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Säkularer Politiker ermordet – Proteste in ganz Tunesien

Chokri Belaïd, aufgenommen von Amine Ghrabi, auf Flickr geteilt.

Chokri Belaïd. Aufgenommen am 15. Oktober 2012 von Amine Ghrabi, auf Flickr geteilt. (CC-NC)

Die Ermordung von Chokri Belaïd, einem führenden Mitglied der säkularen Opposition und überzeugten Gegner der islamistischen Koalitionsregierung, hat in ganz Tunesien zu Protesten geführt. Seine Anhänger und diejenigen, die um ihn trauern, beschuldigen die Islamisten teils direkt, teils indirekt, für seinen Tod verantwortlich zu sein.

Premierminister Hamadi Jebali verurteilte den Mord und beschrieb ihn als „terroristischen Akt“. Präsident Moncef Marzouki sagte seine Reise nach Kairo ab, wo er an einem Gipfel der Organisation für Islamische Zusammenarbeit teilnehmen sollte.

France 24 Observers veröffentlichte ein Video [ar], das von Belaïds Nachbar Bel Fekih Amine gedreht wurde, auf YouTube. Das Video zeigt den Tatort einige Minuten nach der Ermordung Belaïds in den Morgenstunden des 6. Februar 2013 vor seinem Haus.

Familie beschuldigt Islamisten: Die polizeilichen Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen, doch Belaïds Familie legt die Tat der islamistischen Partei Ennahda zur Last. @simonsayzzzzz, ein Journalist, der für die Nachrichtenagentur Agence France Presse (AFP) arbeitet, twitterte [fr]:

Frère de #ChokriBelaïd: “(…)j'accuse Rached Ghannouchi d'avoir fait assassiner mon frère” #AFP #Tunisie

Bruder von #ChokriBelaïd: „Ich klage Rached Ghannouchi [den Parteivorsitzenden von Ennahda] an, meinen Bruder ermordet zu haben“ #AFP #Tunisie

zannoubia (@iloveTunisiaaa) twitterte [fr]:

La sœur de #chokribelaid sur l'avenue accuse ennahdha le MI et leurs milices de l'assassinat de son frère. #Tunisie

Die Schwester Chokri Belaïds in der Avenue [der Avenue Habib Bourguiba, einer Prachtstraße in Tunis] macht Ennahda, das Innenministerium und ihre Milizen für den Tod ihres Bruders verantwortlich. #Tunisie

Ennahda dementierte die Anschuldigungen. Sasa Petricic (@sasapetricic), Nahost-Korrespondent der Canadian Broadcasting Corporation, twitterte [en]:

#Tunisia ruling Islamist Ennahda party denies responsibility in killing of prominent secular opp leader #ChokriBelaid, despite differences

Tunesiens regierende Islamistenpartei Ennahda weist Verantwortung für Ermordung des prominenten säkularen Oppositionsführers #ChokriBelaid trotz Streitigkeiten von sich

„Ermordet wegen seiner Ansichten“: Belaïd war für seine scharfe Kritik an der Regierung und den tunesischen Islamisten bekannt. Obwohl man noch nicht weiß, wer für seine Ermordung verantwortlich ist, scheinen sich die tunesischen Netizens sicher zu sein, dass seine antiislamistischen Ansichten ihn das Leben kosteten.

Haythem (@B14ckBOx) twitterte [fr]:

On a pu tuer #ChokriBelaid mais ses idées éterniseront

Sie haben es geschafft, #ChokriBelaid zu töten, doch seine Ideen werden auf ewig weiterleben

Leith Ben Ayed (@LeithBenAyed) twitterte [fr]:

RIP #ChokriBelaïd. Un grand homme tué pour ses idées, qu'il ne soit pas mort en vain.

R. I. P. #ChokriBelaïd. Ein großartiger Mann, der wegen seiner Ansichten ermordet wurde. Möge er nicht vergebens gestorben sein.

Proteste in Tunesien:

Tränengas in der Nähe des Innenministeriums in Tunis. Aufgenommen von Amine Ghrabi, auf Flickr geteilt.

Tränengas in der Nähe des Innenministeriums in Tunis. Aufgenommen von Amine Ghrabi, auf Flickr geteilt. (CC-NC)

Die Nachricht von Belaïds Tod verbreitete sich wie ein Lauffeuer und in mehreren Regionen des Landes kam es zu Protesten. AFP berichtete auch, dass die Büros von Ennahda und der Regierung in mehreren Verwaltungsgebieten des Landes gestürmt und verwüstet worden waren.

 Polizisten in der Nähe des Innenministeriums in Tunis. Aufgenommen von Amine Ghrabi, auf Flickr geteilt. (CC-NC)

Polizisten in der Nähe des Innenministeriums in Tunis, 6. Februar 2013. Aufgenommen von Amine Ghrabi, auf Flickr geteilt. (CC-NC)

Das kollektive Blog Nawaat berichtet:

@nawaat:Des milliers de manifestants a #Gafsa. Le local d'Ennahdha saccagé et ses meubles et documents brulés. #chokribelaid

@nawaat: Tausende protestieren in #Gafsa [im Südwesten Tunesiens]. Ein Büro von Ennahda wurde geplündert, Möbel und Dokumente verbrannt. #chokribelaid

@nawaat:A #Redayef le syndicat enseignant décréte la grève générale. Le local d'Ennahdha saccagé et ses meubles brûlés dans la rue #chokribelaid

@nawaat: Der Lehrerverband von #Redeyef [einem Ort in Gafsa im Südwesten Tunesiens] kündigte einen Generalstreik an. Das Büro von Ennahda wurde geplündert und die Möbel wurden auf der Straße verbrannt. #chokribelaid

@nawaat: a Sidi Bouzid, des centaines de manifestants tentent de forcer la porte du bâtiment du district de police. #sidibouzid #chokribelaid

@nawaat: In Sidi Bouzid versuchten Hunderte von Demonstranten, die Polizeidirektion zu stürmen. #sidibouzid #chokribelaid

Sasa Petricic twitterte [en]:

Offices of #Tunisia governing party Ennahda attacked after opp’n leader #ChokriBelaid assassinated. Thousands protest in Tunis, SidiBouzid

Büros von Tunesiens regierender Ennahda-Partei nach Ermordung des Oppositionsführers #ChokriBelaid gestürmt. Tausende protestieren in Tunis, Sidi Bouzid

In der Avenue Habib Bourguiba in Tunis setzte die Polizei Tränengas ein, um die Demonstration aufzulösen. Die Demonstranten hatten sich vor dem Hauptgebäude des Innenministeriums versammelt, skandierten regierungskritische Parolen und riefen den Innenminister auf, sein Amt niederzulegen. France-24-Korrespondent David Thomson (@_DavidThomson) twitterte [fr]:

Tirs de gaz lacrymogène sur l'Avenue Bourguiba, dispersion des manifestants #Tunisie

Tränengas in der Avenue Habib Bourguiba, Demonstration aufgelöst #Tunisie

In einem anderen Tweet fügte er hinzu [fr]:

La situation dégénère en heurts manifestants/police sur #Bourguiba

Die Lage spitzt sich zu, es kommt zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten in der [Avenue Habib] #Bourguiba

Der private Radiosender Shems FM veröffentlichte das folgende Video, das die chaotische Situation in der Avenue Habib Bourguiba zeigt.

Das Innenministerium berichtete auf seiner offiziellen Facebook-Seite, die Zusammenstöße hätten zum Tod eines Polizisten geführt.

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