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Gruppenvergewaltigung in Delhi erzürnt Menschen in ganz Indien

[Alle Links dieses Posts führen auf englischsprachige Seiten]

Nachdem am 16. Dezember 2012 einer 23-jährigen Frau in einem Bus auf der Fahrt nach Süd-Delhi die Kleider vom Leib gerissen worden waren, sie geschlagen und vergewaltigt worden war, ist Indien geschockt und empört.

Das Opfer und seine männliche Begleitung, der ebenfalls mit einem Eisenstab verprügelt wurde, wurden danach aus dem Bus geworfen und halbnackt in der Nähe der Überführung in Delhis Vorort Mahipalpur zurückgelassen.

Das Opfer, eine Physiotherapeutin, und ihre Begleitung, ein 28-jähriger Software-Ingenieur, waren nach einem Kinobesuch auf dem Heimweg als sie in den privaten Komfortbus stiegen, der in Richtung Dwarka fuhr. Der Busfahrer und sechs Andere vergewaltigten die Frau mutmaßlich in der Gruppe. Die Polizei hat den Bus ausfindig gemacht und und vier Personen verhaftet.

In Delhi werden jedes Jahr hunderte Vergewaltigungen angezeigt und noch einige Hundert mehr nicht gemeldet. Vergewaltigung ist in Indien ein Tabu-Thema, deshalb werden viele Fälle gar nicht zur Anzeige gebracht. Dieser Vorfall hat viele Fragen hinsichtlich der öffentlichen Sicherheit in der indischen Hauptstadt aufgeworfen.

Der Vorfall war das dominierende Gesprächsthema in der Stadt und ist auch im Parlament angesprochen worden. Am meisten Resonanz fand das Thema allerdings in den sozialen Medien.

Moonmoon Ghosh's Twitter-Status zeigt die Frustration vielleicht am deutlichsten:

@mooninanfield (Moonmoon Ghosh): Es ist beängstigend als Frau in #Delhi. Eigentlich in ganz Indien. Das ist doch krank. http://www.ndtv.com/article/cities

Posters from the Delhi Slutwalk.

Poster vom Delhi Slutwalk. Foto von Rahul Kumar. Copyright Demotix (30/07/2011)

Mehr Twitter-Reaktionen:

@vanithaj: Ärzte berichten von schweren Verletzungen an Darm und Genitalien beim Vergewaltigunsopfer aus Delhi. Ist für die Beschuldigten die Todesstrafe angemessen? Nein, verletzt ihre Genitalien

@ArvindKejriwal7 (Arvind Kejriwal): 635 Vergewaltigungen wurden 2012 in Delhi angezeigt. Ist bis jetzt jemand bestraft worden? Nein? Ermutigt das nicht geradezu zu derartigen Verbrechen? Jeder Vergewaltigungsfall sollte innerhalb eines Monats verhandelt werden

@anandmahindra (Anand Mahindra): Nach der Gruppenvergewaltigung in Delhi hat sich die richtige Menge Wut gebildet. Medien&soziale Medien dürfen in ihren Forderungen nach Konsequenzen jetzt nicht nachlassen.

@JusticeForWomen [Gerechtigkeit für Frauen]: #RAPE [Vergewaltigung] ist nicht nur in #DELHI ein Problem. Frauen und sehr junge Mädchen werden JEDEN TAG und ÜBERALL in #India vergewaltigt – Dieses Thema braucht NATIONALE Aufmerksamkeit.

A Woman in Today's India [Eine Frau im Indien von Heute] ist wütend:

Dies ist nicht das erste Mal, dass das passiert. und es wird nicht das letzte Mal sein!

Es wird wieder, und wieder, und wieder passieren, mehrere Male am Tag, überall in dieser großen, eine Göttin verehrenden Nation namens Indien. [..]

In Indien passieren Vergewaltigungen weil wir eine gleichgültige Nation sind.

An Indian Homemaker [Eine Indische Hausfrau] hat viele Fragen:

Was glaubt ihr macht diese Vergewaltiger in Delhi so furchtlos? [..]

Glaubt ihr unsere Gesellschaft hält Vergewaltiger tatsächlich für Schwerverbrecher? Viele von uns scheinen Vergewaltigung für etwas zu halten, das passiert wenn ein Vergewaltiger sich nicht mehr beherrschen kann. Es sieht so aus als hätten wir andere Standards für Sexualverbrecher, und Vergewaltiger wissen das.

Lakshmi Chaudhry schreibt:

Jedes Mal wenn eine aufsehenerregende Vergewaltigung die Schlagzeilen bestimmt, jedes Mal, wenn ein Politiker oder eine Politikerin ihren Mund aufmacht, erhalten wir eine unliebsame Erinnerung an das andere Indien, an unseren langsameren, gefährlicheren Zwilling, der sich dickköpfig weigert zu wachsen und sich zu ändern. Es ist auch der unwiderlegbare Beweis dafür, dass unsere Welt nicht ganz real ist, dass sie nur in der sorgsam behüteten Seifenblase unseres falschen Sicherheitsgefühls existiert. Einer Seifenblase die ganz leicht von diesem anderen Indien, gegen das wir uns mit allen Kräften abzuschotten versuchen, zum Platzen gebracht werden kann.

Men participating at the Delhi Slutwalk.

Männliche Teilnehmer des Delhi Slutwalk. Foto von Rahul Kumar. Copyright Demotix

Ritu Lalit postet einen offenen Brief an soziale Aktivisten, Gesetzgeber und Gesetzesvollstrecker. Ein Auszug:

Ich möchte hiermit Ihre Aufmerksamkeit auf die Unterdrückten dieses Landes richten, unsere Frauen. Wie konnte die Zwangslage unserer Frauen Ihrer Aufmerksamkeit entgehen? Warum setzen Sie sich nicht mit aller Macht für sie ein? Die sichtbarsten Personen in Ihren Reihen sind Frauen und die regen sich über etwas auf das 2002 passiert ist!

The Pregnant Thought [Der tragende Gedanke] meint:

Die Vergewaltigunskultur in Delhi ist nicht erst gestern entstanden. Sie ist der Bastard unseres grenzenlosen Wachstums. Nicht Delhi hat versagt. Wir haben versagt.

Wir haben strenge Gesetze aber keine richtige Vollstreckung. Mehr noch als strengere Gesetze brauchen wir eine offenere Kultur. Was ist das für eine Kultur, in der Sex ein böses Wort und Vergewaltigung die Norm ist.

“Um ein Thema anzugehen, muss man ihm auf den Grund gehen”, wie schwer ist es das zu verstehen.

Wacht auf. Macht auf!

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