<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Global Voices auf Deutsch &#187; Portugiesisch</title>
	<atom:link href="http://de.globalvoicesonline.org/category/languages/portuguese/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://de.globalvoicesonline.org</link>
	<description>Die Welt spricht zu dir. Hörst du ihr zu?</description>
	<lastBuildDate>Wed, 25 Nov 2009 03:26:17 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.8.4</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Brasilien: Wurde der Stromausfall durch Hacker oder UFOs verursacht?</title>
		<link>http://de.globalvoicesonline.org/2009/11/16/brasilien-wurde-der-stromausfall-durch-hacker-oder-ufos-verursacht/</link>
		<comments>http://de.globalvoicesonline.org/2009/11/16/brasilien-wurde-der-stromausfall-durch-hacker-oder-ufos-verursacht/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 16 Nov 2009 10:55:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans H. Knauf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelle Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[English]]></category>
		<category><![CDATA[Feature]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Portugiesisch]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://de.globalvoicesonline.org/?p=1283</guid>
		<description><![CDATA[Es gibt sehr viele Verschwörungstheorien über den 2009 Blackout in Brasilien: vom Präsidenten, seiner möglichen Nachfolgerin, bis hin zu UFOs und Hackern wurden alle von verschiedenen Blogs beschuldigt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<em>Geschrieben von<a href="http://globalvoicesonline.org/author/paulagoes/">Paula Góes</a>  &middot; Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/hansknauf/'>Hans H. Knauf</a> &middot;  <a href='http://globalvoicesonline.org/2009/11/14/brazil-was-the-blackout-caused-by-hackers-or-ufos/'>engl. Originalartikel</a></em> 
<br /><p>Das heißeste Thema in der brasilianischen Blogosphäre war diese Woche<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/2009_Brazil_and_Paraguay_blackout"> der schlimmste Stromausfall</a> in der Geschichte Brasiliens, bei welchem letzten Dienstag 18 der 26 brasilianischen Staaten und ungefähr 60 Millionen Menschen im Dunkeln saßen. Nachdem Transmissions-Probleme den <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Itaipu">Itaipu</a>-Staudamm lahmlegten, gab es in den meisten brasilianischen Städten für über fünf Stunden keinen Strom. Der Itaipu-Staudamm, das weltweit zweitgrößte Wasserkraftwerk, an der Grenze mit Paraguay gelegen, wurde zum ersten Mal in seiner 25-jährigen Geschichte, stillgelegt. Teile von Paraguay waren ebenfalls betroffen.</p>
<p>Unter den vielen Berichten über &#8220;was-ich-tat-als-das-Licht-ausging&#8221; gab es verschiedene Verschwörungstheorien: Von einem Blog zum anderen wechselte die Schuld für den Stromausfall, der bis zu einem Fünftel der Bevölkerung ohne Strom lies, von Präsident Lula zu Dilma Rousseff, seiner Kandidatin für die nächsten Präsidentschaftswahlen, und von UFOs zu Hackern.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 435px"><img src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/11/9061.jpg" alt="Von Sonic Downloads" width="425" height="473" /><p class="wp-caption-text">Von Sonic Downloads</p></div>
<p>Die Behörden haben einen schweren Sturm für den Absturz einer Stromleitung, die dann auf zwei weitere stürzte, verantwortlich gemacht, die letztendlich die Schließung des Wasserwerkes und einen Dominoeffekt verursachte, der durch das ganze Land ging.<a href="http://arautodofuturo.wordpress.com/2009/11/11/o-que-realmente-pode-ter-causado-o-apagao/"> Arauto do Futuro</a> [pt] wendet sich gegen die offizielle Erklärung über <a href="http://oglobo.globo.com/pais/mat/2009/11/11/chance-de-blecaute-ter-sido-provocado-por-raio-minima-diz-inpe-914707392.asp">die Berichte des National Institute for Space Research </a>[pt] die behaupten, dass das Risiko, ein Blitz würde in irgendwelche Einrichtungen einschlagen, minimal wäre. Er deutet an, dass wirtschaftliche Interessen Itaipu stillgelegt haben könnten.</p>
<blockquote><p>Não seriam estes ‘apagões‘ a desculpa perfeita para acelerar a construção de PCHs ou as transposições de rios no Brasil? Contribuindo para o ‘programa de aceleração’ da destruição da natureza e da beleza cênica em diversos locais que ainda restam preservados nesse país?</p></blockquote>
<div class="translation">Kann dieser &#8220;Blackout&#8221; die perfekte Ausrede dafür sein, den Bau von kleinen Wasserkraftwerken oder den Flusstransport in Brasilien zu beschleunigen? Kann das zum &#8220;Programm zur Beschleunigung&#8221; der Zerstörung der natürlichen, landschaftlichen Schönheit, die an vielen Stellen in diesem Land erhalten geblieben ist, beitragen?</div>
<p>Zufall oder nicht, Dilma Rousseff, die Labour-Partei-Kandidatin für die Präsidentschaftswahlen in 2010, sagte vor ein paar Wochen in einem Interview, dass in Brasilien kein Risiko für einen weiteren Blackout bestünde, wobei sie vor allem auf den <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/1999_Southern_Brazil_blackout">südlichen brasilianischen Blackout von 1999</a> verwies.</p>
<p>Für <a href="http://franciscoschieber.blogspot.com/2009/11/quatro-em-um.html">Francisco Schieber</a> [pt], lieferte die Regierung nur faule Ausreden:</p>
<blockquote><p>Apagão é rotina no Brasil. Uma média de um a cada seis anos, desde 1985. Bom, qual a diferença deste pros demais? Comecemos falando que este se deu no governo de um presidente que afirmou categoricamente que em seu governo jamais aconteceria algo de ruim (e até de bom, se olharmos com um pouco mais de cuidado suas declarações) que aconteceu no governo anterior. “Pois nunca antes na história destepaiz” aconteceu um apagão com proporções tão convincentes. Não restaram dúvidas: tivemos mais de três horas para concluirmos que realmente foi um apagão (ou blecaute, se preferirem). “Nunca antes na história destepaiz” um apagão foi tão mal justificado. E por que foi tão mal justificado? “Porque nunca entes na história destepaiz” o governo ficou tão desarmado com o que aconteceu, ou seja, nem eles sabem.</p></blockquote>
<div class="translation">Stromausfälle sind in Brasilien Routine. Seit 1985 hat sich durchschnittlich alle sechs Jahre einer ereignet. Nun, was ist hier der Unterschied? Beginnen wir damit, dass dies während der Regierung eines Präsidenten eintrat, der kategorisch erklärte, dass die schlimmen Dinge, die in der vorherigen Regierung geschahen, in seiner Amtszeit nie wiederholt würden (und die guten Dinge auch nicht, wenn wir seine Aussagen etwas genauer betrachten). &#8220;Niemals zuvor in der Geschichte dieses Landes&#8221; war ein Blackout in einem solchen überzeugenden Ausmaß eingetreten. Es besteht kein Zweifel: Wir hatten mehr als drei Stunden für die Feststellung, dass es sich wirklich um einen &#8220;apagão&#8221; (oder Blackout, wenn sie so wollen), handelt. &#8220;Nie zuvor in der Geschichte dieses Landes&#8221; wurde ein Blackout so schlecht gerechtfertigt. Und warum wurde das so schlecht gerechtfertigt? &#8220;Nie zuvor in der Geschichte dieses Landes&#8221; war die Regierung so überwältigt mit dem, was geschehen war, dass selbst sie nicht weiter wussten.</div>
<p>Auf der anderen Seite verdächtigt <a href="http://edu.guim.blog.uol.com.br/arch2009-11-08_2009-11-14.html#2009_11-11_04_49_07-3429108-0">Eduardo Guimarães</a> [pt] politische Kräfte und Sabotage. Er fragt sich, ob es möglich sei, dass einigen Sektoren der Presse der Ausfall vorher bekannt war, da die meisten Medien auf die Berichterstattung darüber vorbereitet waren:</p>
<blockquote><p>Fiquei impressionado com a eficiência da imprensa. Às três da manhã, quando a energia elétrica retornou, havia montes de matérias nos portais de internet sobre um “apagão” que se abateu sobre vários Estados do Sul e do Sudeste no fim da noite de ontem. E os jornais todos saem hoje com matérias amplas sobre o assunto.<br />
Detalhe: a falta de luz começou depois das 22 horas, muito próximo do fechamento das edições do principais jornais do país, que mostraram-se incrivelmente mobilizados para coberturas tão emergenciais. Pareceu até haver um esquema de “cobertura” muito bem montado.<br />
O termo “apagão”, que foi o que vi no G1 e no UOL, deverá ser generalizado e explorado à farta pela mídia. Ela tentará vincular um episódio isolado e desencadeado por causa desconhecida ao racionamento de energia que ocorreu no fim do governo Fernando Henrique Cardoso devido a falta de investimentos em geração de energia naquela época.<br />
A exploração de um episódio isolado, porém, terá vida curta… Mas será que terá mesmo? E se o episódio não for isolado e outros apagões misteriosos voltarem a ocorrer?</p></blockquote>
<div class="translation">Ich war mit der Effizienz der Medien beeindruckt. Um 3 Uhr morgens, als es wieder Strom gab, gab es auf den Internet-Portalen viele Nachrichten über den Stromausfall, der letzte Nacht mehrere südöstliche und südliche Staaten traf. Und alle Zeitungen kamen heute mit umfangreichen Berichten zu diesem Thema heraus.</p>
<p>Detail: Der Stromausfall begann nach 10 Uhr abends, sehr Nahe zum Schluss der Frühausgaben der Massenmedien, die nahezu unglaublich gut für diese Notfall Berichterstattung mobilisiert erschienen. Es schien sogar ein sehr gut zusammengestelltes &#8220;Abdeckungs&#8221; Bereich zu geben.<br />
Der Begriff &#8220;apagão&#8221; [eine abwertende Bezeichnung für Blackout], den ich auf G1 und UOL sah, sollte verallgemeinert und von der Presse voll ausgenutzt werden. Sie versuchen damit eine einzelne Episode, die aus unbekannten Gründen zur Rationierung der Elektrizität führte, was sich zum Ende der Amtszeit des (früheren Präsidenten] Fernando Henrique Cardoso aus Investitionsmangel in die Stromerzeugung erwies, zu verbinden.<br />
Die Ausbeutung einer einzelnen Episode wird jedoch nur von kurzer Dauer sein &#8230; aber wird sie das wirklich? Und was passiert, wenn diese Episode nicht ein Einzelfall war und weitere mysteriöse Stromausfälle auftreten?</p></div>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><img src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/11/42099655.jpg" alt="São Paulo, twitpic von @douglasmiguel" width="600" height="800" /><p class="wp-caption-text">São Paulo, twitpic von @douglasmiguel</p></div>
<p>Einige Leute glauben, die Unterbrechung der Stromversorgung wurde von außerirdischen Besuchern verursacht. Allen UFO-Gemeinden ist bekannt: befindet sich ein &#8216;Unidentified Flying Object&#39; in der Nähe eines Stromnetzes, dann lösen die elektromagnetischen Wirkungen des UFOs Störungen aus. <a href="http://colunistas.ig.com.br/area51/2009/11/13/leitor-envia-relato-de-ovni-sobre-sp-na-noite-do-apagao/">Mario Barros</a> [pt] veröffentlicht ein Bild und diesen Bericht eines Lesers, der behauptet, in der Nacht des Stromausfalls eine fliegende Untertasse an São Paulos Himmel gesehen zu haben:</p>
<blockquote><p>Por alguns segundos, enquanto ainda estava perto, pude ver claramente que se tratava de um objeto escuro, negro, de forma retangular, com 4 luzes brancas de brilho constante em cada ponta e 2 luzes vermelhas que piscavam de maneira diferente uma da outra na parte de baixo. Tentei filmar o objeto com o celular, mas não consegui captar nada. Não faço idéia de que altura estava, mas estava bastante baixo. Não havia som algum e me pareceu ser menor e mais rápido que um avião comercial. A medida que foi se afastando não consegui mais ver a parte sólida e escura do objeto, somente suas luzes vermelhas que piscavam e as brancas estáticas. O objeto surgiu a leste dirigia-se rumo a oeste e o observei até que ele desapareceu no horizonte. Tudo isso durou cerca de 1 minuto e meio.</p></blockquote>
<div class="translation">Für ein paar Sekunden konnte ich deutlich sehen, dass es ein dunkles Objekt, schwarz, und rechteckig war, mit vier weißen Lichtern von gleichbleibender Helligkeit an jedem Ende und zwei rot blinkenden Lichtern, die unterschiedlich voneinander am Boden blinkten. Ich versuchte, das Objekt mit meinem Handy zu filmen, konnte aber leider nichts aufnehmen. Ich habe keine Ahnung, in welcher Höhe es war, aber es schien sehr niedrig zu fliegen. Es war nichts zu hören und es schien kleiner und schneller als ein Verkehrsflugzeug zu sein. Als es sich entfernte, konnte ich die festen und dunklen Teile des Objekts nicht mehr sehen, nur die roten blinkenden und statischen weisen Lichter. Das Objekt erschien im Osten und bewegte sich nach Westen und ich beobachtete es, bis es in der Ferne verschwand. All dies dauerte etwa 1 1/2 Minuten.</div>
<p>Für andere war der Stromausfall das Werk von Hackern. Zufällig, wenige Tage vor dem Ausfall, beschuldigte ein <a href="http://www.cbsnews.com/stories/2009/11/06/60minutes/main5555565.shtml?tag=contentMain;contentBody">Bericht des CBS Nachrichtenmagazins &#8216;60 Minuten&#39; Hacker</a> das Kontrollsystem anvisiert zu haben, und durch den Blackout in 2005 und 2007 Millionen Menschen in Brasilien, das unter Stromknappheit und Rationierung litt, getroffen zu haben. Das schürte erneut die Behauptung, dass Hacker hinter dem Ausfall stecken. Könnte das möglich sein? Ein 23-jähriger Hacker, <a href="http://blog.hacknroll.com/2009/11/12/a-verdade-sobre-o-apagao/">Maycon Maia Vitali</a> [pt] hält es für machbar. Er hat auf seinem Blog die Sicherheitslücken auf der Webseite einer der Behörden, zuständig für die Energieübertragung, genannt:</p>
<blockquote><p>Ou seja, além de ter encontrado uma falha de SQL Injection, já descobri de cara que o sistema funciona rodando um banco de dados IBM Informix.  A partir deste passo ficaria extremamente fácil para qualquer pessoa com conhecimento intermediário de SQL Injection invadir o Operador Nacional do Sistema Elétrico.<br />
É interessante ressaltar que não tenho qualquer ligação com o ocorrido no dia 11 de novembro de 2009, e que irei parar a divulgação neste ponto para não comprometer mais ainda o funcionamento do sistema (odeio escuro). Não estou afirmando que o ocorrido foi causado por um ataque hacker, porém se tivesse sido, é importante deixar bem visível que o mesmo aconteceria sem qualquer dificuldade.<br />
Espero que este post abra os olhos do governo, para que não possamos sofrer danos maiores em situações mais críticas.</p></blockquote>
<div class="translation">Abgesehen von einem Fehler in der SQL Injektion fand ich sofort heraus, dass das System mit einer IBM Informix Datenbank arbeitet. Von da an wäre es für jeden, der einige Kenntnisse über SQL Injektion hat, ein leichtes in das Netzwerk des Betreibers, der staatlichen Elektrizitätsgesellschaft, einzudringen.</p>
<p>Ich möchte betonen, dass ich keine Verbindung mit dem habe, was am 11. November 2009 geschah und ich werde aufhören jetzt weitere Informationen zu veröffentlichen, um den Betrieb des Systems nicht weiter preiszugeben (ich hasse Verdunklung). Ich sage nicht, dass der Vorfall durch einen Hacker-Angriff verursacht wurde, aber es ist wichtig, deutlich zu machen, dass dies ohne Probleme gemacht werden kann.<br />
Ich hoffe, dieser Beitrag der Regierung die Augen öffnet, sodass wir in kritischen Situationen keinen größeren Schäden ausgesetzt sein werden.</p></div>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><img src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/11/42099139.jpg" alt="São Paulo, twitpic von @douglasmiguel" width="600" height="450" /><p class="wp-caption-text">São Paulo, twitpic von @douglasmiguel</p></div>
<p>Natürlich hat ein Stromausfall dieser Dimension den brasilianischen Sinn für Humor angefacht. <a href="http://www.fayerwayer.com.br/2009/11/os-5-melhores-tweets-do-apagao-fw-top-5/">Fabiano Fayerwayer</a> hat viele der Witze gesammelt, die bei Twitter die Runde machten, und die viele Leute während des Blackouts unterhielten und für sie eine &#8220;große informale Berichterstattung über das, was in vielen Teilen des Landes vor sich geht&#8221; war:</p>
<blockquote><p>Os engraçadinhos de plantão voaram em cima, e as piadinhas sobre Itaipu não param de aparecer. Tanto que resolvemos fazer uma pausa na nossa programação para trazer para vocês os 5 melhores tweets do apagão até agora! Confiram:</p>
<p>1. Alguem brincou lá em Itaipu e disse: “o último que sair apaga a luz”. O estagiário acreditou…<br />
2. Estão dizendo que o Google comprouItaipu. Agora energia elétrica, só com convite…<br />
3. Apagão: Muito mais econômico que horário de verão!<br />
4. A Madona nem liga pro apagão! Elá tá com Jesus Luz!<br />
5. Segundo meus cálculos, as maternidades vão estar lotadas em Agosto de 2010!!</p></blockquote>
<div class="translation">Der freche Kerl trat mit Non-Stop-Witzen über Itaipu auf. Also beschlossen wir, unser Programm zu unterbrechen, um Ihnen die bisher besten 5 Tweets über den Blackout zu bringen! Sehen Sie sich diese an:</p>
<p>1.  Jemand in Itaipu witzelte, &#8220;der Letzte, der rausgeht, soll bitte das Licht ausmachen!&#8221; Der Lehrling glaubte es &#8230;<br />
2. Sie sagten, Google habe Itaipu gekauft. Nun gibt es Strom nur auf Einladung &#8230;<br />
3. Blackout: viel wirtschaftlicher als die Umstellung auf Sommerzeit! &#8230;<br />
4.  Madonna macht der Blackout überhaupt nichts aus! Sie ist ja mit Jesus Luz zusammen! [Der Nachname von Madonnas brasilianischen Freundes ist das portugiesische Wort für ‘Licht’. Das Paar war in der Nacht des Stromausfalls in Rio.]<br />
5. Nach meinen Berechnungen werden die Entbindungsstationen der Krankenhäuser im August 2010 überlastet sein!</p></div>
<p style="text-align: center;"><img src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/11/apagao.jpg" alt="" /><br />
Blackout T-Shirts in zwei Versionen: &#8220;Blackout! Ich war dort / Blackout! Ich habe getwittert!&#8221;<br />
Vom Blog &#8216;Objetos de Desejo&#39;.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://de.globalvoicesonline.org/2009/11/16/brasilien-wurde-der-stromausfall-durch-hacker-oder-ufos-verursacht/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Angola: Hohe Lebenskosten in Luanda</title>
		<link>http://de.globalvoicesonline.org/2009/11/09/angola-hohe-lebenskosten-in-luanda/</link>
		<comments>http://de.globalvoicesonline.org/2009/11/09/angola-hohe-lebenskosten-in-luanda/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 09 Nov 2009 19:05:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tina Seidenberger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Angola]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Portugiesisch]]></category>
		<category><![CDATA[Subsahara-Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://de.globalvoicesonline.org/?p=1231</guid>
		<description><![CDATA[Die hohen Lebenskosten im Land sind paradox: Die hohen Entwicklungsindikatoren Angolas spiegeln sich nicht in den Finanzen der Mehrzahl der angolanischen Bürger wider und wirken sich nicht auf die Lebensqualität derer aus, die wirtschaftlich schlechter gestellt sind.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<em>Geschrieben von<a href="http://globalvoicesonline.org/author/clara-onofre/">Clara Onofre</a>  &middot; Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/tina-seidenberger/'>Tina Seidenberger</a> &middot;  <a href='http://globalvoicesonline.org/2009/11/09/angola-the-high-cost-of-living-in-luanda/'>engl. Originalartikel</a></em> 
<br /><p>Luanda, die Hauptstadt Angolas, ist eine sehr teure Stadt. Sowohl für Angolaner als auch für Ausländer. Wenn man hier ist, merkt man es deutlich. Grundlegende Dinge wie Essen, Bildung und Wohnraum liegen preislich gleichauf mit einigen europäischen Ländern. Der einzige Unterschied ist, dass die Gehälter in Angola einfach lächerlich sind, wenn man sie mit europäischem Standard vergleicht. Dies führt zu einem täglichen Kampf um die Deckung des Grundbedarfs.</p>
<p>Offensichtlich wird dieser Kampf nicht von denjenigen geführt, die Geld haben, und die, aus welchen Gründen auch immer, durch Bankkonten geschützt sind, die Neid in normalen Sterblichen erwecken. Einer Umfrage zufolge, die im Februar von einem englischen Unternehmen, ECA International, durchgeführt wurde, <a href="http://www.citymayors.com/statistics/expensive-cities-intro.html">belegt Luanda Rang eins unter den teuersten Städten der Welt</a>.</p>
<p>Auf seinem Blog <a href="http://mundodaverdade.blogspot.com/2007/05/o-nvel-de-vida-em-luanda.html"><em>Mundo da Verdade</em></a> [pt], schreibt Miguel Caxias:</p>
<blockquote><p>“Só para terem uma ideia, o custo por noite no hotel em que estou é de 170 USD (quarto individual, com casa de banho e pequeno-almoço mesmo muito sofrível). Estamos a falar de um hotel que deve ter se tanto, duas estrelas. Para um europeu, não só por costumes alimentícios mas também por costumes de segurança, não se arrisca a comer em qualquer botequim de esquina, obviamente. No restaurante onde temos feito as nossas refeições, o custo médio de uma dose é de 30USD (junte-se a isso bebida, sobremesa, entradas e o preço salta logo para 40/45 USD de despesa individual).</p>
<p>Luanda está numa fase de construção massiva. Junto à Marginal existem apartamentos a 1 milhão de USD. Estão todos vendidos!!!”</p></blockquote>
<div class="translation">„Nur um euch eine Vorstellung zu geben: Der Preis für eine Nacht in dem Hotel, in dem ich übernachte, beträgt 170 USD (Einzelzimmer mit Bad und ziemlich dürftigem Frühstück). Wir sprechen von einem Hotel das bestenfalls zwei Sterne hat. Offensichtlich essen wir Europäer, nicht nur aufgrund von Essensgewohnheiten, sondern auch wegen der Sorge um unsere Sicherheit, nicht am Imbiss um die Ecke. In dem von uns aufgesuchten Restaurant kostet ein Essen im Durchschnitt 30 USD (mit Getränken, Dessert und Aperitif kann der Preis leicht auf 40/45 USD pro Person ansteigen).</p>
<p>In Luanda sind riesige Bauprojekte im Gange. In der Nähe des Marginal [Gebiet zur Bucht hin] gibt es Apartments, die für eine Million Dollar ausgeschrieben sind. Und sie wurden alle verkauft!!!“</p></div>
<p>Die hohen Lebenskosten im Land sind paradox, da sie keiner hohen Lebensqualität gegenüberstehen, zumindest nicht für diejenigen, die wirschaftlich schlechter gestellt sind. Angola verzeichnet hohe Entwicklungsindikatoren die sich leider nicht in den Finanzen des Großteils der angolanischen Bürger widerspiegelt. Eine unverhältnismäßige Nachfrage zusammen mit einem knappen Angebot macht die Lage ziemlich schwierig.</p>
<p>Der brasilianische Autor des Blogs <a href="http://diariodaafrica.blogspot.com/2009/02/os-precos-em-angola.html"><em>Diário de África</em></a> [pt] bietet eine schnelle Analyse dessen, was in Angola vor sich geht.</p>
<blockquote><p>“Não são apenas os alugueres (habitação) que custam caro. Tudo é caríssimo. Um quilo de tomate pode sair por 20 USD. Uma bandeja de uvas pode custar 30 USD o quilo. Um bife com batatas fritas pode custar facilmente, 50 dólares. Um cano furado pode sair por 1000.000 USD. Tapar um pequeno furo na tubulação do ar-condicionado do carro e colocar o gás para enfrentarmos o calor luandense custa 200 USD.</p>
<p>Precisa de electricista? Ele não vai sair da sua casa sem ter tirado pelo menos 100 USD de você. Mesmo que só tenha trocado uma lâmpada. Porque é tudo tão caro?”</p></blockquote>
<div class="translation">„Es sind nicht nur die Mieten (Wohnraum), die teuer sind. Alles ist so teuer. Ein Kilo Tomaten kann 20 USD kosten. Eine Schale Trauben kann 30 USD pro Kilo kosten. Eine Scheibe Fleisch mit Pommes Frites kann sich leicht auf 50 USD belaufen. Ein platter Reifen kann einen um 1000 USD erleichtern. Ein kleines Lochs im Rohr einer Autoklimaanlage und das Auftanken, um der Hitze Luandas zu entgehen, kann 200 USD kosten.</p>
<p>Man braucht einen Elektriker? Er wird nicht einmal das Haus verlassen, bevor er nicht mindestens 100 USD erhalten hat. Sei es auch nur, um eine Glühbirne zu wechseln. Warum ist alles so teuer?“</p></div>
<p>Laut diesem Blogger ist die Anwort einfach und bezieht sich – wieder einmal – auf den Krieg, der das Land mehr als 30 Entwicklungsjahre raubte.</p>
<blockquote><p>“O atabalhoado processo de independência e a guerra acabaram com tudo. Primeiro, a independência. Em 1975, pelo menos 300 mil portugueses abandonaram Angola. Médicos, dentistas, advogados, empresários, encanadores, mecânicos, burocratas, professores. Em questão de meses, Angola ficou sem quadros. Não havia quem soubesse gerenciar as finanças do país. Depois a guerra. O esforço de guerra sugou o dinheiro que deveria ser investido na saúde, na educação, nas infra-estruturas do país. Agora multiplique essa situação por 30 anos. O resultado chama-se Luanda.</p>
<p>Com a alta no preço do petróleo nos últimos anos, os fretes subiram e por tabela, o de todos os produtos. Chegou-se a uma situação tal que mesmo os itens produzidos em Angola podem custar mais que os importados. Porquê? Os economistas que me corrijam, mas parece ter algo a ver com a tal lei da oferta e da procura. Quem quer agora, tem de pagar mais.”</p>
<p>O país não tem indústrias. Tudo é importado. Vem de navio. No porto, não há espaço. Os navios ficam dois, três meses atracados em alto-mar, aguardando autorização para descarregar. Só agora é que a agricultura começa a dar os primeiros passos. Mas só nas áreas em que não há minas terrestres. O último número que ouvi era de que mais da metade das terras cultiváveis do país estava cheia de minas. Enquanto o terreno não estiver limpo, nada feito. Portanto, até a comida precisar ser importada.</p></blockquote>
<div class="translation">„Der beschwerliche Kampf für die Unabhängigkeit, auf den der Krieg folgte hat alles zerstört. Erst die Unabhängigkeit. Im Jahr 1975 verließen mindestens 300.000 Portugiesen Angola. Ärzte, Zahnärzte, Anwälte, Geschäftsleute, Klempner, Mechaniker, Staatsangestellte, Professoren. Innerhalb von Monaten stand Angola ohne qualifiziertes Personal da. Es gab niemanden, der wusste, wie die Finanzen des Staates verwaltet werden mussten. Als zweites der Krieg. Die Kriegsanstrengungen saugten sämtliche Geldressourcen auf, die in die Gesundheit, Bildung und Infrastruktur des Landes hätten fließen sollen. Multipliziert man diese Situation mit 30 Jahren erhält man Luanda.</p>
<p>Mit den hohen Gaspreisen der letzten Jahre, sind auch die Transportkosten gestiegen und in der Folge alle Produkte. Die Situation hat sich so entwickelt, dass sogar in Angola produzierte Artikel mehr kosten als importierte. Warum? Ökonomen dürfen mich gerne korrigieren, aber es scheint, als ob dies etwas mit dem Gesetz über Angebot und Nachfrage zu hätte. Wenn man etwas jetzt will, muss man mehr bezahlen.“</p>
<p>Das Land verfügt über keine Industrie. Alles wird importiert. Es wird ins Land eingeführt und im Hafen ist kein Platz mehr. Die Schiffe ankern zwei bis drei Monate auf hoher See und warten auf die Erlaubnis, ihre Ladung zu löschen. Erst vor Kurzem gab es in der Landwirtschaft erste Schritte, aber nur in Gebieten, in denen es keine Landminen gibt. Ich habe gehört, dass es in neuesten Statistiken heißt, die Hälfte des anbaufähigen Landes in Angola sei vermint. Solange das Land noch nicht von Minen befreit ist, wird nichts getan. Deshalb müssen sogar Nahrungsmittel importiert werden.</p></div>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><img title="A piece of goat costs 600 KZ ($7 USD). Tweetpic by @bethinagava" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/11/angola-300x220.jpg" alt="Ein Stück einer Ziege kostet 600 KZ (7 USD). Tweetpic by @bethinagava" width="300" height="220" /><p class="wp-caption-text">Ein Stück einer Ziege kostet 600 KZ (7 USD). Tweetpic by @bethinagava</p></div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://de.globalvoicesonline.org/2009/11/09/angola-hohe-lebenskosten-in-luanda/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>BRASILIEN: RIOS DROGEN-KRIEG AUS DEM BLICKWINKEL DER SLUMBEWOHNER</title>
		<link>http://de.globalvoicesonline.org/2009/11/03/brasilien-rios-drogen-krieg-aus-dem-blickwinkel-der-slumbewohner/</link>
		<comments>http://de.globalvoicesonline.org/2009/11/03/brasilien-rios-drogen-krieg-aus-dem-blickwinkel-der-slumbewohner/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 03 Nov 2009 01:17:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans H. Knauf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[Cyberaktivisten]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[English]]></category>
		<category><![CDATA[Fotos]]></category>
		<category><![CDATA[Kriege & Konflikte]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Portugiesisch]]></category>
		<category><![CDATA[Regierung]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://de.globalvoicesonline.org/?p=1177</guid>
		<description><![CDATA[In dieser Post lesen wir etwas über die Ansichten der Bürger-Reporter des Viva Favela Projektes über die durch Drogen verursachten Gewalttätigkeiten, die sich in Rio de Janeiros Slums ereigneten, und die sie von ihrer Haustür aus beobachteten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<em>Geschrieben von<a href="http://globalvoicesonline.org/author/diego-casaes/">Diego Casaes</a>  &middot; Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/hansknauf/'>Hans H. Knauf</a> &middot;  <a href='http://globalvoicesonline.org/2009/11/01/brazil-a-view-from-slum-dwellers-on-rios-drugs-war/'>engl. Originalartikel</a></em> 
<br /><p>In der letzten Woche wurden Bilder über den Krieg zwischen Drogenhändlern und Dealern in Rio de Janeiro in der ganzen Welt verbreitet. Zusammenstöße zwischen den Banden aus den Hügeln von Morro São João und Morro dos Macacos am 17. Oktober verängstigten die Bevölkerung. Es half nichts, dass Hunderte von Staatspolizisten zur Unterdrückung der rivalisierenden Gänge eingesetzt wurden: Der Kampf zwischen den Drogenhändlern und der Polizei resultierte in einem abgeschossenen Polizei-Hubschrauber, bei dem drei Polizisten getötet und das Leben von weiteren 30 Personen, darunter mutmaßliche Gang-Mitglieder und Zuschauer, vernichtet wurden.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><img src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/10/36736952.jpg" alt="Hubschrauber Explosion. Foto von Taiane Oliveira bei Twitpic." width="600" height="450" /><p class="wp-caption-text">Hubschrauber Explosion. Foto von Taiane Oliveira bei Twitpic.</p></div>
<p>Der <em><a href="http://inblogs.com.br/censurado/">Censurado</a></em> [pt] Blog kritisierte die Einstellung des Gouverneurs zu dieser Krise, nachdem sie hörten,<a href="http://inblogs.com.br/censurado/politicanacional/carnaval-fora-de-epoca-no-rio-de-janeiro-chove-bala-rio-2016-socorro-ja"> dass die Polizei von der Invasion überhaupt nichts gewusst haben sollte</a>.</p>
<blockquote><p>Vocês viram as cenas na televisão este fim de semana? Helicóptero caindo, policial morrendo queimado, inocente metralhado nas ruas e traficante invadindo a favela do outro em plena luz do dia, uma verdadeira cena de filme de guerra. Dizem no Rio que até o serviço secreto israelense sabia que um morro atacaria o outro, mas mesmo assim o governador Sérgio Cabral diz que a policia carioca não sabia de nada? Acho que ele anda passando muito tempo com o Lula. Só isso explica essa ‘ignorância&#39; sobre o tema.</p></blockquote>
<div class="translation">Hast du letztes Wochenende die Bilder im Fernsehen gesehen? Ein Hubschrauber fällt herunter, Polizisten brennen, unschuldige Leute werden auf der Straße erschossen und (Drogen) Schieber dringen bei hellem Tageslicht in die Slums anderer Dealer ein; eine Szene wie aus einem Kriegsfilm. Die Leute in Rio sagen, dass sogar der israelische Geheimdienst wusste, dass die Dealer aus einem Slum die anderen angreifen würden, trotzdem sagt der Gouverneur Sérgio Cabral, die Carioca Polizei hätten davon nichts gewusst? Ich glaube er verbringt zu viel Zeit mit (dem brasilianischen Präsidenten) Lula. Das ist die einzige Entschuldigung für seine “Ahnungslosigkeit” über diesen Vorfall.</div>
<p>Bloggerin <em><a href="http://anamvc.blogspot.com/">Ana Maria</a></em> [pt] meint, dass das Abschießen eines Hubschraubers nicht so einfach sei, ein Hinweis darauf, dass dies gerade der Anfang sein könnte. Sie <a href="http://anamvc.blogspot.com/2009/10/desespero-do-trafico.html">sagt</a> [pt]:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;">Mas os senhores do tráfico, donos dos morros cariocas possuem não apenas as armas capazes disso, possuem indivíduos capazes de manuseá-las e causar um desastre como o do sábado. Isso vai ficar marcado para sempre na memória da PM e do cidadão de bem, morador do estado do Rio de Janeiro. Se eles podem fazer isso com um helicóptero da polícia tripulado por homens treinados, que dão a vida pela segurança pública, o que podem fazer com o cidadão comum? Não vou “tapar o sol com peneira”. As coisas podem piorar.</p></blockquote>
<div class="translation" style="text-align: left;">Nicht nur die Drogen-Barone sondern auch die Besitzer der Carioca-Slums haben Gewehre und sind durchaus in der Lage etwas zu unternehmen. Außerdem haben sie ausgebildete Leute,  die eine Katastrophe wie die vom letzten Samstag ebenfalls veranstalten können.<br />
Dieser Tag wird für immer im Gedächtnis der Polizei und der normalen Bürger, der Einwohner des Staates Rio de Janeiro, haften bleiben.<br />
Wenn sie das mit einem Polizei-Hubschrauber machen können, der mit ausgebildeten Männern besetzt ist, die für die öffentliche Sicherheit mit ihrem Leben bezahlt haben, was können sie wohl dem Durchschnittsbürger antun?<br />
Ich werde nicht “die Sonne mit einem Sieb verdecken”.<br />
Es kann noch schlimmer werden.</div>
<p><strong>Bericht eines Bewohners über den Drogen-Krieg</strong></p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 410px"><img src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/10/Macacos-010.jpg" alt="Eine Frau mit einem Kind geht unbeeindruckt an einer Polizei-Streife in Morro dos Macacos vorbei." width="400" height="300" /></p>
<p><p class="wp-caption-text">Eine Frau mit einem Kind geht unbeeindruckt an einer Polizei-Streife in Morro dos Macacos vorbei.</p></div>
<p>Das Bürger-Medien-Projekt <em><a href="http://www.vivafavela.com.br/">Viva Favela</a></em> [pt] gibt die <a href="http://www.vivafavela.com.br/publique/cgi/cgilua.exe/sys/start.htm?infoid=46399&amp;sid=87">Augenzeugenberichte dieses Konflikts</a> einiger Anwohner wieder. Die Bürger-Reporter - die alle an den Grenzen der Kreuzfeuer leben - haben Berichte der Slumbewohner und Fotos, die an dem Tag, als der Drogenkrieg in Rio de Janeiro ausbrach, gesammelt und aufgenommen.<br />
Die von <em>Viva Favel</em>a als Erstes gehörte Person war Hugo Mattos, der in der in den Slum führenden Straße wohnt, in welchem sich die Ereignisse abgespielt haben (Morro dos Macacos). Er sagte die Schieber benutzten hochkalibrige Waffen und fügte hinzu, dass eine allgemeine Angst bestünde, sollte die Polizei die von den Dealern besetzten Gebiete zurücknehmen wollen, und es dadurch zu einer sehr gewaltsamen Reaktion von der Gruppe, die Morro dos Macacos kontrolliert, kommen würde.</p>
<blockquote><p>O tiroteio começou por volta das duas da manhã e só terminou às oito horas, quando a policia chegou. Muita gente teve que dormir fora de casa nesse dia.<br />
As pessoas dizem que ninguém deve sair de casa depois das 10 horas, porque algo pode acontecer.</p></blockquote>
<div class="translation">Das Schießen begann ungefähr um 2 Uhr morgens und hörte erst gegen 8 Uhr auf, als die Polizei eintraf. Viele Leute mussten diese Nacht außerhalb ihrer Wohnung verbringen. Die Leute sagten niemand dürfe seine Wohnung nach 10 Uhr abends verlassen, weil etwas passieren könnte.</div>
<p>Gemäß <em>Viva Favela</em> treffen laufend ähnliche Informationen von wehrlosen Bewohnern aus der Nachbarschaft ein. Am Abend vom Dienstag den 20. Oktober gingen die Bewohner von Morro São João auf die Straße, weil sie Angst vor einer möglichen Vergeltungs-Invasion hatten, einer Gefahr, die von dem General-Chef der Polizei-Corporation, Oberst Mário Sérgio Duarte als unbegründet eingestuft wurde. Trotzdem hatte die Angst in der Bevölkerung zugenommen. Eine andere Bewohnerin von Morro dos Macacos, Karen Carolina Nascimento, sagte aus, dass die Schießereien zwischen den Dealern und der Polizei bereits seit zwei Monaten stattfinden. Sie befürchtet einen neuen Konflikt:</p>
<blockquote><p>Já era praticamente uma rotina, mas no último sábado foi diferente. O confronto aconteceu por causa de uma tentativa de invasão e não foi a primeira vez que os traficantes do Morro São João tentam. O comentário que se escuta no morro é que a facção rival deu uma ordem para tomar o Morro dos Macacos até dezembro e que esses bandidos tiveram ajuda de policiais para tentar invadir.<br />
O policiamento não está reforçado e os moradores estão muito apreensivos com medo de uma outra invasão. Eu trabalho no pé do Morro São João e vou para a minha casa andando. Ontem só havia um único carro com dois policiais dentro parado em uma esquina. Em cima do morro não existe policiamento nenhum. Uma vez ou outra um carro blindado sobe e faz uma ronda. Estamos com muito medo porque com certeza a facção rival vai tentar tomar novamente.</p></blockquote>
<div class="translation">(Der Bandenkrieg) war praktisch Routine, aber an diesem Samstag war es anders. Es kam zum Kampf, weil die Dealer von Morro São João versuchten Morro dos Macacos zu besetzen, und das war nicht der erste Versuch. In den Slums wird darüber geredet, dass die rivalisierende Gruppe einen Befehl erhalten hätte, Morro dos Macacos bis zum Dezember zu besetzen und dass diese Dealer von Polizei-Offizieren unterstützt werden.<br />
Die Polizeistreifen sind nicht verstärkt worden und die Bewohner sind sehr besorgt, sie befürchten eine neue Invasion. Ich arbeite am Fuße von Morro São João und laufe nach Hause. Gestern parkte da nur ein Wagen mit zwei Polizisten an der Ecke. Im Slum gibt es keine Polizeistreifen. Alle Jubeljahre kommt einmal ein Kampfwagen hier durch und patrouilliert das Gebiet. Wir haben so viel Angst, weil wir sicher sind, dass die rivalisierende Gruppe dieses Gebiet übernehmen wird.</div>
<p><em><a href="http://www.vivafavela.com.br/publique/cgi/cgilua.exe/sys/start.htm?infoid=46400&amp;sid=87">Viva Favela</a></em> [pt] gibt auch die Meinung von <em>Wagner da Silva de Barros</em> wider, einem 29 jährigen Bewohner der Vila Pinheiro im Complexo da Maré, der sagt, dass die Auswirkungen des Konfliktes in Morros dos Macacos aufgrund des abgeschossenen Hubschraubers bis jetzt nur bis hierher gereicht hätten und fügte hinzu, dieser Krieg würde sich auf viele andere Gemeinden ausdehnen:</p>
<blockquote><p>A queda do helicóptero e a morte dos três policiais chocou parte da população, mas na Maré, durante cinco meses, nós vivemos um confronto entre facções que matou muita gente, inclusive moradores que nada tinham a ver com o tráfico, e não teve nem metade da divulgação que esse tiroteio dos Macacos está tendo.<br />
Esses tiroteios reforçam de que na favela só existe bandido e violência, mas o que muitas pessoas ignoram é que trabalhadores morrem durante os conflitos e são logo identificados como traficantes pela polícia.</p></blockquote>
<div class="translation">Der Abschuss des Hubschraubers und der Tod von drei Polizisten haben einen Teil der Slumbewohner schockiert, aber in Maré (ein Slum) leben wir seit fünf Monaten in einem Konflikt zwischen Gruppen, der mehr Menschen getötet hat, inklusive von Anwohnern, die mit dem Drogenhandel nichts zu tun hatten, und das hatte noch nicht einmal die Hälfte des Interesses bei den Medien erregt, wie die Schießereien in Morro dos Macacos.<br />
Diese Schießereien verstärken die Tatsache, dass es in den Favelas nur Banditen und Gewalt gibt. Was viele Leute jedoch nicht wissen, ist, dass Arbeiter bei diesen Konflikten sterben und dann von der Polizei schnell als Dealer identifiziert werden.</div>
<p>Gemäß <em><a href="http://www.vivafavela.com.br/publique/cgi/cgilua.exe/sys/start.htm?infoid=46400&amp;sid=87">Viva Favela</a></em> [pt] wurden, im Falle von Morro dos Macacos, drei erschossene, unschuldige junge Männer in die Liste der getöteten Banditen aufgenommen. Der Sicherheitsminister, José Mariano Beltrame, entschuldigte sich bei den Familien von Marcelo Costa Gomes, 26, Leonardo Fernandes Paulino, 27, und Francisco Haílton Vieira Silva, 24. Zur Zeit der Invasion kamen die drei Männer von einer Party und gingen nach Hause zurück. Ein vierter Mann, Kellner Francisco Alaílton Vieira da Silva, 22, wurde von Anwohnern gerettet, befindet sich aber auf der Intensivstation im Krankenhaus. Seine Freundin ist im 3. Monat schwanger.</p>
<p>Walter Mesquista von <em>Viva Favela</em> zeigt <a href="http://www.vivafavela.com.br/publique/cgi/cgilua.exe/sys/start.htm?infoid=46399&amp;sid=87">Fotos von den Kämpfen</a>, aufgenommen von dem Fotografen <em>Guillermo Planel</em>, an dem Tag, den die Leute jetzt als den Tag des “Drogen-Krieg” bezeichnen.</p>
<p><img class="aligncenter" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/10/Macacos-001.jpg" alt="" width="400" height="300" /></p>
<p><img class="aligncenter" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/10/Macacos-002.jpg" alt="" width="400" height="300" /></p>
<p><img class="aligncenter" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/10/Macacos-003.jpg" alt="" width="400" height="300" /></p>
<p><img class="aligncenter" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/10/Macacos-004.jpg" alt="" width="400" height="300" /></p>
<p><img class="aligncenter" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/10/Macacos-005.jpg" alt="" width="400" height="300" /></p>
<p><img class="aligncenter" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/10/Macacos-006.jpg" alt="" width="400" height="300" /></p>
<p><img class="aligncenter" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/10/Macacos-007.jpg" alt="" width="400" height="300" /></p>
<p><img class="aligncenter" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/10/Macacos-008.jpg" alt="" width="400" height="300" /></p>
<p><img class="aligncenter" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/10/Macacos-009.jpg" alt="" width="400" height="300" /></p>
<p><img class="aligncenter" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/10/macacos011_trat.jpg" alt="" width="400" height="300" /></p>
<p><img class="aligncenter" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/10/macacos012_trat.jpg" alt="" width="400" height="300" /></p>
<p><img class="aligncenter" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/10/macacos013_trat.jpg" alt="" width="400" height="300" /></p>
<p>Jedes Jahr gibt es im gesamten Staat von Rio mit einer Einwohnerzahl von ca. 14 Millionen, ungefähr 6.000 Ermordungen. In fünf Slums wurde seit einem Jahr von der Polizei eine ‘Befriedungs’ Operation mit permanenten Streifen vorgenommen. Durch ihre zunehmende Präsenz in den Slums zwingt die Polizei die Gangs aber über andere Gebiete zu kämpfen.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/10/viva_favela_logoweb-300x136.jpg" alt="" /></p>
<p><em><a href="http://www.vivafavela.com.br/publique/cgi/cgilua.exe/sys/start.htm?infoid=40489&amp;sid=74">Viva Faleva</a> ist ein Bürger-Medien-Projekt, das mit besonderen Bloggern zusammenarbeitet, die in den Barackenstädten von Rio de Janeiro leben. Das Projekt steht unter der Leitung von <a href="http://twitter.com/rodrigonogueira">Rodrigo Nogueira</a>. Bei ihrem <a href="http://twitter.com/vivafavela">offiziellen Twitter Konto</a> [pt] und ihrer Orkut <a href="http://www.orkut.com.br/Main#Community?cmm=33684890">Gemeinde</a> [pt] können Sie mehr erfahren.</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://de.globalvoicesonline.org/2009/11/03/brasilien-rios-drogen-krieg-aus-dem-blickwinkel-der-slumbewohner/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Brasilien: Kampf gegen moderne Sklaverei</title>
		<link>http://de.globalvoicesonline.org/2009/08/07/brasilien-kampf-gegen-moderne-sklaverei/</link>
		<comments>http://de.globalvoicesonline.org/2009/08/07/brasilien-kampf-gegen-moderne-sklaverei/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 07 Aug 2009 15:11:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tina Seidenberger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitskräfte]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Feature]]></category>
		<category><![CDATA[Fotos]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Portugiesisch]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://de.globalvoicesonline.org/?p=888</guid>
		<description><![CDATA[Moderne Sklaverei in den nördlichen und nördöstlichen Staaten Brasiliens ist ein bekanntes Problem. Ist Sklavenarbeit in São Paulo jedoch eine Anomalie? Die Blogosphäre diskutiert und kommt zu dem Schluss: Es gibt noch viel aufzudecken. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<em>Geschrieben von<a href="http://globalvoicesonline.org/author/deborah-goldemberg/">Deborah Goldemberg</a>  &middot; Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/tina-seidenberger/'>Tina Seidenberger</a> &middot;  <a href='http://globalvoicesonline.org/2009/08/04/brazil-fighting-contemporary-slavery/'>engl. Originalartikel</a></em> 
<br /><div class="wp-caption alignright" style="width: 206px"><img title="Zuckerrohrerntehelfer in Brasilien" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/07/3536401084_8871a4c8631-196x300.jpg" alt="Zuckerrohrerntehelfer in Brasilien. Foto: Ricardo Funari" width="196" height="300" /><p class="wp-caption-text">Zuckerrohrerntehelfer in Brasilien. Foto: Ricardo Funari</p></div>
<p>Sklavenarbeit ist in Brasilien ein Relikt aus Zeiten der Sklaverei, vor allem in den nördlichen und nordöstlichen Staaten. Das ist eine allgemein bekannte Tatsache. Als letztes Land der Erde wurde 1888 die Sklaverei abgeschafft, zeitweilige Sklaverei aufgrund von Schulden und Zwangsarbeit gibt es jedoch weiterhin, was regelmäßig durch die Regierung in isolierten Regionen bekämpft wird, in denen das Rechtsystem einer demografischen Herausforderung gegenübersteht.</p>
<p>Jedes Mal wenn es jedoch zu einem dieser Zwischenfälle im Staat São Paulo, besonders im Großraum São Paulo, kommt, erscheint dies auf der Titelseite der großen brasilianischen Zeitungen. Dies geschah letzte Woche, als die Arbeitsaufsicht aus São Paulo zusammen mit der Staatsanwaltschaft für Arbeit in Mogi Guaçu Municipality (SP) 20 Menschen aus der Sklaverei befreite (zwei davon minderjährig, erst 17 Jahre alt). <a href="http://colunistas.ig.com.br/sakamoto/2009/07/27/escola-vira-alojamento-de-escravos-em-sao-paulo/"><em>Sakamoto&#39;s Blog</em></a> [pt], das sich auf Neuigkeiten im Bereich Sklavenarbeit spezialisiert und Partner der mit einem Preis ausgezeichneten Website <a href="http://www.reporterbrasil.com.br/"><em>Reporter Brasil</em></a> [pt] ist, berichtete über den Vorfall und betonte dabei die Ironie, dass jugendliche Sklaven in einer verlassenen Schule des Staats untergebracht waren.</p>
<blockquote><p>OK, isso já aconteceu outras centenas de vezes no Brasil, infelizmente. O absurdo da vez foi que o empregador alojou o pessoal em uma escola pública desativada, com fiação elétrica exposta e esgoto correndo a céu aberto. Mesmo depositando o pessoal nessas condições, disse que cobraria aluguel pela hospedagem.<br />
A prefeitura havia feito um contrato com Pimenta para que ele usasse a casa dos fundos da escola em troca de manutenção do local. A escola Fazenda Graminha foi cedida pelo Estado para o município há nove anos. Agora, o contrato será cancelado e a prefeitura estuda entrar com um processo contra o empregador. O prédio foi lacrado e a secretaria fará um estudo sobre a possibilidade de reativar a escola. Incrível! Discute-se a “possibilidade”…</p></blockquote>
<div class="translation">Ok, das ist in Brasilien leider schon hundertmal passiert. Das Absurde an diesem Fall ist, dass der Arbeitgeber die Sklaven in einer verlassenen Schule untergebracht hatte, in der elektrische Drähte offen herumhingen und es offene, kaputten Abwasserleitungen gab. Trotz des schlechten Zustands, habe er Miete für die Unterbringung verlangt.<br />
Die Stadtverwaltung hatte einen Vertrag zwischen Pimenta und ihm über die Nutzung des Gebäudes hinter der Schule der Gemeinde zustande gebracht. Als Gegenleistung sollte er das Gebäude instand halten. Die Graminha Farm School wurde der Gemeinde vor neun Jahren vom Staat überschrieben. Der Vertrag wird nun gekündigt und die Stadtverwaltung prüft eine Klage gegen den Arbeitgeber. Das Gebäude wurde abgesperrt und das Sekretariat wird eine Studie über eine mögliche Wiedereröffnung der Schule durchführen. Unglaublich! Sie diskutieren immer noch über die „Möglichkeit“…</div>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img title="Einheimische Zuckerrohrerntehelfer in Brasilien" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/07/3542029863_36a3d14e8f-300x195.jpg" alt="Zuckerrohrerntehelfer essen mitten auf der Plantage unter sengender Sonne zu Mittag. Mahlzeiten gibt es ohne Besteck, kein Schutz vor den Elementen. Foto: Ricardo Funari" width="300" height="195" /><p class="wp-caption-text">Zuckerrohrerntehelfer essen mitten auf der Plantage unter sengender Sonne zu Mittag. Mahlzeiten gibt es ohne Besteck, kein Schutz vor den Elementen. Foto: Ricardo Funari</p></div>
<p>Der Fall von Sklavenarbeit in São Paulo erinnert an die in der Vergangenheit geführte Diskussionen des Problems durch den unabhängigen Journalisten und Intellektuellen aus dem Staat Pará, <a href="http://www.lucioflaviopinto.com.br/"><em>Lucio Flávio Costa</em></a>: <a href="http://www.acessa.com/gramsci/?id=820&amp;page=visualizar">Ist Sklavenarbeit eine amazonische Anomalie?</a> [pt]</p>
<blockquote><p>Desde 2003, 192 pessoas foram autuadas pelo Ministério do Trabalho e Emprego por submeter seus empregados a regime de trabalho análogo à escravidão. Mais de dois terços dessas empresas (147) atuam na Amazônia Legal. O campeão nacional do trabalho escravo é o Pará, com quase um quarto de todas as atuações, 52. As duas colocações seguintes nesse nefando ranking são ocupadas por Estados amazônicos: Tocantins (43) e Maranhão (32).<br />
O que leva à concentração dos casos de exploração de mão-de-obra não é uma anomalia amazônica, mas o fato de a região constituir a área de expansão da fronteira econômica do Brasil. Há o pressuposto tácito (ou tático) de que o pioneiro não traz necessariamente consigo a contemporaneidade.</p></blockquote>
<div class="translation">Seit 2003 zeigte das Arbeitsministerium 192 Personen an, die ihre Angestellten unter sklavenähnlichen Zuständen zur Arbeit zwangen. Mehr als zwei Drittel dieser Unternehmen (147) sind in der Region „Amazônia Legal“ tätig. Der landesweite „Champion“ der Sklavenarbeit ist mit fast einem Viertel der Anzeigen (52) der Staat Pará. Die nächsten beiden Plätze dieser berüchtigten Rangliste gehen ebenfalls and Amazonas-Staaten: Tocantins (43) und Maranhão (32).<br />
Was zu der hohen Konzentration an Ausbeutung von Arbeitern führt, ist keine amazonische Anomalie, sondern die Tatsache, dass es sich bei der Region um ein Gebiet der Ausdehnung der wirtschaftlichen Grenze Brasiliens handelt. Es gibt die stillschweigende Annahme, dass ein Pionier nicht notwendigerweise moderne Gewohnheiten mit sich bringt.</div>
<p>Was Lucio Flávio Pinto meint, ist, dass trotz der erhöhten Anzahl Vorfälle in Zusammenhang mit Sklavenarbeit in den Grenzstaaten, aufgrund günstiger Bedingungen (neben geografischen, ihm zufolge auch die Abwesenheit von modernen Gepflogenheiten, moderner Justiz, Bildung etc.), wird sie von Vertretern aus der Wirtschaft, Landwirten und Geschäftsleuten aus allen Teilen Brasiliens genutzt und immer mit Vertretern vor Ort koordiniert. Sozusagen: „die Umstände machen den Dieb“ (ein beliebtes brasilianisches Sprichwort) und durch viele Umstände, die die Ausbeutung von Arbeitern begünstigen, bestätigt sich erneut das brasilianische Erbe der Sklaverei. Außerhalb der Grenzen tragen andere Faktoren zum Auftreten des Phänomens bei, z.B.: schlechter Verwaltungsapparat vor Ort, seltene Kontrollen, schwache Gewerkschaften, Wanderarbeiter, eine verletzlichere und falsch informierte Bevölkerung.</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 208px"><img title="Zuckerrohrerntehelfer in Brasilien" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/07/3542031027_8b9e478032-1-198x300.jpg" alt="Zuckerrohrerntehelfer in der Unterkunft: kein Trinkwasser, keine Betten, kein elektrisches Licht, keine Küche und Toiletten. Foto von Ricardo Funari." width="198" height="300" /><p class="wp-caption-text">Zuckerrohrerntehelfer in der Unterkunft: kein Trinkwasser, keine Betten, kein elektrisches Licht, keine Küche und Toiletten. Foto von Ricardo Funari.</p></div>
<p>Der Fall Mogi-Guaçu ist kein Einzelfall und brazilianische Blogger berichten regelmäßig über Fälle von Sklaverei in São Paulo und das sowohl in ländlichen als auch städtischen Gebieten. Dieses Jahr veröffentlichte das Blog <a href="http://anjoseguerreiros.blogspot.com/2009/07/policia-flagra-trabalho-escravo-e.html"><em>Anjos e Guerreiros</em></a> [pt] einen Artikel über einen unglaublichen Fall von Sklaven- und Kinderarbeit auf einer Zitronenplantage in der Gemeinde Cabreúva, die 70 Kilometer von São Paulo Stadt entfernt liegt.<br />
 </p>
<blockquote><p>Uma denúncia levou a polícia até a fazenda. Um lavrador estava na propriedade há quatro meses e conta que não recebeu nenhum pagamento. Os responsáveis pela contratação devem responder por exploração de trabalho infantil.<br />
- Às vezes o povo dá um pouco de comida. Tem vez que nós não comemos, não almoçamos e nem jantamos.<br />
Os funcionários contaram para os policiais que havia crianças trabalhando na colheita de limão. O Conselho Tutelar foi chamado e flagrou seis menores trabalhando no local. Um deles, um menino de 12 anos.<br />
- Não tem luvas nem tinha equipamento, nem água. Eu ganho R$ 2 reais - diz o menino.<br />
Uma adolescente conta que os patrões pediram para todos fugirem assim que ficaram sabendo que a polícia ia chegar.<br />
- Nós dissemos que não fugiríamos - afirmou</p></blockquote>
<div class="translation">Die Polizei kam wegen einer Beschwerde auf die Plantage. Ein Landarbeiter war vier Monate lang auf dem Anwesen beschäftigt, ohne je seinen Lohn erhalten zu haben. Diejenigen, über die er angestellt worden sei, seien auch für die Ausbeutung von Kindern als Arbeiter verantwortlich.<br />
- Manchmal geben Sie uns eine Kleinigkeit zu essen. Manchmal essen wir garnichts, bekommen kein Mittag- oder Abendessen.<br />
Die Arbeiter erzählten der Polizei, dass Kinder bei der Zitronenernte mitarbeiteten.<br />
Das Conselho Tutelar (Anm. d. Übers.: brasilianisches Jugendamt) wurde gerufen und fand sechs Minderjährige vor, die auf der Plantage arbeiteten. Einer davon war ein 12-jähriger Junge.<br />
- Es gibt keine Handschuhe und keine Ausrüstung, nicht einmal Wasser. Ich verdiene 2 Real, sagte der Junge [ca. 1 $].<br />
Ein Heranwachsender erzählt, dass die Arbeitgeber ihnen auftrug wegzulaufen, sobald sie hörten, dass die Polizei im Anmarsch war.<br />
- Er erklärte: Wir sagten ihnen, wir würden nicht weglaufen.</div>
<p>In São Paulo Stadt, im Herzen des Stadtgebiets, nimmt das Autreten von Sklavenarbeit andere Formen an, auf die das <a href="http://verdefato.blogspot.com/2009/06/trabalho-escravo-urbano-bolivianos.html"><em>Blog Verdefato</em></a> [pt] aufmerksam macht:</p>
<blockquote><p>O trabalho escravo urbano é menor se comparado ao do meio rural. A Polícia Federal, as Delegacias Regionais do Trabalho, o Ministério Público do Trabalho e o Ministério Público Federal já agem sobre o problema. Vale lembrar que a escravidão urbana é de outra natureza, com características próprias…O principal caso de escravidão urbana no Brasil é a dos imigrantes ilegais latino-americanos - com maior incidência para os bolivianos - nas oficinas de costura da região metropolitana de São Paulo. A solução passa pela regularização da situação desses imigrantes e a descriminalização de seu trabalho no Brasil.</p></blockquote>
<div class="translation">Sklavenarbeit in der Stadt ist seltener als auf dem Land. Die Bundespolizei, die regionalen Arbeitsabordnungen, das öffentliche Arbeitsministerium und das öffentliche Bundesministerium gehen bereits gegen das Problem vor. Man darf nicht vergessen, dass Sklaverei in der Stadt anders aussieht, sie weist bestimmte Merkmale auf…der Hauptfall von städtischer Sklaverei in Brasilien bildet der von illegalen lateinamerikanischen Migranten – vor allem Bolivianer – in den Nähstuben im Stadtgebiet von São Paulo. Die Lösung hängt von der Regularisierung dieser Immigranten ab und der Entkriminalisierung ihrer Arbeit in Brasilien.</div>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><img title="Moderne Sklaverei, Amazonas-Regenwald, Brasilien. Tuere-Plantage; Staat: Pará" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/07/3542686688_8808ba583c-300x200.jpg" alt="Ein durch eine Kapuze unkenntlich gemachter Informant, dem die Flucht von dem Anwesen gelungen ist (im Hintergrund) zeigt der Bundespolizei eine Stelle, wo Arbeiter gefangen gehalten werden. Foto: Ricardo Funari" width="300" height="200" /><p class="wp-caption-text">Ein durch eine Kapuze unkenntlich gemachter Informant, dem die Flucht von dem Anwesen gelungen ist (im Hintergrund), zeigt der Bundespolizei eine Stelle, wo Arbeiter gefangen gehalten werden. Foto: Ricardo Funari</p></div>
<p>Dasselbe Blog berichtet über den Fall eines bolivianischen Einwanderers, <a href="http://globalvoicesonline.org/2009/07/18/brazil-amnesty-for-illegal-immigrants-sparks-hope-and-controversy/">einer von vielen, die unter diesen Bedingungen arbeiten</a>:</p>
<blockquote><p>Sentada há mais de 16 horas diante da máquina de costura, a mãe de Ramón tem pressa. Maria Diaz costura uma peça de roupa atrás da outra, intensamente. Ela tem uma agenda para cumprir. Só pára quando precisa comer ou ir ao banheiro. A mãe do pequeno Ramón é uma mulher exausta.</p>
<p>Desde que chegou ao Brasil, em 2003, trabalha do amanhecer até tarde da noite. Não tem carteira assinada, equipamento de proteção, assistência médica. Ela não existe nos registros de imigração. Oficialmente, o governo brasileiro não sabe de sua presença. Tampouco sua saída da Bolívia, em 2003, foi registrada pelo governo daquele país. Maria foi trazida para São Paulo por intermediários conhecidos como “coiotes”, que ganham dinheiro contrabandeando gente de um país para outro. Em São Paulo, pelo menos 100 mil bolivianos estão nessa situação.</p></blockquote>
<div class="translation">Nach mehr als 16 Stunden an der Nähmaschine hat es Ramóns Mutter eilig. Maria Diaz näht ein Stück Stoff nach dem anderen, in intensiver Arbeit. Sie hat ein Akkord-Ziel zu erreichen. Sie hört nur auf, um etwas zu essen oder auf die Toilette zu gehen. Die Mutter des kleinen Ramón ist eine erschöpfte Frau.<br />
Seit Sie im Jahr 2003 nach Brasilien kam, arbeitete sie von früh bis spät. Sie besitzt keine Arbeitserlaubnis, Schutzkleidung oder medizinische Absicherung. Sie existiert nicht im Einwanderungsregister.</div>
<p>Die brasilianische Regierung weiß offiziell nichts von ihrer Anwesenheit. Ihre Ausreise aus Bolivien im Jahr 2003 wurde ebenfalls nicht festgehalten. Maria wurde von Mittelsmännern nach São Paulo gebracht, den so genannten „Koyoten“, die durch Menschenschmuggel über Landesgrenzen Geld verdienen. In São Paulo leben mindestens 100.000 Bolivianer unter diesen Bedinungen.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><img title="Moderne Sklaverei am Amazonas - Ausstellung einer Arbeitserlaubnis" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/07/3535359233_7dd72258b1-300x199.jpg" alt="Ein Mann, der in einem Gebäude gefangen gehalten und dort gefunden wurde, rasiert sich, bevor er für die erste Arbeitserlaubnis seines Lebens fotografiert wird. Foto von Ricardo Funari." width="300" height="199" /><p class="wp-caption-text">Ein Mann, der in einem Gebäude gefangen gehalten und dort gefunden wurde, rasiert sich, bevor er für die erste Arbeitserlaubnis seines Lebens fotografiert wird. Foto von Ricardo Funari.</p></div>
<p>Noch immer in São Paulo, geht es in einem Artikel von Soziologe und Mitglieder der Gemeindeversammlung, Floriano Pesaro, auf dem <a href="http://coisasdesp.blogspot.com/2009/07/nao-ao-trabalho-infantil.html"><em>Blog Coisas de São Paulo</em></a> [pt] um Straßenkinder, die von ihren Eltern zur Arbeit gezwungen werden. Hier geht es um einen doppelten Übergriff: Kinderarbeit und Sklavenarbeit:</p>
<blockquote><p>O trabalho infantil nas ruas, no comércio e até dentro de casa resiste no Brasil urbano e rural. Manifesta-se em suas piores formas, com práticas análogas ao trabalho escravo: exploração sexual comercial, venda e tráfico de crianças para trabalho ou exploração sexual, uso de crianças no comércio de drogas. Estas práticas envolvem atividades criminosas que são ilícitas e que levam crianças e adolescentes à morte. Na cidade de São Paulo, de acordo com pesquisa da FIPE, de 2007, são pouco mais de mil crianças em trabalho infantil somente nas ruas.</p></blockquote>
<div class="translation">Kinderarbeit auf der Straße, in Läden und sogar in Haushalten hält sich hartnäckig im ländlichen und städtischen Brasilien. Sie zeigt sich in ihrer schlimmsten Form, mit Praktiken, die der Sklavenarbeit entsprechen: kommerzielle sexuelle Ausbeutung, Kinderhandel und -verkauf oder sexuelle Ausbeutung und die Ausnutzung von Kindern beim Dealen mit Drogen. Diese Praktiken beinhalten verbotene kriminelle Aktivitäten, die Kinder und Jugendliche in den Tod führen. In der Stadt São Paulo gab es 2007 laut einer FIPE-Studie über 1.000 Kinder, die allein auf der Straße Kinderarbeit nachgingen.</div>
<p>Während ich diesen Artikel für Global Voices Online schrieb, fragte ich mich, ob durch die weltweite Verbreitung solch schlechter Nachrichten nicht das Image Brasiliens im Ausland leiden würde, aber das sehr interessante Blog von <a href="http://edsonrodrigues.wordpress.com/2009/03/27/trabalho-escravo-uma-triste-realidade-no-brasil/"><em>Edson Rodrigues</em></a> [pt], half mir dabei, doch darüber zu berichten. Er stellt eine Liste von 15 Wahrheiten und Lügen über Sklavenarbeit in Brasilien auf. In einem der Punkte geht es um die internationale Verbreitung von praktizierter Sklavenarbeit und deren Schaden für das Land:</p>
<blockquote><p>12) Mentira: A divulgação internacional prejudica o comércio exterior e vai trazer prejuízo ao país. Verdade:<br />
Isso é uma falácia. Não erradicar o trabalho escravo é que prejudica a imagem do Brasil no exterior. As ameaças de restrições comerciais serão levadas a cabo se o país não fizer nada para resolver o problema. Que usamos trabalho escravo, isso é público e notório…A agricultura é fundamental para o desenvolvimento do país. Por isso mesmo, ele deve estar na linha de frente do combate ao trabalho escravo, identificando e isolando os empresários que agem criminalmente. Dessa forma, impede-se que uma atividade econômica inteira venha a ser prejudicada pelo comportamento de alguns poucos.</p></blockquote>
<div class="translation">12) Lüge: Die internationale Verbreitung von Nachrichten schadet dem Handel und dem Land. Wahrheit: Das ist ein Trugschluss. Die Nicht-Ausmerzung von Sklavenarbeit ist, was dem Image Brasiliens im Ausland schadet. Es drohen wirtschaftliche Sanktionen, sollten das Land nicht auf die Lösung des Problems hinarbeiten. Es gibt bei uns Sklavenarbeit, das ist allgemein bekannt… Landwirtschaft ist grundlegend wichtig für die Entwicklung unseres Landes. Aus genau diesem Grund sollte der Kampf gegen Sklaverei ganz oben auf der Liste stehen und kriminelle Geschäftsleute identifiziert und ausgegrenzt werden. So wird garantiert, dass die gesamte wirtschaftliche Aktivität unter dem Verhalten Einzelner leidet.</div>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><img title="Moderne Sklaverei am Amazonas - Ausstellung von Arbeitserlaubnissen im Wald" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/07/3535380017_a328cec61d-300x193.jpg" alt="Ausstellung von Arbeitserlaubnissen im Wald. Foto von Ricardo Funari." width="300" height="193" /><p class="wp-caption-text">Ausstellung von Arbeitserlaubnissen im Wald. Foto von Ricardo Funari.</p></div>
<p>Ich schließe mich seinen Worten an und schließe diesen Artikel mit dem sicheren Gefühl, dass Sklavenarbeit ein pauschalisiertes Relikt aus Zeiten ist, als Sklaverei in Brasilien noch legal war, und dass es eine Anomalie wäre, diese Phänomen nicht offen zu bekämpfen.</p>
<p>—</p>
<p>Die Fotos in diesem Artikel wurden freundlicherweise von dem Fotojournalisten <a href="http://www.flickr.com/photos/28488531@N08/"><em>Ricardo Funari</em></a> aus Rio de Janeiro zur Verfügung gestellt, der an der Produktion und Verbreitung von Bildern arbeitet, die Probleme gesellschaftlicher Ungerechtigkeit im Land dokumentieren und ansprechen. Danach zu urteilen, was ihm im Laufe seiner Arbeit begegnet ist, „bilden Schulden den Hauptmechanismus der Sklaverei in Brasilien - die körperliche Festsetzung von Arbeitern auf Anwesen bis zur Begleichung von Schulden, die oft durch Betrug entstanden sind und durch genau ihre Arbeitsbedingungen hervorgerufen wurden. Arbeiter aus Gebieten, die von einer Rezession oder Dürre betroffen sind, werden so in mündliche Verträge gelockt und danach auf Lastwagen verladen, mit denen sie tausende Kilometer weit transportiert werden, um dort unter gefährlichen Bedingungen zu arbeiten. Bei ihrer Ankunft werden die attraktiven Löhne, die ihnen versprochen wurden, gesenkt und dann ganz gestrichen, um die Kosten für Transport, Nahrungsmittel und sogar Werkzeuge zu decken. Arbeiter erhalten oft kein Bargeld. Die Zeit vergeht und die Schulden der Arbeiter werden größer und größer, so dass sie keine Möglichkeit haben, zu gehen.“ Sein Fotosatz <a href="http://www.flickr.com/photos/28488531@N08/sets/72157618168573569/">„Moderne Sklaverei in Brasilien“</a> ist auf seinem Flickr-Account zu sehen.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><img title="Moderne Sklaverei am Amazonas - Freiheit und Bezahlung" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/07/3536197068_125232e972-300x199.jpg" alt="Ein zahnloser Arbeiter lacht laut, als er eine vollkommen legale Lohnzahlung erhält. Foto von Ricardo Funari." width="300" height="199" /><p class="wp-caption-text">Ein zahnloser Arbeiter lacht laut, als er eine vollkommen legale Lohnzahlung erhält. Foto von Ricardo Funari.</p></div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://de.globalvoicesonline.org/2009/08/07/brasilien-kampf-gegen-moderne-sklaverei/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Brasilien: Justizentscheidungen - eine wachsende Bedrohung für die Online-Freiheit</title>
		<link>http://de.globalvoicesonline.org/2009/04/24/brasilien-justizentscheidungen-eine-wachsende-bedrohung-fur-die-online-freiheit/</link>
		<comments>http://de.globalvoicesonline.org/2009/04/24/brasilien-justizentscheidungen-eine-wachsende-bedrohung-fur-die-online-freiheit/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 24 Apr 2009 08:52:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tina Seidenberger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[Cyberaktivisten]]></category>
		<category><![CDATA[Feature]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Portugiesisch]]></category>
		<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://de.globalvoicesonline.org/?p=623</guid>
		<description><![CDATA[Wenn es um Freiheit im Internet geht, ist Brasilien laut einem Sonderbericht von Freedom House ein freies Land. Blogger sehen sich jedoch zunehmen mit richterlichen Entscheidungen konfrontiert, die zur Zensur von Inhalten führen und Strafverfolgung wegen Verleumdung und übler Nachrede nach sich ziehen können. Fast monatlich gibt es Neuigkeiten über geschlossene Blogs, Blogger, die ihre Artikel löschen müssen oder haufenweise Drohungen erhalten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<em>Geschrieben von<a href="http://globalvoicesonline.org/author/paulagoes/">Paula Goés</a>  &middot; Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/tina-seidenberger/'>Tina Seidenberger</a> &middot;  <a href='http://globalvoicesonline.org/2009/04/22/brazil-judicial-decisions-a-growing-threat-to-online-freedom/'>engl. Originalartikel</a></em> 
<br /><p>Wenn es um Freiheit im Internet geht, ist Brasilien laut einem Sonderbericht von Freedom House ein freies Land. <a href="http://www.freedomhouse.org/template.cfm?page=384&amp;key=205&amp;parent=19&amp;report=79">Es erreichte 26 von 100 möglichen Punkten</a> (je niedriger die Punktanzahl, desto mehr Freiheit), was zeigt, dass es im Allgemeinen eine offene Zugangsumgebung mit wenig Hindernissen durch die Regierung bietet (5 von 25 Punkten), es wenig inhaltliche Kontrolle gibt (8 von 35 Punkten bezüglich inhaltlichen Beschränkungen) und die Rechte von Einzelusern selten verletzt werden (13 von 40 Punkten).</p>
<p>Das Hauptproblem in Brasilien, und laut der Ergebnisse eine wachsende Bedrohung, sind die richterlichen Entscheidungen zugunsten inhaltlicher Zensur. Ebenso wie in Großbritannien und der Türkei werden in dem Land Userrechte häufig durch die Androhung von Strafverfolgung wegen Verleumdung und übler Nachrede verletzt. Im Bericht &#8220;<a href="http://www.freedomhouse.org/template.cfm?page=383&amp;report=79&amp;group=19">Freedom on the Net: A Global Assessment of Internet and Digital Media</a>&#8221; (dt. Freiheit im Netz: Eine globale Einschätzung des Internets und digitaler Medien) heißt es: &#8220;Die Freiheit im Internet wird zunehmend durch gesetzliche Schikanen, undurchsichtige Filterverfahren und wachsende Überwachung untergraben.&#8221; Im selben Bericht werden folgende statistischen Daten in Bezug auf das digitale Brasilien veröffentlicht:</p>
<blockquote><p>Brasilien in Zahlen<br />
Bevölkerung: 194 Millionen<br />
Internetuser/Penetration 2006: 32 Millionen/17 %<br />
Internetuser/Penetration 2008: 68 Millionen/35 %<br />
Handy-Nutzer/Penetration 2006: 100 Millionen<br />
Handy-Nutzer/Penetration 2008: 151 Millionen<br />
Pressefreiheit (2008) Punkte/Status: 42/teilweise frei<br />
Digital Opportunity Index (2006) Ranking: 65 von 181<br />
BNE pro Kopf (PPP): 9.400 $<br />
Web-2.0-Anwendungen geblockt: Ja<br />
Systematische Filterung von politischen Inhalten: Nein<br />
Blogger/Online-Journalisten verhaftet: Nein</p></blockquote>
<p>Der Bericht &#8220;<a href="http://www.freedomhouse.org/template.cfm?page=383&amp;report=79&amp;group=19">Freedom on the Net: A Global Assessment of Internet and Digital Media</a>&#8221; untersuchte 15 Länder auf neu entstehende, von Regierungen übernommene Taktiken zur Steuerung der Benutzung von Internet und Handys. Dies schließt die Überwachung, Regulierung und Zensur von Blog-, Website- und SMS-Inhalten ein.</p>
<p><strong>Die Gefahr wächst</strong></p>
<p>Obwohl freie Meinungsäußerung in der Verfassung verankert ist, werden sehr viele Ansprüche gegen Blogger geltend gemacht und Verwaltungsklagen eingereicht; auffällig oft sind es von Politikern eingereichte Klagen. Der Blogger, der zuletzt einem dieser Politiker zum Opfer viel, ist Juvêncio de Arruda vom sehr beliebten Blog <a href="http://quintaemenda.blogspot.com/">Quinta Emenda</a> [pt]. Er musste <a href="http://quintaemenda.blogspot.com/2009/04/juiza-ordena-retirada-de-posts.html">einige Artikel</a> [pt] auf Wunsch eines früheren Parlamentsabgeordneten des <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Par%C3%A1">Staates Para</a>, Luiz Afonso Sefer, löschen, gegen den ein parlamentarisches Untersuchungsverfahren wegen Pädophilie läuft.</p>
<p>Nach der <a href="http://www.tjpa.jus.br/consultasProcessuais/1grau/gerarRelatorio.do?cdcomarca=1&amp;cdprocesso=200910419040">Entscheidung</a> des Richters Teresinha Nunes Moura darf der Blogger weder auf seinem Blog noch in anderen Medien Sätze verfassen, die in Verbindung mit dem betroffenen Politiker stehen könnten. Hätte sich Arruda dem Urteil nicht gebeugt, hätte ihm eine tägliche Strafe von 1.000 Real (ca. 457,89 $) gedroht. Andere Blogger weisen darauf hin, dass Blogs tatsächlich eine wichtige Rolle dabei gespielt hätten, Licht in die Anschuldigungen zu bringen, die zu einer Untersuchung durch den Staat in Richtung Pädophelie erst geführt hätten, und sehen dies als neuesten Beweis für Zensur in Brasilien.</p>
<p><a href="http://hiroshibogea.blogspot.com/2009/04/tesoura-volta-cena_13.html">Hiroshi Bogéa</a> [pt] betont, dass der Blogger lediglich öffentliche Informationen kommentierte und täglich über die Ermittlungen berichtete. Er sagt, diese Klage zeige, dass die Behörden nicht glücklich über die Tatsache seien, dass Menschen freien Zugang zu Informationen haben:</p>
<blockquote><p>Mais uma razão pra se aceitar a máxima que circula em Belém dando conta de que a força da família Seffer é capaz de tudo.</p></blockquote>
<div class="translation">Es ist ein weiterer Grund den Gerüchten zu glauben, die in <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Bel%C3%A9m">Belém</a> die Runde machen und nach denen es heißt, dass die Familie Seffer alles machen kann [was sie will].</div>
<p><a href="http://uruatapera.blogspot.com/2009/04/pela-justica-e-cidadania.html"><em>Franssinete Florenzano</em></a> [pt], die die Ermittlungen genau verfolgt, kann nicht glauben, wie schnell der Blogger verurteilt wurde, wenn man bedenkt, dass die brasilianische Justiz für ihr langsames Handeln berüchtigt ist. Die Klage wurde abends an einem Feiertag eingereicht und die Vorladung lag bereits am folgenden Werktag vor. Sie betont, dass die Justiz den Blogger sehr schnell bestrafte, der die Informationen verbreitet hatte, wohingegen sich der Beschuldigte in den Ermittlungen auf freiem Fuß befindet:</p>
<blockquote><p>Tal celeridade seria louvável se tratasse, por exemplo, de proteger uma criancinha estuprada anos a fio, explorada como mão-de-obra escrava, privada de viver em família, excluída do convívio saudável com outras de sua idade, aniquilada em seus sonhos infantis, destruída em sua integridade física, psicológica e moral.</p></blockquote>
<div class="translation">Diese Geschwindigkeit wäre angebracht gewesen, um z. B. das Kind, das jahrelang vergewaltigt wurde, zu schützen, das zur Sklavenarbeit gezwungen wurde, kein Familienleben hatte, von einem gesunden Leben mit Gleichaltrigen ausgeschlossen war, dessen Kindheitsträume zerstört, dessen körperliche, psychologische und moralische Integrität zerstört wurde.</div>
<p><a href="http://xipaia.wordpress.com/2009/04/13/censura/"><em>Lafayette</em></a> wünschte, die brasilianische Justiz wäre immer so schnell:</p>
<blockquote><p>REZO, TODOS OS DIAS, SANTOS OU NÃO, PARA QUE A JUSTIÇA FUNCIONE ASSIM <span style="text-decoration: underline;">PARA TODOS</span>, POBRES OU RICOS !!!</p></blockquote>
<div class="translation">I bete jeden Tag, dass die Justiz, egal ob an Feiertage oder nicht, <span style="text-decoration: underline;">für jeden</span> so gut arbeitet, für die Armen und für die Reichen!</div>
<p>Dem gleichen Gedanken folgt ein Blogger auf <a href="http://blogdocjk.blogspot.com/2009/04/sed-lex.html">Blog do CJK</a> [pt]. Er sagt, er wäre nicht überrascht, wenn die Ermittlungen auf Pädophilie ergebnislos verliefen:</p>
<blockquote><p>Não se duvide, ao final de todo este processo, o único condenado pela Justiça pode ser o blogueiro.</p></blockquote>
<div class="translation">Man sollte nicht überrascht sein, wenn am Ende der Ermittlungen der Blogger der Einzige von der Justiz Verurteilte sein wird.</div>
<p><a href="http://zecarlosdopv.blogspot.com/2009/04/blog-censurado.html"><em>José Carlos Lima</em></a> [pt] stellt die wichtige Rolle heraus, die Blogger im Staat Pará gespielt hätten:</p>
<blockquote><p>Muita coisa que hoje virou notícia no Pará, incluindo a CPI da Pedofilia, rodou primeiro no mundo dos blogueiros, cujo símbolo de todos nós é o Quinta e seu condutor Juvêncio Arruda. Nosso desagravo e solidariedade.</p></blockquote>
<div class="translation">Viele Probleme, die in Pará Schlagzeilen machten, u. a. die Ermittlungen wegen Pädophilie, tauchten zuerst in der Blogosphäre auf, allen voran Quinta und sein Blogger Juvêncio. Wir sprechen ihnen unser Beileid aus und sie haben unsere Solidarität.</div>
<p><a href="http://prof.alan.blog.uol.com.br/arch2009-04-12_2009-04-18.html#2009_04-13_17_07_18-5100940-0"><em>Alan Souza</em></a> [pt] bestätigt, dass diese Art, Blogger zum Schweigen zu bringen, zu einem wachsenden Trend wird:</p>
<blockquote><p>A moda infelizmente se alastra. O objetivo dos políticos é impedir que todos conheçam seus malfeitos. Por isso tentam censurar a livre opinião dos blogueiros…</p></blockquote>
<div class="translation">Leider verbreitet sich dieser Trend. Das Ziel dieser Politiker ist es, dafür zu sorgen, dass die Leute nichts von ihren Verbrechen erfahren. Deshalb versuchen sie, die freie Meinungsäußerung von Bloggern zu zensieren&#8230;</div>
<p><strong>Der Trend nimmt zu</strong></p>
<p>Fast jeden Monat gibt es Nachrichten darüber, dass Blogs geschlossen werden, Blogger Artikel löschen müssen oder ihnen häufig gedroht wird. Im Oktober letzten Jahres wurde die <a href="http://flit-paralisante.blogspot.com/2008/11/venham-enterrar-seus-mortos-dia.html">Löschung des Blog</a> eines Polizisten, bis dahin eine fantastische Quelle über Nachrichten rund um die Polizei, aus bisher ungeklärten Gründen angeordnet. <a href="http://www.rodrigovianna.com.br/plenos-poderes/justica-tira-do-ar-blog-que-criticava-serra">Rodrigo Viana</a> zufolge hatte der Gouverneur von São Paulo, José Serra, etwas mit dieser Entscheidung zu tun:</p>
<blockquote><p>Mas, qual a justificativa para tirar o “blog” do ar?<br />
Cometeu crime? É proibido delegado escrever na internet?</p>
<p>O mais estranho é que na sexta-feira ainda, poucas horas depois do despacho do juiz, gente da Secretaria de Segurança Pública de São Paulo ligou para as redações “avisando”: olha o blog do delegado saiu do ar.</p>
<p>Por que tanta diligência, tanta pressa em dar a notícia? Esse é papel de Secretaria de Segurança?<br />
A decisão do juiz foi dada sob encomenda para o governo Serra? Por isso, a secretaria estava comemorando?</p></blockquote>
<div class="translation">Wodurch wurde aber die Schließung des &#8220;Blogs&#8221; gerechtfertigt?<br />
Hat er ein Verbrechen begangen? Darf ein Polizeichef nichts im Internet veröffentlichen?<br />
Das Seltsamste ist, dass sogar am Freitag, nur Stunden nach der gerichtlichen Anordnung, Mitglieder des Kabinetts für öffentliche Sicherheit von São Paulo bei den Nachrichtenagenturen anriefen und sie &#8220;informierten&#8221;: Seht, die Seite des Polizeichefs wurde geschlossen.</p>
<p>Warum haben sie es so eilig, die Neuigkeiten zu verbreiten? Ist das die Rolle des Sicherheitskabinetts?<br />
War die Entscheidung des Richters von der Regierung Serras angeordnet worden? Und deshalb wurde im Kabinett gefeiert?</p></div>
<p>Polizeichef Roberto Conde Guerra gab nicht auf und schrieb <a href="http://flitparalisante.wordpress.com/">auf einem neuen Blog weiter, das von einer anderen Platform</a> [pt] aus betrieben wird, wodurch er der Strafverfolgung entging. In den meisten Fällen haben die betroffenen Blogger jedoch nicht die finanziellen Mittel für die Gerichtskosten und entscheiden sich dazu, einfach nicht mehr zu bloggen. <a href="http://www.memedecarbono.com.br/2009/01/03/a-invisibilidade-corrompe/">Meme de Carbono</a> [pt] analysiert die Fälle einiger Blogger, die den Preis dafür zahlten, dass sie sich online über Dienste beschwerten, für die sie bezahlt hatten und mit denen sie nicht zufrieden waren: Offensichtlich ist es nach brasilianischem Recht so, dass Kunden, die sich online beschweren, sogar dann, wenn alles auf tatsächlichen Fakten beruht, die Namen nennen und sich beklagen, auf Schmerzensgeld, Verleumdung und übler Nachrede verklagt werden können. Er sagt, das trage alles nur zur Straffreiheit bei:</p>
<blockquote><p>A justiça está sendo usada como um manto de invisibilidade que protege maus profissionais assim como o Um Anel de Tolkien protegia e corrompia quem o usasse: a invisibilidade corrompe mais do que o poder.</p>
<p>Todo ser humano deve ter direito de reclamar quando se sentir mal atendido, deve ter o direito de alertar os outros (e não só os amigos) de riscos que eles correm. (…)</p>
<p>A mídia tradicional tem recursos e advogados para defender seus direitos, mas os cidadãos ficam acuados sem possibilidade de defesa caso não disponham de recursos o que, infelizmente, é comum. O caso do post reproduzido a seguir é justamente esse: a blogueira perdeu pois não podia pagar os custos para recorrer contra a decisão em primeira instância.</p></blockquote>
<div class="translation">Die Justiz wird als Tarnkappe benutzt, die schlechte Fachleute schützt, genauso wie Tolkiens Ring den Träger schützte und verdarb: Die Unsichtbarkeit verdirbt mehr als die Macht.<br />
Jeder Mensch sollte das Recht haben, sich über schlechte Leistungen zu beschweren. Jeder sollte das Recht haben, andere (und nicht nur ihre Freunde) vor Risiken zu warnen. (&#8230;)</p>
<p>Die traditionellen Medien haben die Mittel und Anwälte, um ihre Rechte zu verteidigen, aber Bürger werden in eine Ecke getrieben und sind nicht in der Lage, sich zu verteidigen, wenn sie keine Mittel haben, was - leider - der Regelfall ist. Der Fall des unten wiedergegebenen Artikels entspricht genau dem: Die Bloggerin verlor, weil sie die Kosten für eine Berufung gegen die Entscheidung der ersten Instanz nicht aufbringen konnte.</p></div>
<p>Auf der anderen Seite können sie sich dem Gericht stellen und beweisen, dass sie nichts Falsches getan haben. In Rio Grande do Sul musste das Blog A Nova Corja <a href="http://www.novacorja.org/?p=4240">Teile eines Artikels löschen</a> und die Blogger dahinter werden nun zum zweiten Mal in einem Jahr wegen eines Artikel, der im <a href="http://www.novacorja.org/?p=3876">Juni 2008</a> veröffentlich worden war, verklagt. Beim ersten Mal <a href="http://www.novacorja.org/?p=4409">gewannen sie</a>, weil die Klage wegen Geringfügigkeit abgewiesen worden war. Es erwartete sie nun ein Verfahren wegen weiterer Klagen, bei denen es um denselben Artikel geht:</p>
<blockquote><p>As pessoas precisam aprender, de uma vez por todas, que entrar na Justiça não é forma de ganhar a vida. Hoje em dia, qualquer coisa é “dano moral, calúnia, difamação”. Parem com isso. Considerem trabalhar.</p></blockquote>
<div class="translation">Die Leute müssen ein für allemal lernen, dass das Einreichen einer Klage keine Möglichkeit zum Verdienen des täglichen Brots ist. Heutzutage ist alles &#8220;Schmerzensgeld, Verleumdung, üble Nachrede&#8221;. Schluss damit. Sucht euch Arbeit.</div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://de.globalvoicesonline.org/2009/04/24/brasilien-justizentscheidungen-eine-wachsende-bedrohung-fur-die-online-freiheit/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Weltweit: Licht aus für eine zukunftsfähige Welt</title>
		<link>http://de.globalvoicesonline.org/2009/04/06/weltweit-licht-aus-fur-eine-zukunftsfahige-welt/</link>
		<comments>http://de.globalvoicesonline.org/2009/04/06/weltweit-licht-aus-fur-eine-zukunftsfahige-welt/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 06 Apr 2009 20:16:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tina Seidenberger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Amerika]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[Chile]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Fotos]]></category>
		<category><![CDATA[Indien]]></category>
		<category><![CDATA[Malaysia]]></category>
		<category><![CDATA[Portugiesisch]]></category>
		<category><![CDATA[Singapore]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://de.globalvoicesonline.org/?p=607</guid>
		<description><![CDATA[Am Samstag, den 29. März, haben viele Menschen überall auf der Welt von 20.30 bis 21.30 Uhr Ortszeit ihre Lichter als symbolischen Akt für den Umweltschutz ausgeschaltet. Lesen Sie, wie die Stunde der Erde von denen, die zugesehen haben, aufgenommen wurde. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<em>Geschrieben von<a href="http://globalvoicesonline.org/author/paulagoes/">Paula Góes</a>  &middot; Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/tina-seidenberger/'>Tina Seidenberger</a> &middot;  <a href='http://globalvoicesonline.org/2009/04/04/global-switching-off-the-lights-for-a-sustainable-world/'>engl. Originalartikel</a></em> 
<br /><p>Die Strahler von denen Brasiliens berühmtestes Wahrzeichen, die Christusstatue auf dem Corcovado, angestrahlt wird, wurden ausgeschaltet und die Figur blickte letzten Samstag auf ein sehr viel dunkleres Rio de Janeiro herab. Etwa 100 andere brasilianische Städte schalteten von 20.30 bis 21.30 Uhr ebenfalls die Lichter während der <a href="http://www.earthhour.org/home/">Stunde der Erde</a> aus. Dies ist das erste Mal, dass sich das Land an der weltweiten Bewegung beteiligte und sich so für eine zukunftsfähigere Welt einsetzte.</p>
<p><img class="aligncenter" title="Rio" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/03/6951622-3c2.jpg" alt="" width="750" height="498" /></p>
<p><strong>Foto von <a href="http://www.divshare.com/download/6951622-3c2">Americo Verme/WWS Brasilien</a></strong></p>
<p>Genauso wie <a href="http://globalvoicesonline.org/2009/04/03/brunei-joins-earth-hour-for-the-first-time/">Brunei</a> und viele andere Länder beteiligte sich auch Brasilien an der Stunde der Erde zum ersten Mal. Die Reaktionen reichten von optimistischen und unterstützenden bis zu kritischen und zynischen Artikeln. Guilherme Nascimento Valadares vom Blog <a href="http://papodehomem.com.br/dissecando-a-hora-do-planeta/"><em>Papo de Homem</em></a> [pt] beobachtete einige Zeit lang die Reaktionen auf Twitter und zählte über 8.000 Posts, die zwischen Samstag, den 29. März, um 20.45 Uhr und Sonntag, den 30. März, um 6.00 Uhr mit entsprechenden Tags gekennzeichtet waren. Er schlussfolgert:</p>
<blockquote><p>Fato peculiar. O mais críticos eram justamente os mais conectados, jovens, hypes, espertos. Me corrijam se estiver errado, mas tenho uma forte impressão de que o retrato da juventude produtiva brasileira de hoje - estou falando da turma que saiu da faculdade e já faz o seu $$$ - é um tremendo bundão, cético, hedonista, indolente, inseguro, maria-vai-com-as-outras.</p></blockquote>
<div class="translation">Eine seltsame Tatsache: Die meiste Kritik kam direkt von engagiertesten, überdrehtesten und intelligentesten Jugendlichen. Bitte lasst mich wissen, wenn ich falschliege, aber ich habe den Eindruck, dass dies ein Spiegelbild der heutigen brasilianischen aktiven Jugend ist – ich sprechen von denjenigen, die die Uni abgeschlossen haben, Ihre $$$ verdient haben – die gigantische Arschlöcher, skeptisch, hedonistisch, faul, unsicher sind und Herdenverhalten zeigen.</div>
<p>Von denen, die die Lichter ausgeschaltet haben, <a href="http://www.flickr.com/photos/earthhour_global/">haben viele Flickr-User Bilder gemacht</a>, um sich die Zeit zu vertreiben. Unten eine Auswahl an Fotos, die unter Creative-Commons-Lizenz von Brasilien, Indien, Malasyia, Australien, Singapur und Chile aus hochgeladen wurden:</p>
<p><img class="aligncenter" title="3393393277_dda7b4949e" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/03/3393393277_dda7b4949e.jpg" alt="" width="500" height="334" /></p>
<p><strong>Foto von <a href="http://www.flickr.com/photos/alexbolt/">Alexandre E Silva&#39;s</a> - Brasilien</strong></p>
<blockquote><p>“Transmitindo a Hora do Planeta ao vivo pelo Ustream.”</p></blockquote>
<div class="translation">“Live-Streaming der Stunde der Erde über Ustream”</div>
<p><img class="aligncenter" title="3393791445_7552075b13" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/04/3393791445_7552075b13.jpg" alt="" width="500" height="356" /></p>
<p>Die Stunde der Erde in Bangalore, Indien - Foto von <a href="http://www.flickr.com/photos/earthhour_global/3393791445/">Earth Hour Global</a>. Für einen Blogger vor Ort, der uns daran erinnert, dass das Land täglich unter chronischem Stromausfall leidet, ist die Stunde der Erde ein Symbol der Dummheit. <a href="http://kishorekumar62.wordpress.com/2009/03/28/a-symbol-of-foolishness/">View of My World</a> sagt:</p>
<blockquote><p>Bangalore und große Teile Indiens haben der Stunde der Erde/dem Tag der Erde/der Nacht der Erde nun seit vielen Jahren zugesehen. Sogar heute Morgen gab es in meinem Haushalb von 9 bis 11 Uhr keinen Strom.</p></blockquote>
<p><img class="aligncenter" title="3393294153_642a764c6c" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/03/3393294153_642a764c6c.jpg" alt="" width="500" height="375" /></p>
<p><strong>Foto von <a href="http://www.flickr.com/photos/danipontes/3393294153/">Dani Pontes</a>, Brasilien</strong></p>
<blockquote><p>“Nós participamos!!<br />
E aproveitamos pra namorar a luz de velas!! rs”</p></blockquote>
<div class="translation">“Wir waren dabei! Und haben die Chance genutzt, und im Kerzenschein zu küssen und zu drücken.”</div>
<p><img class="aligncenter" title="3392817669_9908bb91a4" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/03/3392817669_9908bb91a4.jpg" alt="" width="500" height="375" /></p>
<p><strong>Foto von <a href="http://www.flickr.com/photos/lucianojoaquim/3392817669/">Luciano Joaquim</a>, Brasilien</strong></p>
<p><img class="aligncenter" title="3394914218_8e7293aa17" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/04/3394914218_8e7293aa17.jpg" alt="" width="500" height="375" /></p>
<p><strong>Gebt der Erde eine Chance… Foto von <a href="http://www.flickr.com/photos/cw_ye/">CW Ye</a>- Malaysia</strong></p>
<p><img class="aligncenter" title="3396708164_1ae14ddd63" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/04/3396708164_1ae14ddd63.jpg" alt="" width="500" height="333" /></p>
<p><strong>Foto von <a href="http://www.flickr.com/photos/maxymiliano/">Max y Miliano</a>, Chile</strong></p>
<p><img class="aligncenter" title="3410280101_c5841fde97" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/04/3410280101_c5841fde97.jpg" alt="" width="500" height="333" /></p>
<p><strong>Foto von <a href="http://www.flickr.com/photos/mondayne/">Mondayne</a>. Sydney, Australien.</strong></p>
<blockquote><p>Die Stunde der Erde war in Sydney sowohl enttäuschend als auch sinnlos. Sie haben nicht einmal die Lichter des Opernhauses oder der Brücke richtig ausgeschaltet… nur wenige Strahler waren ausgeschaltet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie viel Strom gespart haben.</p></blockquote>
<p><img class="aligncenter" title="3406157063_b99c59121e" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/04/3406157063_b99c59121e.jpg" alt="" width="500" height="352" /></p>
<p><strong>Ein Selbstportrait von <a href="http://www.flickr.com/photos/hsien-ku/">Hsien-Ku</a>, Australien.</strong></p>
<p><img class="aligncenter" title="3403226377_f12480b0c6" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/04/3403226377_f12480b0c6.jpg" alt="" width="500" height="323" /></p>
<p><strong>Foto von <a href="http://www.flickr.com/photos/nathanhayag/">Nathan Hayag</a>, Singapur</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://de.globalvoicesonline.org/2009/04/06/weltweit-licht-aus-fur-eine-zukunftsfahige-welt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Überblick globale Rezession: Überlebenstipps und geschäftliche Chancen</title>
		<link>http://de.globalvoicesonline.org/2009/03/30/uberblick-globale-rezession-uberlebenstipps-und-geschaftliche-chancen/</link>
		<comments>http://de.globalvoicesonline.org/2009/03/30/uberblick-globale-rezession-uberlebenstipps-und-geschaftliche-chancen/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 30 Mar 2009 20:28:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tina Seidenberger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika]]></category>
		<category><![CDATA[Antigua und Barbuda]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitskräfte]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[Brunei]]></category>
		<category><![CDATA[Bulgarien]]></category>
		<category><![CDATA[Cambodia]]></category>
		<category><![CDATA[Diaspora]]></category>
		<category><![CDATA[English]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Fiji]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Indien]]></category>
		<category><![CDATA[Industrie]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Jamaika]]></category>
		<category><![CDATA[Japan]]></category>
		<category><![CDATA[Japanisch]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Laos]]></category>
		<category><![CDATA[Ostasien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Portugiesisch]]></category>
		<category><![CDATA[Qatar]]></category>
		<category><![CDATA[Regierung]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Singapore]]></category>
		<category><![CDATA[Südasien]]></category>
		<category><![CDATA[Südkorea]]></category>
		<category><![CDATA[Thailand]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ökonomie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://de.globalvoicesonline.org/?p=593</guid>
		<description><![CDATA[Jeder versucht mit aller Kraft, die weltweite Wirtschaftskrise zu meistern. Blogger bieten ihren Lesern Überlebenstipps. Weltweit passen sich Unternehmen an. Einige profitieren sogar von der Krise. Ich berichte in diesem Artikel über zahlreiche Beispiele von Einzelpersonen und Unternehmen, die ihr Bestes tun, um die Rezession zu bewältigen. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<em>Geschrieben von<a href="http://globalvoicesonline.org/author/mong/">Mong Palatino</a>  &middot; Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/tina-seidenberger/'>Tina Seidenberger</a> &middot;  <a href='http://globalvoicesonline.org/2009/03/27/global-recession-survey-survival-tips-and-business-opportunities/'>engl. Originalartikel</a></em> 
<br /><p>Der <a href="http://globalvoicesonline.org/2009/03/13/global-recession-and-its-discontents/">Abschwung der Weltwirtschaft</a> verbreitet täglich überall Trübsinn und Verzweiflung. Der menschliche Geist lässt sich jedoch nicht so einfach besiegen. Viele versuchen mit aller Kraft, die Krise zu meistern. Blogger bieten ihren Lesern Überlebenstipps. Weltweit passen sich Unternehmen an. Sie übernehmen neue Strategien; einige profitieren sogar von der Krise. Ich möchte in diesem Artikel zahlreiche Beispiele von Einzelpersonen und Unternehmen nennen, die ihr Bestes tun, um die Rezession zu bewältigen.</p>
<p><strong>Überleben in der Rezession</strong></p>
<p>Frank Coelho de Alcantara aus Brasilien glaubt, dass in Krisenzeiten <a href="http://www.depijama.com/trecos/com-criatividade-voce-consegue-inovar-ate-velas/">einige weinen, während andere Taschentücher verkaufen</a>. Er rät allen, mit Innovation durch die Krise zu kommen:</p>
<blockquote><p>Inove. Melhore o que já existe e venda. A crise só existe para os que choram e compram lenços.</p></blockquote>
<div class="translation">Seid innovativ. Verbessert, was es schon gibt und verkauft es den Leuten. Die Krise existiert nur für diejenigen, die weinen und Taschentücher kaufen.</div>
<p>Evandro Sudré, ein anderer brasilianischer Blogger, betont die Notwendigkeit, &#8220;<a href="http://ufnet.blogspot.com/2009/02/7-dicas-pra-encarar-crise.html">einen Speicher für innere Stärke und Ideen</a>&#8221; für harte Zeiten anzulegen:</p>
<blockquote><p>Problemas e adversidades fazem parte da vida diária, mas quando a crise nos atinge, é bom ter alguma reserva de força interior e resolução. De fato ter algum tipo de reserva na mente, da qual possamos formar um plano básico de ação e defesa com a qual possamos lidar com a situação. Você é a pessoa mais qualificada para ajudar nesta situação.</p></blockquote>
<div class="translation">Probleme und Missgeschicke sind Teil unseres täglichen Lebens, wenn uns aber eine Krise trifft, ist es gut, einen Speicher an innerer Stärke und Ideen zu besitzen. Es ist in der Tat von Vorteil, ein Reservoir jeglicher Art im Kopf zu haben, aus dem man einen grundlegenden Schlacht- und Schutzplan formen kann, um mit der Situation umgehen zu können. Du allen bist die beste Person, dir in einer solchen Situationen weiterzuhelfen.</div>
<p>Es gibt aber auch diejenigen, die von Geldproblemen überwältigt werden, so dass die für sie denkbare einzige Lösung der Suizid ist. In Gujarat, Indien, gab es beispielsweise mehr als <a href="http://globalvoicesonline.org/2009/03/21/india-gujarat-diamond-workers-suicide-in-the-face-of-crisis/">70 Suizidfälle</a>, die im Zusammenhang mit Diamantenschleifern, die ihre Arbeit verloren hatten, standen.</p>
<p>Andere haben beschlossen zu kämpfen. Investoren (hauptsächlich in Antigua), die ihr Geld nach der Anklage des US-Milliardärs Allen Stanford wegen Investmentbetrugs verloren hatten, taten sich zusammen und bildeten eine Vereinigung, um ihr Vermögen wiederzuerlangen. Die &#8220;<a href="http://www.stanfordvictimscoalition.com/">Stanford Victims Coalition</a>&#8221; (Vereinigung der Stanford-Opfer) veröffentlichten Folgendes auf ihrer Website:</p>
<blockquote><p>Die Stanford Victims Coalition ist eine internationale Interessenvertretung für die Wiedererlangung von Milliarden von Dollars, die den tausenden unschuldigen Menschen gehören, die vom mutmaßlichen Betrugsfall der Stanford Financial Group und Stanford International Bank in Antigua betroffen sind. Die SVC steht keiner politischen Gruppierung nahe und es gibt keine Mitgliedsbeiträge für Opfer, die sich uns anschließen.</p></blockquote>
<p>In Brunei kritisieren Blogger bankrotte Einzelpersonen, die Überschussbeträge aus <a href="http://globalvoicesonline.org/2009/02/09/brunei-who-deserves-the-undistributed-zakat-funds/">Zakat-Kollekten</a> beziehen wollten. Bei der Zahlung des Zakat, eine der Säulen des Islams, geht es darum, einen Teil seines Reichtums für Bedürftige abzutreten. Zur Überraschung vieler, versuchten Leute in Brunei mit hohen Kreditkartenrechnungen, Krediten für Autos und privaten Darlehen, an Beträge aus dem Zakat heranzukommen.</p>
<p>Die Rezession wirkt sich bei vielen auf die körperliche und geistige Gesundheit aus. In Singapur sind <a href="http://www.uptoyoulor.com/2009/03/economic-recession-leads-to.html">Fitness- und Yoga-Studios überfüllt</a>, da viele die durch die wirtschaftliche Lage verursachten Verspannungen loswerden wollen; und diejenigen, denen betriebsbedingt gekündigt wurde, verbringen nun mehr Zeit mit Sport. <a href="http://globalvoicesonline.org/2008/10/30/recession-hits-singapore/">Singapur</a> war das erste asiatische Land, das letztes Jahr von der Rezession getroffen wurde.</p>
<p><em>Homesickhome</em>, ein Arbeiter in Katar, entdeckte, dass die Finanzkrise eine <a href="http://homesickhome.wordpress.com/2009/03/17/my-own-version-of-financial-crisis/">Lösung bei Shoppingsucht</a> sein kann.</p>
<p><a href="http://capital.bg/show.php?storyid=685129">Kapital</a>, eine in Bulgarien wöchentlich erscheinende Zeitung, fragte seine Leser, auf welche Weise sie von der Krise betroffen seien. Simeon Djankov <a href="http://crisistalk.worldbank.org/2009/03/has-the-crisis-affected-you-how-.html">fasst</a> die Ergebnisse des offenen Formums zusammen.</p>
<blockquote><p>Ich habe die Antworten bis zum heutigen Datum gelesen und einige zu erwartende und nicht zu erwartende Dinge gefunden.</p>
<p>Die Mieten gingen nach oben, da sich nur wenige Hypotheken leisten können; einige kleine Unternehmen sagten, ihre größeren Konkurrenten hätte solche Probleme, dass sie nun bessere Chancen hätten; es wird kein Fernsehen mehr geschaut (weil die Nachrichten so düster sind); kleinere gesellschaftliche Kluft - die Neureichen sind jetzt nur noch neu; mehr Zeit zum Lesen; mehr Interesse am Rest der Welt. Mein persönlicher Favorit: Wirtschaft wird als interessanter empfunden.</p></blockquote>
<p><strong>Anpassung der Unternehmen</strong></p>
<p>Welche Anpassungsmaßnahmen wurden als Antwort auf die Krise vom Unternehmenssektor ergriffen?</p>
<p>Anstatt die Anzahl der Arbeiter zu reduzieren, verkürzen einige Unternehmen auf den Philippinen die <a href="http://www.bworldonline.com/BW030509/content.php?id=002">Arbeitsstunden pro Woche</a>. Wegen niedrigerer Belegung ihrer Gebäude, verringern einige Vermieter in Manila die <a href="http://www.gmanews.tv/story/152275/Office-rentals-to-go-down-until-June-property-consultant-says">Preise für Büroräume</a>. Ein japanisches Unternehmen in Südkorea verwendete seine Ersparnisse und über die Jahre aufgelaufenen Gewinne für die Absicherung seiner Mitarbeiter.</p>
<p>Chefs von Unternehmen in Fiji haben die Regierung erfolgreich dazu gezwungen, die <a href="http://globalvoicesonline.org/2009/02/19/fiji-minimum-wage-increase-postponed/">Anhebung des Mindestlohns zu verschieben</a>, die den Arbeitern des Landes versprochen worden war. Sie warnten vor mehr Entlassungen und Betriebsschließungen durch die Anhebung. Das sind schlechte Nachrichten für die Arbeiter.</p>
<p>Roshni Mahtani, Gründer und Redakteur von <a href="http://sg.theasianparent.com/home.php">www.theasianparent.com</a>, schlägt kleinen Unternehmen folgende <a href="http://sgentrepreneurs.com/commentary/2009/03/09/10-cost-cutting-measures-%E2%80%93-theasianparentcom-way/">Sparmaßnahmen</a> vor:</p>
<blockquote><p>1. Büroräume verkleinern. Monatliche Ersparnis: 1.500 $</p>
<p>2. Umsteigen auf Open Source. Einmalige Einsparung:<br />
4.000 $. Monatliche Einsparung: 100 $<br />
3. Skype! Monatliche Einsparung: zwischen 100 $ und<br />
150 $<br />
4. Praktikanten. Monatliche Einsparung: 500 $<br />
5. Virtuelle Meetings. Monatliche Einsparung: 100 $<br />
6. Größenvorteile. Monatliche Einsparung: 300 $<br />
7. Incentives. Monatliche Einsparung: zwischen 750 $ und 1.000 $ pro Verkaufsmitarbeiter.<br />
8. Partnerschaften. Monatliche Einsparung: 100 $-150 $<br />
9. Rette die Bäume (und Geld). Monatliche Einsparung:<br />
200 $<br />
10. Social-Media-Marketing. Einmalige Einsparung: 2.600 $</p>
<p>Monatliche Einsparungen insgesamt: zwischen 4.500 $ und 5.000 $ pro Monat<br />
Einmalige Einsparungen insgesamt: 6.600 $</p></blockquote>
<p>Michel Monteiro aus Brasilien schreibt über die von der Einzelhandelskette Ponto Frio gestarteten <a href="http://vitrinepop.blogspot.com/2009/02/criatividade-em-tempos-de-crise.html">Aktion</a>: Kunden, die in dem Laden einkaufen, sind nun bis zur Höhe ihrer getätigten Einkäufe kostenlos versichert, sollten sie arbeitslos werden.</p>
<blockquote><p>O interessante é que essa ação tem como enfoque a atual crise economica, e em seu anuncio busca tirar o temor que existe nas pessoas de comprar e não poder pegar, o que gera queda nas vendas. Assim, o consumidor poderá voltar a comprar, e fazer o dinheiro movimentar a economia.</p>
<p>Mais do que uma inteligente proposta de marketing, a ação é um serviço ao país, pois - de forma inteligente -, faz a economia nacional girar capital, e consequentemente manter níveis de venda, empregos, etc.</p></blockquote>
<div class="translation">Das Interessante ist, dass diese Vorgehensweise sich auf die Wirtschaftskrise konzentriert, und diese Werbeanzeige zielt darauf ab, den Leuten die Angst zu nehmen, wenn es darum geht, Dinge zu kaufen und nicht bezahlen zu können, was zu einem Rückgang der Verkaufszahlen führt. So könnten die Konsumenten wieder kaufen, was zu einem Geldumlauf in der Wirtschaft führt.</p>
<p>Die Vorgehensweise ist mehr als eine klevere Marketingidee, sie dient auch dem Land, weil - sehr intelligent - es den Geldumlauf in der nationalen Wirtschaft steigert, und folglich Verkäufe, Jobs etc. auf hohem Niveau hält.</p></div>
<div class="wp-caption alignnone" style="width: 255px"><img title="Russland" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/03/russia.jpg" alt="Russlands " width="245" height="309" /><p class="wp-caption-text">Russlands “Toilettenpapier für die Finanzkrise”. Auf dem Etikett heißt es: Was muss getan werden? Vom Blog Notes on Moscow</p></div>
<p><strong>Chancen für Unternehmen</strong></p>
<p>Es gibt Unternehmen, die auch trotz der Krise Gewinne machen. Einige profitieren sogar von der Krise.</p>
<p>In <a href="http://globalvoicesonline.org/2009/03/10/japan-making-money-thanks-to-the-economic-crisis/">Japan</a> zählen folgende zu den heute profitablen Unternehmen: <a href="http://ueki.biz/414.html">kleine und mittelständische Betriebe</a>, die Teile von Rohstoffen verarbeiten und verkaufen, Fastfood-Ketten, <a href="http://business.nikkeibp.co.jp/article/manage/20090129/184281/?P=1">e-Commerce</a>-Dienstleister, <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Pachinko">Pachinko</a>-Branche (Spielekonsolen).</p>
<p>Chikara Ueki aus Japan lässt uns an einem Gespräch mit einem Unternehmer teilhaben, indem es darum ging, die <a href="http://globalvoicesonline.org/2009/03/10/japan-making-money-thanks-to-the-economic-crisis/">Krise in eine Chance umzuwandeln</a>:</p>
<blockquote><p>１００年に一度と言われている経済危機、考え方を変えると１００年に一度のチャンスかもしれない。不況業種も含め、全ての産業に言えることかもしれません。</p>
<p>ただ、事例の通り何もしなくてもチャンスは生まれるのではなく、コツコツとやってきたご褒美だと思います。</p></blockquote>
<div class="translation">Durch eine Änderung der Perspektive kann diese Krise, die es angeblich nur einmal in hundert Jahren gibt, als Chance gesehen werden, die man nur einmal in hundert Jahren bekommt. Dies gilt für alle Branchen, auch für die, die jetzt in großen Schwierigkeiten stecken.</p>
<p>Wie dieser Fall zeigt, kommt sie jedoch nicht von ungefähr. Sie ist die Belohnung für ständige Anstrengungen über einen langen Zeitraum hinweg.</p></div>
<p>Philippine Airlines fliegt in vielen Ländern häufiger Ziele an, was der Blogger Caswell Whiteside damit <a href="http://caswellwhiteside.wordpress.com/2009/03/19/forgotten-in-the-shuffle/">interpretiert</a>, dass mehr und mehr entlassene philippinische Wanderarbeiter jetzt heimkehren.</p>
<blockquote><p>Seit Kurzem fliegt Philippine Airlines täglich nach Kanada und in die USA, wogegen dies vorher in einigen Fällen nur viermal pro Woche der Fall war und vom Flugziel abhing. PAL hat das öffentlich natürlich mit &#8220;neuem und besserem Service&#8221; hochgespielt, während es in Wirklichkeit darum geht, sich der Anzahl philippinischer Arbeiter anzupassen, die von ihren Arbeitgebern in vielen Ländern der Welt, hauptsächlich in Japan und den USA, entlassen worden waren und nun heimkehren.</p></blockquote>
<p>Teil des <a href="http://nationmultimedia.com/2009/03/19/business/business_30098297.php">thailändischen Anstoßplans</a> ist die Verteilung von Schecks in Höhe von 55 US-Dollar an jeden Geringverdiener. Die Leistungsempfänger können mit den Schecks bei McDonald&#39;s, KFC, Pizza Hut und 18 anderen großen Unternehmen im Land einkaufen. Bei KFC erhalten Leistungsempfänger sogar <a href="http://www.irrawaddy.org/article.php?art_id=15369">20 Hühnchenstücke gratis</a>, wenn sie Ihren Scheck gegen Coupons der Verkaufsstelle eintauschen.</p>
<p><em>Every Woman’s Blog</em> stimmt einem Kondomhersteller zu, der einen <a href="http://www.everywomansblog.com/people-buy-condoms-recessions">Anstieg der Kondomverkaufszahlen</a> in der Rezession beobachtet, da Schwangerschaften vermieden werden sollen.</p>
<blockquote><p>Ich glaube hierin liegt sehr viel Wahrheit und Logik. In schwierigen und ungewissen Zeiten wollen die Menschen unvorbereitet keine weiteren Familienmitglieder, was zu zusätzlichen finanziellen Lasten führt.</p></blockquote>
<p>Douglas Muir erwartet einen <a href="http://fistfulofeuros.net/afoe/economics-and-demography/a-goodbad-time-to-stop-having-babies/">steilen Abfall der Geburtenraten</a> weltweit, vor allem in osteuropäischen Ländern.</p>
<p><strong>Back to Basics</strong></p>
<p>Aufgrund der Rezession lernen einige die grundlegenden Gesetze des Geschäftslebens, wie die Bereitstellung von erstklassigem Service gegenüber den Kunden, zu schätzen. Ein <a href="http://livroseafins.com/2008/05/12/prefeitura-pipoqueiro-pipoca/">brasilianischer Popcorn-Vekäufer</a> hat Beachtung für seine kreative Geschäftsideen gefunden. Er hat bereits viele <a href="http://www.ricardocoelhoconsult.com.br/responsabilidade.php">Vorlesungen zum Thema Unternehmertum</a> gehalten.</p>
<p>Die <a href="http://globalvoicesonline.org/2009/02/22/japan-agriculture-the-latest-trend-among-celebrities/">Landwirtschaft</a> wird unter japanischen Jugendlichen und Prominenten wieder populär und viele Menschen suchen nach einer wirtschaftliche Tätigkeit, die auf stabileren Fundamenten aufbaut als der Finanzsektor. Kamiyama Yasuharu bemerkt, dass der <a href="http://8ada.com/kamiyama/archive/2009/02/post-1.html">Boom der Landwirtschaft</a> heute zu einem interessanten Schlüsselwort in der japanischen Gesellschaft geworden ist.</p>
<p><a href="http://ki-media.blogspot.com/2009/03/cambodia-tries-alternative-products-to.html">Kambodscha</a> unterstreicht sein Vertrauen in die Landwirtschaft, um ein Wachsen der Wirtschaft herbeizuführen. Ein <a href="http://rspas.anu.edu.au/rmap/newmandala/2009/01/28/laos-too-poor-to-get-any-poorer/">laotischer Ökonom</a> glaubt, dass Laos durch den &#8220;landwirtschaftsbasierten, unabhängigen Charakter&#8221; der Wirtschaft des Landes von der globalen Finanzkrise verschont bleiben wird. Der Ökonom fügt hinzu:</p>
<blockquote><p>Menschen in Industriestaaten leben in der Angst vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes, weil sie kein Gemüse anbauen und keine Tiere züchten können wie die Menschen in Laos.</p></blockquote>
<p>In Jamaika haben die Chefs von 21 privatwirtschaftlichen Unternehmen einen Kooperationsvertrag geschlossen, um die Auswirkungen der sich verschlechternden globalen Wirtschaftsbedingungen auszugleichen. Sie haben erneut gelernt, wie viel die Bildung eines <a href="http://www.jamaicaobserver.com/news/html/20090308T200000-0500_147282_OBS_LEADERSHIP_BY_EXAMPLE.asp">&#8220;gesellschaftlichen Partnerschaftsdialogs&#8221;</a> zwischen Regierung, Opposition, Arbeitnehmerschaft, Unternehmen und Zivilbevölkerung wert ist.</p>
<p><em>Das Vorschaubild stammt von der Flickr-Seite von <a href="http://www.flickr.com/photos/suburbanslice/3103078097/in/set-72157611066659335">suburbanslice</a>. Der portugiesische Text wurde von GV-Redakteurin <a href="http://globalvoicesonline.org/author/paulagoes/">Paula</a> übersetzt. Den japanischen Text übersetzte GV-Redakteurin <a href="http://globalvoicesonline.org/author/scilla-alecci/">Scilla</a>.</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://de.globalvoicesonline.org/2009/03/30/uberblick-globale-rezession-uberlebenstipps-und-geschaftliche-chancen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Angola: Angolanischer Tag der Frau wird mit Gedichten gefeiert</title>
		<link>http://de.globalvoicesonline.org/2009/03/17/angola-angolanischer-tag-der-frau-wird-mit-gedichten-gefeiert/</link>
		<comments>http://de.globalvoicesonline.org/2009/03/17/angola-angolanischer-tag-der-frau-wird-mit-gedichten-gefeiert/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 17 Mar 2009 17:49:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tina Seidenberger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Angola]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Portugiesisch]]></category>
		<category><![CDATA[Subsahara-Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://de.globalvoicesonline.org/?p=560</guid>
		<description><![CDATA[März ist der Monat, in dem angolanische Frauen doppelt feiern: abgesehen vom Internationalen Tag der Frau, wird am 2. März der Angolanische Tag der Frau gefeiert, aufgrund des Muts von vier Frauen, die für die Unabhängigkeit Angolas gekämpft haben. Blogger feiern dies mit der Veröffentlichung von Gedichten und mit einer Hommage an diejenigen Frauen, die mit einem breiten Lachen auf den Lippen und mutigen Augen leiden, lieben und kämpfen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<em>Geschrieben von<a href="http://globalvoicesonline.org/author/clara-onofre/">Clara Onofre</a>  &middot; Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/tina-seidenberger/'>Tina Seidenberger</a> &middot;  <a href='http://globalvoicesonline.org/2009/03/17/angola-celebrating-angolan-womens-day-with-poetry/'>engl. Originalartikel</a></em> 
<br /><p>Es ist März. Ein Monat mit weiblichen Zügen und <a href="http://globalvoicesonline.org/specialcoverage/international-womens-day-2009/">jeder Frau der Welt gewidmet</a>. Aber es ist auch der Monat der angolanischen Frau. Er gehört denjenigen Frauen, die mit einem breiten Lachen auf den Lippen und mutigen Augen leiden, lieben und kämpfen. Es ist der Monat der <a href="http://globalvoicesonline.org/2008/11/02/angola-hawkers-face-a-hard-life-with-dignity-and-courage/">&#8220;Zungueiras&#8221;, Straßenhändlerinnen</a>, die ihre Waren auf ihren Köpfen und Ihre Babys auf ihren Rücken tragen. Es ist der Monat der Geschäftsfrauen, die sich in einer chauvinistischen und unerbittlichen Gesellschaft ihren Weg bahnen. März - Frauen. Der Monat der <a href="http://globalvoicesonline.org/2009/01/18/angola-an-increase-in-domestic-violence-or-only-in-awareness/">Ehefrauen, die von ihren seelenlosen Ehemännern als Arbeitskräfte ausgenutzt werden</a>. März. Dieser Monat ist diesen und allen anderen Frauen gewidmet, die Angola zu einem stärkeren und wärmeren Land machen.</p>
<p>Der Angolanische Tag der Frau wird am 2. März gefeiert, aufgrund des Muts von vier Frauen, die für die Unabhängigkeit Angolas gekämpft haben. Sie heißen Deolinda Rodrigues, Irene Cohen, Engrácia dos Santos und Lucrécia Paim. Es wird angenommen, dass sie von der <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/FNLA">FNLA</a> (Nationale Angolanische Befreiungsfront) im nördlichen Teil des Landes überfallen wurden. Sie wurden gefangen genommen und umgebracht, aber die Menschen in Angola erinnern sich immer noch an ihre Namen.</p>
<p>Wie dies zu erwarten war, ließen angolanische Blogger diesen Tag nicht unbeachtet verstreichen. Im Blog <a href="http://condedeangola.blogs.sapo.pt/2243.html"><em>Conde de Angola</em></a> [pt] beschreibt der Autor angolanische Frauen, indem er seine Erzählung mit einem schönen Gedicht von Décio Bettencourt Mateus beginnt:</p>
<blockquote><p>“O miúdo nas costas, faminto</p>
<p>O sol queimando</p>
<p>O sol assando</p>
<p>O miúdo nas costas, faminto de alimento</p>
<p>As moscas acariciando-o</p>
<p>E o lixo distraindo-o!</p>
<p>A zungueira zunga, cansada</p>
<p>Na cabeça, o negócio e o sustento</p>
<p>E nos pés empoeirados</p>
<p>O cansaço dos quilómetros galgados</p>
<p>O cansaço da distância percorrida</p>
<p>A zungueira zunga, o miúdo nas costas faminto!”</p>
<p>Este pequeno excerto do poema de Bettencourt retrata o “espírito guerreiro” das mulheres angolanas, também conhecidas por zungueiras. Começo assim o texto desta semana, dedicado a todas as mulheres de Angola, que no passado dia 2 de Março receberam homenagem com a comemoração do Dia da Mulher Angolana… e bem que elas o merecem, são umas autênticas leoas, especialmente as mulheres do pré-guerra. Gordas, magras, altas, baixas, convencem pela conversa transformando um perfume da Avon num perfume Channel. Em média têm sete filhos cada uma, há quem diga que este fenómeno se deva ao facto de só cerca de 6% usarem métodos contraceptivos, o certo é que a programação da TPA (Televisão Pública de Angola) também não ajuda a que este número baixe e por outro lado temos o ego masculino que pode ser rejeitado socialmente senão procriar. Enfim, é tudo a ajudar.</p>
<p>Longe estão os tempos em que o ganha-pão era responsabilidade só dos homens. Agora a sobrevivência passa a ser uma questão de igualdade, mas onde a mulher carrega tudo: carrega a criança às costas, muitas vezes carrega uma às costas e outra dentro da barriga, carrega as robustas cargas para a venda do dia, carrega o sol na cabeça quando sai e retorna com ele, carrega a ingratidão do marido com os copos, carrega as lamentações das crianças, carrega, carrega, carrega…”</p></blockquote>
<div class="translation">&#8220;Ein Junge auf ihrem Rücken, hungrig<br />
Brennende Sonne</p>
<p>Röstende Sonne</p>
<p>Ein Junge auf ihrem Rücken, hungrig nach Essen</p>
<p>Fliegen umschwärmen ihn</p>
<p>Er spielt mit Müll!</p>
<p>Die Straßenhänderin handelt, müde</p>
<p>Ihren Laden und ihr Auskommen auf ihrem Kopf</p>
<p>Auf ihren staubigen Füßen</p>
<p>Müdigkeit zurückgelegter Kilometer</p>
<p>Müdigkeit der überwunden Distanz</p>
<p>Die Straßenhändlerin handelt, mit einem hungrigen Jungen auf ihrem Rücken!</p>
<p>Dieser kurze Auszug aus dem Gedicht von Bettencourt zeigt den &#8220;Kampfgeist&#8221; angolanischer Frauen, die auch Zungueiras genannt werden. Diese Woche beginne ich meine Niederschrift damit und widme sie allen angolanischen Frauen, denen wir am Angolanischen Tag der Frau, am vergangenen 2. März, unsere Ehre erboten haben&#8230; und sie haben es mehr als verdient, sie sind wirkliche Löwinnen, besonders die Frauen aus der Vorkriegszeit. Dick, dünn, groß, klein, ihre listigen Tricks verwandeln ein Avon- in ein Chanel-Parfüm. Sie haben im Durchschnitt jeweils sieben Kinder; einige sagen, dieses Phänomen gäbe es deshalb, weil nur ca. 6 % der Frauen verhüten. Auf der einen Seite tragen die vom öffentlichen angolanischen Fernsehen ausgestrahlten Sendungen nicht dazu bei, diese Zahl zu verbessern. Auf der anderen Seite glauben Männer, dass sie, ohne sich fortzupflanzen, gesellschaftlich ausgegrenzt würden. Am Ende kommt alles zusammen.</p>
<p>Die Zeiten sind vorbei, in denen allein die Männer für das Verdienen des täglichen Brots zuständig waren. Das Überleben wird zur Gleichheitsfrage, aber es ist die Frau, die all das stemmt: sie trägt ihr Kind auf dem Rücken, oft trägt sie eines auf dem Rücken und ein anderes in ihrem Bauch, sie trägt die schwere Last an Verkaufsprodukten für den Tag, sie trägt die Sonne auf ihrem Kopf, wenn sie geht, und kommt mit ihr wieder zurück, sie trägt die Undankbarkeit des Mannes mit seinen Flaschen nach Hause, sie trägt ihre Kinder durch ihr Gejammer, und macht weiter und weiter und weiter&#8230;&#8221;</p></div>
<p><a href="http://spindola.blogspot.com/2007/03/dia-internacional-da-mulher.html">António Spíndola</a> [pt] drückt seine Meinung zu diesem Tag aus, indem er herausstellt, wie wichtig der Kampf der angolanischen Frau ist:</p>
<blockquote><p>“Em Angola as mulheres pretendem chamar a atenção para o seu papel e a sua dignidade, bem como levar a sociedade a ter uma consciência social do valor da pessoa, a perceber o seu papel e contestar e rever preconceitos e limitações que têm sido impostos à mulher. Como mães, esposas, filhas, ou simplesmente como mulheres, elas têm lutado pela sua emancipação, combatendo o analfabetismo e os actos de violência no género e na família. Elas estão, sobretudo, firmemente inseridas no processo de reconciliação e reconstrução nacional”.</p></blockquote>
<div class="translation">&#8220;Frauen in Angola wollen auf ihre Rolle und ihre Würde aufmerksam machen, genauso, wie sie wollen, dass die Gesellschaft ein gesellschaftliches Bewusstsein über den Wert des Menschen entwickelt, ihre Rolle versteht und Vorurteile und Grenzen überdenkt und herausfordert, die über Frauen verhängt wurden. Sie haben als Mütter, Ehefrauen, Töchter oder einfach als Frauen für ihre Emanzipation, gegen Analphabetentum und Gewalt aufgrund von Geschlecht und in der Familie gekämpft. Sie sind vor allem ein wichtiger Teil der nationalen Versöhnung und des Wiederaufbaus.&#8221;</div>
<p>Und um diesen, den Frauen von Angola gewidmeten Artikel abzuschließen, hier ein Gedicht vom Blog <a href="http://patriciaguinevere.blogspot.com/2009/03/apenas-um-dia-internacional-da-mulher.html"><em>Universal</em></a> [pt]:</p>
<blockquote><p>“Aguardo sempre a infinita espera da demora</p>
<p>Como na magia das margens do meu céu</p>
<p>desespera um anjo</p>
<p>Nunca esquecerei o meu gesto de ternura</p>
<p>Sempre dedicado ao meu filho</p>
<p>no longínquo abandonado</p>
<p>Por promessas que nunca serão cumpridas</p>
<p>Nunca esquecerei as esperas</p>
<p>das minhas incontáveis bichas</p>
<p>Filas humanas para conseguir o essencial</p>
<p>de todos os dias</p>
<p>Séculos e séculos desesperados</p>
<p>para me afirmar como mulher</p>
<p>Com dignidade de escrava</p>
<p>habituei-me a suportar</p>
<p>Os desprezos que sobre mim tem lançado</p>
<p>E nesta condição humana provocada</p>
<p>Renasce-me a negra existência</p>
<p>e medito, reafirmo:</p>
<p>Sou negra como o sol castanho</p>
<p>amarelecido das tardes</p>
<p>Como o luar das noites, naturais</p>
<p>Manchada das alvas amarelas do anual</p>
<p>malmequer</p>
<p>Porque sou bela, como o amanhecer</p>
<p>de todos os dias</p>
<p>Sou negra, digna descendente</p>
<p>da nobreza africana”</p></blockquote>
<div class="translation">&#8220;Ich warte ständig das unendliche Warten der Verzögerung<br />
wie ein Engel verzweifelt</p>
<p>an den magischen Grenzen meines Himmels</p>
<p>Ich werde nie meine Tat der Zärtlichkeit vergessen</p>
<p>immer meinem Sohn gewidmet</p>
<p>verbannt weit weg</p>
<p>von Versprechen, die niemals erfüllt werden</p>
<p>Ich werde das Warten nie vergessen</p>
<p>meiner endlosen Warteschlangen</p>
<p>menschliche Schlangen um das Notwendigste</p>
<p>jedes Tages</p>
<p>Verzweifelte Jahrhunderte und Jahrhunderte</p>
<p>um mich selbst als Frau zu behaupten</p>
<p>Mit der Würde eines Sklaven</p>
<p>gewöhnte ich mich an das Ertragen</p>
<p>Die Verachtung in mir wuchs</p>
<p>Und in diesem aufgewühlten menschlichen Zustand</p>
<p>Erwacht erneut die schwarze Existenz in mir</p>
<p>und meditierend beteuere ich noch einmal:</p>
<p>Ich bin so schwarz wie die bräunliche Sonne</p>
<p>des Nachmittags gelb wird</p>
<p>wenn das Mondlicht natürlicher Nächte</p>
<p>von der gelben Blüte der jährlich blühenden Ringelblume</p>
<p>eingefärbt wird</p>
<p>Weil ich so schön bin wie der Sonnenaufgang</p>
<p>an jedem Tag</p>
<p>Ich bin eine schwarze, würdevolle Nachfahrin</p>
<p>des afrikanischen Adels&#8221;</p></div>
<p><img class="alignnone" title="euredicedeangola" src="http://pt.globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/03/euridicedeangola.jpg" alt="" width="499" height="370" /></p>
<p>Foto einer angolanischen Frau mit dem Namen Eurídice, von Flickr-User <a href="http://www.flickr.com/photos/ccarriconde/">ccarriconde</a>, mit freundlicher Genehmigung auf Global Voices veröffentlicht.</p>
<div class="contributors">Originaltext auf Portugiesisch, übersetzt ins Englische von <a href="http://globalvoicesonline.org/author/paulagoes/">Paula Góes</a>.</div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://de.globalvoicesonline.org/2009/03/17/angola-angolanischer-tag-der-frau-wird-mit-gedichten-gefeiert/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Brasilien: Gedanken über unsere eigenen Gasa-Streifen</title>
		<link>http://de.globalvoicesonline.org/2009/01/18/brasilien-gedanken-uber-unsere-eigenen-gasa-streifen/</link>
		<comments>http://de.globalvoicesonline.org/2009/01/18/brasilien-gedanken-uber-unsere-eigenen-gasa-streifen/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 18 Jan 2009 19:56:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Ruopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[Humanitäres]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Katastrophe]]></category>
		<category><![CDATA[Palästina]]></category>
		<category><![CDATA[Portugiesisch]]></category>
		<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Regierung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://de.globalvoicesonline.org/?p=485</guid>
		<description><![CDATA[Geschrieben vonPaula Góes  &#183; Übersetzt von Martin Ruopp &#183;  engl. Originalartikel 

Text des Graffitis:

ICH WURDE GEBOREN, WEIL SIE MICH LIEBTEN
ICH STARB, WEIL SIE MICH HASSTEN&#8230;
zum Gedenken an
RENAN
GABRIEL
FELIPE
MARCELÃO
THIAGO
Ruhet in Frieden

aus Morro de Samba (Hügel des Samba) in Rio de Janeiro - „Berühmt-berüchtigt für seinen Drogenschmuggel und seine Gewalt, ist Morro de Samba bekannt als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<em>Geschrieben von<a href="http://globalvoicesonline.org/author/paulagoes/">Paula Góes</a>  &middot; Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/martin-ruopp/'>Martin Ruopp</a> &middot;  <a href='http://globalvoicesonline.org/2009/01/11/brazil-reflecting-on-our-very-own-gaza-strips/'>engl. Originalartikel</a></em> 
<br /><p><img class="aligncenter size-full wp-image-55216" title="27491733_8ae3c0a8f5" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/01/27491733_8ae3c0a8f5.jpg" /></p>
<p><strong>Text des Graffitis:</strong></p>
<blockquote>
<p><strong>ICH WURDE GEBOREN, WEIL SIE MICH LIEBTEN<br />
ICH STARB, WEIL SIE MICH HASSTEN&#8230;<br />
zum Gedenken an<br />
RENAN<br />
GABRIEL<br />
FELIPE<br />
MARCELÃO<br />
THIAGO<br />
Ruhet in Frieden</strong></p>
</blockquote>
<p><strong>aus Morro de Samba (Hügel des Samba) in Rio de Janeiro - „Berühmt-berüchtigt für seinen Drogenschmuggel und seine Gewalt, ist <em>Morro de Samba</em> bekannt als eine der gefährlichsten Gemeinden in unserer Region“, Foto von <a href="http://www.flickr.com/photos/beija-flor/">carf</a> unter einer Creative-Commons-Lizenz</strong></p>
<p>Wie der Rest der Welt verfolgen die brasilianischen Blogger genau die Entwicklung des <a href="http://globalvoicesonline.org/specialcoverage/2008-gaza-strip-bombings/">israelisch-palästinensischen Konflikts</a> [en]. Die Meinungen gehen auseinander, aber der Konflikt hat trotz allem die Blogger dazu gebracht, über eines nachzudenken: manch einer spürt, dass die Geschehnisse in Gaza eine Parallele haben in den täglichen Kriegen in den Elendsquartieren quer durchs Land - genannt die eigenen Gazastreifen Brasiliens - wo  [die Gewalt] jeden Tag <a href="http://globalvoicesonline.org/2008/12/13/brazil-brazilian-police-literally-gets-away-with-murder/">viele unschuldige Leben</a> [en] fordert. <a href="http://diplo.uol.com.br/2009-01,a2752">Sérgio Vaz</a> [pt] erklärt:</p>
<blockquote><p>Aqui no Brasil, na Baixa do Sapateiro, faixa de gaza baiana, menino Matheus morreu com um tiro de Fuzil quando saía de casa para comprar pão, no mesmo momento em que a polícia invadia sua favela.<br />
Mera coincidência, ou são sempre os mesmos que sangram nas calçadas, quer seja na faixa de Gaza brasileira ou na Faixa de Gaza Palestina? Será que a sede de sangue nunca cessa?<br />
A Periferia debaixo de tiros, a Palestina debaixo de bombas. Será que deus foi passar o réveillon em Copacabana?</p>
</blockquote>
<div class="translation">Hier in Brasilien, in Baixa dos Sapateiros, dem Gazastreifen von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bahia">Bahia</a> starb ein Junge namens Mattheus durch einen Gewehrschuss, als er aus dem Haus ging um Brot zu kaufen in dem Moment in dem die Polizei in die Favela einmarschierte, in der er lebte.<br />
Ist es nur Zufall, oder sind es immer die gleichen [unschuldigen Menschen], die auf dem Pflaster sterben, sei es im brasilianischen Gazastreifen oder im palästinensischen Gaza? Kann es sein, dass der Blutdurst nie endet?<br />
Die Vorstädte unter Feuer, Palästina unter Bombenteppichen. Kann es sein, das Gott das Neujahrsfest an der Copacabana verbracht hat?</div>
<p>Als er die schockierenden Bilder des Konflikts im Internet sah, musste <a href="http://famintopordeus.blogspot.com/2009/01/israel-vs-hamas-gaza.html">Anderson Vieira</a> [pt] unwillkürlich an die Tage denken, als er regelmäßig in eine der Favelas von Rio de Janeiro kam, wo es nach seinen Worten normal war, dass stark bewaffnete Drogendealer Seite an Seite gingen mit Kindern, schwangeren Frauen und alten Menschen. Immer wieder würde die Polizei dort einen verheerenden Auftritt veranstalten:</p>
<blockquote><p>Acontece que não foram poucas as vezes que em incursões da polícia em morros e favelas cariocas, na troca de tiros, no fogo cruzado, pessoas inocentes acabavam sendo atingidas pelas famosas balas perdidas, que de perdidas não têm absolutamente nada.<br />
A situação da Faixa de Gaza é de certa forma parecida com a das favelas e morros cariocas. Ali em meio aos terroristas do Hamas há crianças, mulheres, homens, cidadãos palestinos inocentes e desprotegidos. À semelhança dos traficantes que se escondem em barracos e casas de moradores a fim de fugir da polícia, os terroristas do Hamas também se valem dessa estratégia no mínimo covarde e se infiltram em casas de inocentes.</p>
</blockquote>
<div class="translation">Es ist so, dass es nicht selten vorkam, das beim Einfall der Polizei in die Favelas von Rio de Janeiro, im Schusswechsel, im Kreuzfeuer, am Ende unschuldige  Menschen von den berühmten Irrläufern getroffen wurden, die in keinster Weise irrlaufen.<br />
Die Situation im Gazastreifen ist gewissermaßen ähnlich wie in den Favelas in Rio. Dort inmitten der Terroristen der Hamas gibt es Kinder, Frauen und Männer, unschuldige und schutzlose palästinensische Bürger. Ähnlich wie die Dealer sich in den Hütten und Häusern verstecken um vor der Polizei zu flüchten, bedienen sich die Terroristen der Hamas dieser zumindest feigen Strategie und schleichen sich in die Häuser Unschuldiger ein.</div>
<p><a href="http://crazyseawolf.blogspot.com/2009/01/terroristas-traficantes-gaza-rio.html">Aparecido José do Rosário</a> [pt] stimmt damit überein und fügt hinzu, dass in diesen Fällen, der Zweck die Mittel heilige:</p>
<blockquote><p>Mas voltando a questão sobre o que Israel deve fazer contra esses ataques, e faço um paralelo com o problema dos morros no Rio de Janeiro. Desculpem-me mas sou um tanto radical nesse sentido. Tenho a minha opinião de que a polícia e/ou exército deve atacar os morros a todo custo. Aqueles que nada tem a ver com os traficantes, que são inocentes devem sair de lá e deixar que as forças militares façam o serviço completo, agora, aqueles que protegem tais traficantes, são cúmplices e tão criminosos quanto eles, e portanto que sofram as conseqüências. Estarei eu sendo insensível?</p>
</blockquote>
<div class="translation">Um auf die Frage zurückzukommen, was Israel gegen diese Angriffe unternehmen solle, ziehe ich eine Parallele mit dem Problem der Hügel in Rio de Janeiro. Entschuldigen Sie mich, ich bin ein bisschen radikal in dieser Hinsicht. Ich bin der Meinung, das die Polizei oder das Militär die Hügel um jeden Preis angreifen muss. Wer nichts mit den Dealern zu tun hat, wer unschuldig ist, sollte von dort verschwinden und die Streitkräfte ganze Arbeit leisten lassen, wer aber die Kriminellen schützt, ist Komplize und daher selbst kriminell, und muss deshalb die Konsequenzen tragen. Bin ich vielleicht unsensibel?</div>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/affotojornalismo/1972068766/"><img class="aligncenter size-full wp-image-55215" title="1972068766_c4d9f05464" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/01/1972068766_c4d9f05464.jpg" /></a></p>
<p><strong>&#8220;27.07.2005 - Die Polizei findet drei verbrannte Leichen in Inhaúma. Die Opfer wurden vermutlich getötet als sie in die Favela kamen um ein von Drogendealern gestohlenes Fahrzeug aus der Favela do Alemão abzuholen.&#8221; Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/affotojornalismo/">Andréa Farias</a>, verwendet unter einer Creative-Commons-Lizenz.</strong></p>
<p><a href="http://blogdasoninha.folha.blog.uol.com.br/arch2008-12-28_2009-01-03.html#2008_12-28_00_58_38-10366234-0">Sonia Fancine</a> [pt], eine junge aufsteigende Politikerin aus São Paulo, sagt, der Hamas die Schuld für den Tod von Zivilisten zu geben sei genau was die brasilianische Polizei mache, wenn sie Todesopfer rechtfertige, indem sie vorgebe die Bevölkerung zu schützen, und „wenn ein Kind durch einen Irrläufer stirbt, dann ist das nur ein unerwünschter Nebeneffekt einer erfolgreichen Aktion“:</p>
<blockquote><p>As mortes &#8220;acidentais&#8221; freqüentemente são justificadas como decorrentes de &#8220;autos de resistência&#8221; (aquelas trocas de tiros que, curiosamente, só deixam marcas de um dos lados) ou como sendo de &#8221; pessoas ligadas ao tráfico&#8221; (aí fica fácil - se mora na favela, é ligado ao tráfico, pronto). Então ficamos assim: as crianças palestinas e das favelas do Rio morreram porque tiveram a idéia de jerico de estar em um lugar cheio de terroristas/ traficantes. E ainda foram botar o corpo bem na frente dos mísseis/ fuzis&#8230; Foi mal aê. Mas da próxima vez, as vítimas que tomem mais cuidado, pô!</p>
</blockquote>
<div class="translation">Die „zufälligen“ Tode werden oft gerechtfertigt als Folge von „Widersetzen“ (diese Schießereien, die, seltsamerweise, nur auf einer Seite Spuren hinterlassen) oder von „Personen mit Bezug zum Drogenhandel“ (das ist dann einfach - wer in einer Favela lebt, hat Bezug zum Drogenhandel und fertig). So ist das also: die Kinder aus Palästina und die der Favelas von Rio sterben, weil sie auf die dumme Idee kommen, sich an einem Ort voller Terroristen / Dealer aufzuhalten, Und dazuhin bringen sie ihren Körper noch genau vor die Raketen / Gewehre&#8230; Tut uns leid. Aber das nächste Mal möchten die Opfer doch besser aufpassen, nicht wahr!</div>
<p>In einem Kommentar zu dem oben zitierten Post, fühlt sich ein Leser namens <a href="http://navblog.uol.com.br/comment.html?postFileName=2008_12-28_00_58_38-10366234-0&amp;idBlog=1246860">Fernando</a> [pt] machtlos angesichts beider Konflikte:</p>
<blockquote><p>E como acabar com tudo isso? Seja no Rio ou lá em Gaza é a mesma coisa: desrespeito ao comum - incompreensão do diferente! E como eu posso ajudar para acabar com tudo isso?</p>
</blockquote>
<div class="translation">Und wie setzt man all dem ein Ende? Sei es in Rio oder dort in Gaza, es ist dasselbe: eine Missachtung des Gemeinsamen, ein Unverständnis der Unterschiede! Und wie kann ich helfen, das alles zu einem Ende zu bringen?</div>
<p><a href="http://albertoprass.blogspot.com/2008/12/israel-um-lugar-ridculo.html">Alberto Ricardo Präss</a> [pt] findet, das Brasilien mit dem Boykott israelischer Waren helfen solle, und erinnert sich an die Situation als er dort im Jahr 1985 sechs Monate lang lebte. Er schließt mit den Worten, dass Brasilien nicht weit entfernt davon sei:</p>
<blockquote><p>Não é de se espantar que homens bombas surjam sem parar naquelas bandas. É muito evidente que pessoas acuadas tendem a ter reações radicais para sobreviver. Mais ou menos como os moradores das favelas do Rio, que reagem por estar sem muita saída.</p>
</blockquote>
<div class="translation">Es nimmt nicht Wunder, dass in diesen Streifen ständig Bombenattentäter auftauchen. Es ist ganz offensichtlich, dass bedrängte Menschen zu radikalen Reaktionen tendieren um zu überleben. Mehr oder weniger wie die Bewohner der Favelas in Rio, die darauf reagieren, dass sie kaum einen Ausweg haben.</div>
<p>Andererseits meint <a href="http://blogdomrx.blogspot.com/2008/12/israel-prova-da-existncia-de-deus.html">Mr X</a> [pt], ein Unterstützer Israels, dass der israelisch-palästinensische Konflikt nicht <a href="http://globalvoicesonline.org/2009/01/09/from-kivu-to-gaza-how-the-media-choose-the-conflicts-they-cover/">so viel Aufmerksamkeit der Medien</a> [en] oder öffentliches Aufsehen verdient hat, im Vergleich zu anderen Konflikten auf der Welt, darunter dem in Brasilien:</p>
<blockquote><p>Mata muito menos do que qualquer conflito na África hoje em dia, menos do que a cólera no Zimbabwe, menos até do que os tiroteios nas favelas do Rio de Janeiro.</p>
</blockquote>
<div class="translation">Er tötet viel weniger als jeder Konflikt im heutigen Afrika, weniger als die Cholera in Simbabwe, weniger noch als die Schießereien in den Favelas von Rio de Janeiro.</div>
<p><a href="http://taniacelidonio.blogspot.com/2009/01/travei.html">Tania Celidonio</a> [pt] sagt, dass sie schockiert ist von den täglichen Berichten über die Gewalt im Nahen Osten, aber dass die Gewalt in Rio de Janeiro zum Klischee geworden sei:</p>
<blockquote><p>Motorista da ONU assassinado, trinta civis palestinos mortos num abrigo, fim da ajuda humanitária&#8230;. Juro que travei. E ainda por cima, aqui na faixa tupiniquim do Rio de Janeiro, os tiros não esperaram passar a primeira semana de 2009. Os morros da Babilônia e Chapéu Mangueira foram sacudidos por várias saraivadas. Nós, do asfalto, ficamos torcendo para que nada de muito ruim aconteça por lá. O pior são as centenas de trabalhadores que voltam para suas casas, no cair da noite, e são recebidos por esse ambiente de terror que já virou rotina nos morros da cidade.</p>
</blockquote>
<div class="translation">Ein Fahrer der UNO ermordet, dreißig tote palästinensische Zivilisten in einem Schutzraum, die humanitäre Hilfe wird beendet&#8230; Ich schwöre, ich bin zusammengesackt. Und obendrein hier im <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Tupiniquim"><em>Tupiniquim</em></a>-Streifen [en] in Rio de Janeiro, warteten die Schüsse nicht bis zum Ende der ersten Woche von 2009. Die Hügel von Babilônia und Chapéu Mangueira wurden erschüttert durch allerhand Schießereien. Wir vom Asphalt [„vom Asphalt“ ist ein Slangwort für „aus den Favelas“] bitten und beten, dass hier nichts  Schlechtes passiert. Das Schlimmste wäre, dass hunderte von Arbeitern in der Abenddämmerung in ihre Häuser zurückkehren und empfangen werden von diesem Umfeld des Terrors, das schon zur Routine geworden ist auf den Hügeln der Stadt.</div>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-55189" title="israeli2" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/01/israeli2.jpg" /></p>
<p><strong>„Alter Knabe, ist das die richtige Zeit um in Bonsucesso herumzulaufen?“ – Der <a href="http://blogdobonitao.blogspot.com/2009/01/no-segundo-dia-de-ofensiva-terrestre.html">Blog do Bonitão&#39;s charge</a> [pt] verlegt den israelisch-palästinensischen Konflikt in einen Bezirk Rio de Janeiros, der von Favelas umgeben ist und von extremer Gewalt erschüttert wird.</strong></p>
<p>In <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pernambuco">Pernambuco</a> hat der Mordzähler des <a href="http://www.pebodycount.com.br/post/postUnico.php?post=1005">PEBodyCount</a>-Blogs [pt], der tägliche Statistiken zur Kriminalitätsrate liefert, in den 11 ersten Tagen des neuen Jahres 81 Morde allein in diesem Staat gezählt. Der Blog zählte 4525 Morde im Jahr 2008, 4592 im Jahr 2007 und 4638 im Jahr 2006. Die Zahl nimmt ab, aber:</p>
<blockquote><p>&#8220;Raciocinar que 78 pessoas a menos (pelas contas do Governo, pelas nossas, foram 67) perderam a vida não quer dizer que foram salvos 78 seres humanos. Continuamos tendo mais de 4.500 assassinatos. É um patamar que coloca nosso estado entre os locais mais violentos do mundo. São poucos os países que tem tantos crimes de morte por ano. A mudança tão apregoada precisa começar de verdade.&#8221;</p>
</blockquote>
<div class="translation">„Zu denken, dass 78 Menschen weniger (nach der Zählung der Regierung, nach unserer waren es 67) ihr Leben verloren, ist etwas anderes, als das 78 Menschenleben gerettet wurden. Wir haben weiterhin mehr als 4500 Morde. Unter dem Strich katapultiert das unseren Staat unter die gewalttätigsten Gegenden der Welt. Der so viel verkündete Wandel muss wirklich beginnen.“</div>
<div class="contributors">Geschrieben in Zusammenarbeit mit <a href="http://globalvoicesonline.org/author/deborah-goldemberg/">Deborah Icamiaba</a> [en].</div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://de.globalvoicesonline.org/2009/01/18/brasilien-gedanken-uber-unsere-eigenen-gasa-streifen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Angola: Mit Ebola um die Ecke sind die Grenzen geschlossen</title>
		<link>http://de.globalvoicesonline.org/2009/01/15/angola-mit-ebola-um-die-ecke-sind-die-grenzen-geschlossen/</link>
		<comments>http://de.globalvoicesonline.org/2009/01/15/angola-mit-ebola-um-die-ecke-sind-die-grenzen-geschlossen/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 15 Jan 2009 14:08:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cegees</dc:creator>
				<category><![CDATA[Angola]]></category>
		<category><![CDATA[D. R. Kongo]]></category>
		<category><![CDATA[English]]></category>
		<category><![CDATA[Feature]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Portugiesisch]]></category>
		<category><![CDATA[Subsahara-Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://de.globalvoicesonline.org/?p=477</guid>
		<description><![CDATA[Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo hat Angola noch nicht erreicht. Um dem vorzubeugen, hat der Nachbarstaat die Grenzen geschlossen und alle Migrationsbewegungen unterbunden. Damit will Angola verhindern, dass sich das gefährliche Virus in der Bevölkerung ausbreitet. - von Clara Onofre]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<em>Geschrieben von<a href="http://globalvoicesonline.org/author/clara-onofre/">Carla Onofre</a>  &middot; Übersetzt von <a href='http://de.globalvoicesonline.org/author/paul-lanon/'>cegees</a> &middot;  <a href='http://globalvoicesonline.org/2009/01/14/angola-with-ebola-around-the-corner-borders-are-closed/'>engl. Originalartikel</a></em> 
<br /><p>Auf Grund des <a href="http://globalvoicesonline.org/2009/01/11/dr-congo-containing-the-ebola-outbreak/">erneuten Ausbruchs</a> des Ebolafiebers hat die Regierung Angolas beschlossen, <a href="http://www.iol.co.za/index.php?set_id=1&amp;click_id=68&amp;art_id=nw20090106140149695C625689">die Grenze in die Demokratische Repbulik Kongo (DR Kongo) zu schließen</a>. Damit soll eine Verbreitung des tödlichen Virus auf angolischem Gebiet verhindert werden. Der ständige Migrationsstrom kommt dadurch zum Erliegen, zwischen der kongloesischen Provinz Lunda Norte im Nordosten des Landes. Lunda Norte ist Anziehungspunkt für viele Gastarbeiter, da in diesem Teil des Landes viele Goldminen liegen. <a href="http://www.blog.comunidades.net/nelo/index.php?op=arquivo&amp;idtopico=481918">Nelo de Carcvalho</a> [pt] schreibt in seinem Blog über die Beschränkungen an den Grenzen und die Herrausforderungen, mit denen sich die Regierung Angolas konfrontiert sieht:</p>
<blockquote><p>“Dizer que as fronteiras devem ser fechadas temporáriamente e que ninguém deve entrar e sair para fora do país, usando aquela direcção ou região fronteiriça. Nem mesmo o mosquito da dengue e se entrar, deve ser perseguido. É estratégia que qualquer infante usaria nas suas horas de brincadeira de soldado ou guerrilheiro, ou até de general. Por isso, não temos autoridade nem competência para dar palpites. A não ser desejar sorte e torcer para que tudo saia bem. Neste início de ano, aos angolanos desejamos sorte, com ébola ou sem ébola”.</p></blockquote>
<div class="translation">Festzuhalten gilt, die Grenze müsse vorrübergehend geschlossen werden, so das niemand das Land verlassen oder betreten könne, wenn er diese Grenze benutzen will. Nicht ein mal eine Mücke, die das Denguefieber verursacht, dürfe reinkommen. Und wenn sie es täte, müsse sie bekämpft werden. An diese Strategie müsse sich jedes Kind halten wenn es herumspielt, jeder Soldat oder Guerilla, sogar jeder im Allgemeinen. Denn wir haben keine Behörde, die sie durchsetzen kann. Wir können uns nur Glück wünschen und hoffen, dass alles gut funktioniert. Zu Beginn des neuen Jahres wünschen wir den Angolanern viel Glück, mit oder ohne Ebola.
</div>
<p>Nach Ansicht der angoloische Gesundheitsministers, bereitet die Regierung vor, die Öffentlichkeit zu informieren, um einer Infektion des starken Virus vorzubeugen. Diese Maßnahmen werden zusätzlich durchgeführt in den Provinzen Lunda Norte, Moxico, Malanje, Uige und Lunda Sul. Bislang geht man von ungfähr 40 Ebolafällen aus, und über 10 Todesfällen in den letzten zwei Monaten in der DR Kongo.</p>
<p>Zwei Jahre zuvor kam das Virus auch aus der DR Kongo. Ausgehend aus der westlichen Provinz Kasai, starben dabei ungefähr 180 Menschen. Das Lamperiota-Blog <a href="http://lampeirota.blogs.sapo.pt/44070.htm">schreibt</a> über die jetzige Lage:</p>
<blockquote><p>De vez em quando a doença é falada. É costume meu não ficar a pensar no assunto, escudada na ideia de que é improvável que ela me apanhe a jeito.<br />
É incorrecto. Hoje já não podemos ter certezas dessas. Tudo chega a todo o lado, rapidamente.<br />
Lamento muito por aquela gente que está a defrontar-se com tal inimigo.<br />
Não é a morte que me assusta. É o caminho até ela”</p></blockquote>
<div class="translation">Von Zeit zu Zeit spricht man über die Krankheit. Ich bin es nicht gewohnt darüber nachzudenken und verstecke mich hinter der Idee, dass es unwahrscheinlich ist, das es mich erwischt hinter den Schutzmaßnahmen.<br />
Diese Art zu Denken ist falsch. Wir können heute in diesen Dingen nicht mehr so sicher sein. Es kann jeden sehr schnell treffen.<br />
Es tut mir leid, für jene, die diesem Feind [Ebola] gegenüberstehen<br />
Es ist nicht der Tod, der mir Angst macht. Es ist die Weg dorthin.</div>
<p>Nach Angaben des Sprechers der WHO in Angola, Diosdado Nsue-Mciawag, wird vermutet, das die toten Affen in den Wäldern der DR Kongo verantwortlich sind für den erneuten Ausbruch; und die Art, wie mit ihnen umgegangen wurde. Obwohl es <a href="http://www.iol.co.za/index.php?set_id=1&amp;click_id=68&amp;art_id=nw20090112152927801C175821">bislang keine Fälle </a>von Ebola in Angola gibt, betont der Gesundheitssekretär, das sein Land vorbereitet sei, um mit allen möglichen Situationen umzugehen - besonders seit den Erfahrungen mit dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marburg-Virus">Marburg-Virus</a>, einem weniger gefährlichen aber vergleichbaren Virus.</p>
<p>Es ist das vierte Mal, das Ebola in der DR Kongo ausgebrochen ist, seit dem ersten Mal 1976. Die hochgradig-infektiöse Krankheit verursacht Fieber, Eberbrechen, Durchfall, sowie innere und äußere Blutungen. 2005 starben 329 Menschen an <a href="http://www.reuters.com/article/africaCrisis/idUSL8586536">den Folgen des Marburg-Virus</a>, als es in den Städten der Nordprovinz Uige ausbrach, die nahe and der Grenze zu DR Kongo liegen.</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/hukuzatuna/2536860585/"><img class="aligncenter size-full wp-image-55373" title="Ebola virus" src="http://globalvoicesonline.org/wp-content/uploads/2009/01/2536860585_e4689c3966.jpg" alt="" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><em>Abbild des RNS Filovirus, der Ebolafieber verursacht, unter dem Elektronenmikroskop. Foto von CDC/Cynthia Goldsmith, via Flickr-Nutzer <a href="http://www.flickr.com/photos/hukuzatuna/">hukuzatuna</a>.</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://de.globalvoicesonline.org/2009/01/15/angola-mit-ebola-um-die-ecke-sind-die-grenzen-geschlossen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
