-grantees/">fünf</a> Bürgermedien-Projekte, die im Juli einen &#8216;<a href="http://rising.globalvoicesonline.org/">Rising Voices microgrant</a>&#8216; gewannen. Das zweimonatige Pilotprojekt organisierte unter der Leitung von <a href="http://www.analiza.tk/" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/www.analiza.tk');">Mario Duran</a>, <a href="http://www.barrioflores.net/blog/" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/www.barrioflores.net');">Edardo Ávila</a> und <a href="http://angelcaido666x.blogspot.com/" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/angelcaido666x.blogspot.com');">Hugo Miranda</a> vier Workshops in einem Internetcafe in El Alto, Bolivien. <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/El_Alto" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/en.wikipedia.org');">El Alto</a> ist nicht nur die höchstgelegene Großstadt der Welt , sondern auch für seine indigene Bevölkerungsmehrheit und ihre Rolle im <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Bolivian_Gas_War#Martial_law_in_El_Alto" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/en.wikipedia.org');">Gaskonflikt 2003</a>. Obwohl  alle <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/El_Alto_International_Airport" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/en.wikipedia.org');">ausländischen Besucher</a> über El Alto ins Land kommen, ist die Stadt oft vom Rest des Landes abgeschnitten, on- und offline.</p>
<p>Insgesamt wurde in den Workshops 23 Teilnehmern <a href="http://www.vocesbolivianas.org/elalto" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/www.vocesbolivianas.org');">gezeigt</a>, wie sie bloggen, <a href="http://www.flickr.com/photos/vocesbolivianas/" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/www.flickr.com');">Fotos hochladen</a> und <a href="http://english.vocesbolivianas.org/2007/12/05/video-a-walk-through-the-fair-with-alberto-medrano/" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/english.vocesbolivianas.org');">Videos aufnehmen</a> können. Eine der kontinuierlichsten und klarsten Stimmen, die aus der Gruppe hervorging ist Christina Quisbert, eine Studentin die für <em><a href="http://boliviaindigena.blogspot.com/" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/boliviaindigena.blogspot.com');">Bolivia Indígena</a></em> schreibt. Sie war so freundlich einem E-Mail-Interview zuzustimmen.</p>
<p><img src="http://rising.globalvoicesonline.org/files/2007/12/cristina-blog.jpg" alt="cristina-blog.jpg" border="0" height="386" width="450" /></p>
<p><strong> Warum hast du dich an Voices Bolivian beteiligt? Wie hast du von dem Projekt erfahren?</strong></p>
<p>Ich habe im Internet von Voces Bolivianas gelesen, als sie die <a href="http://www.globalvoicesonline.org/2007/09/01/bolivia-gathering-of-bloguivianos/">Bloguivianos-Konferenz</a> organisierten. Ich wollte teilnehmen, weil das Projekt einen Raum bietet um unseren Ideen Ausdruck zu verleihen. Es ist, als würde man übers Radio gesendet werden: Man sagt etwas, und überall können die Menschen zuhören.</p>
<p><strong>Was war dein erster Eindruck von Voces Bolivianas und vom Bloggen im allgemeinen?</strong></p>
<p>Ich glaube, dass VB hier Pionierarbeit leistet, wenn sie den Leuten den Zugang zu der virtuellen Welt der Blogs ermöglichen. VB ist für mich wie eine Brücke, die den Kommunikation mit anderen ermöglicht.</p>
<p>Bloggen ist etwas neues, motivierendes, dynamisches, das Grenzen überschreitet und einem viel zurückgibt.  Man kann mit Farben, Fotos und Worten experimentieren - für mich war es überraschend, dass ich ein Blog aufsetzen konnte, Texte schrieben und meine neuen Fähigkeiten dokumentieren. Das hätte ich mir nicht zugetraut.</p>
<p><strong> Bei VB gibt es mehr Männer als Frauen. Ist bloggen für Männer interessanter?</strong></p>
<p>In den ländlichen Gebieten verlassen die Mädchen zuerst die Schule, es gibt weniger junge Frauen mit abgeschlossener Schulbildung. Es gibt unter den Frauen auch mehr Analphabeten. Diese Unterschiede bleiben beim Zugriff auf Technologien und Onlinemedien bestehen. Ich denke, dass die meisten Frauen in Bolivien noch nichts vom Bloggen gehört haben. Es ist etwas neues, und viele verstehen nicht, was es ihnen für  Vorteile bringt.</p>
<p><strong> Warum nennst du dein Blog <em>Bolivia Indígena</em> (&#8221;Indigenes Bolivien&#8221;)?</strong></p>
<p>es gibt in Bolivien eine große Vielfalt indigener Gruppen. Die größten Gruppen sind die Aymara, Quechua und Guarani, insgesamt sind es mehr als 30. Nach dem Zensus von 2001 bezeichnen sich 62% der Bolivianer als indigen, bei steigender Tendenz. Für mich ist es wichtig, die Identität unserer Vorfahren zu kennen. Ich denke, <em>Bolivia Indígena</em> gibt die Wirklichkeit in diesem Land wider.</p>
<p><strong>Im ersten Monat scheinst du vor allem über die Stadt El Alto geschrieben, heute ist das Themenspektrum größer. Wie haben sich die Inhalte des Blogs verändert?</strong></p>
<p>Tatsächlich habe ich am Anfang vor allem über den Alltag in El Alto geschrieben. Die Inhaltesind seit dem abwechslungsreicher geworden. Ich schreibe noch immer über die Stadt, aber auch über andere Themen, die mir wichtig sind, etwa über Bolivien und indigene Menschen in anderen Ländern. Zu Beginn dachte ich, das Blog würde einen historischen Fokus haben, aber es stellte sich heraus, dass der Schwerpunkt auf dem Alltagsleben liegt.</p>
<p><strong>Du hast an der <a href="http://www.bloguivianos.com/" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/www.bloguivianos.com');">Bloguivianos-Konferenz</a></strong> teilgenommen. Welche Eindrücke hast du gesammelt?</p>
<p>Die Konferenz war eine spannende Erfahrung. Vor der Konferenz hatte ich keine Freunde, die etwas von Blogs wussten. Das Treffen mit den anderen , teils erfahrenen Bloggern war voller Überraschungen. Ich traf nationale Blogger wie <a href="http://angelcaido666x.blogspot.com/" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/angelcaido666x.blogspot.com');">angelcaido</a>, <a href="http://animaldeciudad.blogspot.com/" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/animaldeciudad.blogspot.com');">animaldeciudad</a>, <a href="http://elperrorabioso.blogspot.com/" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/elperrorabioso.blogspot.com');">perrorabioso</a>, <a href="http://urbandina.blogspot.com/" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/urbandina.blogspot.com');">urbandinos</a>, <a href="http://reciclarte-bolivia.blogspot.com/" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/reciclarte-bolivia.blogspot.com');">reciclarte</a>, <a href="http://www.palabraslibres.galeon.com/" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/www.palabraslibres.galeon.com');">palabraslibres</a> und <a href="http://latevelision.blogspot.com/" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/latevelision.blogspot.com');">tevelision</a>.</p>
<p><strong> Du warst auch bei einer Konferenz über Frauen in Santa Cruz. Welche Intentionen hatte die Konferenz? Denkst du, dass bloggen ein starkes Werkzeug für Frauen in Bolivien ist?</strong></p>
<p>Im September war das sechste jährliche Treffen Bolivianischer Frauenrechtler in <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Santa_Cruz_de_la_Sierra" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/en.wikipedia.org');">Santa Cruz</a>. Ich fand es wichtig zu wissen, was die Frauen in der Stadt denken. Mit Blogs können Frauen ihre Erfahrungen und ihre Situation mitteilen. Aber man darf nicht vergessen, dass viele kaum Zugang zum Internet haben. Die Möglichkeiten der Kommunikation sind für viele Eingeschränkt, weil es in mittleren und kleinen Städten oft kein Internet gibt.</p>
<p><strong>Was ist deine Motivation, Geschichten über dein Leben und die Gemeinschaft ins Netz zu stellen?</strong></p>
<p>Bloggen ermöglicht es, zu schreiben was man denkt, wie man seine Wirklichkeit lebt. Ich wollte schreiben, um zu zeigen, was unter den indigenen Menschen in Bolivien vorgeht. Es gibt kaum Blogs zu diesem Thema und so sehe ich mich gezwungen, weiter zu machen.</p>
<p><strong>Möchtest du den Lesern von Global Voices noch etwas sagen?</strong></p>
<p>Leser von GV: Ich schreibe aus einer Höhe von über 4000 Metern über dem Meeresspiegel. Wir machen uns von hier aus auf die Reise, damit ihr auf euren virtuellen Streifzügen etwas über uns erfahren könnt.</p>
<p><strong>Das Interview führte <a href="http://www.globalvoicesonline.org/author/david-sasaki/">David Saski</a>.</strong></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Madagaskar: Traditionelle Holzboote [Linktipp]</title>
		<link>http://de.globalvoicesonline.org/2007/11/29/madagaskar-traditionelle-holzboote-linktipp/</link>
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		<pubDate>Thu, 29 Nov 2007 21:42:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Clemens Harten</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Indigenous]]></category>

		<category><![CDATA[Technologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Ruth erklärt, wie in Madagaskar Boote aus Holz gebaut werden: &#8220;Jean hat sein letztes Boot vor zwei Wochen fertig gestellt. Es ist auf eine traditionelle Weise gebaut. Die Methoden hat er von älteren Fischern im Dorf gelernt&#8221;.
Von Ndesanjo Macha. 
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ruth erklärt, wie in Madagaskar Boote aus Holz gebaut werden: &#8220;Jean hat sein letztes Boot vor zwei Wochen fertig gestellt. Es ist auf eine traditionelle Weise gebaut. Die Methoden hat er von älteren Fischern im Dorf gelernt&#8221;.</p>
<p><strong>Von <a href="http://www.globalvoicesonline.org/author/ndesanjo-macha/">Ndesanjo Macha</a>. </strong></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Myanmar: Burmesische Geister [Linktipp]</title>
		<link>http://de.globalvoicesonline.org/2007/10/31/myanmar-burmesische-geister-linktipp/</link>
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		<pubDate>Wed, 31 Oct 2007 20:16:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Clemens Harten</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Indigenous]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn Sie sich in diesen Tagen in Myanmar aufhalten und nachts die Hunde plötzlich anfangen zu bellen, sollten Sie auf der Hut sein &#8230;
Geschrieben von Preetam Rai. 
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Sie sich in diesen Tagen in Myanmar aufhalten und nachts die Hunde plötzlich anfangen zu bellen, sollten Sie auf der Hut sein &#8230;</p>
<p><strong>Geschrieben von <a href="http://www.globalvoicesonline.org/author/preetam/">Preetam Rai</a>. </strong></p>
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		<title>Marokko: Interview mit einem Blogger</title>
		<link>http://de.globalvoicesonline.org/2007/10/22/marokko-interview-mit-einem-blogger/</link>
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		<pubDate>Mon, 22 Oct 2007 12:40:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Clemens Harten</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Cyberaktivisten]]></category>

		<category><![CDATA[Indigenous]]></category>

		<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>

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		<category><![CDATA[Sprache]]></category>

		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich stieß zum ersten Mal auf Ghasbouba, den Blog des marokkanischen Amazigh und Aktivisten Bouba, als er einen Artikel veröffentlichte, in dem er den typischen Blick der westlichen Auswanderer auf sein Heimatland kritisierte. Ich reagierte auf diesen Beitrag in meinem eigenen Blog. Ich war so fasziniert von Boubas Offenheit, dass ich sein Blog weiter las, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich stieß zum ersten Mal auf <em><a href="http://ghasbouba.blogspot.com/" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/ghasbouba.blogspot.com');">Ghasbouba</a></em>, den Blog des marokkanischen Amazigh und Aktivisten Bouba, als er einen <a href="http://ghasbouba.blogspot.com/2007/02/exotic-blogs-for-exotic-al-morocco.html" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/ghasbouba.blogspot.com');">Artikel</a> veröffentlichte, in dem er den typischen Blick der westlichen Auswanderer auf sein Heimatland kritisierte. Ich <a href="http://www.moroccosavvy.com/taamarbuuta/2007/02/07/blad-schizo/" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/www.moroccosavvy.com');">reagierte</a> auf diesen Beitrag in meinem eigenen Blog. Ich war so fasziniert von Boubas Offenheit, dass ich sein Blog weiter las, und heute gehört er zu meinen Favoriten. Nun hatte ich die Gelegenheit, ihn zu Marokko und Amazigh zu interviewen.</p>
<p><strong>Jillian York</strong>: Wie bist du zum Bloggen gekommen?</p>
<p><strong>Bouba</strong>: Azul (&#39;Hallo&#39; auf Tamazight),</p>
<p>zunächst möchte ich Jillian und dem ganzen GV-Team für ihre beeindruckende Arbeit danken, mit der sie die bloggende Gemeinde zusammenhalten.</p>
<p>Bloggen war für mich immer ein Traum. Bloggen macht es möglich, sich frei und unabhängig auszudrücken.  Ich komme aus einer Gegend, in der rote Linien noch immer rot sind. Das Bloggen ist eine von vielen Arten, auf die ich mich artikuliere, ohne dass mich jemand melden könnte, aber mein Gewissen und die Liebe zu meinem Land und meiner Kultur stehen über allem. Ich blogge für  Tamazight, eine Kultur und Identität, die immer unterdrückt und falsch dargestellt wurde.</p>
<p>Die <a href="http://portal.unesco.org/education/en/ev.php-URL_ID=31259&amp;URL_DO=DO_TOPIC&amp;URL_SECTION=201.html" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/portal.unesco.org');">Internationale Konferenz zu Medienthemen, Marrakech, 2004</a>, war eines dieser Events, die mich auf den Gedanken brachten, dass es uns nur mit den alternativen jungen Medien möglich wäre, die verdrehte Darstellung der amazigh&#39;schen Kultur und Menschen zu überwinden.</p>
<p>Später besprach ich die Möglichkeiten mit Freunden aus dem GV-Projekt, und gründete dann das Tamazight-Blog <a href="http://boubanit.blogspot.com/" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/boubanit.blogspot.com');">Blognegh</a>. Danach kamen sich der Alltag und das Bloggen näher.</p>
<p><strong>JY</strong>: Welche Ziele hast du als Blogger - besonders als Amazigh-Blogger?</p>
<p><strong>Bouba</strong>: Ich möchte meinen Freunden und der Welt zeigen, dass Tamazight (oder Berber, wie die meisten es nennen) nicht so tot ist, wie es auf Postkarten aussieht. Es ist die älteste und wichtigste Kultur im Mittelmeerraum. Unsere Identität als einheimische Nordafrikaner ist uns sehr wichtig, und das teilen wir mit vielen anderen Menschen auf der ganzen Welt. <a href="http://www.answers.com/Imazighen" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/www.answers.com');">Imazighen</a> haben verstanden, dass das Internet und alle anderen Formen der Kommunikation wichtig sind. Darum haben sie Zeit und Energie investiert, um tausende Websites und audiovisuelle Medien zu erstellen. Einiges davon nennt man Cyberaktivismus. Ich bin froh, dass heute Millionen von Menschen an diesem Kampf für Freiheit, Befreiung und Demokratie beteiligt sind.</p>
<p>Bloggen ist für mich einer der Wege, diesen Kampf zu bestreiten. Wenn meine Leser aus meinem Blog etwas über Imazighen lernen, ist ein Teil der Arbeit getan. An demRest müssen wir alle arbeiten.</p>
<p><img src="http://www.globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2007/10/boubagv.jpg" alt="Blogger Ghasbouba" /></p>
<p><strong>JY</strong>: Du kommst aus einem Land, in dem die Staatssprache Arabisch ist, zweite Sprache ist Französisch und du sprichst Tamazight-Dialekte - warum schreibst du trotzdem auf Englisch?</p>
<p><strong>Bouba</strong>: In großen Teilen Marokkos ist das lernen von Fremdsprachen eine Überlebensstrategie. Wir sind schon immer gezwungen worden, andere Sprachen zu erlernen und zu nutzen. Ich spreche sieben Sprachen, vier Varianten von Tamazight. aber ich glaube nicht, dass das ein Luxus ist. In der Schule werden wir gezwungen, klassisches Arabisch und später Französisch zu lernen. Dann kommen andere Sprachen, wie Englisch, Spanisch, etc. &#8230; Meine Muttersprachen <a href="http://www.answers.com/Hassania" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/www.answers.com');">Hassania</a>, <a href="http://www.answers.com/Darija" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/www.answers.com');">Darija</a> und <a href="http://www.answers.com/Tamazight" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/www.answers.com');">Tamazight</a> wurden nie in der Schule unterrichtet. Sie werden den anderen Sprachen untergeordnet, deshalb werden sie als &#8220;Dialekte&#8221; abgetan. Diese Bezeichnung ist nicht linguistisch, sondern politisch.</p>
<p>Ich blogge auf Englisch und Tamazight. Englisch ist einfach ein weiters Fenster zu der Welt. Als ein Amazight-Aktivist glaube ich, dass jedes Anliegen internationale Unterstützung braucht. Imazighen mussten alle Wege der Kommunikation nutzen, um mit der Welt über ihre Belange zu sprechen, und das haben sie schon immer in anderen Sprachen getan. Wie alle anderen sozialen Bewegungen der Welt, kommen wir ohne die internationale Unterstützung nicht weit. Die Macht der Unterdrückung kann die Macht des Überlebenswillens besiegen. Ich habe nicht so viel Angst vor dem Aussterben, wie ich Angst vor dem Verlieren und Vergessen habe.</p>
<p>Vielleicht kennst du den Kampf der Ait Ahdiddou Menschen aus der Provinz <a href="http://www.answers.com/Ouarzazate" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/www.answers.com');">Quarzazate</a>. Das sind Blogger, die ihre Message an die Welt senden. Keines der klassischen Medienorgane in Marokko sprach über sie. Die Kinder von <a href="http://www.tamazgha.fr/article.php3?id_article=1865" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/www.tamazgha.fr');">Anefgou</a>, die Flut von Boumalen, die Erfrorenen des letzten Winters usw.</p>
<p>Ich weiß, dass viele der Amazight - genau wie unzählige andere - nicht den Luxus haben, in ihrer Muttersprache zu bloggen. Es war also weniger meine freie Wahl, auf Englsich zu bloggen, als vielmehr meine Pflicht. Ich würde mich gerne der Illusion hingeben, dass ich nur für mich selbst blogge, aber so ist es nicht. Es ist nichts persönliches, wenn man für ein bestimmtes Anliegen bloggt. Auch wenn die Verpflichtung zu einem Anliegen nicht die Wahl der Themen bestimmt.</p>
<p>Ich möchte, dass meine Freunde und Leser unsere Probleme verstehen. Wir kennen diese Problemthemen sehr gut, und gehen über unsere Grenzen, um mit Menschen der ganzen Welt über sie zu sprechen. Das tun wir in unseren eigenen Sprachen genau so wie in Fremdsprachen.</p>
<p><strong>JY</strong>: Was denkst du über die marokkanischen Wahlen?</p>
<p><strong>Bouba</strong>: Ich habe schon darüber geschrieben, und ich denke, dass die Wahlen ein Desaster waren, ganz einfach weil viele Menschen von diesen Vorgängen ausgeschlossen waren. Du kennst die Zahl derer, die das Spiel nicht mitspielen wollten. Sie waren in der Mehrheit. Wir brauchen konstitutionelle Reformen, die uns als Bürger schützt, und alle Teile unserer Gesellschaft umfasst.</p>
<p>Ich denke, dass die letzten Wahlen den Menschen außerhalb von Marokko die Möglichkeit gegeben haben, mehr über unser Leben und unsere Probleme zu erfahren, und wie notwendig große Reformen sind. Bevor es soweit ist werden wir noch mehr gescheiterte Wahlen, schwache Regierungen als die jetzige und Marokkaner sehen, die sich aus jedem politischen Engagement zurückziehen.</p>
<p>[&#8230;]</p>
<p><strong>JY</strong>: Marokko wurde Zensur vorgeworfen, unter anderem von den großen Seiten Livejournal und YouTube - hat es irgendeinen Sinn, diese Seiten zu zensieren?</p>
<p><strong>Bouba</strong>:  Die <a href="http://www.answers.com/Makhzen" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/www.answers.com');">Makhzen</a> (Zentrale Regierung) hat aus den vergangenen Jahrzehnten eine Mentalität der Angst geerbt. Sie sind bemüht, die Menschen im Dar Ghefloun (Haus der Unwissenheit - marokkanische Redewendung) zu halten. Die Regierung investiert mehr in unsere Unwissenheit als in unsere Bildung. Unsere Regieungen müssen lernen, dass Meinungsfreiheit und das Recht auf Widerstand essentiell sind, und sowohl von internationalem Recht als auch der Verfassung garantiert werden.</p>
<p>Aber in diesem Land gibt es Institutionen, die Glauben über dem Recht und der Verfassung zu stehen. MarocTelecom ist eine von ihnen. Sie zensieren YouTube, LiveJournal, Google Earth, Blogs und Seiten über die Westsahara, Chats etc. &#8230; Die Ganze Zensur ist wertlos. Es ist die schlimmste Form der Unterdrückung. Wie kann man Menschen eines ihrer Grundrechte Rauben - das Recht auf Informationen - und sie dann auffordern, für die eigene Partei zu stimmen?</p>
<p><strong>JY</strong>: Ich habe in den vergangenen Monaten einen Anwuchs des englischen Bloggens über Marokko festgestellt - ob die Blogger nun in Marokko, Europa oder sonstwo leben - was glaubst du, warum so viele von ihnen in ihrer Dritt- oder Viertsprache schreiben?</p>
<p><strong>Bouba</strong>: Mir ist das auch aufgefallen. Ich habe keine genauen Zahlen, aber ich bin froh, dass die Leute in allen Sprachen - also auch Englisch - bloggen.</p>
<p>Aber die steigende Anzahl der englischen Blogs sagt nicht über die Zahl der tatsächlich Englisch sprechenden Marokkaner aus. Jede Universität hat eine englische Fachrichtung, und viele hunderttausende Schüler lernen die Sprache in ihrer Schule. Internetcafes, Freunde und die Schule führen sie an das Internet heran. Sie posten ihre Ideen und Gefühle in vielen Sprachen.</p>
<p>Ich habe einen Freund, der Tamazight und Deutsch spricht, und keine arabische Sprache. sein Französisch ist sehr schlecht. er ist nie zur Schule gegangen. Nun hat er gelernt, auf Deutsch zu lesen und zu schreiben. Er ist ganz bestimmt ein Sonderfall, aber viele Marokkaner lernen viele Sprachen.</p>
<p>Den Unterschied macht nur die &#8216;Wahl&#39;, also die Entscheidung, welche Sprache man lernt.</p>
<p><strong>JY</strong>: Vielen Dank, dass du die Zeit für meine Fragen nimmst. Last but not least, was würdest du dir wünschen, dass die Blogwelt erreichen soll?</p>
<p><strong>Bouba</strong>: Zunächst wünsche ich mir, dass Global Voices und andere Gruppen den Kampf der Amzight-Menschen aufnimmt. Es gibt so viele Menschen in Tamazight, die erkannt und wahrgenommen werden müssen. Ich weiß, dass dieser Ansatz Teil der Mission von GV ist.</p>
<p>Ich vertraue den Bloggern, die sich die Zeit nehmen über die verschiedensten Dinge zu schreiben, und lese gerne in der Blogma [marokkanische Blogosphäre]. Ich bin froh, dass das Internet einen sicheren Raum anbieten, un dem solche Gemeinschaften wachsen, interagieren und tolle Projekte entstehen (z.B. <a href="http://bloguonsutile.wordpress.com/" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/bloguonsutile.wordpress.com');">Bloguons-Utile</a>, Freie Blogger etc&#8230;).</p>
<p>Bloggen bedeutet, Informationen über alles zu teilen, zu lernen und zu unterrichten. Es ist eine laute Stimme gegen die kommerziellen Medien, und wir nutzen sie. Die Blogosphäre wächst, und ich glaube, nach einer Statistik von <a href="http://www.technorati.com/" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/www.technorati.com');">Technorati</a> gab es im September 2007 über 106 Millionen Blogs. Ich wünsche mir, dass diese Gemeinschaft zusammenhält, und weiterhin gute  Arbeit leistet.</p>
<p>Tamemmirt (Danke schön) und alles Gute.</p>
<p><strong>NB</strong>: Die Links sind vom Autor</p>
<p><strong>Aufgezeichnet von  <a href="http://www.globalvoicesonline.org/author/jillian-york/">Jillian York</a>.</strong></p>
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